Wasserrohrbruch – was ist zu tun und wie beugt man vor

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Wasserrohrbruch – was ist zu tun und wie beugt man vor

Plötzlich stehen 20 Zentimeter Wasser im Keller. Oder es tropft heftig durch die Decke. Oder es spritzt ordentlich Wasser aus einer angebohrten Wasserleitung. Dann muss schnell gehandelt werden. Zeit für lange Internetrecherchen und ähnliche Dinge gibt es dann nicht.

Wasserrohrbruch © RRF, stock.adobe.com
Wasserrohrbruch © RRF, stock.adobe.com

Deshalb folgt hier unser kurzer Überblick über die wichtigsten Sofortmaßnahmen. Drucken Sie ihn aus und bewahren ihn so auf, dass Sie ihn im Bedarfsfall sofort zur Hand haben. Aber lesen Sie ihn sich jetzt durch und besorgen Sie sich die Informationen, die Sie dann schleunigst brauchen. Informieren Sie sich also, wo die Absperrhähne und Elektrosicherungen sind. Und Sie sollten auch auf den Zettel auch noch die Telefonnummern von Vermieter, Hausverwalter, Feuerwehr, Nachbarn, Installateur und Versicherung schreiben.

Wasser steht im Keller © Michael Eichler, stock.adobe.com
Wasser steht im Keller © Michael Eichler, stock.adobe.com

Wasserrohrbruch – was ist zu tun?

  1. Stellen Sie das Wasser ab, um den Schaden zu begrenzen. Der Hauptwasserhahn für das ganze Haus befindet sich in der Regel im Keller. Sofern vorhanden, reicht es oft, den Zulauf zur betroffenen Wohnung abzusperren.
  2. Stellen Sie in den betroffenen Räumen den Strom ab, indem Sie die Sicherungen auslösen oder herausdrehen. Dadurch verhindern Sie Kurzschlüsse, die entstehen können, wenn Schalter, Steckdosen oder anderes feucht oder gar überflutet werden. Vorsicht: Hat das Hochwasser bereits Steckdosen erreicht, droht die Gefahr von Stromschlägen.
  3. Bergen Sie alle Gegenstände, die durch das Wasser Schaden nehmen können. In den meisten Fällen ist zuerst an teure Geräte zu denken.
  4. Informieren Sie alle Nachbarn, die betroffen sein könnten. Das sind alle Hausbewohner, wenn das Wasser für das ganze Haus abgestellt werden muss. Andernfalls sind es alle, die Räume nutzen, die nahe an der Schadensstelle liegen.
  5. Befinden sich größere Wassermengen in einem Raum, alarmieren Sie die Feuerwehr zum Abpumpen des Wassers. Kleinere Mengen können Sie mit Eimer und Lappen beseitigen.
  6. Informieren Sie den Vermieter, wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen. Er ist für die Reparatur verantwortlich. Wohnen Sie in einer Eigentumswohnung, sprechen Sie mit dem Hausverwalter. Klären Sie mit Mieter und Vermieter die weitere Vorgehensweise. Der Vermieter bestellt erforderlichenfalls auch einen Notdienst, der sofort notwendige Maßnahmen am Schadensort durchführt.
  7. Wenden Sie sich an einen Handwerker, wenn Sie im eigenen Haus Schäden reparieren lassen wollen. Bei Mietwohnungen ist das Sache des Vermieters.
  8. Dokumentieren Sie alle Schäden fotografisch, unter anderem für die Versicherung. Auch die Einsätze von Notdienst, Installateur, Feuerwehr usw. sollten fotografisch festgehalten werden.
  9. Informieren Sie die Versicherung.

Freilich geht es nicht immer so dramatisch zu, wie diese Liste es nahelegt. Rohrbrüche, bei denen plötzlich viel Wasser austritt, entstehen beispielsweise bei unsachgemäßen Renovierungsarbeiten oder bei eingefrorenen Leitungen, die platzen können. Dann sind ein kühler Kopf und ein schnelles Handeln gefragt. Aber es gibt auch Rohrbrüche, bei denen Wasser nur Tropfen für Tropfen austritt, was je nach Ort des Schadens über lange Zeit unbemerkt bleiben kann. Auch dies kann die Bausubstanz von Häusern erheblich in Mitleidenschaft ziehen. Zügiges Handeln ist dann schon auch gefragt.

Woran erkennt man einen Schaden im einer Wasserleitung? Wenn viel Wasser läuft, tropft es durch die Decke, oder es bilden sich Pfützen. Aber auch dunkle Flecken an Wänden und Decke sind ein untrügliches Alarmsignal. Bei einem muffig-feuchten Geruch, eventuell auch Schimmelbildung, sollte man ebenfalls misstrauisch werden. Wenn die Wasseruhr einen unerklärlich hohen Verbrauch anzeigt, kann dies auch auf einen solche Defekt hindeuten.

Schimmel Messung © Verband Privater Bauherren e.V.
Messungen zu Feuchtigkeit und Schimmel von Experten © Verband Privater Bauherren e.V.

Nicht jeder Wasserrohrbruch ist leicht zu orten, oft müssen dazu Experten geholt werden. Diese müssen nicht immer gleich eine Wand aufstemmen, um Wasserrohre zu überprüfen. Sie haben verschiedene technische Verfahren, um Schäden zu orten. Welche Reparatur- und Instandsetzungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, besprechen Sie ebenfalls mit dem Handwerker. Der Auftrag muss allerdings vom Hausbesitzer kommen – er bekommt am Ende auch die Rechnung.

Tipp: Günstigste Sanitär-Fachbetriebe finden, Angebote vergleichen und sparen.

Gründliches Trocknen ist Pflicht

Wasserschadenbeseitigung mit Trockner und Gebläse © Heiko Barth, fotolia.com
Wasserschadenbeseitigung mit Trockner und Gebläse © Heiko Barth, fotolia.com

Nach der Reparatur ist die Trocknung der betroffenen Räume angesagt. In manchen Fällen reicht es aus, ordentlich zu lüften. Bei größeren Schäden muss ein Bautrockner eingesetzt werden. Diese kann man beim Baumaschinenverleih auch zur Miete bekommen. In gravierenden Fällen kommt man aber nicht daran vorbei, einen Fachbetrieb mit der Trocknung zu beauftragen. Vorherige Rücksprache mit der Versicherung ist empfehlenswert.

Aber eine gründliche Trocknung muss sein – Feuchtigkeit in der Bausubstanz führt mit großer Wahrscheinlichkeit alsbald zu Schimmelbildung. Manchmal ist es mit dem oberflächlichen Trocknen allerdings gar nicht getan. Besteht der Boden aus schwimmend verlegten Trockenestrichplatten, kann das Wasser unter diese in die Dämmung laufen. Dann müssen Dämmung und Fußbodenaufbau komplett ausgetauscht werden.

Tipp: Viele weitere Informationen insbesondere zu Schimmelbeseitigung finden Sie in unserer Rubrik Feuchtigkeitsschäden

Am besten gut versichert

Wasserschäden können teuer werden, das liegt auf der Hand. Froh kann jeder Betroffene sein, der vorgesorgt hat und entsprechend versichert ist. Ob die Versicherungen tatsächlich zahlen müssen, das hängt von den jeweiligen Verträgen ab. Wer auf der sicheren Seite sein will, muss diese genau anschauen. Gemeinsam aber ist allen Versicherungen, dass sie für Schäden durch grobe Fahrlässigkeit nicht eintreten. Und dass es vorteilhaft ist, wenn man alle Schäden durch Fotos gut dokumentieren kann. Dabei kann es trotzdem passieren, dass die Versicherung einen Gutachter beauftragt, der auch persönlich ins Haus kommt. Drei Versicherungen kommen in Frage:

Versicherungen © Gina Sanders, fotolia.com
Versicherungen © Gina Sanders, fotolia.com
  • Die Gebäudeversicherung tritt für Schäden am eigentlichen Gebäude ein. Deshalb ist der Hauseigentümer derjenige, der diese Versicherung abschließen muss. Eine Gebäudeversicherung ist Pflicht für jeden Hauseigentümer. Ein Vergleich lohnt aber, denn die versicherten Summen unterscheiden sich erheblich voneinander.
    Mit der Gebäudeversicherung sollten im Schadensfall auch alle Maßnahmen abgesprochen werden. Gelegentlich reguliert diese Versicherung alle Schäden und holt sich das Geld teilweise von den anderen Versicherungen zurück. Wichtig ist, nicht zu schnell aufzuräumen und zu sanieren – die Versicherung legt gelegentlich Wert darauf die Situation selbst in Augenschein zu nehmen.
  • Die Hausratversicherung deckt Schäden an Gegenständen, die im Haus aufbewahrt werden, aber nicht zum Gebäude gehören, also Möbel, jeglicher Hausrat und andere Dinge. Wände, Böden und Decken fallen dagegen in die Zuständigkeit der Wohngebäudeversicherung.
  • Die Haftpflichtversicherung tritt für Schäden ein, die anderen entstehen – etwa wenn durch eine angebohrte Wasserleitung Schäden in der Nachbarwohnung behoben werden müssen. Haftpflichtversicherungen übernehmen je nach Police auch Miet- oder Mietausfallkosten.

Spannend wird es, wenn nicht sachgerechte Montage von Wasserleitungen die Ursache für einen Defekt ist. Wurden die Wasserleitungen durch ein Installateurunternehmen verlegt, ist dieses der nächste Ansprechpartner – gewöhnlich sind die Betriebe ihrerseits versichert. Es gibt aber auch viele Konstellationen, bei denen es Streit geben kann: Wer haftet, wenn ein befreundeter Handwerker die Arbeiten als Freundschaftsdienst ausgeführt hat? Was ist, wenn man selbst saniert und der Nachbar den Schaden hat? Nicht in jedem Fall nutzt eine Rechtsschutzversicherung etwas. Am besten tritt ein solcher Schadensfall gar nicht erst ein.

Vorbeugung kann sich lohnen

Ohnehin stellt sich jeder, der einmal einen Wasserschaden hatte, die Frage, wie sich solche Katastrophen in Zukunft vermeiden lassen. Eine absolute Sicherheit kann es nicht geben, aber bestimmte Vorkehrungen sind möglich.

  • Erstens sollten keine Rohre ungedämmt durch Räume führen, in denen es Minusgrade geben kann. Ist das der Fall, ist eine Dämmung dieser Rohre zumeist der einfachste Weg.
  • Zweitens entstehen kleinere Schäden oft durch Sandkörner, Rostpartikel, Kalk und anderes, was sich in den Trinkwasserleitungen ablagert. Auch bei Arbeiten an der Hausinstallation, etwa beim Austausch von Armaturen, kann Schmutz ins Leitungsnetz gelangen. Empfohlen wird der Einbau eines Wasserfilters unmittelbar vor der Wasseruhr; dieser fängt zumindest von außen kommenden Schmutz ab. Es gibt verschiedene Varianten, zum Teil müssen sie regelmäßig gereinigt werden. Alle Filter mindern, und das ist auch ein Vorteil, den Kalkgehalt des Wassers.
  • Drittens kann, ebenfalls im Bereich der Hauseingangsinstallation, ein sogenannter Wasserwächter eingebaut werden. Der sperrt die Wasserzufuhr selbstständig ab, sollte übermäßig lange und übermäßig viel Wasser durch die Leitung fließen. Auch der Abfluss durch kleinere, unbemerkte Schäden kann von einigen Geräten erfasst werden. Manche haben auch eine sogenannte Urlaubsfunktion, die die Wasserzufuhr ebenfalls absperrt, wenn sie bei Abwesenheit der Bewohner einen Verbrauch feststellt.

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