Duschabtrennungen – Echtglas oder Acryl

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Duschabtrennungen – Echtglas oder Acryl?

Echtglas sieht besser aus und ist auch länger ansehnlich als Acrylglas. Es ist robuster und leichter zu reinigen. Das jedenfalls sind die Argumente, wenn es um die Materialauswahl für Duschabtrennungen und Duschtüren geht. Es scheint fast so, als führe an echtem Glas kein Weg vorbei. Und tatsächlich ist dies auch die Materiallösung, die in vielen Fällen zu bevorzugen ist. Aber eben nicht in allen – und deshalb lohnt es sich schon, sich mit allen Vor- und Nachteilen zu befassen. Hier kommt alles Wichtige im Überblick.

Kleines Badezimmer © Photographee.eu, fotolia.com
Kleines Badezimmer mit Duschabtrennung aus Acrylglas © Photographee.eu, fotolia.com

Scherben bringen Glück – aber nicht im Bad

Eine Frage, die sich jeder stellt, ist die nach der Sicherheit. Glas kann zerbrechen, und in Glasscherben tritt man mit nacktem Fuß nicht gerne. Allerdings braucht man sich diese Sorgen bei Duschabtrennungen im Glas nicht zu machen. Erstens bestehen Scheiben von Echtglas-Duschen aus sogenanntem Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG). Dieses ist nicht nur sehr viel belastbarer als herkömmliches Glas. Sondern es zerbricht auch nicht in scharfkantige Scherben und Splitter, wie man es von gewöhnlichem Glas kennt, sondern es zerfällt in stumpfe Krümel. Kein jeder ist kleiner als eine getrocknete Erbse. Da kann eigentlich nicht viel passieren.

Freilich zieht das Glas im Bad damit mit dem Acrylglas allerhöchstens gleich. Das Kunstglas bildet im Fall einer Zerstörung zwar Bruchstücke mit schärferen Kanten und Spitzen. Aber es ist eigentlich nur mit größter Gewaltanwendung überhaupt kaputt zu kriegen – versehentlich jedenfalls ist es nicht zu zerstören. Das hat auch damit zu tun, dass es nachgiebiger ist als Glas.

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Auch auf die Optik kommt es an

Bis in die 1980er Jahre hinein wurden Duschkabinen und Duschtrennwände für Badezimmer weitgehend aus Kunstglas gebaut. Unter den Bezeichnungen Acrylglas und Plexiglas kam es in verschiedenen Varianten auf den Markt. Es war eine Zeit, in der das Badezimmer vor allem praktisch sein sollte. Kunststoff schien leicht zu reinigen und nicht so empfindlich zu sein.

Dann aber wurde das Bad immer wichtiger, wurde zum Wohnraum, diente auch der Entspannung und Erholung. Da ist es wichtig, dass die Atmosphäre stimmt, dass die Optik passt. Wem dies wichtig ist, der wird ganz schnell Glas den Vorzug geben. Es sieht erheblich hochwertiger aus, es wirkt edel, es glänzt und spiegelt. Und deshalb läuft es den Lösungen aus Kunstglas mehr und mehr den Rang ab.

modernes Badezimmer © pbombaert , fotolia.com
Rahmenlos elegant – das ist nur mit echtem Glas möglich © pbombaert , fotolia.com

Und dieser Unterschied nimmt zu, je länger die Dusche in Betrieb ist. Im Bad wird häufig gereinigt, schon um Kalkflecken schnell los zu werden. Aber auch bei vorsichtigster Reinigung entstehen im Plexiglas mit der Zeit kleine Kratzer. Einer stört nicht, aber mit jedem, der dazu kommt wird es schlimmer. Das Kunstglas verträgt auch Kontakt mit Alkohol, Aceton, Benzin und verschiedenen Lösungsmittel. All diese kommen im Bad aber vor, in Reinigern, Nagellackentfernern, Haarspray oder Mundwasser. Auf die Dauer lassen sich Spritzer auf die Acrylglasflächen aber nicht ganz vermeiden.

Hersteller und Badausstatter wiesen daher darauf hin, dass diese Flächen nur mit weichen Tüchern oder Schwämmen gereinigt werden dürfen, ohne Druckausübung. Ob das immer so klappt, wenn Flecken auch einmal hartnäckiger werden? Denn man kann ja auch längst nicht alle Reiniger verwenden. Manche Anbieter haben daher nur strukturiertes Acrylglas im Sortiment – da fallen Kratzer längst nicht so auf.

Aber zu Optik muss man auch sagen: Es ist alles eine Frage des Geldes. Es gibt auch sehr hochwertige und sehr gut aussehende Duschabtrennungen aus Kunstglas. Nur muss man dafür wieder etwas tiefer in die Tasche greifen. Wer aus irgendwelchen Gründen kein Glas möchte, für den kann das schon ein Weg sein.

Glas wiegt schwerer – ist das schwerwiegend?

Glas hat, wie dünn es auch immer sein mag, ein höheres spezifisches Gewicht als Acryl- oder Plexiglas. Für die Funktion von Duschtüren und -trennwänden ist das kein Nachteil: So schwer, dass man es nur mühsam bewegen könnte, ist Glas nun auch wieder nicht. Das höhere Gewicht verlangt aber solidere Befestigungen und Scharniere. Die mögen teurer sein, aber bei der Gesamtinvestition fällt das nicht ins Gewicht. Schon eher ist zu bedenken, dass all die Beschläge, wenn sie etwas massiver sind, auch hochwertiger aussehen. Die eine oder andere Befestigung von Acrylglas sieht so aus, als sei sie nicht dauerhaft. Der Eindruck ist zumeist nicht gerechtfertigt, aber trotzdem von Nachteil. Wer allerdings seine Duschtrennwände aus Acrylglas selbst baut, der hat es durchaus in der Hand, sie mit massiveren Befestigungen zu versehen. Mit Eleganz sind sparsame Beschläge nicht zu rechtfertigen – dann greift man lieber gleich zur Glaswand. Die geht auch randlos – und das ist bei Kunstglas definitiv nicht drin.

Duschabrennung mit Glaswand © mariesacha, stock.adobe.com
Duschabrennung mit Glaswand © mariesacha, stock.adobe.com

Was hochwertiger ist, kostet auch mehr

Dass Duschtrennwände aus Glas teurer sind als solche aus Plexiglas, wird immer wieder betont. Hier heißt es, Glas sei ein wenig teurer, dort heißt es, Glas sei viel teurer. Das ist keine Überraschung: Duschtüren und –Trennwände werden in so vielen Varianten hergestellt, dass es riesige Preisspannen gibt, die einen Vergleich kaum noch zu lassen. Sagen lässt sich allenfalls, dass man eine technisch gleichwertige Abtrennung bekommt, wenn man auf den Preis einer Plexiglaslösung noch 200 Euro dazu rechnet. Es kann aber deutlich mehr sein.

Saniert man eine ganze Wohnung oder gar ein ganzes Haus, dann kommt es womöglich darauf an, an möglichst vielen Stellen ein paar Euro einzusparen. Zu berücksichtigen ist aber auch, dass Acrylscheiben wegen der beschrieben Nachteile zu einem früheren Zeitpunkt ausgetauscht werden müssen als Echtglasscheiben. Langfristig sind Echtglasscheiben daher zumeist nicht teurer. Für so manchen Sanierer oder Bauherrn ist zugegebenermaßen aber die kurzfristig notwendige Investitionssumme entscheidender.

Acryl ist etwas für Selbermacher

Ein eindeutiger Vorteil des Acrylglases ist es, dass es für Heimwerker ein erheblich einfacher zu handhabendes Material ist. Man kann es sägen, man kann Löcher bohren, man kann es verkleben und verschrauben. Ein paar einfache Bearbeitungshinweise müssen beachtet werden, mehr nicht. Auch in Glas kann man Löcher machen, man kann es zuschneiden, man kann es befestigen. Aber das verlangt spezielles Werkzeug, Erfahrung und Knowhow. Ruiniert man eine Acrylplatte, kann man zumeist schnell im Baumarkt Ersatz holen. Die neue Glasscheibe muss beim Glaser erst einmal bestellt werden. Und geht die Trennwand, auf welchem Grund auch immer, tatsächlich einmal kaputt, dann ist bei Kunstglas auch die Reparatur einfacher.

Badezimmer mit Duschabtrennung aus Acrylglas © photo 5000, stock.adobe.com
Es gibt durchaus auch ansprechende Lösungen mit Kunstglas © photo 5000, stock.adobe.com

Auf die Nutzung kommt es an

Zu berücksichtigen ist schließlich noch die Nutzung des Bades, um das es geht. Das täglich genutzte Badezimmer gilt vielen als Wohlfühl-Oase, da ist die Atmosphäre, die Glas verbreitet, einfach viel angenehmer. Aber richtet man Wohnungen ein, die zu möglichst niedrigem Preis vermietet werden sollen? Da kommt es bei den Investitionen auf jeden Euro an. Geht es um das Zweitbad im Keller, das gelegentlich von Gästen genutzt wird? Geht es um eine einfach ausgestattete Ferienwohnung, die nicht gerade das Luxussegment bedienen soll? In diesen Fällen kann Acrylglas durchaus die richtige Lösung sein.

Tipp: Lesen Sie auch unseren Ratgeber Duschkabine & Co.: So bleibt das Wasser in der Dusche
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