Wasserdruck im Haus

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Kommt plötzlich oder dauerhaft nur ein dünnes Rinnsal aus der Dusche? Oder wird gleich das ganze Badezimmer nassgespritzt, wenn man den auch nur ein wenig öffnet? Dann stimmt in der Regel etwas mit dem Wasserdruck nicht, im ersten Fall ist er zu niedrig, im zweiten Fall zu hoch. Wie stellt man das fest, und was kann man unternehmen? Hier gibt es Antworten auf diese und andere wichtige Fragen.

Wasserdruck selbst bestimmen

Zunächst einmal gilt es festzustellen, ob der Wasserdruck überhaupt stimmt. Am besten schaut man im Keller in der Nähe der Wasseruhr. Dort ist oft ein Druckmesser angebracht, ein Manometer. Dieses sollte bei laufendem Wasser ein Druck von zwei bis sechs Bar anzeigen. Wird dieser Wert unterschritten, braucht das Haus eine Druckerhöhungsanlage, bei einer Überschreitung eine Druckminderungsanlage.

Wenn der Wasserdruck im Keller stimmt, aber trotzdem zu wenig Wasser aus der Armatur im Bad kommt, kann man dort ein Manometer anschließen. Das geht natürlich auch, wenn es im Keller gar kein Messgerät gibt. Brauchbare Geräte werden für weniger als 20 Euro verkauft – wenn es wirklich Probleme mit dem Wasserdruck gibt, lohnt sich die Investition. Zum Messen des Wasserdrucks muss der Hahn übrigens voll aufgedreht werden.

Manometer © Pawel Strykowski, stock.adobe.com
Mit einem Manometer wird der Wasserdruck gemessen © Pawel Strykowski, stock.adobe.com

Es werden gelegentlich andere Methoden empfohlen, den Wasserdruck zu bestimmen. Dauert es beispielsweise 25 Sekunden, aus dem vollen Hahn einen Zehn-Liter-Eimer zu füllen, liegt der Druck bei 5 Bar; dauert es 40 Sekunden, sind es etwa 3,5 Bar. Aber das sind ungenaue Werte, die nicht so viel nützen. Wem die Werte wichtig sind, der sollte sich das Manometer leisten. Wer wissen möchte, mit welchen Werten der Wasserversorger planmäßig rechnet, der fragt bei dem jeweiligen Unternehmen nach.

Veränderungen im Versorgungsnetz

Gibt es Veränderungen beim Wasserdruck, ohne dass eine Ursache unmittelbar erkennbar ist, ruft man zunächst beim Versorgungsunternehmen an. Gelegentlich werden Wasserleitungsnetze umgebaut, zum Beispiel an einen anderen Hochbehälter angeschlossen, und dann ändert sich der Druck dauerhaft. Oder es kommt zu einer vorübergehenden Änderung, weil das Rohrnetz gespült wird oder andere Arbeiten vorgenommen werden. Vorübergehende Änderungen wartet man einfach ab, bei dauerhaften Veränderungen ist zu prüfen, ob eine Druckerhöhung oder eine Druckminderung eingebaut werden muss.

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Gefahr im Verzug – Wasserrohrbruch

Lässt der Wasserdruck nicht allmählich nach, sondern plötzlich, dann ist zu befürchten, dass eine Leitung undicht ist. Am besten kontaktiert man das Versorgungsunternehmen, das schnell feststellen kann, ob das Problem im öffentlichen Netz entstanden ist oder im Haus. Gleichzeitig schaut man überall, wo man die Rohre und Wände sehen kann, ob Wasser austritt. Ist der Schaden in einer Wand entstanden, wird diese irgendwann feucht. Leider dauert es eine Weile, bis das sichtbar wird.

Ist der Wasserrohrbruch außerhalb des Hauses entstanden, kann man nicht viel mehr machen als abzuwarten, bis das Versorgungsunternehmen reagiert. Ist der Schaden im Haus, muss das Wasser abgestellt werden. Dann legt man die Leitung an der betreffenden Stelle frei, repariert sie und verschließt die Wand. Eine aufwändige Angelegenheit – du teuer, wenn man dies durch eine Fachfirma erledigen lässt.

Wasserrohrbruch © RRF, stock.adobe.com
Ein Wasserrohrbuch kann auch zu sinkendem Wasserdruck führen © RRF, stock.adobe.com

Verkalkte Wasserleitungen – etwas für Profis

Gelegentlich ist zu lesen, verkalkte Wasserleitungen im Haus müssten ausgetauscht werden. Das ist eine Horrorvorstellung. Wände aufreißen, alte Leitungen demontieren, neue einbauen – das ist viel Arbeit. Denn die Wände müssen ja wieder am alten Zustand hergestellt werden. Oft genug bedeutet das, Fliesen neu zu verlegen. Das sollte man sich nur antun, wenn es weitere gute Gründe gibt – zum Beispiel wenn die gesundheitsschädlichen Bleirohre noch in der Wand liegen.

Nein, es gibt andere Wege. Allerdings kann dies nur ein Fachunternehmen machen. Die Handwerker verschaffen sich Zugang zu den Leitungen und schicken bestimmte Reinigungsflüssigkeiten durch die Leitung. Dabei gibt es enorme Fehlerquellen – die Dosierung des Mittels zum Beispiel kann zu hoch oder zu niedrig sein, so dass entweder die Rohre beschädigt werden oder die ganze Aktion keine Wirkung hat. Außerdem braucht man Spezialwerkzeuge, um Wasserinstallationen vorzunehmen – wer das nicht immer wieder einmal macht, der sollte einen Handwerksbetrieb beauftragen.

Andere Ursachen

Ein Wasserrohrbruch oder verkalkte Leitungen sind sich gravierende Ursachen vor allem für einen zu niedrigen Wasserdruck. Es gibt einige andere Gründe, die sich leicht prüfen lassen. So ist es wichtig, dass ein eventuell vorhandener Druckminderer richtig eingestellt ist. Auch sollten alle Absperrhähne voll geöffnet und richtig funktionsfähig sein. In vielen Häusern sind auch in der Nähe des Hauptwasserzählers Filter eingebaut. Diese dürfen natürlich weder verschmutzt noch defekt sein.

Und dann sind da noch die Armaturen selbst. Verkalkungen und Schmutz finden sich in Duschköpfen und Wasserhähnen. Diese sind eigentlich die häufigste Ursache für allmählich nachlassenden Wasserdruck. Die gute Nachricht ist, dass man die notwendige Reinigung selbst ausführen kann. Wie es geht, können Sie im Artikel Wasserhahn und Armaturen entkalken nachlesen.

Verkalkter Wasserhahn © Angela Shirinov, stock.adobe.com
Die Armaturen müssen in Ordnung sein – Kalkablagerungen behindern den Wasserfluss © Angela Shirinov, stock.adobe.com

Risiko zu hoher Wasserdruck

Unterschätzen sollte man das Risiko nicht, das mit zu hohem Wasserdruck verbunden ist. Dies kann alle möglichen Geräte schädigen, die direkt an die Wasserversorgung angeschlossen sind. Verdacht auf überhöhten Druck besteht, wenn das Wasser sehr stark aus dem Hahn spritzt. Dann sollte man messen und, wenn nötig, einen Druckminderer einbauen.

Ein absoluter Fall für den Fachmann ist es, wenn speziell und nur das warme Wasser mit zu wenig Druck aus der Leitung kommt. Der Heimwerker kann Mischbatterien reinigen und Absperrhähnen überprüfen. Gibt es Probleme in der Heißwasserbereitung, muss der Installateur kommen – egal, ob das Heißwasser in der Heizungsanlage, mit Boilern oder mit Durchlauferhitzern erzeugt wird.

Wann ist der Vermieter zuständig?

In Sachen Wasserduck kann es übrigens von Vorteil sein, in einer Mietwohnung zu wohnen. Ist die Ursache in der Wohnung zu finden, muss der Mieter die Ursache beseitigen. Das betrifft zum Beispiel verkalkte Duschköpfe. Liegt die Ursache für zu hohen oder zu niedrigen Wasserdruck aber außerhalb der Wohnung, dann muss der Vermieter sich darum kümmern.

Und wenn er das nicht tut? Ist in einer Mietwohnung der Wasserdruck so schwach, dass man zum Kochen und Waschen kaum genug Wasser entnehmen kann, rechtfertigt dies eine Mietminderung. Fünf Prozent gelten als angemessen – dabei geht es natürlich nicht darum, dieses Geld zu sparen, sondern Druck auf den Vermieter auszuüben. Ist der Wasserdruck so schwach, dass sogar die Toilettenspülung nicht funktioniert, ist auch eine Mietminderung von 15 Prozent drin.

Aber man kann die Mietzahlungen nicht einfach so kürzen. Notwendig ist immer, den Vermieter zu informieren und eine angemessene Frist zur Beseitigung des Mangels zu setzen. Besser aber ist es, sich mit dem Vermieter friedlich zu einigen.

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