Abflussprobleme

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Es gluckert im Abfluss – Verschiedene Ursachen – verschiedene Lösungen

Wenn der Abfluss gluckert oder unangenehme Gerüche abgibt, ist das lästig und auf die Dauer nicht zu akzeptieren. Es sind unterschiedliche Ursachen denkbar, demnach sehen auch die Lösungen unterschiedlich aus. Sie bedeuten auch unterschiedlich viel Aufwand – an irgendeinem Punkt kann es sinnvoll sein, einen Handwerker hinzu zu ziehen. Aber an einfacheren Lösungen kann man sich auch selbst versuchen.

Übrigens: Wenn ein Abfluss nur gluckert, ohne dass es riecht, dann kann dies ein Alarmsignal sein, auch wenn das Wasser gut abläuft. Denn das Gluckern kann von einer Engstelle in Form einer beginnenden Verstopfung kommen, die sich nach und nach zusetzt. Gut beraten ist, wer dies nicht auf die leichte Schulter nimmt, sondern vorbeugend aktiv wird. Bei einer Verstopfung gluckert der Abfluss, weil langsam abfließendes Wasser einen Überdruck unterhalb der Verstopfung erzeugt und immer wieder Luftblasen nach oben gedrückt werden.

Kennt kein Laie – die Entlüftung

Oft kommt bei diesen Problemen aber auch ein System ins Spiel, von dessen Existenz viele gar nichts wissen – die Entlüftung der Abwasserrohre. Dabei handelt es sich um ein leeres Rohr, mit dem das Abwassersystem nach draußen verbunden ist. Dort strömt Luft in das System, wenn so viel Abwasser fließt, dass dieses die Luft aus dem Haus in die Kanalisation drückt. Ohne diese Entlüftung wurde das Wasser aus den Siphons gezogen und Gerüche in die Wohnung gelangen.

Entlueftung über das Dach © WoGi, stock.adobe.com
Entlueftung über das Dach © WoGi, stock.adobe.com

In den seltensten Fällen liegt eine Verstopfung zwischen dem Becken und dem Siphon vor. Dann hilft zumeist eine Saugglocke oder Pömpel, um Unterdruck zu erzeugen und den Schmutz zu lösen. Ein bisschen hartnäckig muss man damit sein und es öfters probieren. Wenn das klappt, hat man Glück gehabt.

Verstopfung lösen mir einem Pömpel © RioPatuca Images, stock.adobe.com
Verstopfung lösen mir einem Pömpel © RioPatuca Images, stock.adobe.com
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Siphon reinigen

Siphon austauschen © maho, stock.adobe.com
Siphon abmachen und reinigen © maho, stock.adobe.com

Manchmal liegt es am Siphon. Weil das nicht viel Aufwand, probiert man zuerst, das Problem durch eine Reinigung des Siphons zu beheben. Dabei geht man folgendermaßen vor:

  1. Eimer unter den Siphon stellen, für den Notfall Wischlappen bereit legen.
  2. Lösen der Überwurfmuttern des Siphons am Waschbecken und an der Abwasserleitung. Vorsicht bei Verwendung einer großen Zange, die Muttern sind aus Kunststoff und können zerbrechen. Vor Einsatz einer großen Zange zunächst Versuch mit einem Lappen machen, der greift die Mutter auch besser als die bloße Hand. Bei Metallmuttern legt man auch einen Lappen zwischen Zange und Mutter, um das Metall nicht zu beschädigen.
  3. Siphon vorsichtig aus dem Becken und dem Ablauf ziehen und das Wasser darin in den Eimer kippen.
  4. Dichtungen entnehmen und durch neue ersetzen. Ist das nicht möglich, weil man keine neuen Dichtungen hat und keine besorgen kann, alte Dichtungen in Essigwasser von Kalkablagerungen befreien.
  5. Siphon von Schmutz befreien, je nach Bedarf mit Bürste oder Reiniger.
  6. Mit Spindel oder Bürste auch den Wandeinlauf noch reinigen, so weit möglich.
  7. Dichtungen einbauen und Siphon in den Ablauf und das Waschbecken schieben.
  8. Überwurfmuttern festziehen.
  9. Wasser laufen lassen, um Dichtigkeit zu prüfen. Es darf kein Tropfen herauslaufen.

Sollte der Siphon nicht das Problem sein, kann es eine Verstopfung im weiteren Verlauf des Abwassersystems geben. Auch das kann zu Geräuschen und Gestank führen. Ein Hinweis auf dieses Problem ist ein verzögerter Abfluss. Möglich ist aber auch ein Fehler im Entlüftungssystem. Man soll nun schrittweise so vorgehen, dass man mit möglichst wenig Aufwand dem Fehler auf die Spur kommt.

Zuerst die Hausmittel

Am einfachsten ist zunächst, es mit einem Abflussreiniger zu versuchen. Allerdings belasten chemische Reiniger die Umwelt. Außerdem können auch die Rohre angegriffen werden. Will man dies vermeiden, versucht man es zunächst mit Hausmitteln wie Backpulver, Essig oder Salz. Oft genug führt dies bereits zum Erfolg. Wenn nicht, kann man immer noch zur „chemischen Keule“ greifen.

Abflussreiniger verwenden © galaganov, stock.adobe.com
Abflussreiniger verwenden © galaganov, stock.adobe.com

Vogelnest in der Entlüftung?

Bleibt dies aber nutzlos, prüft man zunächst, ob das Entlüftungsrohr verstopft ist. Womöglich haben sich Vögel dort ein Nest gebaut, oder es ist Laub hineingeraten. Nach und nach setzt sich dann das ganze Rohr zu. Leider enden viele Entlüftungsrohre am oder auf dem Dach. Zu finden ist er zumeist über dem Bad im obersten Stockwerk oder an einer Außenwand in diesem Bereich. An der Notwendigkeit, sich einen Zugang verschaffen, kommt man nicht vorbei. Ein Sicherheitsrisiko sollte man dabei nicht eingehen – notfalls beauftragt man einen Dachdecker.

Ist das Entlüftungsrohr geprüft und gegebenenfalls gereinigt, kann es recht aufwändig sein, die Entlüftung wieder in Gang zu bringen. Vor weiteren Maßnahmen in dieser Richtung sollte man sicher sein, dass nicht doch eine Verstopfung vorliegt.

Verstopfung suchen und finden

Zunächst muss versucht werden, die Verstopfung zu lokalisieren. Zumeist ergibt sich aus der Anordnung von Wasserentnahmestellen und dem Abwasserrohr etwa im Keller, wo im Haus die Abwasserleitungen liegen. Dann probiert man alle Einleitungsstellen aus. Die Verstopfung befindet sich oberhalb der letzten Einlaufstelle, die noch einwandfrei funktioniert.

Um die Verstopfung zu lösen, versucht man, mit einer langen Spindel vom geeigneten Einlaufpunkt aus an die bestreffende Stelle zu kommen. Es gibt Spindeln, die sind zehn Meter lang. Sie werden auch unter der Bezeichnung Spirale angeboten und sind recht preiswert im Baumarkt zu haben. Auch dazu muss man meistens, wie oben beschrieben, einen Siphon abbauen. Falls vorhanden, kann man dazu auch eine Revisionsöffnung nutzen. Dann versucht man, die Verstopfung durch Stoßen und Drehen zu beseitigen. Ist das geschafft, sollte gut nachgespült werden.

Verstopfung suchen mit einer Spirale © RioPatuca Images, stock.adobe.com
Verstopfung suchen mit einer Spirale © RioPatuca Images, stock.adobe.com

Ein anderes Werkzeug, das eingesetzt werden kann, ist ein Hochdruckreiniger mit Rohrreinigungsschlauch. So etwas hat natürlich nicht jeder, aber es kann finanziell sinnvoll sein, ein solches Gerät zu mieten.

Der Extra-Trick: Manchmal hilft es auch, den Saugschlauch eines Staubsaugers in ein Abflussrohr zu stecken und den Dreck herauszusaugen. Das funktioniert, wenn überhaupt, aber nur am Wandeinlauf, also nach dem Siphon. Wenn viel Wasser im Rohr steht, kann dies freilich dazu führen, das Wasser angesaugt wird. Insofern ist Vorsicht geboten.

Entlüftung ertüchtigen

Wenn man sicher ist, dass es keine Verstopfung gibt, dann muss doch die Entlüftung das Problem sein. Zumeist muss man dann in den sauren Apfel beißen und einen mechanischen Rohrbelüfter einbauen. Diese bekommt man für deutlich unter 100 Euro – und wenn man ihn selbst einbaut, spart man die Kosten für den Handwerker. Das passiert an der höchsten Einleitungsstelle, gerne an einer Toilette, in folgenden Schritten:

  1. Toilette vom Spülkasten trennen (Überwurfmuttern lösen) und abbauen (Verschraubung von Boden oder Wand lösen)
  2. Toilette vom Abflussrohr abziehen und beiseite stellen.
  3. Abflussrohr aus der Wand ziehen und neues Abflussrohr einbauen, das einen zusätzlichen Stopfen hat.
  4. Auf den zweiten Stopfen einen Rohrbelüfter montieren, Abdichtung nicht vergessen.
  5. Toilette installieren.
  6. Spülkasten installieren.
  7. Das ist ziemlich viel Aufwand. Eine Alternative ist, im Siphon eine Rohrverlängerung mit Belüftung einzubauen. Beim Ein- und Ausbau des Siphons geht man vor wie oben beschrieben. Ob auf diese Weise ausreichend Luft in das System kommt, hängt aber von der Situation ab. Eventuell wird das Problem zwar nicht komplett gelöst, aber deutlich verringert.

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