Bodengleiche Dusche: Wanne oder Fliesen

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Bei der bodengleichen Dusche sind die individuellen Anforderungen entscheidend

„Mein Mann putzt“, erklärte eine Internetnutzerin zur Frage der Reinigung in einer Diskussion über die Vor- und Nachteile von Fliesen bei bodengleichen Duschen. Nicht in allen Familien sind die Aufgaben so verteilt. Aber in allen Fällen kommt es bei der Entscheidung zwischen Duschwanne und Fliesen auf die individuellen Vorlieben und Bedingungen an. Deshalb kann ein eindeutiger Rat nicht gegeben werden. Bewährt haben sich beide Systeme.

modernes Badezimmer © pbombaert , fotolia.com
Modernes Badezimmer mit bodengleicher Dusche © pbombaert , fotolia.com

Bei der Optik sind die Fliesen vorn

Ob das nun vernünftig ist oder nicht, viele entscheiden in solchen Dingen vor allem nach der Optik. In dem Punkt haben die Fliesen gewisse Vorteile. Sie sehen edler aus, vor allem, wenn man einen nahtlosen Übergang zum Rest des Badezimmers schafft. Fliesen geben kleinen Bädern Weite, vor allem wenn man sich für größere Fliesen entscheidet.

Eine Beeinträchtigung für die Optik kann sich daraus ergeben, dass der Boden in Richtung eines Abflusses abgesenkt werden muss. Je größer die Fliesen sind, umso geringer ist diese Gefahr, und besonders groß ist das Risiko unschöner Unregelmäßigkeiten, wenn gemusterte Fliesen verwendet werden.

Badezimmer mit Waschbecken aus Mineralguss © Alexandre Zveiger, fotolia.com
Badezimmer mit gefliester Dusche © Alexandre Zveiger, fotolia.com

Vor allem hat man es bei Fliesen mit einer schier unübersehbaren Auswahl an Farben, Größen und Dekoren zu tun. Da sind der individuellen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wandabläufe und Duschrinnen, in denen das Wasser verschwindet, können zusätzlich als Gestaltungselemente eingesetzt werden.

Bei den Duschwannen ist man viel mehr auf das angewiesen, was von den Herstellern angeboten wird. Es gibt von Stahl-Emaille bis zum Acryl zwar verschiedene Materialien, auch einiges an Größen, Farben und Formen. Aber die Auswahl ist doch nicht so unbegrenzt wie bei den Fliesen. Diese helfen auch bei der einen oder anderen komplizierten Einbausituation im Altbau noch weiter, wo eine Duschwanne von der Stange nicht unterzubringen ist. Auch biete Fliesen eher Gelegenheit, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen.

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Fliesen sind nichts für Heimwerker

Das heißt aber keineswegs, dass der Heimwerker eine geflieste Bodendusche in Angriff nehmen sollte. Bedenkt man, dass eine gleichmäßige Ablaufsituation geschaffen werden soll, dass die Fugen wirklich dicht sein müssen und dass Fliesen wegen der Schräge womöglich unregelmäßig geschnitten werden müssen, dann ist sehr zu raten, dies durch einen Fachmann erledigen zu lassen. Wenn überhaupt, dann sollte der Hobby-Handwerker, der sich an ein solches Projekt traut, schon einige Erfahrungen mit Fliesen haben.

Fliesen verlegen © whitestorm, fotolia.com
Fliesen verlegen: Nur für erfahrene Handwerker © whitestorm, fotolia.com

Und damit ist das Thema des Preises aufgerufen. Auch ein Fliesenleger macht eine geflieste Dusche nicht auf die Schnelle fertig. Auch bei der Herstellung des geneigten Untergrundes muss professionell gearbeitet werden. Und deshalb ist die geflieste Bodendusche auf jeden Fall teurer als die Duschwanne. Eine solche kann man in einem Tag einbauen, und wer sorgfältig arbeiten und Montageanleitungen verstehen kann, der bekommt das hin. Beim Material sind sowohl Fliesen wie auch Duschwannen nach oben hin keine Grenze gesetzt; da man beim Fliesen aber keine großen Mengen braucht, fällt das nicht wirklich ins Gewicht.

Wie fühlt es sich an?

Umso wichtiger ist aber die Haptik des Untergrundes – die Frage, wie sich welches Material anfühlt, gerät angesichts all der optischen Möglichkeiten leicht in den Hintergrund gerät. Die Duschwanne aus Acryl mutet sicher wärmer an als eine aus Stahl-Emaille oder Fliesen. Andererseits kann die Kühle im Sommer angenehm sein, und im Winter wird ohnehin warm geduscht. Fliesen lassen immerhin die Möglichkeit zu, eine Fußbodenheizung einzubauen, es gibt auch eine elektrische Fußbodentemperierung. Für Duschwannen wird dies nicht angeboten.

Badezimmer mit Bodenbelag in Holzoptik © georgejmclittle, fotolia.com
Badezimmer Duschwanne © georgejmclittle, fotolia.com

Der leichtere Einbau einer Duschwanne zeigt auch schon an, dass die Reparatur im Falle eines Schadens völlig unterschiedlich ist. Der Austausch einer Duschwanne ist eine recht unproblematische Sache, wenn es überhaupt notwendig wird. Nicht umsonst geben manche Hersteller 30 Jahre Garantie auf ihre Produkte. Duschwannen aus Acryl können Kratzer bekommen, Oberflächen aus Stahlemaille kaum. Eine neue Duschwanne wird daher eher aus optischen Gründen gekauft.

Fliesen sind durchaus ebenfalls fast unverwüstlich, aber ganz auszuschließen sind Beschädigungen nicht. Wenn man damit nicht leben wird, wird es schwierig, schon der Austausch einer einzigen Fliese ist aufwändig, und erst recht teuer wird es, wenn die ganze Dusche neu gefliest werden muss. Von den Unannehmlichkeiten einer Baustelle mitten in der Wohnung einmal ganz zu schweigen.

Die Fugen sind das Problem

Die Schwachstelle an den Fliesen aber sind die Fugen. Sie sind die Komponente, die die geflieste Dusche altern lässt. Das spricht für große Fliesen, dann sind es weniger Fugen. Es ist nicht auszuschließen, dass Fugen im Laufe der Jahre porös werden, bis hin zur Undichtigkeit. Die Ursache kann die Verwendung zu scharfer Reinigungsmittel sein. Allerdings ist es ein nur mäßiger aufwand, die Fugen nach einer größeren Zahl von Jahren zu erneuern. Das gelingt auch dem Heimwerker.

barrierefreies Badezimmer mit bodengleicher Dusche © Jörg Lantelme, fotolia.com

Hygiene: Ein Pluspunkt für die Duschwanne

Die Fugen sind auch ein Faktor für die Themen Reinigung und Hygiene. Kanten an den Fugen gibt es immer, und mögen sie noch so klein sein. Das sind die Stellen, an denen sich Schmutz, Haare oder Seifenreste gerne ansammeln. Eine geflieste Dusche verlangt daher etwas mehr Aufmerksamkeit bei der Reinigung, oder man nimmt in Kauf, nicht ganz den gleichen Hygienestandard zu erreichen. Dass es da einen Unterschied gibt, haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben.

Um einen falschen Eindruck gar nicht erst aufkommen zu lassen: Geflieste Duschen sind nicht so unhygienisch, dass sie nicht vertretbar wären. Wer aber einen sehr hohen Hygienestandard erreichen oder nur sehr wenig Aufwand in die Reinigung der Dusche stecken möchte, für den ist die Duschwanne die bessere Lösung. Wobei es dort an den Rändern durchaus auch Kanten gibt, die ordentlich gereinigt werden müssen. Wärme, Feuchtigkeit und womöglich mangelnde Lüftung leisten der Schimmelbildung Vorschub, unabhängig davon, für welche Dusche man sich entscheidet.

Rutschfest soll es sein

Ein wichtiger Faktor bei der Auswahl der Dusche ist die Sicherheit. Da Badezimmer aus vielen harten Materialien bestehen, kann man sich durch Ausrutschen gravierende Verletzungen zuziehen.

Allerdings muss dieses Kriterium nicht ausschlaggebend sein für die Entscheidung zwischen Duschwanne und Fliesen, denn es gibt beide Varianten in rutschfester Ausführung. Die Frage muss aber bei der Auswahl einer bestimmten Duschwanne oder bestimmter Fliesen im Auge behalten werden.

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