8 Methoden, um alte Farben und Anstriche von der Wand zu entfernen

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, unschöne oder schadhafte Farbbeschichtungen loszuwerden, etwa:

  • abblätternde, rissige oder verwitterte Farbe,
  • stark verschmutzte, bewachsene oder angeschimmelte Farbe,
  • sehr kräftige oder dunkle Altanstriche,
  • alte Effektbeschichtungen (z. B. Glitter) oder
  • Farbe auf Strukturputz oder Strukturtapete.

Die naheliegendste Methode ist das Überstreichen. Sofern der Altanstrich sauber, trocken und stabil ist und die alte Oberflächenstruktur erhalten bleiben darf, können Sie damit sofort anfangen. Falls nicht, können Sie den Altanstrich meist mit wenigen Vorbereitungsarbeiten wieder salon- und tragfähig machen. Der Aufwand zum Entfernen der Wandfarbe ist meist wesentlich größer.

Möglichkeiten der Farbentfernung
Möglichkeiten der Farbentfernung

1. Überstreichen

Ob sich eine alte Farbe überstreichen lässt, hängt vor allem von der Qualität der neuen Farbe ab. Mit dem Farbton des Altanstrichs hat es hingegen nichts zu tun – sogar schwarze oder knallrote Wände können problemlos auch mit Weiß oder zarten Pastelltönen überstrichen werden. Dazu brauchen Sie lediglich eine hochwertige Farbe mit möglichst vielen Farbpigmenten und einem hohen Bindemittelanteil. Die ist zwar teurer als Wandfarbe vom Discounter, doch dafür reichen in aller Regel schon zwei unverdünnte Aufträge, um selbst den dunkelsten Altanstrich dauerhaft zu überdecken.

Farbe überstreichen © JFsPic, fotolia.com
Einfach und schnell – das Überstreichen mit einer hochwertigen, gutdeckenden Wandfarbe © JFsPic, fotolia.com

Achten Sie beim Farbenkauf auf Deckkraftklasse und Nassabriebbeständigkeit. Beide Angaben finden Sie auf den Eimern und auch in den technischen Datenblättern der Produkte. Wählen Sie eine Farbe der Deckkraftklasse 1 (Deckkraft mindestens 99,5 %). Diese Farben weisen die höchste Pigmentdichte auf und decken daher am besten. Bei der Nassabriebbeständigkeit kennzeichnet Klasse 1 die Farben mit der höchsten Scheuerbeständigkeit. Erreicht wird diese Eigenschaft durch einen hohen Bindemittelanteil.

Verwenden Sie beim Überstreichen qualitativ hochbeckende Farbe
Verwenden Sie beim Überstreichen qualitativ hochbeckende Farbe
Hinweis: Die Pigmentdichte ist entscheidend für die Farbdeckung. Bindemittelreiche Farben bilden zudem einen Film auf der Wand, anstatt die Oberflächenstruktur zu „schlämmen“ (aufzuweichen und zuzuschmieren). Somit sind sie auch ideal zum Überstreichen von Rauputz, Strukturputz oder Strukturtapeten geeignet.

Lassen Sie sich also von dunklen Farben nicht abschrecken. Und wenn Ihnen jemand mit Blick auf Ihre Wand erzählt, „das da“ könne man „mit gar nichts überstreichen“, glauben Sie ihm nicht. Im Zweifelsfall fragen Sie einen Maler – der sagt Ihnen dann, mit welcher Farbe Sie Erfolg haben werden und warum.

Wenn die alte Farbe schmutzig, staubig, fettig oder vergilbt ist, sollten Sie sie vor dem Überstreichen soweit als möglich reinigen. Das Abwaschen oder Scheuern alter Wände ist zwar keine Freude, doch dabei entsteht immer noch weit weniger Dreck als beim Abtragen der kompletten Farbschicht. Um die Haft- und Deckkraft des Neuanstrichs zu erhöhen, kann eine Grundierung sinnvoll sein, ist aber selten zwingend notwendig.

Zum Renovieren von Raucherwohnungen gibt es spezielle Farben, die das „Durchschlagen“ von Nikotingelb und Rauchgerüchen verhindern. Entsprechende Produkte zum Überstreichen von alten Schimmel- oder Algenflecken sind ebenfalls im Fachhandel erhältlich. Sie sollten jedoch nur angewendet werden, wenn die Wand inzwischen trocken und somit vor einem Neubefall geschützt ist.

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2. Farbe abspachteln

Von glatten Untergründen lässt sich alte Farbe unter Umständen mit dem Spachtel entfernen. Das erfordert allerdings so viel Geduld, Kraft und Zeit, dass diese Methode nur dann sinnvoll ist, wenn Sie die untere Farbschicht nicht nur optisch, sondern physisch loswerden wollen. Sollte es Ihnen weniger um die Farbe gehen als um eine unerwünschte Struktur, kommen Sie mit dem Aufziehen einer neuen, dünnen Schicht Glättspachtel wahrscheinlich schneller zum Ziel, schonen Muskeln und Nerven und müssen keine Farbreste entsorgen.

Wand vorbereiten und glätten © ronstik, fotolia.com
Arbeiten mit Spachtel © ronstik, fotolia.com

3. Farbe abschlagen

Wenn Sie eine Wand von allen Farbaufträgen der vergangenen Jahre befreien wollen, können Sie auch gleich aufs Ganze gehen, die Farbschichten mitsamt dem Putzgrund entfernen (Hammer und Meißel, Gipserbeil) und danach die Wand neu verputzen. Wenn Sie eine ganz glatte Oberfläche wollen (etwa zum Tapezieren), brauchen Sie allerdings viel Erfahrung – oder einen Stuckateur, der das täglich macht und mit großen Glättwerkzeugen präzise arbeiten kann.

4. Farbe abschleifen

Mit einer Schleifmaschine, z. B. einem Schwingschleifer oder Bandschleifer, bekommen Sie alte Farbe auch von der Wand. Die Methode ist ebenfalls nur für glatte Untergründe geeignet – bei gestrichenem Strukturputz u. Ä. wird die Struktur vom Schleifgerät zerstört und außerdem jede Menge Putz mit abgeschliffen. Dieser Effekt – ein glatter(er) Untergrund – kann natürlich auch gewünscht sein.

Beim Abschleifen von Putz bzw. Wänden entsteht viel Staub, und das Arbeiten mit großen oder schnelldrehenden Schleifmaschinen ist laut, gefährlich und anstrengend. Um lose bzw. abblätternde Farbpartikel, „Farbnasen“ etc. zu entfernen, reicht es oft aus, den Altanstrich von Hand oder mit dem kleinen Schwingschleifer abzuschleifen. Was danach noch fest auf der Wand haftet, ist tragfähig, durch das Schleifpapier aufgeraut und so gut für den Neuanstrich vorbereitet.

Hinweis: Schleifgeräte für Wände können Sie sich auch ausleihen, z. B. im Baumarkt. Sie können auch bei einem Maler oder Stuckateur vor Ort nachfragen – viele Betriebe haben Leihgeräte vorrätig und zeigen Ihnen auch, wie Sie diese richtig bedienen.

5. Alte Farbe mit Wasser ablösen

Diese Methode eignet sich für Wandfarben auf Wasserbasis. Diese lassen sich mit lauwarmem Wasser, Schwamm oder Bürste nach und nach von der Wand lösen und dann abnehmen. Das ist jedoch ebenfalls eine echte Geduldsprobe, bei der zwar kein Staub, dafür aber umso mehr Schmutzwasser entsteht. Und wie bei den anderen Methoden zur Farbentfernung stellt sich auch hierbei die Frage: Muss die Farbe wirklich ganz weg? Vielleicht reicht es völlig aus, die unappetitliche Oberfläche gründlich abzufegen und mit milder Seifenlauge zu reinigen, anstatt mühsam die komplette Farbschicht wegzuwaschen.

6. Farbe mit dem Hochdruckreiniger entfernen

Das klappt wunderbar, ist aber nur für Außenwände geeignet. Die Arbeit ist außerdem so schmutzig und riskant, dass Mensch und Baustelle gewissenhaft vorbereitet, geschützt und gesichert werden müssen. Das bedeutet z. B. das Tragen von Schutzausrüstung, das Errichten von Gerüsten, das Abdecken von Garten, Bürgersteig etc. und unter Umständen sogar das vorübergehende Sperren der Straße.

7. Lackfarben mit der Heißluftpistole entfernen

Lack entfernen mit Heißluftpistole © Aleksandr Volunkov, fotolia.com
Mit einer Heißluftpistole lässt sich alter Lack schnell entfernen © Aleksandr Volunkov, fotolia.com

Viele Lacke werden weich und heben sich vom Untergrund ab, wenn sie erhitzt werden. Sie können dann mit dem Spachtel oder – bei strukturierten Oberflächen – mit einer Drahtbürste oder einem Fugenkratzer entfernt werden. Diese Methode ist vor allem für Latex- und Acrylfarben geeignet. Ihre Nachteile sind einerseits die Gerüche bzw. Dämpfe, die beim Erhitzen der Farbe entstehen, und andererseits die Hitze selbst. Ein Atemschutz ist dringend empfehlenswert, und der Untergrund muss hitzebeständig bzw. nicht brennbar sein, denn die Farbe wird auf mehrere hundert Grad erhitzt.

Acryllack entfernen mit einer Heißluftpistole
Acryllack entfernen mit einer Heißluftpistole

8. Farbe abbeizen oder ablaugen

Hierbei wird die Farbe mit chemischen Mitteln entfernt, etwa mit Natronlauge, Kalilauge oder Salmiak. Das Mittel wird aufgepinselt oder mit der Rolle aufgetragen. Es löst die Farbe auch aus Vertiefungen, Ritzen oder Untergrundstrukturen und wird anschließend mit Wasser abgenommen bzw. abgewaschen. Bei dieser Methode brauchen Sie ebenfalls volle Schutzausrüstung und eine gut belüftete Baustelle: Die Laugen bzw. Beizen sind gefährlich für Augen, Haut, Gesundheit und Umwelt und müssen in aller Regel auch eine ganze Weile einwirken, bevor sie mitsamt der Farbe entfernt werden können. Und anschließend müssen Sie sich noch um die fachgerechte Entsorgung der Farbabfälle kümmern.

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