Zink lackieren

Teilen:

Zink ist witterungsbeständig, korrosionsfest und kann auch ohne Schutzlackierung ein Jahrhundert oder mehr überstehen. Aus Zinkblech oder der Legierung Titanzink werden unter anderem Dachdeckungen, Regenrinnen, Fassadenverkleidungen und Verblendungen (z. B. Kehlbleche) hergestellt. Geländer, Türen, Garagentore, Pflanzgefäße und Dekoobjekte aus „Gärtnersilber“ (z. B. alte Zinkbadewannen, Gießkannen, Laternen) sind in aller Regel aus verzinktem Stahl, der durch die Zinkschicht optimal vor Korrosion (Rost) geschützt ist. Die Dicke des Zinküberzugs wird auch durch das Verzinkungsverfahren (z. B. Feuerverzinkung oder galvanische Verzinkung) bestimmt.

Giesskanne © Olena Zelena, stock.adobe.com
(Feuer-)verzinkte Oberflächen wie bei dieser Gießkanne sind für Jahre und Jahrzehnte vor Schäden durch Korrosion geschützt © Olena Zelena, stock.adobe.com

Unlackierte Zinkoberflächen sind hell- bis mittelgrau, glänzen kaum und werden mit der Zeit noch matter. Daher ist es nicht unüblich, Zink bzw. verzinkte Stahl- oder Eisenteile zu lackieren, um die Oberfläche farbig zu gestalten, ihr einen schöneren Glanz zu geben oder zumindest den alten Schimmer zurückzubringen. Ist der Zinküberzug beschädigt ist eine Lackierung auch sinnvoll, um das darunterliegende Metall zu schützen und weitere Schäden zu verhindern.

Wie beim Lackieren von Aluminium und anderen Nichteisenmetallen gibt es auch bei Zink einige Besonderheiten. Im Folgenden lesen Sie, was Sie bei der Lackauswahl, der Oberflächenvorbereitung und dem Lackieren von Zink beachten müssen, damit alles klappt wie gewünscht und Sie am Ergebnis lange Freude haben.

Welcher Lack für Zink?

Um Zink zu lackieren, brauchen Sie einen dafür geeigneten Speziallack. Entsprechende Produkte können Sie auch als Laie zuverlässig erkennen, denn bei Beschichtungsstoffen für Zink und Zinklegierungen muss die Eignung für Zink auf dem Etikett bzw. im technischen Datenblatt extra aufgeführt sein. Außerdem lesen Sie bei den Herstellerangaben, ob der Lack für Innen- und/oder Außenbereiche geeignet ist, auf welchem Bindemittel (z. B. Alkydharz) er basiert und welche Trocknungszeiten und Verarbeitungstemperaturen einzuhalten sind.

Für Zink eignen sich lösemittelhaltige modifizierte Alkydharzlacke bzw. Alkydsysteme (Grundierung plus Lack), ebenso 2K-PUR- und 2K-Epoxydharzlacke/-grundierungen, die es als lösemittelhaltige und wasserbasierte Varianten gibt. Welches System am besten passt, hängt von der Zinkoberfläche und deren Beanspruchung ab: Manche Produkte sind für Zinkblech oder Titanzink optimiert, andere für (feuer‑)verzinkte Eisenmetalle.

Generell empfiehlt es sich bei Zink, vor dem Lackieren eine Grundierung (Zinkhaftgrund oder Spezial-Haftgrund für Nichteisenmetalle) aufzutragen. Diese muss natürlich ebenfalls für Zink geeignet und entsprechend beschriftet sein. Kaufen Sie nach Möglichkeit Grundierung und Lack vom selben Hersteller, um sich die Arbeit zu erleichtern und mit aufeinander abgestimmten Produkten Ihre Lackierung optimal aufzubauen.

Neben Systemprodukten gibt es Speziallacke, mit denen Sie sich die Grundierung sparen und Zink direkt lackieren können, z.B. Garagentorlack. Allerdings verbessert der Haftgrund als zusätzliche Stabilisierungs- und Schutzschicht die Lebensdauer und Belastbarkeit der Lackierung, so dass Sie seltener nachlackieren oder reparieren müssen. So sparen Sie vor allem bei schwer erreichbaren, stark beanspruchten oder bewitterten Bauteilen auf lange Sicht wahrscheinlich mehr Geld durch den Einsatz der Grundierung als durchs Weglassen.

Hinweis: Normale Kunstharz- bzw. Alkydharzlacke, zu denen auch die meisten Standard-Metallschutzlacke gehören, sind zum Lackieren von Zinkoberflächen ungeeignet. Der Lack würde sich schon nach kurzer Zeit wieder ablösen oder abplatzen, weil er beim Kontakt mit dem Zinkuntergrund chemisch reagiert („verseift“) und dadurch seine Haftung verliert.

Zink lackieren – Vorbereitung des Untergrunds

Ohne Vorbereitung bietet Zink aufgrund seiner Glätte und chemischen Eigenschaften denkbar schlechte Bedingungen für die Lackhaftung. Damit die Spezialbeschichtung dauerhaft hält, muss die Zinkoberfläche vorher aufgeraut und durch eine ammonikalische Netzmittelwäsche von Zinkoxid und Zinkcarbonat befreit werden. Diese Zinksalze, sichtbar als weiße Ablagerungen auf der Oberfläche, würden ansonsten den Lack angreifen und zerstören. Die ammoniakhaltige und alkalische Reinigungslösung wandelt sie in eine stabile Verbindung und somit einen tragfähigen Untergrund um.

bis zu 30% sparen

Malern, Verputzen, Tapezieren
Günstige Angebote

  • Bundesweites Netzwerk
  • Qualifizierte Anbieter
  • Unverbindlich
  • Kostenlos
Tipp: Günstigste Maler- und Verputzer-Fachbetriebe finden, Angebote vergleichen und sparen.

Aufrauen und Netzmittelwäsche – Anleitung

Zuerst reinigen und entfetten Sie die Zinkoberfläche gründlich. Nach dem Trocknen des Bauteils folgt die Netzmittelwäsche, die Sie problemlos selbst durchführen können. Als Reinigungsflüssigkeit nehmen Sie entweder einen gebrauchsfertigen Zinkreiniger oder stellen sich selbst einen her, indem Sie 10 Teile Wasser mit 1 Teil verdünnter Ammoniaklösung (Salmiakgeist, im Baumarkt oder online erhältlich) mischen und einige Tropfen Spülmittel (keine Seife) als Netzmittel dazugeben.

Mit einem Schwamm oder Lappen verteilen Sie die ammonikalische Reinigungslösung auf dem Bauteil. Dann bearbeiten Sie die Zinkoberfläche von Hand mit einem Schleifvlies aus Kunststoff oder feinem Schleifpapier (je nach Alter/Zustand der Oberfläche z. B. 240er oder 400er Körnung), um sie gleichmäßig aufzurauen. Tragen Sie dabei Handschuhe und Schutzbrille und schleifen Sie so wenig wie möglich von der Schutzschicht ab.

Die Reinigungslösung wird auf der Zinkoberfläche zum gräulichen „Netzmittelschaum“, der 10 Minuten einwirken sollte. Dann wieder mit klarem Wasser abspülen und trocknen lassen. Jetzt ist der Untergrund tragfähig, und Sie können das Zink lackieren bzw. grundieren.

Zink lackieren – Anleitung

Rühren Sie den Haftgrund durch und tragen Sie ihn mit Lackierpinsel oder Rolle auf. Wenn Sie im Außenbereich verbautes Zink lackieren, empfiehlt es sich, nach dem Trocknen der ersten Schicht Grundierung eine zweite aufzutragen. Halten Sie dabei unbedingt die vom Hersteller angegebenen Trocknungszeiten ein. Für optimale Haftungsbedingungen schleifen Sie die Grundierung mit 240er oder 280er Schleifpapier an und entstauben die Fläche noch einmal gründlich, bevor Sie den Lack auftragen.

Achten Sie beim Lackieren der Zinkfläche auf einen gleichmäßig großzügigen, aber nicht zu dicken Auftrag (es sollen sich keine Lacknasen bilden). Arbeiten Sie zügig und gehen Sie bei verschnörkelten oder schwer erreichbaren Objekten systematisch vor, um keine Stelle zu vergessen. Lackieren Sie Zink im Außenbereich, verbessern Sie die Schutzwirkung und Haltbarkeit, indem Sie zwei bis drei Schichten Lack auftragen. Damit dieser auf jeden Fall genug Zeit für die korrekte Trocknung hat, halten Sie bei unzuverlässigem Wetter Abdeckmaterial bereit, um die lackierten Flächen vor Regen schützen zu können.

Metalldose mit Lack © Sebastian Duda, stock.adobe.com
Richtig lackieren

Richtig lackieren: Grundwissen und Praxistipps für gute Lackflächen Eine gute Lackoberfläche bekommt man selten aus reinem Zufall hin. Hier finden… weiterlesen

bis zu 30% sparen

Günstige Angebote
Maler, Lackierer, Verputzer

Unverbindlich
Qualifizierte Anbieter
Kostenlos

Tipp: Jetzt zum Newsletter anmelden

Erhalten Sie die wichtigsten News monatlich aktuell und kostenlos direkt in Ihr Postfach
Ihre Email-Adresse wird nur für den Newsletterversand verwendet Datenschutzerklärung

Artikel teilen: