Glänzende Wände: Wand lackieren, spachteln, glätten

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Glänzende Wände: Wand lackieren, spachteln, glätten

Es gibt zwei Hauptgründe, eine Wand zu lackieren:

  • Lackierung als Schutz: Hier wird der Lack auf besonders feuchtebelastete oder beanspruchte Wände aufgetragen, um diese widerstandsfähiger und pflegeleichter zu machen. Oft werden auch nur Teile der Wand lackiert, etwa die Duschwand oder der Wandbereich um Waschbecken, Toilette, Herd oder Spüle. In viel begangenen und genutzten Räumen können die Wände halbhoch lackiert werden, um sie vor Kratzern und Macken zu schützen und die Reinigung zu erleichtern.
  • Lack für die Ästhetik: Hochglänzende Wände, ein glanzvoller Akzent oder Spiegelglanz-Optik im gesamten Raum: Mit verschiedenen Methoden lassen sich Wände zu Handschmeichlern, Blickfängen und Lichtspielen aufrüsten, sofern die entsprechende Technik professionell ausgeführt wird.

Lesen Sie hier, was eine lackierte Wand von einer gestrichenen unterscheidet, worauf Sie beim Wände Lackieren achten müssen und wie Sie eine Wand auch ohne Lack zum Glänzen bringen können.

Der Unterschied zwischen Lack und Farbe

Lacke haben einen höheren Bindemittelgehalt als Farben. Daraus ergeben sich die charakteristischen Eigenschaften des Lacks: Er bildet eine harte, glatte und glänzende Beschichtung. Dagegen sind Farboberflächen nach dem Trocknen offenporiger und daher rauer und matter.

Sowohl bei den Farben als auch bei den Lacken gibt es verschiedene Arten, die nach ihren Bindemitteln (z. B. Silikat, Kunststoffdispersion, Acryl, Öl, Kunstharz) benannt sind. Professionelle Maler und Lackierer führen heute rund 90 % der hochwertigen Lackierungen mit Alkydharzlacken aus. Das sind ölige Kunstharzlacke, die besonders gut haften, lange halten und sehr schön glänzende, strapazierfähige Oberflächen ergeben. Die meisten davon sind jedoch zum Lackieren von Wänden im Wohnbereich nicht geeignet, da sie gesundheitlich bedenkliche Lösemittel enthalten.

Alkydharzlack © aykuterd, stock.adobe.com
Alkydharzlack © aykuterd, stock.adobe.com

Wenn Sie eine Innenwand ganz oder zum Teil lackieren möchten, verwenden Sie dafür am besten einen wasserverdünnbaren Lack. Wasserlacke sind feine Dispersionslacke, mit denen Sie bei optimaler Untergrundvorbereitung jeden Glanzgrad erreichen können. Es gibt sie für jede Anwendung, für die auch lösemittelhaltige Lacke erhältlich sind. Besonders beliebt für Innenanwendungen sind wasserverdünnbare Acryllacke, die leicht zu verarbeiten und mit dem blauen Umweltengel gekennzeichnet sind. Auch spezielle Wandlacke auf Acrylbasis sowie wasserverdünnbare Alkydharzlacke für Innenbereiche werden in vielen Farben und Glanzgraden angeboten.

Verwenden Sie nach Möglichkeit unbedenkliche Lacke
Verwenden Sie nach Möglichkeit gesundheitlich unbedenkliche Lacke
Hinweis: Auch ein Wasserlack, der das Umweltzeichen RAL-UZ 12a (schadstoffarmer Lack, Blauer Engel) trägt, darf bis zu 10 % andere Lösemittel bzw. Weichmacher enthalten. Wenn Sie genau wissen wollen, was drin ist, lesen Sie das technische Datenblatt genau durch und lassen Sie es sich gegebenenfalls vom Fachpersonal erklären.
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Wie wirkt sich eine lackierte Wand auf das Raumklima aus?

Weil Lack mehr öliges, „klebriges“ Bindemittel enthält als Farbe, bildet er nach dem Verdunsten des Lösungsmittels einen festen, dichten Film. Damit die Lackoberfläche richtig gut aussieht, schön glänzt und robust gegenüber Belastungen ist, muss der Lackfilm geschlossen und darf nicht zu dünn sein. Das bedeutet, dass die Poren des Untergrunds dadurch versiegelt werden. Wo die Wand lackiert ist, kann der Putz also keine Feuchtigkeit (oder Wasserdampf) mehr aufnehmen und wieder abgeben. Dieser Vorgang wird umgangssprachlich als „Atmen“ oder „Atmungsaktivität“ der Wände bezeichnet.

Bei normal feuchtebelasteten und belüfteten Wohnräumen (dazu zählen aus bautechnischer Sicht auch Bad und Küche) ist eine lackierte Wand kein Problem. Wände, die höchstens kurz feucht werden und danach jedes Mal rasch wieder trocknen, müssen keine großen Mengen Wasser oder Dampf „wegatmen“ können. Auch die gängigen Kunststoffdispersionsfarben, die auf vielen Wänden sogar in mehreren Schichten liegen, beeinträchtigen die Diffusionsoffenheit erheblich, ohne dass es deswegen automatisch Probleme mit Feuchtigkeit oder Schimmel gibt.

rot glänzende Wand © Robert stock.adobe.com
Glänzende Farben geben der Wand einen besonderen Look und wirken als Farbakzente besonders gut © Robert stock.adobe.com

Allerdings sollten Sie niemals alle Wände eines Raumes lackieren, sonst sind „dicke Luft“ und schlechtes Raumklima vorprogrammiert. Und für feuchte oder bereits schimmelbelastete Wände (z. B. im Keller) ist Lack ebenfalls keine Lösung, sondern würde das Problem nur verstärken. Hier fahren Sie besser mit einer guten, diffusionsoffenen Kellerfarbe.

Vorbereitung: Warum Sie nicht einfach Lack kaufen und die Wand lackieren sollten

Damit die Lackoberfläche tatsächlich so gut und schön wird, wie Sie es sich wünschen, müssen Sie die Wand entsprechend vorbereiten. Am einfachsten ist das natürlich, wenn es Ihnen lediglich auf die Schutzwirkung oder die schöne Farbe ankommt, während perfekte Glätte oder gleichmäßiger Glanz nicht so wichtig sind. Dann müssen Sie lediglich dafür sorgen, dass der Untergrund fettfrei und sauber, haft- und tragfähig ist – also abwaschen, kleine Risse mit Spachtelmasse reparieren und die Fläche ein wenig anschleifen, um sie aufzurauen. Ist die Wand noch ungestrichen, können Sie vor dem Lackieren eine passende Grundierung auf den Putz auftragen. Um tapezierte Wandbereiche mit einem wasserfesten Schutzfilm zu versehen, können Sie alternativ zum Lack auch eine sogenannte Tapetenhaut („Elefantenhaut“) verwenden. Das ist ein transparenter Überzug, der einfach aufgestrichen oder gerollt wird und nach dem Trocknen ebenfalls ein wenig glänzt.

Wesentlich anspruchsvoller sind die Untergrundvorbereitungen, wenn Sie eine ebenmäßig glatte, (hoch-)glänzende Wand möchten. Damit das klappt, muss die Fläche vorher professionell gespachtelt und geglättet werden. Denn wenn nicht schon der Untergrund plan und perfekt glatt ist, kann es die Lackschicht auch nicht werden. Der Lackfilm bildet alle Strukturen exakt nach, und durch den Glanz (die besondere Lichtreflexion) werden später selbst kleinste Details sichtbar, die das Auge des Laien auf der vorbereiteten Wand niemals entdeckt.

Wand vorbereiten und glätten © ronstik, fotolia.com

Um eine Wand so vorzubereiten, dass später kein noch so kleiner Schatten die spiegelglatte Oberfläche stört, muss die Fläche „auf Q4“ gespachtelt und geschliffen werden. Was sich hinter diesem Kürzel verbirgt und warum das unbedingt eine Arbeit für Profis ist, erfahren Sie als Nächstes.

Wie bekomme ich einen Q-Untergrund?

Beim Spachteln und Schleifen gibt es vier Qualitätsstufen: Q1 bis Q4. Hier sehen Sie die Unterschiede:

Verspachtelung einer Wand: Q steht für Qualität
Verspachtelung einer Wand: vier Qualitätsstufen werden unterschieden

Q1 (Qualitätsstufe 1):

Das ist die einfachste Art der Verspachtelung für Flächen, an die keine dekorativen bzw. optischen Ansprüche gestellt werden. Die Q1-Grundverspachtelung wird etwa vor dem Belegen der Wand mit Kacheln oder Fliesen ausgeführt.

Q2 (Qualitätsstufe 2):

Nach der Grundverspachtelung kann eine Standardverspachtelung der Qualitätsstufe 2 vorgenommen werden, um Schraubenköpfe, Fugen, Anschlüsse und Ecken an- oder auszugleichen. Das ist beispielsweise bei Trockenbauwänden üblich: Vor dem Streichen oder Tapezieren werden die Rigipsplatten verspachtelt. Q2 schaffen die meisten Heimwerker: Diese Qualitätsstufe ist geeignet (und in der Regel auch völlig ausreichend) für gestrichene und gerollte Dispersionsanstriche, Raufasertapeten und andere unkomplizierte Renovierungsarbeiten.

Q3 (Qualitätsstufe 3):

Das sind Sonderverspachtelungen für Beschichtungen und Anstriche mit feiner bis sehr feiner Struktur, bei denen höhere optische und dekorative Ansprüche an die gespachtelte Fläche bestehen. In der Praxis bedeutet das, dass zuerst die Grund- und danach die Standardverspachtelung ausgeführt werden müssen, also sowohl Q1 als auch Q2. Danach wird eine weitere Schicht (feinerer) Spachtelmasse aufgebracht und die Oberfläche mit einem scharfkantigen Glättwerkzeug (Glättkelle) abgezogen. Durch das Abziehen werden die Poren verschlossen. Und zwischen den verschiedenen Arbeitsgängen sind immer die Trockenzeiten der Spachtelmasse(n) einzuhalten.

Q4 (Qualitätsstufe 4)

Beim Spachteln und Schleifen ist Q4 die Königsklasse. Sie erfüllt selbst höchste Ansprüche an die verspachtelte Fläche und ist daher geeignet für glänzende glatte oder strukturierte Wandbeschichtungen und -bekleidungen, bei denen alle Schatten vermieden werden sollen. Q 4 brauchen Sie für schöne, hochglänzend lackierte Wände, für Lasuren, glänzende Farbanstriche und hochwertige Glätt- und Spachteltechniken Für Q4 muss die gesamte Oberfläche noch einmal „abgestuckt“ oder deckend überspachtelt werden.

Die höchste Qualitätsstufe ist selbst für erfahrene Handwerker eine Herausforderung. Und sie ist auch entsprechend zeitaufwendig: Mit Q4 können Sie erst anfangen, wenn Sie die anderen Qualitätsstufen – eine nach der anderen – erreicht haben. Das bedeutet nicht nur viele Arbeitsgänge mit immer feineren Spachtelmassen, sondern auch wiederholtes Schleifen mit immer feinkörnigeren Schleifmitteln. Verwendet werden in der Regel Gips- und Kunstharzspachtelmassen. Geschliffen und poliert wird sowohl von Hand als auch mit Maschinen.

Hinweis: Spiegelglatte Untergründe spachteln und schleifen ist eine höchst anspruchsvolle Arbeit, die neben den richtigen Werkzeugen und Techniken viel Geduld, Geschick, Feingefühl und einen besonderen Blick erfordert. Das bekommen Sie nur vom Profi – und wenn Sie den Auftrag erteilen, geben Sie sich niemals nur mit „Spachteln und Schleifen“ im Vertrag zufrieden, sondern legen Sie unbedingt auch die gewünschte Qualitätsstufe (z. B. Q4) eindeutig fest.

Die gespachtelte und geschliffene Wand lackieren

Vor dem Lackieren muss die Wand noch grundiert werden. Dafür brauchen Sie ein zur Spachtelmasse und zum Lack passendes Produkt – das kann eine transparente Grundierung sein oder eine Alkydharz- oder Acrylfarbe als Grundanstrich.

Warum Grundieren: Hydraulisches Härten
Warum Grundieren: Hydraulisches Härten
Warum Grundieren: Regelmäßiger Farbanstrich
Warum Grundieren: Regelmäßiger Farbanstrich
Warum Grundieren: Deutlich weniger Abrieb
Warum Grundieren: Deutlich weniger Abrieb

Auch dieser Schritt ist bei hohen ästhetischen und dekorativen Anforderungen notwendig für einen makellosen Lackaufbau. Und die Grundierung muss ebenfalls richtig durchgetrocknet sein, bevor der Lack in mehreren Schichten aufgebracht wird.

Wand grundieren © dero2084, fotolia.com
Wand grundieren © dero2084, fotolia.com

Zum Lackieren der Wände eignen sich Lackierrollen oder Sprühgeräte. Sprühdosen sind dagegen wenig empfehlenswert – es sei denn, Sie wünschen sich eine wilde Graffiti-Optik mit allen dazugehörenden Unregelmäßigkeiten wie herunterlaufenden Tropfen oder ungleichmäßiger Deckung. Um die bei schnelltrocknenden Acryllacken typischen Schönheitsfehler wie Bläschen (nach dem Rollen) oder „Orangenhaut“ zu verhindern, können Sie den Lack mit bis zu 10 bis 15 % Wasser verdünnen. Dann trocknet er langsamer und hat so mehr Zeit zum gleichmäßigen Verlaufen.

Für ein schönes Ergebnis brauchen Sie mehrere Lackschichten, und jede muss nach dem Trocknen perfekt glatt sein, sonst bildet die nächste deren Struktur und Fehlstellen nach, und die ganze Mühe war umsonst. Darum ist es bei einem auf Q4 gespachtelten und geschliffenen Untergrund unbedingt ratsam, auch die Lackierung von einem Profi ausführen zu lassen. Bei geringeren Ansprüchen an die Oberfläche können Sie selber lackieren. Denken Sie jedoch daran, bei der Arbeit Handschuhe und Atemschutz zu tragen sowie für gute Belüftung zu sorgen – auch wenn Sie einen Wasserlack verwenden. Halten Sie sich außerdem immer an die Herstellerangaben zur richtigen Verarbeitungstemperatur und Trockenzeit.

Hinweis: Falls Sie den Lack später wieder entfernen wollen, fräsen oder schleifen Sie die Wand erneut ab. Das ist zwar staubig und anstrengend, doch im Vergleich zur Lackentfernung mit chemischen Abbeizern oder Heißluftgeräten immer noch die einfachste, schnellste und verträglichste Methode.

Glätt- und Spachteltechniken für glänzende Wände ohne Lack

Durch eine perfekt geschlossene, ebene und glatte Oberfläche lässt sich auch ohne Lackierung spiegelnder Glanz erreichen. Dafür brauchen Sie einen Fachmann für Spachtel- und Glättetechniken wie Stucco Veneziano oder Stuccolustro. Diese Techniken können traditionell mit feinstem Kalk- und Marmormehl, aber auch mit modernen Dispersionsspachtelmassen ausgeführt werden. Je nach Material und Methode kann die geglättete Wand anschließend noch maschinell oder von Hand poliert, eingeölt oder gewachst werden.

Venezianischer Putz © Antonio Gravante, fotolia.com
Spezielle Glätttechniken wie Stucco Veneziano sollten Sie von einem erfahrenen Handwerker ausführen lassen, um ein einwandfreies Ergebnis zu erzielen © Antonio Gravante, fotolia.com

Mit Spachtel-, Kalkpress- und Glättetechniken lassen sich widerstandsfähige, wohngesunde und außergewöhnlich ästhetische Oberflächen in verschiedenen Glanzgraden erreichen, die optisch poliertem Stein, Marmor oder glattem Beton gleichen und auch für Badezimmer, Sauna oder Pool-Landschaften geeignet sind. Allerdings ist diese Arbeit nichts für den ungeübten Heimwerker, sondern muss von einem darauf spezialisierten Fachbetrieb durchgeführt werden. Billig ist eine so luxuriöse Wandgestaltung ebenfalls nicht, dafür kann sie bei optimaler Ausführung Generationen überdauern.

Eine weitere Alternative für glanzvolle Wände ist das Tapezieren mit einer Metall- oder Lacktapete.

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