Bodengleiche Dusche: Fehler vermeiden

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Bodengleiche Dusche – sieben Fehler bei Planung und Einbau

Eine bodengleiche Dusche ist eine prima Sache. Man hat mehr Platz im Bad und gelangt einfacher, sogar barrierefrei unter die Dusche. So eine Dusche ist einfacher zu reinigen und tut dem Bad zumeist auch optisch gut. In Neubauten ist sie daher Standard. In vielen Altenbauten kann man eine bodengleiche Dusche noch nachträglich einbauen.

Aber das ist nichts für Anfänger. Das Badezimmer ist bei einer Haussanierung oft der anspruchsvollste Teil. Auch geübte Heimwerker müssen aufpassen, wollen sie sich an dieses Projekt selbst wagen. Es gibt allerlei zu berücksichtigen, in der Planung und bei der Umsetzung. Hier kommen die häufigsten Fehler, die dabei passieren.

Bodengleiche Dusche © by-studio, stock.adobe.com
Eine bodengleiche Dusche lässt den Raum größer erscheinen © by-studio, stock.adobe.com
  1. Die Aufbauhöhe ist zu gering
    Das Wasser aus der Dusche muss ablaufen, da führt schon einmal kein Weg daran vorbei. Und weil Wasser nun einmal nach unten fließt, muss Platz genug sein für den Abfluss. In der Regel führt dies dazu, dass bei Betondecken ein Teil des Estrichs heraus gestemmt werden muss. Da muss vorher unbedingt ein Statiker gefragt werden. Bei Holzbalkendecken wiederum muss der Ablauf parallel zu den Deckenbalken verlaufen. In beiden Fällen handelt es sich letztlich um einen Eingriff in die Bausubstanz – da muss auf jeden Fall der Hauseigentümer sein Einverständnis geben. In manchen Fällen – es kommt aber auf die örtlichen Verhältnisse an – kann man das Problem mit einer speziellen Pumpe lösen. Dies erhöht allerdings die Investitions- wie die Betriebskosten.
  2. Wasser tritt aus
    Dichtigkeit ist oberstes Gebot bei allen Installationen im Bad. Dringt Feuchtigkeit in die Bausubstanz ein, entstehen Schäden in mindestens vier-, gelegentlich auch fünfstelliger Höhe. Deshalb muss erstens der Einbauraum unter der Dusche gut abgedichtet werden, dafür gibt es flüssige Folien und spezielle Manschetten für Ecken und Einläufe. Wichtig ist dabei, im System zu bleiben, das heißt bei einem Hersteller, so dass alle Komponenten auch wirklich zueinander passen. Zweitens geht es darum, alle verbauten Rohranschlüsse absolut zuverlässig abzudichten. Auch dabei ist Sorgfalt in der Verarbeitung allererste Pflicht. Wer sich das nicht zutraut, sollte einen Fachmann beauftragen. Beim Ablauf sollte man die Dichtigkeit schon während des Einbaus mit etwas Wasser überprüfen.
  3. Zu wenig Gefälle
    Mit dem Thema Aufbauhöhe hängt auch die Frage des Gefälles des Abflussrohres zusammen. Auf jeden Fall ist es notwendig, dass das Rohr zwischen Ablauf und Fallrohr ein Gefälle von einem Prozent hat, zwei Prozent sind besser. Liegt das Rohr flacher, fließt möglicherweise noch das Wasser ab, spült aber Schmutzpartikel nicht mehr zuverlässig weg. Auf die Dauer führt dies zu Verstopfungen.
  4. Zu viele Fugen
    Fugen sind ziemlich unmodern geworden. Man hat großformatige Fliesen oder überhaupt keine. Für die meisten ist das eine Frage der Optik, aber es gibt im Sanitärbereich noch mehr Gründe, möglichst wenige Fugen einzubauen. Jede Fuge ist eine potenzielle Schwachstelle, wo Wasser eindringen kann. Und jede Fuge ist eine Stelle, die gerne Schimmel ansetzt. Außerdem verfärben sie sich im Laufe der Zeit.
  5. Tipp: Günstigste Sanitär-Fachbetriebe finden, Angebote vergleichen und sparen.
    Schimmel in den Fugen zwischen den Fliesen © Animaflora PicsStock, stock.adobe.com
    Fugen neigen dazu, unansehnlich zu werden. Je weniger es gibt, umso besser © Animaflora PicsStock, stock.adobe.com
  6. Zu kleiner Ablauf
    Jedes Gefäß, in das mehr Wasser läuft, als gleichzeitig wieder heraus kann, läuft irgendwann über. Was heißt das für die bodengleiche Dusche? Oben aus der Armatur darf nicht mehr Wasser laufen, als gleichzeitig im Ablauf verschwindet. Aus einer großen Kopfbrause zum Beispiel können je Minute 40 bis 50 Liter kommen. Ein Siphonrohr mit vier Zentimetern Durchmesser aber schafft nur 36 Liter. Da bleiben in fünf Minuten bis zu 70 Liter Wasser übrig. Am besten plant man einen vergleichsweise großen Ablauf, dann hat man alle Möglichkeiten bei der Auswahl der Armatur. Es ist keine Option zu sagen, man muss die Armatur ja nicht voll aufdrehen. Irgendwann macht dies irgendwer doch.
  7. Wasserablauf in einer Dusche © brilliant-eye, stock.adobe.com
    Der Wasserablauf muss groß genug sein, um alles Wasser aufzunehmen. Sonst drohen Überschwemmungen © brilliant-eye, stock.adobe.com
  8. 6. Die Schwelle vergessen
    Ganz ausschließen kann man eine Verstopfung im Abflussrohr nie. Es ist durchaus schon vorgekommen, dass unbemerkt Wasser aus der Armatur floss und gleichzeitig ein Waschlappen auf dem Boden den Abfluss verstopfte. Dann hat man schnell Hochwasser im Badezimmer. Deshalb sollte es eine Schwelle von etwa einem Zentimeter geben, entweder am Rand der Dusche oder an der Tür. Das ist auch für den Rollstuhlfahrer keine unüberwindliche Hürde. Die Schwelle verhindert, dass das Wasser in einem solchen Fall gleich in die Nachbarräume läuft. Wo eventuell empfindlichere Böden liegen und wo der Untergrund nicht abgedichtet ist. Wobei eine Schwelle ein solches Desaster nicht verhindert – aber verzögert.
  9. In falscher Reihenfolge gefliest
    Das ist jetzt nicht mehr als ein Schönheitsfehler, aber auch den kann man vermeiden. Gerade in Altbauten sind die Wände oft nicht ganz gerade, und auch in Neubauten kann es Unregelmäßigkeiten geben, weil nicht ganz perfekt verputzt wurde. Dann müssen eventuell Bodenfliesen zugeschnitten werden, und zwar unterschiedlich. Das kann am Rand ein unschönes Bild ergeben. Fliest man zuerst den Boden und dann die Wände, dann kann man mit der untersten Fliesenreihe an der Wand den Rand der Bodenfliesen überdecken und das Problem mindern. Der Nachteil ist allerdings, dass man abwarten muss, bis der Fliesenkleber am Boden abgebunden hat, bevor man mit dem Boden beginnt.
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