Abfluss reinigen

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So reinigt man den Abfluss: Viele Wege führen zum Ziel – aber nicht immer

Ein Abfluss verstopft sich zumeist nicht plötzlich. Sondern das Wasser läuft immer langsamer ab, weil der Durchfluss sich immer mehr zusetzt. Das heißt, dass man die Sache retten kann, noch bevor die Katastrophe der Totalverstopfung da ist – man muss es nur eben auch tun. Und nicht auf sich beruhen lassen. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten.

Wobei nicht weiter darüber gesprochen wird, eine sichtbare Verstopfung, bestehend beispielswiese aus Haaren und Seifenresten mit einer Pinzette oder einem anderen geeigneten Instrument aus dem Ausguss zu holen. Wie das geht, liegt auf der Hand. Es geht hier um die etwas schwierigeren Fälle.

Der Pömpel macht dem Dreck Druck

Ein Pömpel ist nicht dafür da, sich ihn auf die Glatze zu drücken und damit in der Fußgängerzone herumzulaufen, auch wenn das eine lustige Vorstellung ist. Ein Pömpel heißt auch Saugglocke, und diese Bezeichnung weist auf seine Funktion hin. Hat man einen im Hause, ist er zur Beseitigung einer Verstopfung erste Wahl. Denn man muss nicht irgendwelche Mittel verbrauchen, seien es chemische oder natürliche, die ja immer auch besorgt und bezahlt werden wollen. Hat man keinen Pömpel im Hause, überspringt man diesen Absatz und liest bei den Hausmitteln weiter, oder man holt einen im Baumarkt. Gebrauchen kann man ihn immer wieder einmal, und er kostet zumeist weniger als 10 Euro.

Verstopfung lösen mir einem Pömpel © RioPatuca Images, stock.adobe.com
Verstopfung lösen mir einem Pömpel © RioPatuca Images, stock.adobe.com

Eingesetzt wird der Pömpel, indem er auf den Abfluss gesetzt wird, an dem das verstopfte Rohr beginnt. Rundum sollte er fest aufsitzen. Denn wird der Pömpel mehrfach auf- und abwärts bewegt, gerne ruckartig und schnell hintereinander. Dann gibt es die Chance, die Verstopfung durch den Wechsel von Überdruck und Unterdruck zu lösen. Wichtig ist, dass der Rand des Pömpels immer gut auf dem Becken aufgesetzt bleibt. Um die Wirkung zu steigern, sollte man weitere Rohröffnungen verschließen, etwa den Überlauf.

Solche Öffnungen können die Druckwirkung des Pömpels erheblich abschwächen. Ein feuchtes Tuch ist gut geeignet, den Überlauf zu verstopfen. Außerdem wird empfohlen, nach dem Aufsetzen des Pömpels zunächst Wasser in das Becken laufen zu lassen, bis das Gummiteil überflutet ist. Zwingend ist das nicht, aber etwas besser abgedichtet kann der Rand des Pömpels dadurch noch werden.

Ein Pömpel ist durchaus geeignet auch für Verstopfungen, die etwas weiter im Rohr liegen. Freilich besteht die Gefahr, dass ein freier Abfluss geschaffen wird, längere Haare aber im Rohr hängen bleiben. Insofern ist nach einer solchen Abflussreinigung erhöhte Wachsamkeit sicher nicht falsch. Und wenn bei der Reinigung mit dem Pömpel irgendwelche größeren Schutzteile ins Becken gesaugt werden sollten, nimmt man sie auf, etwa mit Toilettenpapier, statt sie einfach wieder im Abfluss verschwinden zu lassen.

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Hausmittel: Allgemein bekannte Geheimrezepte

Hausmittel heißen so, weil man sie zu Hause hat. Außerdem klingt das ein wenig nach „vielfach erprobt“. Backpulver und Essig zum Beispiel findet sich in den meisten Haushalten. Vier Esslöffel Backpulver werden in den Ausfluss geschüttet, gleich 100 ml Essig hinterher. Beides vermischt sich man hört ein Sprudeln. Ist das Sprudeln zu Ende, spült man mit Wasser nach. Läuft es ab, hat es funktioniert – wenn nicht, kann man einen zweiten Versuch riskieren. Womöglich ist die vorliegende Art der Verstopfung dieser Methode nicht zugänglich, womöglich hat das Mischungsverhältnis nicht gestimmt.

Statt des Backpulvers kann auch Natron oder Waschsoda verwendet werden, statt des Essigs auch Essigessenz. Ein Teelöffel Kochsalz kann die Wirkung der Reinigungsmischung verstärken. Helfen kann auch, nicht mit kaltem Wasser nachzuspülen, sondern am Ende des Sprudelvorgangs kochendes Wasser in den Ausguss zu schütten. Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass manche Installateure von Essig abraten, weil der zu sehr die Leitungen angreife. Kämpft man mit dem Verstopfungsproblem häufiger, sollte man diesen Rat beherzigen; eine Anwendung im Laufe von Jahren ist wohl eher kein Problem.

Manche Leute werfen übrigens nacheinander mehrere „Menthos“-Bonbons in den Ausguss und schütten eine Literflasche Coca-Cola hinterher. Man kann auf dem Balkon in einer Falsche einmal ausprobieren, dass dies eine beeindruckende Reaktion zur Folge hat. Sollte dies je im Abflussrohr eine Wirkung haben, dann nur durch den Druck, der dabei entsteht. Das bedeutet, dass man schnell den Ausguss verschließen muss, nachdem das Cola eingefüllt. Das empfiehlt sich auch, damit nicht womöglich eine beachtliche Fontäne das Badezimmer mit einer klebrigen Brühe überzieht. Die Methode soll auch schon geholfen haben. Wer es ausprobieren will, braucht lediglich die Bonbons und die Limonade – aber bitte rechtzeitig den Ausguss dicht machen!

Die chemische Keule

Das Problem von Leitungen, die durch das Reinigungsmittel angegriffen werden, hat man mit den handelsüblichen Mitteln sicher nicht. Immerhin handelt es sich um genau für diesen Einsatzzweck entwickelte chemische Produkte. Aber: Man hat sie nicht zwingend im Haus, und wenn man sie braucht, hat womöglich kein Geschäft auf, in dem man sie schnell kaufen kann. Und es handelt sich eben um Chemie, die sich womöglich ein wenig in der Raumluft, ganz sicher aber im Abflusssystem und in der Kanalisation verbreiten kann. In den Kläranlagen sollen solche chemische Substanzen zwar herausgefiltert werden, aber ein ungutes Gefühl hat man bei chemischen Produkten oft eben doch.

Abflussreiniger verwenden © galaganov, stock.adobe.com
Abflussreiniger verwenden © galaganov, stock.adobe.com

Die Anwendung ist natürlich kinderleicht. Es wird die auf der Packung angegebene Dosis in den Ausguss gegeben und die ebenfalls angegebene Wassermenge dazu geschüttet. Dann muss man mehrere Stunden warten. Das erneute Nachspülen zeigt, ob die Therapie erfolgreich war. Manche Hersteller empfehlen, chemische Rohrreiniger regelmäßig und vorbeugend anzuwenden. Das scheint allerdings nur angemessen, wenn es oft, also wöchentlich, Probleme mit dem Abfluss gibt. Und dann sollte man die Ursachen des Problems erforschen – ob die Abwasserverrohrung unsachgemäß gebaut ist oder ob dauert Dinge im Ausguss landen, die dort nicht hingehören. Der Dauereinsatz von Chemie sollte aus ökologischen Gründen nur die letzte Lösung sein.

Bei einer Entscheidung zu Gunsten des einen oder anderen Verfahrens spielen natürlich auch die örtlichen Verhältnisse eine Rolle. Der Siphon unter den meisten Waschbecken ist leicht zu erreichen, man kann ihn auseinandernehmen und reinigen. Wie das geht, erfahren Sie hier (LINK) Dagegen kommt man an den Siphon unter der Badewanne nur schwer oder gar nicht heran. Da ist dann auch der Einsatz von Chemie eher einmal gerechtfertigt, wenn nichts Anderes hilft.

Spirale oder Spindel – zwei Namen, ein Gerät

Die Rohrspirale oder Spindel ist ein mechanisches Gerät mit Fernwirkung. Es ist flexibel genug, um auch durch einen Siphon geschoben werde zu können, aber auch so stabil, dass die kreisenden Bewegungen bis zum Ende übertragen werden. Dort soll sich die Spirale dann im Schmutz verhaken. Spürt man also einen festeren Widerstand, zieht man die Spirale zurück – in der Hoffnung, so viel Dreck gelockert zu haben, dass der Durchfluss wieder frei wird. Es schadet gar nichts, den Vorgang mehrfach zu wiederholen. Und es kann auch sinnvoll sein, die Verstopfung durch die genannten Hausmittel anzulösen, um sie dann mit einer Spirale herauszuholen.

Verstopfung suchen mit einer Spirale © RioPatuca Images, stock.adobe.com
Verstopfung suchen mit einer Spirale © RioPatuca Images, stock.adobe.com

Übrigens ist wirkungsvoller, eine Spirale nicht durch den Siphon zu schieben, sondern den Siphon abzubauen und die Spirale in das Rohr zu schieben. Denn natürlich hemmen die Windungen des Siphons die Kraft des Gerätes etwas. Der Abbau des Siphons, den man bei der Gelegenheit gleich auch reinigen kann, ist nicht schwierig. Wie es geht, erfahren sie hier. (LINK)

Manchmal hilft nur der Handwerker

Es gibt übrigens Verschmutzungen, die bekommt man nur als Fachmann wieder heraus. Irgendwann versagen alle herkömmlichen Tricks und Methoden. Manche von diesen sollte man übrigens nur mit Vorsicht anwenden oder besser gar nicht. Immer wieder wird empfohlen, mit dem Gartenschlauch oder dem Hochdruckreiniger den Schmutz förmlich aus der Leitung zu jagen. Zu bedenken ist aber, dass ein Abwasserrohr kein Hochdrucksystem ist; die Leitungsrohre sind letztlich nur ineinandergeschoben. Wenn man Pech hat, schiebt man mit Druck solche Rohre auseinander, wenn man viel Pech hat, passiert dies an einer ganz unzugänglichen Stelle. Dann führt am Handwerker kein Weg vorbei – und die Rechnung, die er dann präsentiert, ist erheblich höher als die für eine simple Rohrreinigung.

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