Badezimmer Grundriss Planung

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Mit Bedacht und Zeit: So plant man ein Bad

Modernes Badezimmer mit viel Stauraum © stock.adobe.com
Im Badezimmer möchte man sich viele Jahre lang wohl fühlen. Das verlangt eine sorgfältige Planung © stock.adobe.com

Wenn das Bad oder das ganze Haus saniert werden soll, bietet sich natürlich die Gelegenheit, im Badezimmer alle Objekte neu anzuordnen. Die Planung wird oft zu einem Puzzlespiel, denn zumeist gibt es weniger Platz, als man gerne möchte. Wie man bei der Planung vorgeht, welche Zwangspunkte es gibt und welche weiteren Ratschläge nützlich sind, das steht hier.

Badplanung: Wohin kommt was?
Badplanung: Wohin kommt was?

Planung: Papier oder Bildschirm

Wichtig ist es zu Anfang der Planung, den Bedarf zu definieren. Braucht man zwei Waschbecken? Möchte man ein Bidet? Reicht eine Dusche, oder soll es schon auch eine Badewanne sein? Es gilt, diese Fragen zu beantworten. Es gilt aber auch, bei der Planung flexibel zu bleiben. Wenn sich herausstellt, dass für das Bidet einfach kein Platz ist, muss man eben verzichten.

Vor allem hat es überhaupt keinen Zweck, sich in den leeren Raum zu stellen und auf die Plätze zu deuten, wo WC, Waschbecken, Dusche und so weiter platziert werden sollen. Sondern man zeichnet auf einem Bogen Papier die Umrisse des Bades auf, vergisst Tür und Fenster nicht und fertigt sich außerdem maßstabsgerecht kleine Papierstücke in Form und Größe der einzelnen Elemente an. Wer möchte, kann sich diese auch fertig kaufen. Auf jeden Fall kann man die einzelnen Elemente auf dem Papier in verschiedene Positionen schieben.

Badezimmer Planung © Jörg Lantelme, stock.adobe.com
Badezimmer Planung auf einem Papier © Jörg Lantelme, stock.adobe.com

Dabei gibt es verschiedene Elemente natürlich in unterschiedlichen Größen. Hat man ausgesucht, was man möchte, kann man die richtigen Größen zuschneiden. Wenn sich dann herausstellt, dass der Platz nicht reicht, muss man womöglich Abstriche machen. Klar übrigens, dass es für diese Art der Planung auch online nutzbare Tools gibt. Papier oder Bildschirm – das ist Geschmacksache. Auf jeden Fall aber muss man sich über die Planung schon einige Gedanken machen – damit das Bad perfekt wird.

Badezimmer Planung © Suwatchai, fotolia.com
Wer am Computer plant, bekommt oft auch eine 3D-Animation. Nett, aber nicht unbedingt notwendig. © Suwatchai, fotolia.com

Größen und Abstände

Ganz wichtig ist, die Größe der einzelnen Objekte und die die notwendigen Abstände berücksichtigen. Wer sich noch keine Elemente ausgesucht hat, der kann die Größen und Abstände aus der nachfolgenden Tabelle verwenden:

Sanitärobjekt Standardmaß Bewegungsspielraum
Badewanne 170 cm lang, 75 cm breit 60 cm davor
Waschbecken 50 cm breit, 40 cm tief 70 cm davor, je 20 cm daneben
Dusche 80 cm breit, 80 cm tief 70 cm davor
Toilette/Bidet 70 cm tief, 40 cm breit 60 cm davor

Bei dieser Tabelle muss man aber berücksichtigen, dass es sich um Standardelemente handelt, es gibt immer auch größere und kleinere Varianten. An dem Punkt sollte man auch das Budget im Auge behalten: Sondergrößen sind zumeist teurer als Standardobjekte. Die Freiflächen vor den einzelnen Objekten dürfen sich natürlich überlappen – wenn man davon ausgeht, dass man alleine im Badezimmer ist.

Nicht erfüllt sind mit den angegebenen Maßen übrigens die Anforderungen an ein barrierefreies oder rollstuhlgerechtes Bad. Das ist ein eigenes Thema, über das man sich speziell informieren sollte. Nur ganz grob kann an dieser Stelle gesagt werden, dass im barrierefreien Bad eine Bewegungsfläche von 1,20 mal 1,20 Metern gebraucht wird; im rollstuhlgerechten Bad sind es 1,50 mal 1,50 Meter. Wer dies berücksichtigt, hat es bei einem späteren Umbau leichter.

Gelegentlich muss man auch die unterschiedlichen Höhen im Auge haben – ein Waschbecken hängt höher als die Badewanne, das verringert den notwendigen Mindestabstand. Bei Schränken muss an genügend Platz für das Öffnen der Türen gedacht werden, das gleiche gilt für Schubladen. Je nach Bauart muss auch das Fenster geöffnet werden – und die Tür geht in den meisten Bädern ebenfalls nach innen auf.

Manchmal stehen auch Waschmaschinen oder Trockner im Bad. Die sind in der Regel 60 Zentimeter breit und ebenso tief – aber es gibt auch schmalere Geräte. Bedenken muss man, dass sie einen kleinen Abstand zur Wand brauchen – weil dort nämlich Schläuche liegen. Außerdem braucht eventuell austretende warme Luft Platz zum Abziehen.

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Die Rohre sind Zwangspunkte

Generell ist es natürlich am einfachsten, alle Elemente genau dort zu platzieren, wo sie vorher schon gewesen sind. Dann nämlich braucht man die Wasserleitungen wie auch die Abwasserrohre wenn überhaupt nur unwesentlich zu verändern. Natürlich kann man Rohre und Leitungen neu verlegen. Dabei gilt es aber, einiges zu beachten.

Abwasserrohre nämlich müssen, da Wasser bergab fließt, in Richtung des vorhandenen Ablaufs oder Fallrohres mit Gefälle gelegt werden; dieses muss mindestens einen Zentimeter pro Meter betragen, besser zwei. Man kann Abwasserrohre in so genannten Vorwandinstallationen verstecken oder in einem Sockel entlang des Fußbodenrandes. Aber man möchte nicht an zu vielen Wänden solche Vorwandinstallationen oder Sockel haben. Vorwandinstallationen verkleinern den Raum, optisch und tatsächlich.

WC Vorwandelement © Marco2811, fotolia.com
Vorwandinstallationen sind nützlich, wenn man Rohre und Leitungen verstecken möchte © Marco2811, fotolia.com

Warm- und Kaltwasserrohre stehen unter Druck, deshalb brauchen Sie nicht zwingend ein Gefälle. Auch sie verlegt man am besten in Vorwandinstallationen. Rohre und Leitungen in die Wände zu legen, das ist aus statischen Gründen tabu. Sichtbar vor der Wand aber möchte man sie aus optischen Gründen nicht haben. Man prüft also immer, wenn man Sanitärelemente auf dem Plan angeordnet hat, ob Wasser und Abwasser sinnvoll geregelt werden können. Auch die Heizung und die zugehörigen Rohre müssen in dieser Form eingeplant werden. Mit den Elektroleitungen muss man nicht ganz so vorsichtig sein, obwohl natürlich klar ist, dass jeder zusätzliche Meter Kosten und Arbeit verursacht.

Welches Objekt wohin?

Am wenigsten Spielraum gibt es wegen des Abwasserrohres bei der Platzierung der Toilette, denn diese verlangt ein dickeres Abflussrohr als Waschbecken und Dusche. Wenn möglich, sollte das WC nicht gleich zu sehen sein, wenn man den Raum betritt. Als besonders unpassend gilt der Platz direkt gegenüber der Tür.

Zumeist wird es auch als Unangenehm empfunden, wenn es sich am Kopfende der Bahnwanne befindet – nicht vom Nutzer des WC, sondern wenn man in der Wanne liegt. In den Griff bekommt man dies möglicherweise mit einer Trennwand – entscheidet man sich für ein halbhohes Exemplar, wird der Raum auch nicht optisch verkleinert.

Bei der Toilette muss man sich noch zwischen einem Stand-WC und einem an der Wand aufgehängten Exemplar entscheiden. Für das Hänge-WC spricht, dass der durchgehende Fußboden den Raum größer erscheinen lässt. Außerdem lässt sich dieser Fußboden leichter reinigen. Es kann aber sein, dass die Lage des Abwasserrohres oder die Stabilität der Wand ein Hänge-WC nicht zulassen. Dies sollte man vor der Planung prüfen.

Ein Bidet gehört übrigens unbedingt direkt neben das WC, das ergibt sich aus der Nutzung. Ganz ähnlich sollte man einen Handtuchwärmer gleich neben Dusche oder Badewanne anbringen.

Die Badewanne stellt sich in vielen kleineren Bädern fast von selbst auf – ihrer Größe wegen gibt es oft nicht viele Möglichkeiten. Wenn es besonders schwierig ist, sollte man darüber nachdenken, sich mit einer Dusche zu begnügen. Kein guter Platz für die Badewanne ist der unter einem Fenster – es kann dann mühsam sein, dieses zu öffnen oder zu putzen. Bei den Badewannen sollte man im Kopf haben, dass es auch große Modelle gibt mit stark abweichenden Formen. Auch frei im Raum stehende Wannen werden angeboten – das ist aber etwas für Bäder mit Platz, und es kann erheblichen Aufwand bei der Verlegung der Leitungen bedeuten.

Badplanung: Durchdachte Puzzelei
Badplanung: Durchdachte Puzzelei

Was den Waschtisch betrifft, bietet es sich an, ihn in der Nähe eines Fensters anzubringen. Dann bekommt man beim Rasieren oder Schminken mehr Tageslicht. An dem Punkt sollte auch überlegt werden, ob es nicht vernünftig ist, zwei Waschbecken zu installieren. Das verringert den Stress, wenn in möglichst kurzer Zeit mehrere Bewohner gleichzeitig ins Bad wollen.

Überhaupt, bei der Badplanung sollte man die Gewohnheiten und Bedürfnisse der künftigen Nutzer einkalkulieren. Ist absehbar, dass mehrere Personen das Bad gleichzeitig benutzen, dann empfiehlt es sich, das Bad zu gliedern. So kann eine halbhohe Zwischenwand einen Duschbereich von einem Waschtischbereich trennen. Freilich ist dafür nicht in jedem Bad genug Platz – und realistisch zu bleiben, das ist eine der ganz wichtigen Grundprinzipien bei der Badplanung.

Dachschrägen sollten möglichst geschickt in die Raumplanung einbezogen werden. Beim Fußende der Badewanne zum Beispiel braucht man nicht unbedingt eine Raumhöhe, die aufrechtes Stehen zulässt. Gut lassen sich dort auch Schränke unterbringen. Eine Toilette hat an dieser Stelle nur Zweck, wenn man sich beim Aufstehen nicht den Kopf anstößt.

Badsanierung im Trockenbau © Marco2811, stock.adobe.com
Badewannen passen gut unter die Dachschräge © Marco2811, stock.adobe.com

Sorgfalt auch bei den Kleinigkeiten

Gegen Ende der Planung sollte man dann Lichtschalter, Lampen, Steckdosen und alles andere einzeichnen, was zur Elektrik gehört. Schließlich folgen Schränke, Regale, Handtuchhalter und ähnliche Dinge. Bei all dem ist wichtig, die Dinge nicht irgendwo unterzubringen, sondern funktional an der richtigen Stelle. Dazu stellt man sich bei der Planung immer wieder die Abläufe vor. Auch die Beleuchtung braucht viel Aufmerksamkeit – bedenken sollte man beispielsweise, dass das Gesicht vor dem Spiegel schattenfrei ausgeleuchtet werden sollte.

Gerade bei kleinen Bädern kann die Planung, wie gesagt, eine langwierige Puzzelei sein. Auf keinen Fall sollte man gleich, kaum dass der Plan steht, die Sanitärelemente bestellen oder den Handwerker beauftragen. Am besten schläft man mindestens eine Nacht über den Plan, manchmal ergeben sich am nächsten Tag Varianten, an die man bislang nicht gedacht hat. Aus dem gleichen Grund ist es kein Fehler, eine solche Planung mit Verwandten oder Bekannten zu besprechen – mit weiteren künftigen Nutzern sowieso. Und der Handwerker, der den Auftrag bekommen soll, hat womöglich auch noch einmal die eine oder andere Idee. Mit anderen Worten: Es ist kein Fehler, sich Zeit zu nehmen für die Planung des Bades. Immerhin wird es, wenn es fertig ist, viele Jahre unverändert bleiben. Nachträgliche Verbesserungen sind nur teilweise möglich und dann auch mit viel Aufwand verbunden.

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