Fugensanierung

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Fugensanierung: Acryl/Silikon überstreichen oder entfernen und neu machen?

Fugen im Badezimmer sanieren © nadisja, fotolia.com
Fugen im Badezimmer sanieren © nadisja, fotolia.com

Acryl- und Silikonfugen in Küche und Sanitärbereich werden mit der Zeit oft unansehnlich, undicht oder beides. Zwar sind beide Fugendichtmassen dauerelastisch, doch können sie aufgrund der häufigen Schwankungen in Temperatur und Raumfeuchtigkeit spröde werden. Bei Silikonfugen gibt es häufig auch Probleme mit Schimmel, erkennbar an unappetitlichen Verfärbungen. In Bädern, die lange nicht renoviert oder grundsaniert wurden, sind die Fugen an Dusche, Badewanne oder Waschbecken häufig schwarz, rötlich oder grünlich verfärbt.

Schimmel im Badezimmer © mekcar, fotolia.com
Schimmelige Fugen sind nicht nur unansehnlich, sondern auch ein Gesundheitsrisiko. © mekcar, fotolia.com

Ist Silikon überstreichbar? Wie sieht es mit Acryl aus?

Leider ist es keine gute Idee, das alte Silikon zu überstreichen oder einfach eine neue Schicht Dichtmasse auf die alte auftragen. Denn Silikon ist nicht überstreichbar bzw. keine Farbe oder weitere Schicht Fugenmasse würde darauf haften. Das liegt an der Materialstruktur: Silikon härtet zwar in der Fuge aus, bleibt jedoch trotzdem elastisch. Seine glatte, dichte und feuchtigkeitsabweisende Oberfläche verhindert, dass andere Materialien – egal ob Soßenspritzer, Seifenreste oder frische Farbe – dauerhaft daran haften. Darum ist Sanitärsilikon in verschiedenen gängigen Fugenfarben erhältlich, doch eine Farbe zum Überstreichen von Silikonfugen werden Sie im Fachhandel nicht finden. Ärgerlicherweise ist Silikon jedoch nicht gefeit gegen Verfärbungen. Das sehen Sie beispielsweise an Küchenfugen, die Vollkontakt mit Curry oder Tomatensauce hatten, oder an den modernen Silikon-Backformen.

Acryl kann zwar überstrichen werden, doch auch davon ist bei einer verfärbten oder undichten Altfuge abzuraten. Erstens lässt das Ergebnis meist schon optisch stark zu wünschen übrig. Zweitens – und das gilt für Silikon und Acryl gleichermaßen – können Sie von außen nicht erkennen, ob die Masse nur oberflächlich oder durch und durch verfärbt, verschmutzt oder von Schimmel durchzogen ist. Sie können natürlich erst einmal mit einem guten Reinigungsmittel oder Schimmelbekämpfer ans Werk gehen oder an der Oberfläche herumkratzen, doch mit einer Fugensanierung – also das Silikon komplett entfernen und dann neu verfugen – fahren Sie in aller Regel besser und sind auch schneller fertig.

Fugen ziehen: Vergleich von Acryl und Silikon
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Altes Silikon entfernen: Einfach, schnell und sauber

Silikonfugen zu erneuern ist eine Arbeit, vor der es den meisten Heimwerkern gruselt. Dabei ist das gar nicht so schwer – und deutlich weniger unappetitlich als das Herumprobieren mit chemischen Reinigungsmitteln oder das Ab- und Auftragen irgendwelcher Schichten. Sie brauchen dazu ein gutes Cuttermesser mit ausreichend Wechselklingen, einen Silikonentferner, Spülmittel, eine Bürste und Wasser.

Verfugung Werkzeuge © Jürgen Fälchle, fotolia.com

Mit dem Cutter schneiden Sie so viel von der Fugenmasse aus, wie Sie herausbekommen, ohne Wannenrand, Fugenzement, Arbeitsplatten etc. zu beschädigen. Den Rest entfernen Sie mit dem Silikonentferner – wie das geht, steht auf der Packung. Dann reinigen Sie die Fuge gründlich mit Wasser und Spülmittel und lassen alles gut trocknen, bevor Sie neues Silikon oder Acryl einbringen.

Neue Silikonfugen ziehen

Auch diese Arbeit ist nur dann schlimm, wenn Sie sie falsch angehen. Machen Sie also am besten gleich alles richtig und kaufen Sie sich außer neuem Silikon in der gewünschten Farbe eine gute Kartuschenpresse bzw. Kartuschenpistole (besser ein Modell aus Metall denn aus Plastik) und einen Satz Fugenabzieher. Diese Fugensets sind für weniger als 15 Euro zu haben und bestehen aus mehreren handlichen Werkzeugen aus gummiartigem Kunststoff. Außerdem brauchen Sie wieder Spülmittel, Silikonentferner sowie Küchentücher oder Lappen, die Sie nachher wegwerfen können.

Fugen ziehen © Telcom Photography, fotolia.com
Kartuschenpresse und Fugenabzieher aus elastischem Kunststoff © Telcom Photography, fotolia.com

Zuerst machen Sie die Kartusche einsatzbereit: In die Presse einlegen, Spitze schräg abschneiden, Presse betätigen, um das Silikon bis an die Öffnung zu bringen, dann Presse wieder entspannen.

Jetzt geht es ans Füllen: Setzen Sie die Öffnung an (nicht in) die Fuge, betätigen Sie den Handhebel und führen Sie die Kartusche mit ruhiger Hand, um die Fuge satt und gleichmäßig zu füllen. Bringen Sie lieber zu viel Material ein als zu wenig – mit dem Abzieher können Sie das nachher in Ordnung bringen. Wenn Sie „verwackeln“ oder Ihre Hand ermüdet, geraten Sie nicht in Panik, sondern entspannen Sie die Presse und setzen Sie neu an. Geht das Pressen allzu schwer, vergrößern Sie die Öffnung. Deren Durchmesser sollte bei normalen Fugen jedoch nicht größer sein als der eines Bleistifts, sonst wird es schwer, exakt zu arbeiten.

Waschbecken Silikon Verfugung © mika, fotolia.com
Waschbecken Silikon Verfugung © mika, fotolia.com
Hinweis: Machen Sie sich schon vorher mit der Funktionsweise Ihrer Kartuschenpistole vertraut. Vor allem der Wechsel zwischen Pressen und Entspannen (der Lockerungs-/Lösemechanismus sitzt direkt beim Griff/Drückhebel) sollte Ihnen sicher von der Hand gehen, damit Sie den Materialfluss jederzeit unterbrechen können.
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Anschließend ziehen Sie die Fuge mit dem kleinen Spezialwerkzeug ab. Die Ecken der Abzieher sind unterschiedlich gestaltet, so dass Sie zwischen verschiedenen Fugenformen (Profilen) wählen können. Durch kurzes Eintauchen in Wasser, dem ein guter Schuss Spülmittel zugesetzt ist, wird der Kunststoff besonders gleitfähig. Den Überschuss, den Sie abnehmen, schmieren Sie ins Küchentuch oder Ihren Wegwerflappen. So erreichen Sie auch als Laie ein gleichmäßiges Ergebnis, das wesentlich professioneller aussieht, als wenn Sie die Fuge mit einem in Spülmittel getauchten Finger abziehen. Diese klassische Methode funktioniert zwar auch, doch wird sie im Allgemeinen überbewertet. Lediglich an schwierigen Stellen, die mit dem Abzieher nicht erreichbar sind (z. B. Engpässe zwischen Armaturen/Anschlüssen, Wand oder Wannenrand) sind Finger manchmal die einzig brauchbaren und daher besten Fugenwerkzeuge.

Sind nach dem Abziehen noch Silikonreste oder „Schleier“ auf Wannenrand o. Ä. vorhanden, warten Sie vor deren Entfernung die Trocknungszeit (laut Herstellerangabe) ab. Dann beseitigen Sie die Reste entweder mit einem Kunststoffschaber, einem kleinen Spachtel oder einem Tuch und dem Silikonentferner.

Acryl ist im feuchten Zustand wasserlöslich, und zum Entfernen brauchen Sie keine Spezialreiniger. Beim Verarbeiten ist es weniger „störrisch“ als Silikon – es erinnert weniger an Gummi als an eine mineralische Spachtelmasse. Ansonsten ist die Vorgehensweise beim Verfugen dieselbe. Die meisten Profis schwören jedoch in Feuchträumen und bei Sanitärinstallationen nach wie vor auf Silikon, weil seine Dichtungseigenschaften auf lange Sicht einfach besser sind. Beide Materialien sind sehr günstig und bei professioneller Anwendung rasch und sicher zu verarbeiten. Daher ist auch die Fugensanierung durch einen Profi in der Regel nicht allzu teuer. Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice, um zu erfahren, was Fachbetriebe in Ihrer Nähe dafür berechnen: Gerade bei umfangreichen Fugensanierungen können Sie so viel Zeit und Nerven sparen.

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