Handwerker: Kosten und Stundenlöhne im Überblick

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Die Handwerkerkosten verstehen!

Ein Handwerksgeselle verdient keine 60 Euro pro Stunde – auch wenn sein Betrieb das den Kunden in Rechnung stellt. Ein Überblick, welche Posten so ein Stundensatz enthält.

Mit Handwerkern muss man zwangsläufig über Geld reden. Denn für ihre (hoffentlich) gute Arbeit verlangen sie am Ende auch gutes Geld: Wenn die Leistung nach der Arbeitszeit berechnet wird, taucht in der Rechnung häufig ein sogenannter Stundenverrechnungssatz von mindestens 50 Euro netto und von über 60 Euro brutto auf.

Handwerker Kosten © DDRockstar, stock.adobe.com
Handwerker Kosten © DDRockstar, stock.adobe.com

Kann das sein? Verdient ein Handwerksgeselle wirklich so viel in der Stunde?

Mitnichten! Der Preis für eine Handwerkerstunde setzt sich aus mindestens fünf Komponenten zusammen, von dem der Stundenlohn eines Gesellen nur etwas mehr als ein Viertel ausmacht. Folgende Beispielrechnung bringt es auf den Punkt.

Brutto-Betrag, die Handwerkerstunde 65,00 €
minus Mehrwertsteuer 10,37 €
minus Gemeinkosten (Kfz, Abschreibung, Versicherungen) 20,75 €
Mittlerer Stundenlohn 16,50 €
Lohnzusatzkosten (Sozialabgaben) 14,18 €
Gewinn für den Handwerksbetrieb 3,20 €

Ein Stundenverrechnungssatz von 65 Euro brutto sagt also noch nichts über den Arbeitslohn des Handwerkers oder über den Profit seines Betriebs. Der relativ hohe Anteil der Lohnnebenkosten enthält beispielsweise auch ein 13. Monatsgehalt, sofern das gezahlt wird, oder die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Die betrieblichen Nebenkosten, die etwa das Fahrzeug, Werkstattmiete und Löhne für Bürokräfte umfassen, werden auch als Gemeinkosten bezeichnet.

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Nicht nur auf den Stundensatz schauen!

Handwerksrechnungen setzen sich aus den Kosten für Material und Anfahrt sowie dem Stundenverrechnungssatz zusammen. Kleine Betriebe haben oft niedrigere Stundenpreise, berechnen aber mehr für das Material, weil sie nicht so günstig einkaufen können wie größere. Darum sollte man sich von verschiedenen Betrieben Kostenvoranschläge geben lassen und die Gesamtpakete vergleichen. Wenn es sich um kleinere Reparaturaufträge handelt, sind die Abrechnungsmodalitäten besonders wichtig: Denn manche Betriebe rechnen jede angefangene Viertelstunde ab, andere die ganze Stunde.

Handwerker Stunden: Abrechnung nicht immer gleich
Handwerker Stunden: Abrechnung nicht bei alllen Betrieben gleich

Einige Gewerke berechnen ihre Leistungen nicht nach Zeit, sondern nach der anfallenden Arbeit. Maler berechnen häufig nach den Quadratmetern, die zu streichen oder zu tapezieren sind. Dabei unterscheiden sie nach Vorarbeiten wie Abdecken, dem Streichen und abschließenden Arbeiten. Auch Maurer, Dachdecker und Fliesenleger berechnen in der Regel die geleistete Arbeit. Dagegen rechnen Schreiner, Installateure und Elektriker üblicherweise nach Stunden ab.

Haustür Einbau © W-Production, stock.adobe.com
Handwerker: Nicht nur auf den Stundensatz schauen © W-Production, stock.adobe.com

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Die Stundensätze der Handwerker

  • Maler
    Die Malerstunde kostet in der Regel günstige 30 bis 40 Euro. Das ist auf den relativ niedrigen Tariflohn und die vergleichsweise geringen Kosten für Werkzeuge zu suchen sowie einem geringen Raumbedarf.
  • Schreiner
    Beim Schreiner schlagen pro Stunde 30 bis 45 Euro zu Buche. Die breite Spanne erklärt sich aus der unterschiedlichen Ausstattung der Betriebe. Je nach Spezialisierung benötigen Schreiner eine teure Werkstatt und oft viel Platz.
  • Maurer
    Beim Maurer führt ein etwas höherer Tariflohn zu Stundensätzen von 35 bis 50 Euro. Höhere Preise kalkulieren die Betriebe außerdem, weil die Arbeit witterungsbedingt im Winter oft für längere Zeit ruht, aber dennoch Löhne zu zahlen sind.
  • Elektriker
    Obwohl Elektrikergesellen unterdurchschnittliche Tariflöhne erhalten, berechnet die Branche pro Stunde 40 bis 55 Euro hoch. Dies liegt daran, dass viele Arbeiten einen Meister erfordern.
  • Gas- und Wasserinstallateure, Heizungsbauer
    Bei diesen Gewerken sind die Stundensätze mit 40 bis 60 Euro ebenfalls hoch. Die Mitarbeiter werden wegen hoher Qualifikation und häufiger Arbeit beim Kunden in Eigenverantwortung überdurchschnittlich bezahlt.
  • Dachdecker
    Eine Dachdeckerstunde ist besonders teuer, nämlich zwischen 45 und 60 Euro. Hier machen sich neben hohen Löhnen die teuren Werkzeuge und ein umfangreiches Lager bemerkbar. Ins Geld geht auch die in dieser Branche nötige Sicherheitsausrüstung.

Alle hier genannten Zahlen dienen nur der Orientierung. Die tatsächlichen Kosten unterscheiden sich nach Bundesland – oder auch zwischen Stadt und Land. Schließlich spielt auch die Konjunktur eine Rolle: Handwerksleistungen rund ums Bauen sind wegen des Immobilienbooms in den letzten Jahren überdurchschnittlich teurer geworden.

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