Wasserleitungen

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Wasserleitungen Fachwissen: Material, Durchmesser und Stärke von Wasserleitungen

Wasserarmatur am Waschbecken © contrastwerkstatt, stock.adobe.com
Klares, trinkbares Wasser soll aus der Armatur kommen. Voraussetzung ist die Wahl der richtigen Wasserrohre © contrastwerkstatt, stock.adobe.com

Wasserleitungen braucht jedes Haus. Aber Leitung ist nicht gleich Leitung, vor allem die Materialien unterscheiden sich. Jede Sorte hat Vor- und Nachteile. Hier steht alles, was vor allem der Selbermacher wissen muss.

Wasserrohe: Welche Materialien gibt es?
Wasserrohe: Welche Materialien gibt es?

Kupfer – traditionelle Standardlösung

Weit verbreitet sind Wasserleitungen aus Kupfer. Für Kupfer spricht, dass es langlebig und robust ist. Ein Problem ist, dass die Verarbeitung nicht so einfach ist. Traditionell werden Kupferrohre gelötet, was aber handwerkliche Erfahrung erfordert. Schneller geht es, die Verbindungen mit sogenannten Pressfittingen herzustellen, was aber spezielles Werkzeug erfordert. Ist ein Werkzeugverleih in der Nähe, kann man sich diese Anschaffung womöglich sparen.

So entsteht ein Pressfitting
So entsteht ein Pressfitting

In einem Punkt ist bei Kupferrohren jedoch Vorsicht geboten. Saures Wasser mit einem pH-Wert von unter 7,4 kann dazu führen, dass sich Kuper aus den Rohren löst und in gesundheitsschädlichen Mengen in den Körper gelangt. Ein pH-Wert oberhalb von 7,0 ist vertretbar, wenn gleichzeitig der TOC-Wert weniger als 1,5 Milligramm pro Liter beträgt. Dabei geht es um organischen Kohlenstoff. Die entsprechenden Werte kann man beim zuständigen Wasserversorgungsunternehmen erfragen, oft sind das die Stadtwerke der Kommunen.

Wasserrohr aus Kupfer © Shestakoff , stock.adobe.com
Kupfer ist nicht immer die beste Lösung © Shestakoff , stock.adobe.com

Werden die Grenzwerte nicht überschritten, kann man Kupferrohre bedenkenlos einbauen, zumal sich auch noch eine schützende Oxidschicht an der Innenseite der Rohre bildet. Werden die Grenzwerte überschritten, kann man auf Kupferrohre ausweichen, deren Innenseite mit Zinn beschichtet ist. Auf diese Weise wird ebenfalls verhindert, dass Kuper ins Wasser gelangt.

Robust, aber teuer: Edelstahl

Noch haltbarer und robuster als Kupferrohre sind Wasserleitungen aus Edelstahl. Sie werden vor allem eingesetzt, wenn es um Hygiene geht; Gesundheitsrisiken kann man völlig ausschließen. Im Unterschied zum Kupferrohr spielt auch der Härtegrad des Wassers keine Rolle. In Edelstahlrohren bildet sich sofort nach der Inbetriebnahme der Leitung eine Oxidschicht, die die Rohre vor Korrosion schützt und die sich auch bei Beschädigungen gleich wieder bildet.

Edelstahlrohre werden ebenfalls fast ausschließlich unter Verwendung von Pressfittingen verlegt. Sie sind aber nicht ganz so einfach zu verarbeiten wie die weicheren Kupferrohre. Gegen Edelstahl spricht außerdem der Preis – zum Kostenvergleich später noch mehr.

Wasserrohre aus Stahl ©  artfocus , stock.adobe.com
Stahlrohre sind jedenfalls die solideste Lösung © artfocus , stock.adobe.com

Angeboten werden gelegentlich schmelztauchverzinkte Stahlrohre, die aber dem Edelstahl keineswegs gleichwertig sind. Zwar sind auch diese Rohre sehr widerstandsfähig, bieten an den Schnittstellen keinen Schutz vor Rost. Hinter Kupferrohren dürfen sie nie eingebaut werden, denn kupferhaltiges Wasser löst Korrosionsschäden aus. Auch der Zinküberzug kann gesundheitsschädlich sein – am besten lässt man von diesem Material die Finger weg. Erlaubt ist es ohnehin nur noch für Kaltwasserleitungen.

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Kunststoff hat nicht nur Vorteile

Wenn es um die Kosten geht, das kann aber schon einmal vorweggenommen werden, ist Kunststoff erste Wahl. Diese Rohre sind nicht ganz so langlebig wie Metall, aber ins Gewicht fallen dürfte dieser Unterschied nicht wirklich. In Wirklichkeit handelt es sich heute übrigens meistens um ein Verbundmaterial – die äußere Schicht ist aus Polyethylen (PE), die mittlere Schicht aus Aluminium, die innere wiederum aus PE. Ein Vorteil ist, dass es an den glatten PE-Eberflächen kaum zu Kalkablagerungen kommen kann.

Kunststoffleitungen werden übrigens ebenfalls mit Pressfittingen verlegt – wenn man sich eine dafür vorgesehene Spezialzange besorgt, ist das kein Problem und geht leichter als mit den Metallrohren. Achten sollte man darauf, dass es verschiedene Kunststoffe gibt aus denen Wasserleitungen hergestellt werden. Manche sind nur für Kalt-, andere nur für Warmwasser geeignet, manche können in der Erde verlegt werden, manche nicht.

Da Kunststoffrohre leicht sind, leicht zu verbiegen und flexibel, lassen sie sich zum Beispiel in Vorwandkonstruktionen leicht verlegen. Die Flexibilität hat aber auch Nachteile – sie macht es notwendig, dass mehr Befestigungspunkte eingebaut werden als beim Metallrohr. Die geringere Stabilität setzt auch einer Verwendung von Kunststoffrohren als Steigleitung gewisse Grenzen.

WC Vorwandelement © Matthias Buehner, stock.adobe.com
In solchen Vorwandinstallationen werden gerne Kunststoffrohre verlegt © Matthias Buehner, stock.adobe.com

Klar machen soll man sich auch, dass Kunststoff sich stärker unter Wärmeeinfluss ausdehnt, dass es unter Einfluss von UV-Licht oder niedrigen Temperaturen mit der Zeit spröde wird, und dass es auch mechanischen Einwirkungen gegenüber empfindlicher ist. Als Nachteil kann man außerdem ein schätzen, dass Kunststoffrohre erst seit den 1990er Jahren verbaut werden – es gibt keine Langzeiterfahrungen.

In der jüngeren Vergangenheit ist außerdem das Thema Mikroplastik immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Nach Auskunft des Umweltbundesamt ist die Konzentration von Stoffen, die sich aus den Kunststoffrohren lösen können, zwar unbedenklich. Aber die Stoffe gibt es – und was heute als unproblematisch gilt, kann bald schon ganz anders eingeschätzt werden. Und bei solchen Angaben ist immer unberücksichtigt, dass sich Schadstoffe ja aus unterschiedlichen Quellen im Körper ansammeln und summieren können.

Schließlich ist gelegentlich noch von geschmacklichen Beeinträchtigungen des Wassers durch Kunststoffrohre die Rede. Dies hat zumeist mit Problemen bei der Herstellung zu tun. Manchmal hilft eine Spülung der Leitung mit Wasser, das mindestens 70 Grad heiß ist. Wenn nicht, müssen die Rohre ausgetauscht werden.

Kostenvergleich – nicht nur das Material entscheidet

Beim Kostenvergleich fällt der erste Blick auf das Material. Und bei diesem Punkt ist die Kunststoffleitung klarer Sieger. 3,50 Euro muss man pro Meter rechnen, beim Kupferrohr sind es 6 Euro, beim Edelstahlrohr 9 Euro. Da kommt bei der Wasserinstallation für ein ganzes Haus schon ein deutlicher Unterschied zu Stande. Wenn man einen Handwerker beauftragt, kommen noch die Arbeitskosten hinzu, und die fallen stärker ins Gewicht. Beziffern kann man das kaum, denn es kommt sehr auf die örtlichen Verhältnisse an. Kunststoffrohre sind jedenfalls einfacher und dafür preiswerter zu verlegen, zwischen Kupfer und Edelstahl gibt es in diesem Punkt keine nennenswerten Unterschiede.

Wasserohre Materialien: Kosten im Vergleich
Wasserohre Materialien: Kosten im Vergleich

Und die Ökologie?

Wer ein Herz für ökologische Themen hat, der wird sich tendenziell eher für Leitungen aus Metall entscheiden. Denn dieses kann eingeschmolzen und wiederverwendet werden – im Gegensatz natürlich zu den Kunststoffleitungen. Dabei ist das Recycling von Edelstahl noch länger schon gang und gäbe als die Wiederverwendung von Kupfer. Natürlich weiß man nicht, wie sich die Recyclingtechnik entwickelt hat, bis das jetzt eingebaute Rohr einmal zur Entsorgung ansteht. Aus heutiger Sicht ist Leitungen aus Metall unter diesem Aspekt aber der Vorzug zu geben. Das Thema Mikrosplastik wurde ja schon angesprochen

Alte Kupferrohre © Fotolyse, stock.adobe.com
Alte Kupferrohre sind zum Zwecke des Recyclings ein gesuchtes Material © Fotolyse, stock.adobe.com

Geht gar nicht mehr: Wasserleitungen aus Blei

Seit 1973 dürfen in Deutschland keine Wasserleitungen aus Blei mehr verbaut werden, in Österreich seit 1983 nicht mehr. Denn wenn Blei von den Rohren ins Trinkwasser und damit in den menschlichen Körper gerät, kann dies zu Gesundheitsschäden führen. Deshalb gibt es einen gesetzlichen Grenzwert von 10 Mikrogramm je Liter. Der ist mit Bleirohren nach Einschätzung des Umweltbundesamtes nicht einzuhalten.

Und so gibt es zwar keine Pflicht für Hausherren, Bleirohre auszutauschen, aber der Grenzwert muss eingehalten werden. Jedem Sanierer ist daher dringend anzuraten, neue Rohre einzubauen. Eine Sofortlösung bieten Wasserfilter mit Aktivkohle, die hinter jeder Armatur anzubringen sind, aus der Wasser zum Verzehr entnommen wird. Aber dies kann eigentlich nicht mehr als eine Notlösung für eine Übergangszeit sein.

Altbau: Bleirohre müssen entfernt werden
Altbau: Bleirohre müssen entfernt werden

Wie stark soll die Leitung sein?

Die Stärke von Trinkwasserleitungen ergibt sich aus der sogenannten Nennweite, abgekürzt DN. Leider ist es nicht einfach so, dass eine Leitung, die mit DN 50 gekennzeichnet ist, einen Durchmesser von 50 Millimetern hat, weder innen noch außen. DN 50 bedeutet vielmehr einen Außendurchmesser von 60,3 mm, bei der gängigen Rohrwandstärke von 3,65 Millimetern ergibt sich ein Innendurchmesser von 53 Millimetern (die Rohrwandstärke fällt bei jedem Schnitt durch das Rohr doppelt an).

Rohrstärke: So wird gemessen
Rohrstärke: So wird gemessen

Beim Gang zum Baumarkt oder Fachhandel sind nicht die Außendurchmesser wichtig, denn angeboten und verkauft wird nach Nennweiten. Welche Leitungsstärken braucht man nun? Der professionelle Installateur kann komplizierte Berechnungen anstellen, in die die Leitungslängen, die Art der Verbrauchsstellen und anderes eingehen.

Der Selbermacher hat es aber mit komplizierten Anlagen in Mehrfamilienhäusern nicht zu tun, sondern kann auf einfachere Faustregeln zurückgreifen. Um eine Wohnung zu versorgen, installiert er für Kaltwasser Rohre der Größe DN 16, für Warmwasser DN 13. Geht es um zwei Wohnungen, werden Leitungen der Größe DN 20 und DN 16 verbaut. Sollen drei oder vier Wohnungen angeschlossen werden, sind Rohre DN 20 für Warmwasser und DN 25 für Kaltwasser notwendig.

Rohrstärke: Faustformel vom Fachmann
Rohrstärke: Faustformel vom Fachmann

Und wie sind die Rohre gekennzeichnet?

Vor allem bei Sanierungs- und Umbauprojekten tritt immer wieder der Fall auf, dass man es mit vorhandenen Leitungen zu tun bekommt, die gelegentlich auch weiter verwendet werden sollen. Aber um welcher Leitungen handelt es sich? Früher stand ein „KW“ für Kaltwasser, in „WW“ für Warmwasser am Rohr. Das war leicht zu merken.

Heute findet man die Buchstaben PWC für „Potable Water Cold“, also kaltes Trinkwasser, farblich grün oder blau gekennzeichnet. PWH steht für „Potable Water Hot“, also warmes Trinkwasser, mit den Farben Rot oder Grün. Nach der geltenden Norm werden Trinkwasserleitungen grün mit weißer Beschriftung gekennzeichnet, andere Farben befinden sich an Armaturen und Geräten.

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