Treppenhaus streichen: Anleitung mit Praxistipps

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Das Treppenhaus zu streichen, gehört für viele Renovierung zur Königsklasse. Dabei sind die Anforderungen im Grunde die gleichen wie beim Streichen von Wänden; lediglich die Vorbereitungen sind aufwendiger, und natürlich müssen Sie beim Treppenhausstreichen auch bessere Vorkehrungen für die Sicherheit treffen, damit Sie bei der Arbeit nicht abrutschen oder gar stürzen.

In diesem Artikel lesen Sie, was Sie beachten müssen, wenn Sie das Treppenhaus selber streichen möchten – aber auch, mit welchen Preisen Sie ungefähr zu rechnen haben, wenn Sie einen Fachbetrieb damit beauftragen.

Welche Farbe passt zum Treppenhaus?

Weil die Wände im Treppenhaus stark beansprucht werden, sollte der Anstrich nicht nur robust und widerstandsfähig gegenüber Anschmutzung sein, sondern sich auch gut reinigen lassen. Sie brauchen also eine hochwertige Farbe mit Deckkraftklasse 1 und Nassabriebklasse 1.

Moderne Latexfarben sind Kunststoffdispersionen mit einem hohen Bindemittelanteil, der den Anstrich wasch- und scheuerbeständig macht. Doch auch andere qualitativ hochwertige Dispersionsfarben eignen sich für den neuen Anstrich. Die Verwendung einer hochpreisigen Farbe im Treppenhaus zahlt sich sehr schnell aus, wenn die Reinigung den Neuanstrich ersetzt.

Ist das Treppenhaus feucht bzw. die Wand besonders feuchtegefährdet, empfiehlt sich eine Mineralfarbe, zum Beispiel Silikatfarbe, die diffusionsoffen, feuchtebeständig, schimmelabweisend und dazu sehr robust und langlebig ist. Alternativ können Sie eine hochwertige Feuchtraum- oder Kellerfarbe verwenden.

In vielen Treppenhäusern, auch in Altbauten, ist die Wand im Treppenhaus zwei Farbe gestrichen. In aller Regel wird für die untere Wandhälfte (oder das untere Drittel) ein dunklerer Farbton gewählt. Das hat drei Vorteile: auf der dunkleren Farbe sind Flecken, Streifen und andere Spuren der häufigen Benutzung nicht so leicht zu sehen, die (oft enge) Treppenhausarchitektur wird durch die Aufteilung aufgelockert, außerdem entstehen so häufig auch Kontraste, die in der Praxis nützlich sind. So können sich zum Beispiel die Treppenstufen, aber auch Lichtschalter bei einer klug gewählten Farbkombination optisch besser abheben.

Früher war es auch nicht unüblich, im unteren Bereich des Treppenhauses Holzverkleidungen (Paneele) anzubringen. Sind diese noch ansehnlich bzw. wollen Sie Sie behalten, benötigen Sie dafür einen Holzlack oder eine Lasur. Möchten Sie selbst Paneele anbringen, können Sie sich auch für eine moderne Variante aus Kunststoff entscheiden. Diese Verkleidungen können ebenfalls farblich gestaltet und bei Bedarf auch mehrfach überstrichen werden. Mehr Details lesen Sie in diesem Artikel zum (Neu-)Gestalten von Paneelen.

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Hinweis: Um den Anstrich im Treppenhaus noch besser zu schützen, können Sie auf die getrocknete Dispersionsfarbe zusätzlich eine Schicht Tapetenhaut (manchmal auch „Elefantenhaut“ genannt) auftragen. Der transparente Überzug ist für viele Untergründe geeignet, lässt sich wie Farbe aufpinseln oder -rollen und bildet beim Trocknen einen seidig glänzenden Schutzfilm.

Wie immer bei der Raumgestaltung können Sie auch beim Treppenhaus auf die Farbwirkung setzen, um etwa enge und dunkle Treppenhäuser geräumiger oder ein niedriges Treppenhaus höher wirken zu lassen. Wilde Experimente wie zum Beispiel verwirrende 3D-Tapeten, die wie optische Täuschungen wirken und Räume scheinbar „auflösen“ können, sind hier jedoch nicht empfehlenswert, denn Sicherheit steht im Treppenhaus an erster Stelle.

Treppenhaus streichen – Sicherheitsvorkehrungen

Der Hauptgrund, warum viele Heimwerker wenig Lust haben, das Treppenhaus zu streichen, ist die schlechte Zugänglichkeit der Wand- und Deckenflächen, kombiniert mit einer Vielzahl von Ecken und Kanten und hübsch abgerundet durch die Unmöglichkeit, auf den Treppenstufen eine normale Leiter aufzustellen. Improvisierte Arbeitsbühnen oder Gerüste aus Bodendielen, Paletten oder irgendwelchen Möbelstücken und Unterlegklötzen (sog. „Angsthölzern“) haben schon viele kluge Erfinder abstürzen lassen. Machen Sie es richtig, indem Sie sich entweder eine verstellbare Treppenleiter oder ein für Treppenhäuser geeignetes Leitergerüst zulegen. Handelt es sich um eine einmalige Aktion, können Sie diese Geräte auch ausleihen.

Helfer erleichtern die Arbeit und sorgen für ein rascheres Ende. Ist jedoch zwingend eine weitere Person notwendig, um sicher arbeiten zu können, sollten Sie Ihr Sicherheitskonzept überdenken. Denn auf einer richtig aufgestellten Treppenleiter oder – in größeren Treppenhäusern – einem richtig montierten und positionierten Gerüst stehen Sie sicher und können das Treppenhaus auch alleine streichen.

Hinweis: Bei einem kleineren und niedrigeren Treppenhaus kann das Streichen auch ohne Leiter klappen, sofern Sie mithilfe einer Teleskopstange alle Flächen erreichen. Um keine Pinsel an Stangen befestigen zu müssen, besorgen Sie sich für die Ecken und Kanten einen Eckenroller – und decken Sie Stufen, Fußleisten und Frisur vor der Arbeit besonders gründlich ab.

Treppenhaus streichen – Vorbereitungen

Hier gehen Sie vor, als wollten Sie eine Wand streichen: Einrichtung und Deko ausräumen, Leiter aufbauen, Leuchten, Lichtschalter sowie Steckdosen abmontieren (vorher Sicherung ausschalten und Spannungsfreiheit feststellen), Untergrund reinigen, Löcher und Risse mit Spachtelmasse versorgen.

Treppenhaus streichen © koldunova_anna, stock.adobe.com
Eine gute Vorbereitung spart später viel Zeit und Mühe © koldunova_anna, stock.adobe.com

Das Abkleben von Treppenstufen oder im Zickzack verlaufenden Fußleisten ist besonders aufwendig. Allerdings können Sie sich bei harten, glatten Treppenstufen (etwa Naturstein, Bodenfliesen oder Linoleum), von denen sich Farbspuren mit Lappen oder Spachtel leicht entfernen lassen, viel Arbeit sparen, indem Sie lediglich eine Bahn breites Abklebeband an der Wand entlang kleben. Handläufe, textile Bodenbeläge, Teppichläufer etc. sollten dagegen vollflächig abgedeckt werden, ebenso Stufen aus unbehandeltem oder stark abgenutztem Holz.

In vielen Treppenhäusern ist die Beleuchtung schlecht, oft gibt es keine Fenster. Mit einem Baustrahler oder einer hellen Lampe aus dem Bestand sorgen Sie für gutes Licht auf der Baustelle. Holen Sie den Strom dafür mit einem Verlängerungskabel aus einem Raum, dessen Sicherung nicht ausgeschaltet werden musste. Liegt das Kabel riskant im Weg, investieren Sie fünf Extraminuten in die Sicherheit und kleben es mit Panzerband am Boden fest, sodass es nicht zur Stolperfalle werden kann.

Bei sehr stark oder unterschiedlich saugenden Untergründen können Sie eine Grundierung (Tiefgrund) auftragen, die den Untergrund verfestigt und für gleichmäßige Farbaufnahme/Deckung sorgt. Die Grundierungsschicht verhindert auch, dass frische Spachtelstellen als helle Flecken durchschimmern. Damit Nikotinbeläge oder Rußflecken nicht durchschlagen, streichen Sie mit Sperrgrund oder einer Sperr- oder Isolierfarbe vor.

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Treppenhaus streichen – Streichtechnik

Zuerst streichen Sie die Ecken und Kanten. Tragen Sie die Farbe großzügig auf, damit die schwierigen Stellen möglichst keinen zweiten Anstrich benötigen. Den Flächen sollten Sie dagegen zwei Aufträge gönnen, damit der Treppenhausanstrich möglichst widerstandsfähig und langlebig wird.

Um eine möglichst gleichmäßige Deckung zu erreichen, auch bei rauen oder strukturierten Untergründen wie Raufasertapete, streichen Sie die Wände im sogenannten Kreuzgang, also jede Fläche einmal waagerecht und einmal senkrecht. Arbeiten Sie nass in nass, damit keine sichtbaren Übergänge bleiben.

Gängiges Abklebeband lässt sich am besten entfernen, wenn die Farbe darauf noch ein wenig feucht ist. Denn richtig trockene Farbe ist so hart, dass der Farbfilm beim Abziehen des Klebebands brechen oder absplittern kann, was im schlimmsten Fall die mühsam abgeklebte Kante optisch komplett ruiniert.

Was kostet es, das Treppenhaus streichen zu lassen?

Wenn Sie einen Fachbetrieb (Maler) beauftragen, das Treppenhaus zu streichen, sollten Sie pro Quadratmeter 10-20 Euro veranschlagen. Das gilt nur für den Anstrich inklusive Vor- und Nacharbeiten; muss vorher noch der Putz ausgebessert oder die alte Tapete entfernt werden, sind die Kosten entsprechend höher.

Das sind natürlich nur grobe Orientierungswerte, denn die Handwerkerpreise können je nach Bundesland, Saison und aktueller Auftragslage variieren. Mit unserem kostenlosen Angebotsservice können Sie sich einen detaillierteren Überblick verschaffen und die Preise/Leistungen von Betrieben in Ihrer Nähe vergleichen. Natürlich ist dieser Service unverbindlich; weder durch Ihre Anfragen noch durch die Angebote, die Sie von Handwerkern bekommen, entstehen Ihnen irgendwelche Verpflichtungen.

Maler streicht Wand © Ingo Bartusse, fotolia.com
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