Fugenschimmel

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Fugenschimmel: Was bei schwarzen Silikonfugen und schimmligen Fliesenfugen wirklich hilft

Schimmel in Silikonfugen oder zwischen den Fliesen ist nicht nur hässlich, sondern auch schlecht für die Gesundheit. Sind zu viele Schimmelsporen im Raum, steigt das Risiko für Infektionen und Atemwegserkrankungen. Besonders gefährlich ist Schimmel für Allergiker und Menschen mit schwächerer Immunabwehr, z. B. Kleinkinder, Senioren und Personen, die bereits an einer Grunderkrankung leiden.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen verschiedene Hausmittel und Profimethoden zum Entfernen von Fugenschimmel vor. Außerdem gehen wir auf die Ursachen der Schimmelbildung ein und geben Tipps zur Vorbeugung. Denn am besten ist es natürlich, wenn sich der Pilz erst gar nicht dauerhaft einnisten kann.

Besonders häufig betroffen: Das Badezimmer

Durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit im Badezimmer entstehen ideale Lebensbedingungen für Schimmelpilze. Besonders gern wachsen sie in Fugen, etwa auf den Silikonfugen zwischen Wand und Dusche bzw. Badewanne. Weil die Wannenränder und -ecken in der Regel kein Gefälle haben, fließt das Wasser hier nicht richtig ab, sondern sammelt sich an. Dagegen hilft es auch nicht, die Fuge direkt nach dem Baden oder Duschen trockenzuwischen. Denn ein Großteil des Wassers ist Schwitz- bzw. Kondenswasser, das sich erst an den Wänden niederschlägt und dann herunterläuft.

Der ebenso häufige Fugenschimmel zwischen den Kacheln bildet sich, weil das Wasser von den glatten, glasierten Fliesenoberflächen schneller und rückstandsfreier abfließt als von porösem Fugenmörtel.

Fugen im Badezimmer sanieren © nadisja, fotolia.com
Fugen im Badezimmer sanieren © nadisja, fotolia.com

Im feuchten Badezimmer fühlt sich Schimmel besonders wohl, was nicht nur ein ästhetisches Problem darstellt.

Warum sitzt Schimmel ausgerechnet in Silikonfugen so hartnäckig?

Silikon härtet nicht aus, sondern bleibt elastisch. Gerade darum ist es ideal zum Verfugen: Auch wenn die verbundenen Bauteile „arbeiten“, sich also verformen oder bewegen, bleibt die Fuge dicht. Doch auch Schimmelpilze freuen sich über die Weichheit des Silikons: Hier können sie – anders als bei harten Oberflächen und Untergründen – mit der Zeit tief eindringen und sich gut festsetzen. Dabei ist die schwarze Verfärbung der Fugenmasse gesundheitlich unbedenklich. So lange die Fuge intakt und ihre Oberfläche sauber ist, haben Sie also lediglich ein ästhetisches Problem zu lösen. Nur Schimmelsporen, die auf der Oberfläche sitzen und von dort auf die Haut, in die Raumluft und in die Atemwege gelangen, stellen ein Gesundheitsrisiko dar.

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Wie sieht der Schimmel aus?

Welche Strategie zur Schimmelbekämpfung die richtige ist, hängt vor allem davon ab, ob der Belag nur oberflächlich oder der Pilz bereits tiefer ins Material eingedrungen ist. Beläge, die sich abwischen lassen, weisen auf Oberflächenschimmel hin, der sich mit Hausmitteln gut bekämpfen lässt.

Schwieriger wird es, wenn die Silikonfuge auch innen schwarz ist. Ist die Fuge noch dicht, können Sie zwar versuchen, der Verfärbung mit Bleichmitteln zu Leibe zu rücken, doch das Ergebnis wird Sie wahrscheinlich nicht überzeugen. Und Silikonfugen, die sich irgendwo gelöst haben, rissig oder löchrig sind, müssen Sie ohnehin erneuern. Sonst wird nach und nach jede Menge Feuchtigkeit ins Fugenbett eindringen, das Baumaterial beschädigen und im schlimmsten Fall dazu führen, dass es tief in der Wand schimmelt und ein viel ernsteres Problem entsteht.

Schimmel im Badezimmer © mekcar, fotolia.com
Schimmel im Badezimmer © mekcar, fotolia.com

Bei Fliesen- und Kachelfugen gilt dasselbe: Schimmelflecken oder schmierige Beläge, die sich vom Fugenmörtel abwischen oder abbürsten lassen, sind oberflächlich; die Fugen bedürfen dann lediglich der richtigen Reinigung. Beschädigte und undichte Fugen müssen repariert bzw. erneuert werden.

Wenn Sie bei der „Schimmelschau“ an einer oder mehreren Fugen Schäden bemerken, sollten Sie vor jeder weiteren Maßnahme genau prüfen, wie tief die Feuchtigkeitsschäden gehen. Dazu muss in der Regel zunächst die Fuge entfernt und die Stelle trockengelegt werden.

Hinweis: Mehr Details zum Reparieren und Erneuern von Badezimmerfugen finden Sie in diesem Artikel zur Fugensanierung.

Welche Mittel helfen am besten gegen Fugenschimmel?

Zu den bekanntesten Hausmitteln gegen Schimmel gehören Essig, Alkohol und Spiritus. Daneben gibt es eine Vielzahl chemischer Reiniger und Schimmelentferner, die leider oft mehr versprechen, als sie halten. Gerade bei Schimmel in Silikonfugen versagen die meisten Mittel, sodass es hier unterm Strich schneller geht, weniger kostet und auch gesünder ist, einfach eine neue Silikonfuge einzuziehen.

Essig wird als Schimmelentferner ebenfalls überbewertet: Handelsübliche Essige enthalten zu wenig Säure, um alle Pilzsporen zuverlässig abzutöten. Stattdessen können sie dem Schimmel sogar zusätzliche organische Nährstoffe liefern. In höheren Konzentrationen (z. B. Essigessenz mit 25 % Säure) greift die Säure viele Materialien stark an, darunter Natursteine, kalkhaltige Putze und Chrom (etwa auf verchromten Armaturen). Dennoch ist (verdünnte) Essigessenz ein gutes Reinigungsmittel, z. B. zum Abwischen von glatten, unempfindlichen Oberflächen, die hygienisch sauber, kalk- und schimmelfrei bleiben sollen.

Alkohol

Isopropylalkohol, die Basis vieler Desinfektionsmittel, gibt es auch in der Apotheke zu kaufen. Er wird mit einer Bürste in die Fugen eingearbeitet, wahlweise können Sie ihn mit dem Pinsel aufstreichen oder einen getränkten Lappen auflegen. Weil er einfach verdunstet, nachdem er seine keimtötende Wirkung getan hat, gilt reiner Alkohol als unbedenklich für die Gesundheit und die Umwelt. Aus diesem Grund wird er sogar vom Umweltbundesamt zur Schimmelentfernung empfohlen.

Spiritus

Brennspiritus ist auch ein Alkohol. Er ist ungenießbar und darum viel günstiger als der „Trinkalkohol“ Ethanol. Als Schimmelentferner ist er für alle Oberflächen geeignet. Er wird genauso angewendet wie Isopropylalkohol: Gut einarbeiten und verdunsten lassen. Die Pilzsporen werden dadurch zuverlässig abgetötet. Allerdings ist Alkohol kein Bleichmittel: Verfärbungen, z. B. von Silikonfugen, können Sie damit nicht entfernen.

Wasserstoffperoxid

Das Oxidationsmittel Wasserstoffperoxid (chemisch H2O2) gehört ebenfalls zu den klassischen Hausmitteln, wenn es auch etwas in Vergessenheit geraten ist. Heute ist es vor allem als Bleichmittel für Haare und Zähne bekannt, außerdem ist es in zahlreichen Desinfektionsmitteln enthalten. Es tötet Schimmelpilze und entfernt gleichzeitig Verfärbungen. Allerdings kriegen Sie auch damit keine durch und durch schwarze Silikonfuge wieder sauber.

Wasserstoffperoxid können Sie in der Apotheke kaufen, im Baumarkt, im Zooladen, im Internet und bei Friseuren, die bereit sind, Ihnen etwas abzugeben. Wichtig für die schimmeltötende Wirkung ist die Konzentration des Wirkstoffs: Reicht die apothekenübliche dreiprozentige Lösung nicht aus, können Sie auf höherprozentige Lösungen zurückgreifen. Die finden Sie z. B. beim Schwimmbad- und Poolzubehör im Baumarkt oder bei der Aquaristik im Zoogeschäft.

Wasserstoffperoxid © Sandra Thiele, stock.adobe.com
Wasserstoffperoxid ist ein wirksames Desinfektionsmittel, das auch gegen Schimmelbefall hilft © Sandra Thiele, stock.adobe.com

Zur Schimmelbeseitigung tränken Sie am besten einen Lappen oder einen Streifen Küchenkrepp mit der Lösung und legen Sie ihn auf bzw. in die Fuge. Senkrechte Fliesenfugen können Sie mit dem Pinsel einstreichen und mit getränkten Küchenpapierstreifen „tapezieren“. Lassen Sie das Mittel eine halbe Stunde lang einwirken, dann ordentlich nachbürsten und mit viel Wasser abspülen.

Chlorhaltige Schimmelentferner

Schimmelentferner, die intensiv nach Schwimmbar riechen, enthalten Natriumhypochlorid bzw. Chlor. Chemisch und biologisch gesehen ist ihre Wirkung sehr gut – sie töten den Pilz und haben zudem eine bleichende Wirkung. Allerdings sind sie gesundheitlich bedenklich und auch umweltschädlich. Das Chlor allein reicht schon aus, um die Haut und die Atemwege zu reizen. Doch vor allem dürfen chlorhaltige Mittel nie zusammen mit anderen Reinigern verwendet werden. Denn die meisten Haushaltsreiniger sind sauer, und wenn das Chlor mit der Säure reagiert, kann sich hochgiftiges Chlorgas bilden.

Wichtig: Wenn Sie einen Chlorreiniger verwenden, befolgen Sie immer die Herstellerangaben auf der Verpackung. Machen Sie keine Experimente mit der Dosierung oder der Einwirkzeit – ein Mittel, das bei sach- und vorschriftsgemäßer Verwendung nicht hilft, ist eben ungeeignet. Tragen Sie beim Sprühen und Schrubben unbedingt Schutzhandschuhe, am besten auch einen Augenschutz, und sorgen Sie für ausreichend Frischluft auf der Baustelle.

Chlorfreie Schimmelentferner mit Benzalkoniumchlorid

Benzalkoniumchlorid gehört zu den quartären Ammoniumverbindungen. Obwohl er ebenfalls nach Chlor klingt, handelt es sich bei entsprechenden Produkten um chlorfreie Schimmelreiniger. Doch auch Benzalkoniumchlorid ist gesundheitlich bedenklich und umweltschädlich. Bei der Anwendung gelten dieselben Regeln wie bei chlorhaltigen Produkten. Sowohl chlorhaltige als auch chlorfreie Schimmelentferner sind nicht für alle Oberflächen geeignet. Chlor darf z. B. nicht für Silikonfugen zwischen Natursteinen verwendet werden, sonst kann das Material Schaden nehmen.

Damit die chemischen Schimmelmittel so wenig Rückstände wie möglich hinterlassen, müssen sie nach dem Reinigen der Fugen gründlich mit Wasser abgespült werden. Trotzdem bleibt – vor allem auf rauerem Putz oder Fugenmörtel – oft etwas zurück, das dann tage- und wochenlang die Raumluft belasten kann, ohne dass Sie etwas davon bemerken.

Die folgende Tabelle vermittelt Ihnen einen Überblick über die Preise gängiger Schimmelbekämpfungsmittel:

Produkt Preis pro 100 ml
Reinigungsalkohol (z. B. Isopropylalkohol)

ab 50 Cent

Spiritus

ab 20 Cent

Wasserstoffperoxid

ab 50 Cent

Chlor (Natriumhypochlorid- Schimmelentferner )

ca. 30-50 Cent

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6 Möglichkeiten, schimmligen Fugen im Bad vorzubeugen

  1. Trocknen

    Das ist die einfachste Möglichkeit, dem Schimmel seine Lebensgrundlage zu entziehen. Trocknen Sie nach Möglichkeit überall dort nach, wo das Wasser stehenbleibt, also z. B. in den Fugen rund um Badewanne und Duschtasse, in den Führungen der Falt- oder Schiebewand, auf dem Fenstersims etc. Warten Sie damit aber ab, bis Wände, Decken und Fenster trocken sind, damit kein Kondenswasser mehr nachfließt. Das dauert nicht lange, wenn Sie ordentlich lüften.

  2. Lüften

    Durch das Lüften werden Raumfeuchtigkeit und -temperatur wieder ausgeglichen. Halten Sie vor allem bei Bädern ohne Fenster die Tür zur Wohnung möglichst offen, wenn keiner das Bad benutzt. Breiten Sie den Duschvorhang, Handtücher u. Ä. zum schnelleren Trocknen aus und schieben Sie sie, sobald sie trocken sind, zusammen, damit sie die Luftzirkulation im Raum nicht behindern. Wenn Ihr Bad einen Luftschacht hat, achten Sie darauf, dass die Belüftung auch funktioniert. Das wird oft vernachlässigt. In Mietshäusern ist es Aufgabe des Eigentümers, die Gitter, Schächte, Ventilatoren etc. sauber und funktionsfähig zu halten.

  3. Regelmäßig Lüften ist wichtig © gpointstudio, fotolia.com
    Regelmäßiges Lüften schützt vor Schimmelbefall in der Wohnung © gpointstudio, fotolia.com
  4. Heizen

    Im Bad haben es die meisten gern warm, und das ist auch völlig in Ordnung. Zwar mag auch der Schimmel die Wärme, doch ohne Feuchtigkeit nützt sie ihm nichts. Das Heizen hilft Ihnen beim Trocknen und Trockenhalten des Raumes, denn warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Halten Sie die Temperatur im Bad zudem möglichst konstant, denn abrupte Temperaturänderungen wirken sich direkt auf die Luftfeuchtigkeit aus. Also das Badezimmer im Winter nicht zu stark auskühlen lassen, z. B. durch dauergeöffnete Fenster bei abgedrehter Heizung.

  5. Oberflächen regelmäßig reinigen

    Anders als Pflanzen können Pilze keine Fotosynthese betreiben. Der Schimmelpilz braucht also organische Nährstoffe, z. B. Fett, Proteine und Kohlenhydrate. Die lagern sich in Wohnungen automatisch auf den Wänden an, denn allein im herumfliegenden Staub sind sie in Mengen vorhanden. Im Bad bleibt das Futter an den nassen Wänden besonders gut kleben und sorgt bei Familie Schimmel für einen reich gedeckten Tisch. Wischen, schrubben und spülen Sie regelmäßig alles gut ab und behandeln Sie die Fugen einmal pro Woche mit Alkohol.

  6. Fliesen reinigen: Auswahl an Reinigungsmittel © Budimir Jevtiv, fotolia.com
    Oberflächen regelmäßig reinigen © Budimir Jevtiv, fotolia.com
  7. Neutralvernetzende Silikone verwenden

    Hat Ihnen auch schon mal jemand erzählt, Silikon habe von Natur aus den Pilz in sich, weil es Essig enthalte? Das ist nur halb so falsch, wie es sich anhört. Denn gerade das billigste Silikon aus dem Baumarkt, das bei Heimwerkern so beliebt ist, ist meist essigvernetzend. Das erkennen Sie auch sofort am Geruch, wenn Sie die Kartusche aufschneiden. Natürlich enthält es weder Essigmutter noch Schimmelpilze, doch ist es aufgrund seiner organischen Anteile anfälliger für Schimmelbefall als neutralvernetzende Silikone. Deshalb lohnt es sich, für Silikonfugen in feuchtebelasteten Räumen ein wenig mehr Geld auszugeben und neutralvernetzendes Sanitärsilikon statt der essigvernetzenden Billigvariante zu kaufen.

  8. Pilzhemmendes Silikon

    Das klingt doch erst mal nach einer großartigen Lösung: Im Silikon ist bereits ein Fungizid enthalten, das dafür sorgt, dass sich hier erst gar kein Pilz ansiedeln kann. In der Praxis sind die entsprechenden Produkte längst nicht so nützlich. Denn erstens lässt die Wirkung des Schimmelhemmers mit der Zeit nach, und danach ist der Schutz vollkommen verflogen. Zweitens sind Fugen mit einem Biozid gesundheitlich nicht unbedenklich. Wozu also das Risiko eingehen und für ein Spezialgift einen höheren Preis bezahlen, wenn Sie dem Schimmel ebenso wirksam mit völlig unschädlichen Mitteln und Methoden vorbeugen können?

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