Acryllack entfernen

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Acryllack entfernen: Mit diesen Methoden geht der Lack wieder ab

Die meisten Acryllacke werden heute auf Wasserbasis hergestellt. Solche wasserverdünnbaren Acryllacke werden auch als Wasserlacke bezeichnet. Sie punkten durch eine besonders einfache Verarbeitung und enthalten nur wenig Lösemittel. Acryllack ist geruchsarm und weniger belastend für die Umwelt als konventionelle Kunstharz- bzw. Alkydharzlacke. Darum tragen wasserbasierte Acryllacke das Umweltsiegel Blauer Engel (nach RAL-UZ 12 a).

Lack entfernen © ded, stock.adobe.com
Lack entfernen © ded, stock.adobe.com
Hinweis: Wenn von Löse- oder Lösungsmitteln die Rede ist, denken viele zuerst an Terpentin, Pinselreiniger und andere Lösemittel mit stechendem Geruch, die Haut und Augen reizen, Kopfschmerzen verursachen und umweltgefährlich sind. Wasser ist jedoch auch ein Lösemittel – sogar ein sehr traditionelles und eins der gebräuchlichsten und vielseitigsten.

Vorteile und Nachteile von Acryllack

Pro und Contra richtig abwägen
Vorteile und Nachteile von Acryllack

Weitere Vorteile von Acryllack sind, dass er schneller trocknet, nicht abplatzt und nicht entflammbar ist. Zudem ist er lichtecht und UV-stabil, kann also weder vergilben noch sich durch Sonneneinstrahlung verfärben. Diese Vergilbungsstabilität ist vor allem bei Weißlacken ein gutes Argument.

Zu den Nachteilen des Wasserlacks gehört seine geringere Belastbarkeit – er ist nicht so kratz-, stoß- und schlagfest wie Kunstharzlacke. Außerdem ist er für Hochglanzlackierungen weniger gut geeignet. Und die rasche Trocknung bedeutet natürlich auch eine kürzere Offenzeit – das ist die Zeit zwischen dem Auftragen des Lacks und der Verbindung seiner Inhaltstoffe. Sie müssen also zügig arbeiten und haben weniger Zeit für eventuelle Korrekturen, bevor der Lack abbindet.

Die Deckkraft von Wasserlack ist im Vergleich zu High-Solid-Kunstharzlacken etwas geringer, weshalb eine Verarbeitung in mehreren Schichten empfehlenswert ist. Weil die Lackoberfläche weicher und elastischer ist als bei Kunstharzlacken, sollten Sie Acryllack nur mit Acryllack überstreichen. Sonst kann es Ihnen passieren, dass die neue Lackschicht auf der alten nicht hält oder sich beim Trocknen an der Oberfläche Risse oder Blasen bilden, weil die beiden Lacksorten sich nicht miteinander vertragen.

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Zusammensetzung und Trocknung von Acryllack

Neben dem Lösemittel enthält Acryllack Farbpigmente und ein Bindemittel (Dispersion) aus winzigen, feinstverteilten Polymer- bzw. Kunstharzteilchen, die die Pigmente miteinander und den Lack mit dem Untergrund verbinden.

Während beim Aushärten von Kunstharzlack eine chemische Reaktion abläuft, trocknet Acryllack nur durch Physik: Wenn das Wasser verdunstet, kommen sich die Kunstharzteilchen näher und verzahnen sich schließlich miteinander. Dadurch entsteht der elastische Lackfilm, der nach dem Trocknen eine stabile, wasserunlösliche Schicht bildet. Aus diesem Grund können Sie nur flüssigen Acryllack mit Wasser entfernen. Ist der Lack bereits getrocknet, brauchen Sie entweder eine Heißluftpistole oder ein chemisches Abbeizmittel. Auch mechanisch können Sie Acryllack entfernen, etwa durch Abschleifen oder Fräsen. Diese Methoden zur Lackentfernung stellen wir Ihnen im Folgenden genauer vor und erklären, wie Sie dabei richtig vorgehen.

Acryllack entfernen mit Abbeizmitteln

Abbeizmittel oder Beizen sind spezielle chemische Verbindungen zum Entfernen alter Beschichtungen. Zum Entfernen von ausgehärtetem Acryllack brauchen Sie ein lösemittelhaltiges Abbeizmittel – Laugen und alkalische Beizen sind nur für ölhaltige Farben und Lacke geeignet.

abbeizen: Lack entfernen © pedrosala, stock.adobe.com
Abbeizen: Lack entfernen © pedrosala, stock.adobe.com

Das Abbeizmittel wird auf die Lackoberfläche aufgetragen und muss dort für einige Zeit einwirken. Danach können Sie den angelösten Lackfilm mit Wasser und einem Spachtel entfernen. Bei dicken oder mehreren Lackschichten ist es empfehlenswert, schon vor dem Auftragen des Abbeizmittels so viel trockenen Lack wie möglich mit einer Ziehklinge oder dem Spachtel zu entfernen.

Hinweis: Schützen Sie Ihre Gesundheit und die Umwelt: Wenn Sie mit Abbeizmitteln arbeiten, tragen Sie unbedingt Schutzhandschuhe, Augen- und Atemschutz. Arbeiten Sie möglichst im Freien; geht das nicht, sorgen Sie für gute Belüftung. Außerdem dürfen Sie Lack- und Abbeizerreste weder in den Abfluss kippen noch im Hausmüll entsorgen. Es handelt sich dabei um gefährliche Abfälle bzw. Sondermüll – also beim Recyclinghof oder Schadstoffmobil abgeben.

Manche Hölzer, z. B. Kirsche oder Eiche, können sich durch Abbeizmittel verfärben. Lesen Sie daher die Angaben des Herstellers immer genau durch und fragen Sie im Zweifelsfall einen Profi um Rat, welches Mittel für Ihre Zwecke am besten passt.

Wenn Sie größere Teile mit schwierigen Oberflächen entlacken wollen, etwa einen Schrank mit Zierleisten oder Schnitzereien, bringen Sie sie am besten zu einem Fachbetrieb, der Tauchbadentlackungen durchführt. Dabei wird das Stück komplett im Tauchbad versenkt – so schnell kriegen Sie Lack selbst mit den besten Bordmitteln nicht ab. Holzoberflächen müssen Sie danach allerdings schleifen oder schmirgeln, um sie wieder schön glatt zu bekommen. Denn Holz quillt im Tauchbad auf und ist nach dem Trocknen rau und struppig, weil sich die Fasern aufgerichtet haben.

Acryllack entfernen mit einem Tauchbad
Acryllack entfernen mit einem Tauchbad

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Acryllack entfernen mit der Heißluftpistole

Acryllacke gehören nicht zu den hitzebeständigen Beschichtungen. Darum lässt sich der Lackfilm mit heißer Luft aufweichen und anschließend entfernen. Sie brauchen dazu eine Heißluftpistole, die einen 500-800 °C heißen Luftstrom erzeugt. Ein handelsüblicher Haarfön erhitzt die Luft nicht stark genug und ist darum zum Lackentfernen ungeeignet.

Acryllack entfernen mit einer Heißluftpistole
Acryllack entfernen mit einer Heißluftpistole

Der Luftstrom aus der Düse muss so lange auf die Lackoberfläche gerichtet werden, bis der Lack Blasen wirft. Dann ist er soweit angelöst, dass Sie ihn mit einem Spachtel vom Untergrund abschaben können.

Allerdings ist das Entlacken mit Heißluft nicht die beste Methode, um Acryllack zu entfernen. Gerade wasserbasierte Acryllacke lösen sich damit nicht so gut wie solche mit anderen Lösemitteln. Außerdem müssen Sie bei der Arbeit sehr vorsichtig sein, um z. B. Holzoberflächen nicht zu verkohlen oder zu verbrennen. Auch in der Nähe von Glas müssen Sie aufpassen – durch die Hitze kann Fenster- oder Türglas sich verformen oder zerspringen. Und natürlich müssen Sie auch bei dieser Methode unbedingt Schutzausrüstung tragen und für ausreichend Frischluftzufuhr sorgen. Denn beim Erhitzen des Lacks können gefährliche Dämpfe entstehen, die Sie keinesfalls einatmen sollten.

Acryllack entfernen durch Abschleifen oder Fräsen

Schleifgeräte (z. B. Bandschleifer, Schwingschleifer, Winkelschleifer) sowie spezielle Lackfräsen sind auch zum Entfernen mehrerer oder dicker Lackschichten geeignet. Bei diesen mechanischen Entfernungsmethoden entsteht jedoch jede Menge Lackstaub, der nicht nur stinkt, sondern auch gesundheitsgefährlich ist. Selbst wenn Sie ein Schleifgerät mit Absaugvorrichtung verwenden, wird sich zumindest einiges davon im Raum verteilen. Sie brauchen also eine Atemschutzmaske – nur ein Tuch vors Gesicht zu binden reicht nicht aus.

Ebene Lackflächen können auch abgefräst werden
Ebene Lackflächen können auch abgefräst werden

Der Hauptnachteil dieser Methode ist, dass Sie damit nur ebene Flächen schnell und gut vom Lack befreien können. Ist die Oberfläche gewölbt oder unregelmäßig (z. B. Zierleisten, Kanten und Winkel, Kassettentüren), laufen Sie Gefahr, sie zu beschädigen. Sie können zwar ein kleineres, feineres Gerät verwenden, etwa einen Deltaschleifer oder Multifunktionsschleifer, doch denen fehlt oft die Kraft, weshalb die Arbeit viel länger dauert. Und bei hohen Drehzahlen haben Sie wieder das Problem der starken Hitzeentwicklung und müssen ständig aufpassen, dass nichts schmort oder Feuer fängt.

Mit Drahtbürsten, die es auch als Aufsatz für Schleif- oder Bohrmaschine gibt, gelangen Sie zwar besser in die Ecken, doch vor allem Weichhölzer (z. B. Kiefer oder Fichte) werden dadurch schnell beschädigt. Denn die Metallborsten holen das Weiche aus der Maserung heraus und lassen das Härtere stehen, so dass eine interessante Struktur entsteht, die Sie aber vielleicht gar nicht haben wollen.

Wenn Sie eine sichere Hand mit der Abziehklinge haben, können Sie auch damit von planen Flächen mechanisch den Acryllack entfernen. Die Klinge muss richtig scharf sein; besonders gut klappt das Entlacken mit gewölbten Abziehklingen. Bei dieser Methode gibt es weder Lackstaub noch giftige Dämpfe, doch dafür brauchen Sie viel Kraft und Durchhaltevermögen.

Oft ist eine Kombination von mehreren Methoden der beste Weg, eine alte Lackierung zu entfernen. Dabei entfernen Sie z. B. zuerst das Gröbste mechanisch, verwenden dann ein chemisches Mittel für schwer zugängliche Stellen und arbeiten mit Spachtel oder Schmirgelpapier nach.

Hinweis: Je nachdem, was Sie mit der Oberfläche später vorhaben, können Sie den Acryllack auch einfach dranlassen. Wollen Sie etwa einen Farblack auftragen, reicht es bei tragfähigen Altlacken aus, die Oberfläche vorher anzuschleifen und aufzurauen. Zum Überstreichen verwenden Sie dann wieder einen Acryllack.
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