Armaturen: Arten und Funktionen

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Vielfalt ist Programm: Badezimmerarmaturen – nicht nur Geschmacksache

Wie heiß kommt das Wasser aus der Leitung – das stellt der Benutzer von Waschbecken, Dusche und Badewanne an der Armatur ein. Schon weil sie technisch so wichtig sind, verdienen die Armaturen bei der Badplanung und –sanierung viel Aufmerksamkeit. Die Auswahl ist nicht einfach, denn es gibt funktionale Unterschiede und viele unterschiedliche Designs. Mehr als früher werden sie als gestalterische Elemente eingesetzt. Die Auswahl fällt also wirklich schwer.

Aufputz- oder Unterputzarmatur?

Diese Frage stellt sich eigentlich nur bei einer groß angelegten Sanierung des Bades oder bei einem Neubau des Hauses. Bei der Unterputzarmatur verschwindet die gesamte Technik zum Mischen des Wassers in der Wand, mehr als der Auslauf und die beiden Regler sind nicht zu erkennen. Für die Unterputzarmatur spricht, dass sie platzsparend ist und zumeist auch eleganter aussieht.

Wasserhahn Armatur unterputz © Tilo Grellmann, fotolia.com
Moderne Armatur Unterputz © Tilo Grellmann, fotolia.com

Aber gebraucht wird der Platz, wo sich die Mischbatterie befindet. Zumeist gibt es in Badezimmern so genannte Vorwände, in die Rohrleistungen, Spülkästen von Toiletten und anderes eingebaut werden. In dem Hohlraum hinter der Wand findet auch eine Unterputzarmatur Platz. Gibt es keine Vorwand, muss aus dem eigentlichen Mauerwerk ein größeres Stück herausgebrochen werden – das ist nicht immer möglich, aber immer eine Menge Aufwand.

Aufputz und Unterputzarmaturen
Aufputz und Unterputzarmaturen

In solchen Fällen muss es daher bei der Aufputzarmatur bleiben. Das muss ästhetisch kein Problem sein, es gibt eine Vielzahl von Modellen für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Der Abstand zwischen den Rohren, die aus der Wand kommen, ist übrigens genormt, so dass man diese Armaturen problemlos austauschen kann. Dass dies im Falle technischer Defekte bei der Aufputzinstallation erheblich leichter ist, liegt auf der Hand.

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Ein Regler oder zwei?

Jeder weiß, wie eine Mischbatterie, auch Zweigriffarmatur genannt, funktioniert: Man dreht das kalte Wasser auf und mischt nach und nach immer mehr heißes Wasser dazu, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Anders herum machen sollte man dies nicht, viel zu schnell verbrennt man sich die Finger. Der Nachteil des Systems ist auf jeden Fall, dass eine Menge Wasser weggeflossen ist, bis die richtige Temperatur erreicht ist. Das geht beim so genannten Einhebelmischer schneller. Wassermenge und Temperatur werden mit einem Griff geregelt.

Reperaturen am Wasserhahn © RioPatuca Images, fotolia.com
Einhebelmischer Armatur © RioPatuca Images, fotolia.com

Jeder, für den Wassersparen ein wichtiges Thema ist, entscheidet sich für diese Variante. Für den Waschtisch ist heute der Einhebelmischer die Standardlösung. Der Zweihebelmischer dominiert dagegen vor allem bei denen, die eine nostalgische Komponente im Bad haben möchten. Vor allem mit den klassischen Kreuzgriffen sieht das perfekt aus. Übrigens: Auch für Bidets gibt es die bisher und im Folgenden beschriebenen Varianten, wenn es um Armaturen geht.

Badarmatur: Ein Regler oder zwei?
Badarmatur: Ein Regler oder zwei?

Thermostatventile bieten Sicherheit

Besonders komfortabel sind die Thermostatventile – Wassermenge und Temperatur sind voreingestellt. Das spart Wasser und Energie, ist aber etwas unflexibler. Erhältlich sind auch Thermostate mit einer auf 38 Grad eingestellten Heißwassersperre – so wird ein sicherer Schutz vor Verbrühen erreicht. Das ist eine wichtige Überlegung zum Beispiel mit Kindern im Haushalt. Eine Thermostatarmatur hält die Wassertemperatur auch dauerhaft konstant – komfortabel ist das natürlich in der Dusche.

Gerne eingebaut werden Thermostatarmaturen heute auch in Arztpraxen oder Krankenhäusern, während sie im Privatbereich noch nicht die Verbreitung haben, die man sich aus Gründen der Ressourcenschonung und der Sicherheit wünschen könnte. Es gibt übrigens auch so genannte Sicherheitsarmaturen, die immer zuerst kaltes Wasser liefern, auf welcher Position der Einhandregler auch immer stehen mag.

Armatur mit einstellbarer Temperatur © bluedesign, fotolia.com
Armatur mit einstellbarer Temperatur © bluedesign, fotolia.com

Komfortabel: Die elektronische Steuerung

Die höchste Stufe des Komforts schließlich sind Armaturen mit elektronischer Steuerung. Hier ersetzt die Fernbedienung oder ein Touchscreen die herkömmlichen Regler. Wobei auf diesem Wege nicht nur Wassermenge und Temperatur eingestellt werden, bei Duschen können damit auch, sofern vorhanden, die verschiedenen Brausen angesteuert werden. Manche Fernbedienungen regeln gleichzeitig auch das Licht im Raum und sind Bedienelement für den MP3-Player. Möglich sind auch individuelle Voreinstellungen für einzelne Familienmitglieder.

Unter dem Gesichtspunkt des Wasser- und Energieverbrauchs können, je nach Anwendungsort, auch hydraulisch gesteuerte Armaturen sinnvoll sein. Selbstschluss-Ventile, -Mischer und –Thermostate schließen die Wasserzufuhr nach einer festgesetzten Zeit ab. Für die meisten Privathaushalte ist das nicht das Richtige, für Sanitärbereiche im öffentlichen Raum dagegen oft eine gute Lösung.

Ein-, Zwei-, Drei- oder Vierlocharmatur

Das ist eine Unterscheidung, die sich aus anderen Merkmalen ergibt. Wie der Name schon sagt, geht es darum, wie viele Durchlässe durch die Wand es gibt. Die Einlocharmatur geht praktisch nur in Form eines Einhebelmischers, der in einem Stück mit dem Wasserrohr etwa auf den Waschtisch gesetzt wird. Bei der Zweilocharmatur handelt es sich klassisch um eine Zweihandarmatur, bei der die Wassermenge mit zwei Reglern direkt an der Heiß- und Kaltwasserleitung dosiert wird. Die Dreilocharmatur ist zumeist eine Unterputzinstallation mit zwei getrennten Reglern und einem Ausflussrohr. Das klassisch-schicke Badezimmer ist das richtige Zuhause für diese Variante. Bei der Vierlocharmatur kommt dazu noch der Griff für den Auslassverschluss.

Wie kommt das Wasser in die Wanne

Bei den Armaturen für die Badewanne gibt es praktisch die gleiche Vielfalt wie bei den Waschtischarmaturen. Ein- oder Zweihandregler, Auf- oder Unterputzarmaturen, kombiniert mit Thermostat oder nicht, Zwei-, Drei- und Vierlocharmatur, alles ist zu haben. Zumeist haben Wannenarmaturen noch einen zusätzlichen Anschluss für eine Handbrause.

Badezimmer im Dachgeschoß © mariesacha, fotolia.com
Badewanne mit Einhandregler © mariesacha, fotolia.com

Es gibt auch frei stehende Armaturen, die neben der Wanne auf dem Boden installiert werden, die aber nur bei frei stehenden Wannen Sinn haben. Wer darauf steht, muss dies wegen der Leitungen schon bei der Planung berücksichtigen. Angeboten werden außerdem Armaturen, die nicht an der Wand, sondern auf dem Wannenrand installiert werden. Auch diese Speziallösung verlangt rechtzeitige Planung. Wenn die Raumsituation besonders beengt ist, kann eine Badarmatur für die vertikale Montage das Richtige sein.

Badewanne freistehend © ALDECAstudio, fotolia.com
Badewanne freistehend mit Armaturen am Wannenrand © ALDECAstudio, fotolia.com

Eine schicke Lösung sind so genannte Wasserfallarmaturen. Das ist aber noch nicht die originellste Variante. Es gibt auch Systeme, die das Wasser durch den Überlauf oder gar durch den Ablauf in die Wanne fließen lassen. Eine herkömmliche Armatur mit Auslauf gibt es dann nicht mehr.

Welcher Duschtyp sind Sie?

Bei den Duscharmaturen kommt ein Faktor ins Spiel, der bei den Waschtischarmaturen zum Beispiel keine Rolle spielt: Wie möchte man das Wasser haben, das von oben kommt? Eher gebündelt und kräftig, bis hin zum Massagestrahl, oder doch eher mild wie ein warmer Landregen. Am besten wählt man eine Armatur, die alles zulässt. Wobei besondere Spezialitäten wie etwa Seitenbrausen nicht in jede Dusche passen – hier muss mit Bedacht ausgewählt werden.

Zu den jüngeren Entwicklungen gehören Duschpaneele. Optische bewegen sie sich zwischen Brett und Säule, die an die Wand der Dusche montiert werden. Am oberen Ende befindet sich eine Art Ausleger mit dem Duschkopf, gerne großformatig, um regenartiges Duschen zu ermöglichen. An dem senkrechten Bauteil befinden sich die Regler, gegebenenfalls aber auch Anschlüsse für den Handbrauseschlauch, Massagedüsen, Utensilienablage und anderes.

Moderne Duschbrause © contrastwerkstatt, fotolia.com
Moderne Duschbrause © contrastwerkstatt, fotolia.com

In der Regel sind Sicherheitsthermostate mit Temperatursperren eingebaut. Voreingestellte Temperaturen sind allerdings nichts für jeden, der in der Dusche einen gesunden und raschen Wechsel von heißem und kaltem Wasser auf sich niederprasseln lassen möchte. Das Beispiel zeigt, dass man bei der Auswahl der Armatur auch die eigenen Gewohnheiten und Vorlieben bedenken sollte.

Ob Duschpaneel oder konventionelle Lösung, es stehen allerlei Spezialitäten und Sonderformen zur Verfügung. So gibt es beleuchtete Duschköpfe, die das Wasser farbig aussehen lassen, und gelegentlich wechselt diese Farbe sogar. Auch gibt es Brausen, die nicht an einem Brausearm an der Wand, sondern an der Decke installiert werden. Anti-Kalk-Technik und integrierte Schmutzfilter sind mögliche technische Features.

Duscharmaturen: Welcher Duschtyp sind Sie?
Duscharmaturen: Welcher Duschtyp sind Sie?

Auch die Optik spielt eine Rolle

Die Funktionalität ist bei den Badarmaturen natürlich das oberste Kriterium – aber nicht das einzige. Je mehr Bäder als Wohlfühloasen gesehen werden, um so mehr kommt es auch auf die Optik an. Von den klassisch-traditionellen Modellen über zeitlose Designs bis zu avantgardistischen Versionen ist alles auf dem Markt. Das ist dann nur noch Geschmackssache – und eine Frage des Geldbeutels natürlich. Zum gesamten Stil des Bades soll die Armatur natürlich auch passen. Viele möchten, dass alle Armaturen im Bad das gleiche Design haben – zwingend ist das nicht. Stimmen müssen auch die Proportionen: Wer aus Platzgründen nur ein kleines Waschbecken montieren kann, sollte auch bei der Armatur zurückhaltend auswählen.

Badarmaturen © schulzfoto, fotolia.com
Badarmaturen: Wer die Wahl hat, hat die Qual © schulzfoto, fotolia.com

Einen wesentlichen Einfluss auf die Optik hat natürlich das Material. Die verchromte Armatur ist der Klassiker schlechthin, und damit macht man auch nichts falsch. Edelstahl mit seinem eher matten Glanz strahlt eine gewisse Individualität aus – das aber auch nur so lange, bis es jeder zweite hat. Aber auch Edelstahl gibt es inzwischen hochglänzend oder beispielsweise auch in schwarz. Zu haben sind auch gold- und messingfarbene Armaturen – sicher eher etwas für Individualisten. Bei der Gestaltung von Griffen und Reglern kommen inzwischen die unterschiedlichsten Materialien zum Einsatz, was auch vielfältige Farbkombinationen erlaubt.

Alleine nach der Optik sollte man Armaturen nicht kaufen – beim Händler sollte man vielmehr das ins Auge gefasste Stück anfassen und eine Nutzung simulieren. Da merkt man schnell, wenn etwas nicht so richtig passen mag.

Untendrunter: Eckventile

Abschließend noch einige Hinweise zu Armaturen, die man in der Regel nicht sieht und wenn, dann nicht beachtet. Mit den Eckventilen wird der Zufluss der Auslaufarmaturen vor allem an Waschtischen und Waschbecken gesperrt und geöffnet. Sie befinden sich deshalb auch darunter. Bei Reparaturen wird das Wasser an diesen Ventilen abgestellt, es muss also nicht die ganze Wohnung „trockengelegt“ werden. Sie können aber auch dazu verwendet werden, die Zuflussmengen von Kalt- und Warmwasser getrennt voneinander zu regulieren, was notwendig werden kann, wenn der Wasserdruck auf beiden Leitungen unterschiedlich ist.

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