Rohrleitungen abdichten mit Hanf oder Teflonband

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Abdichten mit Hanf oder Teflonband – Die Klassiker der Rohr-Verbindung

Manche Dichtungen machen es Installateuren sowie Heimwerkern einfach. Beispielsweise Syphon-Verbindungen mit Dichtungsringen und Überwurfmuttern: Tropft es, muss meistens nur der marode gewordene Dichtungsring ausgetauscht werden. Dann einfach die Überwurfmutter über beiden Verschraubungen anziehen – und die Verbindung sollte wasserdicht sein.

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„Mutterlose“ Verschraubungen aus Innen- und Außengewinden lassen sich mit Teflonband oder Hanf gegen durchdringendes Wasser abdichten, seien es Rohrverbindungen, T-Stücke oder Fittings. Dabei eignet sich Teflonband vor allem für Gewinde, die weniger fest eingedreht werden müssen, also auch für Kunststoffrohre. Häufige Anwendungsgebiete sind Verschraubungen zweier Kunststoffrohre oder zwischen einem Kunststoff- und einem Metallrohr. Reine Metallgewinde müssen im Regelfall fester angezogen werden. Hier empfiehlt sich Hanf.

Abdichten mit Teflonband

Teflonband ist am einfachsten anzuwenden – jedoch mit Vorsicht. Es muss im Prinzip einfach nur ums Außengewinde gewickelt werden, aber besonders sorgfältig. Vorsichtig heißt, Verschraubung sanft anziehen, damit das Teflonband nicht reißt. Und nur mit sorgfältiger Arbeit bleiben keine Stellen für Lecks übrig.

Teflonband muss einfach nur aufgewickelt werden © Eugen Thome, stock.adobe.com
Teflonband muss einfach nur aufgewickelt werden © Eugen Thome, stock.adobe.com

Teflon-Band: Was ist das?

Wer sich nicht auskennt oder im Baumarkt nicht den Verkäufer fragt, könnte es vergeblich suchen. Auf den Packungen wird Teflonband zumeist als PTFE-Band bezeichnet. Die Abkürzung steht für Polytetraflourethylen, einen teilkristallinen Fluor-Kunststoff. Teflon ist der geschützte Markenname des Herstellers DuPont und daher auf Mitbewerber-Produkten nicht zu finden.

Bleiben wir dennoch bei der volkstümlich verbreiteten Bezeichnung Teflonband. Sie hat sich als generalisierter Markenname (Deonym) ähnlich wie „Tesa“ für Klebeband oder „Tempo“ für Taschentuch durchgesetzt. Teflonband ist weder selbstklebend noch wird es verklebt: Es ist einfach um das Gewinde zu wickeln und dichtet es durch Anziehen ab.

Achten Sie beim Kauf auf die unterschiedlichen Stärken und zwei verschiedene Farben: Bei Wasserrohr-Verschraubungen kommt das weiße Teflonband zum Einsatz. Für Dampf- und Gasleitungen sollte das gelbe Band verwendet werden. Die üblichen Stärken (oder Dicken) sind 0,076, 0,08 und 2 Millimeter. Beim 2-Millimeter-Band steht oft der Zusatz „Teflonband für große Durchmesser“ auf den Verpackungen.

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Teflonband eignet sich u.a. für:

  • Wasserhähne
  • WC-Spülkästen-Verbindungen und -Mechanismus
  • Filterkartuschen für die Wasseraufbereitung
  • Bewässerungsanschlüsse, z.B. Gartenschläuche
  • Kunststoff-Verschraubungen aus HDPE (Polyethylen mit hoher Dichte)

Der Vorteil von Teflonband: Die Verschraubungen können leicht wieder gelöst und mit neuem Band verschraubt werden. Dabei ist keine größere Krafteinwirkung nötig, welche empfindliche Rohre beschädigen könnte. Häufig werden daher zerbrechliche Geräte oder Teile mit Teflonband montiert, zum Beispiel Manometer oder abschraubbare Elemente wie Pumpen-Druckschalter, Sensoren oder Fühler.

Mit Teflonband werden häufig Elemente wie Pumpendruckschalter oder Manometer angeschlosen © ekkaluck, stock.adobe.com
Mit Teflonband werden häufig Elemente wie Pumpendruckschalter oder Manometer angeschlosen © ekkaluck, stock.adobe.com

Sie benötigen:

  • Teflonband – gelb oder weiß – in geeigneter Stärke
  • Gegebenenfalls Werkzeuge wie Gabelschlüssel, Wasserpumpenzange oder Rollgabelschlüssel
  • etwa fünf Minuten Zeit

Mit Teflonband verschrauben: vier Arbeitsschritte

  • Art des Anschlusses überprüfen
  • Gewinde-/Anzieh-Richtung prüfen
  • Teflonband ums Außengewinde wickeln
  • Verschraubung festziehen
  1. Schritt eins: Anschluss überprüfen

    Als erstes bitte checken: Ist das Teflonband überhaupt für die Verbindung geeignet? Beispiele: siehe oben. Bei stark anzuziehenden Verschraubungen lieber Hanf verwenden!

    Das Außengewinde sollte geriffelt sein – oder entsprechend aufgeraut werden. Auf einem angerauten Gewinde dichtet das Band besser ab, da es sich in den Rillen „festsetzt“ und beim Anziehen der Verschraubung nicht mitdreht. Mitdrehen könnte Undichtigkeiten erzeugen. Streichen Sie mit dem Fingernagel leicht über das Außengewinde, um Rillen festzustellen. Sind sie nicht vorhanden, riffeln Sie das Gewinde zum Beispiel mit einem Metallsägeblatt.

  2. Schritt zwei: Gewinde- und Anzieh-Richtung prüfen

    Stimmt die „Richtung“? Das Außengewinde muss im Uhrzeigersinn gefräst sein und so auch umwickelt werden. Nur so komprimiert sich das Teflon-Band beim Anziehen von selbst. Anderenfalls kann es sich leicht lösen.

  3. Werkzeug ist beim Anziehen hilfreich, aber nicht für jede Verbindung mit Teflonband nötig © Silvano Rebai, stock.adobe.com
    Werkzeug ist beim Anziehen hilfreich, aber nicht für jede Verbindung mit Teflonband nötig © Silvano Rebai, stock.adobe.com
  4. Schritt drei: Teflonband ums Gewinde wickeln

    … ums ganze Gewinde? Nein. Lassen Sie den ersten Gewindegang frei, sonst kann die Verschraubung nicht ineinandergreifen. Ziehen Sie das Teflonband beim Umwickeln leicht in die Länge. Achten Sie darauf, dass jede Lage die Lage davor lückenlos überlappt.

    Wie viele Windungen benötigen Sie? Das variiert je nach Anschlussstück und Teflonband-Dicke. Beim dicksten Band mit 0,2 Millimetern sollten etwa zehn Windungen ausreichen.

  5. Schritt vier: Verschraubung festziehen

    Verschrauben Sie nun beide Gewindeteile. Ziehen Sie nicht zu stark an, damit die Teflonband-Fasern nicht reißen. Sie können die Verbindung mit der Hand verschrauben. Alternativ agieren Sie vorsichtig mit Werkzeugen wie Wasserpumpenzange, Rollgabelschlüssel oder Maulschlüssel.

  6. Hinweis:
    Teflonband nur sanft anziehen!
    Sowohl die Umwicklung des Teflonband, wie auch die Verschraubung selbst sollte gefühlvoll und sanft erfolgen. Es drohnen sonst Undichtigkeiten durch Risse im Teflonband!
  7. Alternative zu Teflonband: Teflon-Dichtfaden

    Ein Teflon-Dichtfaden dichtet wesentlich wirkungsvoller ab. Er ist sehr strapazierfähig und lässt sich nicht mit bloßen Händen zerreißen.

    Ein Teflon-Dichtfaden ist weiß und mit Fett imprägniert. Wickeln Sie ihn ähnlich wie das Teflonband um das Außengewinde, allerdings quer über die Gewindegänge. Wie viele Umwickelungen nötig sind, entnehmen Sie der Verpackung.

    Sobald Sie die Verschraubung festgezogen haben, ist sie dicht, sicher und wasserundurchlässig.

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Abdichten mit Hanf

Wer glaubt, Hanf sei nur zum Rauchen da, ist nicht ganz „dicht“. Oder er ist „dicht“ im Sinn des Drogenkonsums. Hanf eignet sich wunderbar auch zum Abdichten von Rohrverbindungen insbesondere aus Metallrohren. Wie beim Teflonband muss auch bei Hanf das Außengewinde gerillt sein oder angeraut werden.

Für festere Verbindungen eignet sich Hanf © meegi, stock.adobe.com
Für festere Verbindungen eignet sich Hanf © meegi, stock.adobe.com

Hanf – was ist das eigentlich?

Der Hanf ist eine hohe, krautartige Nutzpflanze. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Cannabis. Häufig werden als Hanf einfach die Fasern bezeichnet, die man aus den Stängeln der Pflanze gewinnt. Aus ihnen lassen sich Papiere, Kleidung und Seile sowie Tees und andere Lebensmittel hergestellt.

Aus Hanffasern wir viel Nützliches hergestellt: auch Abdichtungsmaterial oder Seile © fotofabrika, stock.adobe.com
Aus Hanffasern wir viel Nützliches hergestellt: auch Abdichtungsmaterial oder Seile © fotofabrika, stock.adobe.com

Sie benötigen:

  • Hanffasern
  • Dichtmasse
  • Werkzeuge wie Maulschlüssel, Wasserpumpenzange, Rollgabelschlüssel oder Engländer
  • etwa fünf Minuten Zeit

Hanf erhalten Sie im Baufachhandel als lose Fasern oder aufgewickelt in einer Hanfrolle. Für kleinere Gewinde mit Durchmessern von 3/3, ½ oder ¾ Zoll reicht die praktische Hanfrolle. Bei größeren Gewinden empfiehlt sich die lose Faser.

Mit Hanf abdichten: vier Arbeitsschritte

  • Gewinde prüfen oder vorbereiten
  • Gewinde einhanfen
  • Dichtmasse auftragen
  • Gewinde eindrehen
  1. Schritt eins: Gewinde prüfen oder vorbereiten

    Der Hanf wird um das Außengewinde gewickelt. Dieses muss angeraut sein, damit das Hanfband beim Verschrauben Halt findet und sich nicht mitdreht oder verrutscht. Testen Sie das Gewinde, indem Sie mit dem Fingernagel darüber streichen. Ist es glatt, fügen Sie Rillen mit einer Zange oder einem Metallsägeblatt ein.

  2. Schritt zwei: Gewinde einhanfen

    Wickeln Sie das Außengewinde in Laufrichtung bzw. im Uhrzeigersinn mit Hanf ein. So presst sich der Hanf beim Verschrauben zusammen und dichtet ab. Wickeln Sie den Hanf keinesfalls gegen die Laufrichtung um das Gewinde. Gehen Sie fehlerhaft vor, löst oder verknotet sich der Hanf und die Verbindung bleibt undicht.

    Tipps für ein noch besseres Ergebnis

    • Lassen Sie die erste Gewindereihe frei, damit das Gewinde beim Verschrauben „fasst“.
    • Hanfen Sie das Gewinde dahinter vollständig bis zum Ende ein, damit es vollständig abgedeckt ist.
    • Kürzen Sie das überschüssige Hanfband kurz nach dem Gewindeende ab, indem Sie es abziehen. Gucken nach dem Verschrauben Hanfreste heraus, brennen Sie diese am besten mit dem Feuerzeug ab. Der Grund: An überschüssigem Hanf können sich Kalk und ähnliche Ablagerungen festsetzen.
    • Verwenden Sie nur so viel Hanf wie nötig, da das Verschrauben sonst zu viel Mühe bereitet.
    Zweiter Schritt: Gewinde einhanfen © sima, stock.adobe.com
    Zweiter Schritt: Gewinde einhanfen © sima, stock.adobe.com
  3. Schritt drei: Dichtmasse auftragen

    Hanf alleine reicht nicht: Erst Dichtmasse rundet die Verbindung ab. Im Handel erhalten Sie diese in Tuben oder Dosen. Benötigen Sie die Dichtmasse nur gelegentlich, reicht eine kleine Tube. Für Profis wie Sanitär-Installateure lohnen sich größere Dosen.

    Tragen Sie etwas Dichtmasse auf Ihren Zeigefinger auf. Streichen Sie das Gewinde damit ein. Der Hanf muss vollständig bedeckt werden.

  4. Schritt vier: Gewinde eindrehen

    Drehen Sie nun das Außengewinde auf das Innengewinde ein. Ziehen Sie beide Gewinde fest mit dem Werkzeug zusammen. Wischen Sie die überschüssige Dichtmasse mit dem Finger ab. Fertig!

Rohre aus Kupfer © OlegDoroshin, stock.adobe.com
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