Sechs Tricks für Dusch-Probleme kleiner Bäder
Egal wie klein – ein Bad hat oft sehr viel mit Wohlfühlatmosphäre zu tun und kann erheblich unser Wohlbefinden beeinflussen. Dabei fällt speziell der Dusche neben einer regelmäßigen Körperpflegeroutine eine ganz besondere Rolle zu: Eine kalte Dusche dient als morgendlicher Muntermacher, eine warme Dusche abends als Entspannungshelfer und zwischendurch ist sie ein selbstverständlicher Frischmacher nach Hitze oder Sport. Laut einer Studie duschen 66 Prozent der Deutschen mindestens einmal am Tag, meist morgens und im Durchschnitt elf Minuten!
Aber wie kann das eigene kleine Bad zur persönlichen Dusch-Wohlfühlzone werden?
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Wichtig ist es zunächst, sich über seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche klar zu werden und sich dann den Grundriss des Badezimmers und die gegebenen Möglichkeiten anzuschauen. Idealerweise lassen sich Ideen und Möglichkeiten finden, beides in Einklang zu bringen.
Hier die ersten Schritte:
- Gewohnheiten, Bedürfnisse und Wünsche von allen Benutzern abklären.
- Wie wollen wir Bad und Dusche nutzen und was brauchen wir wirklich? Was brauchen wir in 5 Jahren?
- Exakt den Raum vermessen: Jeder Zentimeter kann wichtig sein!
- Wie ist mein Budget? Was wollen wir ausgeben? Was ist uns wichtig?
- Checken der Gegebenheiten: Wo liegen die Anschlüsse, Fenster und Tür? Wie sind Boden und Raumhöhe? Lassen sich unsere Wünsche umsetzen?
- Kreativ sein und eventuell umplanen und neu-probieren: Es findet sich immer eine Lösung.
Aber selbst mit den besten Planungsvorsätzen stößt man meist auf Probleme.
Hier die häufigsten Dusch-Probleme kleiner Bäder:
1. Die Raumhöhe ist zu niedrig
Kleine Dusch-Bäder werden manchmal nachträglich eingebaut und besonders in Altbauten oder in Dachgeschoss- und Untergeschoss-Ausbauten liegt die Deckenhöhe manchmal nur bei knapp über 200cm. Ist die Raumhöhe sehr niedrig, stößt man bei Haarwäschen an die Decke und auch die erträumte Regendusche ist nicht umsetzbar.
Lösen Sie das Problem, indem Sie Platz am Boden sparen! Überlegen Sie genau, wo die Dusche stehen soll und wo die Abwasserrohre liegen: Kleine Bäder haben oft kurze Wege und es reichen wenige Zentimeter Gefälle. Für ein Abwassergefälle sollte man 1 bis 2 cm Höhe pro 100 cm Weg einkalkulieren, damit Sie auch bei haarigen Verstopfungen auf der sicheren Seite sind: Reicht das Gefälle zum Anschluss, dann können Sie sich eine ebenerdige Lösung für Ihre Dusche überlegen, um mehr Kopffreiheit zu haben. Lassen Sie sich dazu beraten, ob Ihr Bodenaufbau hoch genug ist.
Die Abwasserleitungen werden unter der Dusche im Estrich und dem darunterliegenden Beton der Decke zum Abflussrohr verlegt. Bedenken Sie: Eine ebenerdig geflieste Dusche muss zusätzlich noch ein eigenes Gefälle von 1 bis 2 cm pro 100 cm zur Duschrinne aufweisen und geht daher noch tiefer in den Boden. Lassen Sie Ihren Platzbedarf für das Gefälle daher genau ausrechnen. Je nachdem wie dick Ihr Fußboden ist, funktioniert eine niedrige, immer noch leicht zu betretende Duschwanne für Sie vielleicht besser als eine ebenerdige, versenkte Fliesenlösung.
2. Das Badezimmer hat Dachschrägen
Die Bodenfläche bietet eigentlich ausreichend Platz, aber eine Dachschräge schränkt die Kopfhöhe ein, so dass keine Standard-Duschkabine passt.
Schauen Sie zunächst, ob Sie andere Gegenstände im Raum so (um)ordnen und verlegen können, dass für eine Dusche hohe Wände frei werden. Eine vorherige Badewanne oder auch höhere Schränke lassen sich sehr gut umorganisieren und passen ideal unter Dachschrägen, ohne dass Sie eine Komforteinbuße haben. Auch vorhandene Badewannenanschlüsse können für eine Dusche genutzt werden.
Eine Duschkabine muss auch nicht einheitlich hoch und quadratisch sein.
Haben Sie zwei hohe Seiten und genug Licht? Denken Sie neu! Setzen Sie an der abgeschrägten Seite eine Trockenmauer aus grünen Rigips Feuchtraumplatten und lassen Sie diese mit Fliesen belegen. Wenn die Dachschräge spritzwassergefährdet ist, kann der Fliesenspiegel auch über die Decke hochgezogen werden. Vorne passt oft eine Standard-Duschtür. Die Nische hinter der abgestellten Schräge eignet sich vielleicht für Toilette, Regal oder Waschmaschine. Diese neue Lösung kann unter Umständen sehr charmant sein und viel Zusatznutzen bieten.
Mögen Sie es gerne hochwertig und hell? Dann ist eine maßgefertigte Duschabtrennung vom Glaser stets eine gute Wahl. Auf Ihre individuelle Dachschräge angepasst, kann Sie einem kleinen Raum mehr Helligkeit und Luftigkeit verschaffen.
3. Ein schwieriger Grundriss mit vielen Ecken
Die Quadratmeterzahl ist gar nicht so klein, aber Ihr Badezimmer ist sehr verwinkelt und bietet wenig Stellfläche?
Das ist gar nicht schlimm, denn heutzutage kann man leicht Duschen in fast jede Nische einpassen. Der Boden von sogenannten Nischenduschen besteht meist aus ebenerdigen Fliesen mit einer Ablaufrinne oder einer befliesbaren Duschwanne mit Ablauf. Als Spritzschutz können Trockenbau- oder Glaswände dienen. Voraussetzung ist, dass der Bodenaufbau mit Estrich und Bodenplatte hoch genug ist, um genug Gefälle zum Ablauf zu ermöglichen.
Ist der Boden für eine ebenerdige Nischendusche nicht geeignet, gibt es auch sehr flache Duschwannen in verschiedenen Größen und Formen, die geschickte Anordnungen ermöglichen. Oft bieten eine fünfeckige Duschwanne, ein Viertelkreis, ein längeres rechteckiges Format oder eine Sonderform das Quäntchen mehr Freiraum und Komfort, das mit einer üblichen Standardduschwanne verloren gegangen wäre. Bei den Duschkabinen kann meist noch beim Einstieg von vorn oder über die Ecke gewählt werden, in welche Richtung eine Tür öffnet, sich einfaltet oder ob vielleicht ein Schiebetürensystem sinnvoll ist.
4. Die Dusche versperrt den Durchgang
Besonders falls man ein Duschbad auch barrierefrei gestalten will, sollte man auf breite Durchgänge und gleichzeitig geräumige Duschkabinen achten. Je nachdem, wo dann Tür oder Fenster liegen, reicht oft der Durchgang nicht und eine herkömmliche Duschkabine würde den Weg versperren. Eine kleinere, abgewinkelte Duschtasse kommt aber besonders bei Rollstuhl- und Rollator-Nutzung nicht in Frage.
Die Lösung können beidseitig faltbare Duschabtrennungen sein, die bei Nichtbenutzung einfach eingeklappt werden. Voraussetzung hierfür ist natürlich eine ebenerdige, befliesbare Duschwanne, die auch als komfortabler Durchgang genutzt werden kann. Flache Emaille-Duschwannen bieten sich als Lauffläche nicht an. Faltwände gibt es von verschiedenen Herstellern in verschiedenen Abmessungen und Schenkellängen.
Sollte die hochwertige Lösung einer Glas-Faltwand nicht in Frage kommen, kann auch ein einfacher Duschvorhang das Richtige sein. Stangen lassen sich in L- oder U-Form mit Wand- und Deckenbefestigung anbringen und ein zurückgeschobener Vorhang gibt dem Zimmer viel Platz und fällt kaum auf.
TIPP
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5. Walk-In-Dusche – schick aber manchmal kühl
Sie sieht stylisch aus, ist kostengünstig und gibt jedem kleinen Badzimmer das Gefühl von Offenheit: Die Walk-In Dusche. Die einzelne Glasscheibe ist schnell installiert, passt sich jeder Nische an, ist direkt anschlussfähig für viele andere Objekte und damit ein perfekter Partner für kleine Bäder.
Leider bringt diese offene Lösung meist das Problem mit sich, dass die erwärmte Luft schnell entweicht und es kalt wird, sobald das Wasser ausgestellt wird. Dafür gibt es wenige Lösungen. Eine hohe Glaswandfläche bis zur Decke lässt weniger warme Luft nach oben entweichen, als eine niedrigere Glaswand mit haltender Stabilisations-Stange. Je länger die angestellte Duschwand und der Weg bis zur vorderen Öffnung, desto mehr Wärme und Spritzschutz. Eine richtige Lösung für mehr Wärme bietet jedoch nur eine Tür oder ein weiteres Verschluss-Element am Zugang.
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6. Wenig Platz, aber Wunsch nach Extravaganz?
Große Träume und wenig Platz? Gerade in Städten sind Wohnungen oft eng geschnitten, da kann Platz für Luxus und Design auf der Strecke bleiben.
Die Lösung kann eine Mischung aus praktischer Funktionalität und spannendem Design sein. Ausgefallene Glas-Duschwände sind dafür ein schönes Beispiel. Egal ob ein einfaches satiniertes Muster, eine glänzende Spiegel-Optik, leuchtende LEDs oder ganz persönliche Fotos oder Namenszüge der Familie. Erlaubt und möglich ist, was gefällt. Sandgestrahlte Muster-Duschwände gibt es fertig bei den Herstellern und individuell gestaltet vom Glaser.
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