Farbgestaltung von Fassaden

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Farbgestaltung von Fassaden; Tipps für die Gestaltung mit Fassadenfarben

Auch bei den Außenwänden und Fassaden ihrer Häuser wünschen sich viele Menschen etwas Besonderes. Etwa eine Farbgestaltung, die jedem Betrachter sofort auffällt, deutlich aus der Menge heraussticht und so die Individualität und Persönlichkeit der Bewohner unterstreicht. Doch nicht jedes Haus gewinnt dadurch: Vor allem Laien schätzen die Farbwirkung auf großen Flächen häufig falsch ein oder machen beim Streichen der Fassade handwerkliche Fehler, weil es ihnen an praktischer Erfahrung oder Hintergrundwissen fehlt.

Außerdem können selbst die Besitzer freistehender Einfamilienhäuser bei der Fassadengestaltung nicht einfach machen, was sie wollen. Denn das Baugesetzbuch schreibt vor, dass Hausbesitzer dabei bestimmte Regeln beachten und auf Nachbarn, Passanten sowie das Orts- und Landschaftsbild Rücksicht nehmen müssen.

Bunte Fassadenfarben © anamejia18, stock.adobe.com
Leuchtend bunte Fassaden sind schön, aber nicht in jeder Nachbarschaft erlaubt © anamejia18, stock.adobe.com

In diesem Artikel erläutern wir die Grundregeln bei der Fassadengestaltung mit Farbe – angefangen mit den rechtlichen Grundlagen.

Was ist bei der Fassadengestaltung erlaubt und was nicht?

Generell soll alles am und ums Haus, was von außen zu sehen ist, schön aussehen und weder das Haus noch die Umgebung verunstalten. Doch was schön aussieht, können die einzelnen Hausbesitzer nicht einfach nach Geschmack und persönlichen ästhetischen Vorlieben entscheiden, sondern nur in Übereinstimmung mit den entsprechenden Regeln. Die Farbe und der Stil der Fassade müssen sich harmonisch ins Gesamtbild einfügen, also zum Haustyp, in die Häuserreihe, den Straßenzug, das jeweilige Viertel und den gesamten Ort passen, in dem das Gebäude steht. Denn überall gibt es ein bestimmtes Quartiers-, Orts- oder Stadtbild, das erhalten werden soll. Das betrifft nicht nur die Farbgestaltung von Hauswänden und Fassaden, sondern auch Fassadenverkleidungen und Dächer, etwa die Farbe der Dachziegel.

Bevor Sie als Eigentümer oder Sanierer einfach drauflosstreichen oder tiefer in Ihre persönliche Planung einsteigen, informieren Sie sich über die Regelungen, die in Ihrer Stadt oder Gemeinde gelten. Was Sie bei der Fassadengestaltung dürfen und was nicht, steht im Baugesetzbuch bzw. Landesbauordungsrecht. Außerdem müssen Sie berücksichtigen, was im Bebauungsplan oder der Gestaltungssatzung Ihrer Gemeinde festgelegt ist. Gibt es in Ihrem Ort z. B. nur weiße, helle oder zart abgetönte Fassaden, wird man Ihnen kaum gestatten, Ihr Haus knallrot, sattgrün oder leuchtend blau zu streichen.

Fassade wird gestrichen © Miss Mafalda, fotolia.com
Fassade wird im Rotton gestrichen © Miss Mafalda, fotolia.com
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Besonders streng sind die Vorschriften für denkmalgeschützte Immobilien – hier müssen Sie im Vorfeld sogar abklären, welche Arten von Farben Sie verwenden und ob Sie die Farbgebung der Fassade überhaupt verändern dürfen, ohne dass das Haus dadurch sein baukulturelles Erbe verliert. Doch selbst ohne Denkmalschutz oder besondere Gestaltungssatzung darf die Gemeinde oder Stadt bei der Farbgebung von Fassaden immer ein Wort mitreden.

Durch einen Anruf beim Rathaus, Bürgerbüro oder dem zuständigen Bauamt gelangen Sie rasch an die notwendigen Informationen oder können sich Ihr Vorhaben offiziell absegnen lassen. Wenn Sie sich einen Farbton oder mehrere Farben für Ihre Fassade ausgesucht haben, holen Sie sich dafür bei der Baubehörde die Genehmigung ein, bevor Sie mit dem Streichen anfangen. Das gilt natürlich vor allem für kräftige, bunte Farben, auffällige Kombinationen und Wandbilder. Doch auch bei vermeintlich harmlosen Plänen zur Fassadengestaltung sollten Sie im Vorfeld auf Nummer sicher gehen, damit es später keinen Ärger gibt und Sie im schlimmsten Fall den Anstrich auf eigene Kosten entfernen bzw. ändern müssen.

Fassade streichen – Vorbereitungen

Zum Streichen der kompletten Fassade ist in der Regel ein Gerüst notwendig. Hier sollten Sie sich unbedingt bestmöglich absichern, also keine experimentellen Eigenbauten, sondern das Gerüst von Profis stellen lassen. Je nach Standortgegebenheiten brauchen Sie außerdem Abdeckungen, Schilder, eine Straßenabsperrung o. Ä. – prüfen Sie rechtzeitig, was davon der Gerüstbauer, Fassadenreiniger oder Maler übernehmen kann und was Sie selbst organisieren müssen.

Der Untergrund muss sauber und frei von losen Teilen sein. Das lässt sich durch eine gründliche Fassadenreinigung mit dem Hochdruckreiniger erreichen. Kleinere Fehlstellen (z. B. Löcher oder Risse) werden vor dem Streichen mit geeigneter Reparatur- oder Füllmasse (z. B. Mörtel, Fassadenspachtel, Außenacryl) ausgebessert. Vor dem Auftragen der Farbe muss alles wieder richtig trocken sein, planen Sie also mit dem Wetterbericht.

Reinigung der Fasssade mit dem Hochdruckreiniger
Reinigung der Fasssade mit dem Hochdruckreiniger

Wählen Sie eine hochwertige Fassadenfarbe, die optimal zum Untergrund passt und lange hält. Zu den besten Fassadenfarben zählen Silikatfarbe und Silikonharzfarbe. Für mineralische Untergründe ist Silikatfarbe perfekt, allerdings ist die Verarbeitung nicht ungefährlich und daher eher ein Job für den Fachhandwerker. Silikonharzfarbe schützt die Fassade vor schneller Verunreinigung (z. B. durch Ruß oder Abgase) und macht sie leichter zu reinigen. Um sich im Vorfeld von einem Malermeister beraten zu lassen oder zu erfahren, was Handwerksbetriebe in Ihrer Region für einen Fassadenanstrich berechnen, können Sie auch unseren Angebotsservice nutzen. Der kostet Sie nichts und ist außerdem völlig unverbindlich – Sie entscheiden in aller Ruhe, ob Sie die Angebote, die Sie bekommen, nur zum Preisvergleich nutzen oder auch eines annehmen wollen.

Grundsätzliche Gestaltungsregeln beim Arbeiten mit Fassadenfarbe

  1. Je größer die gestrichene Fläche, desto heller wirkt die Farbe.

    Auf der Fassade und im hellen Tageslicht wirken Farben ganz anders als auf den kleinen Farbkarten im Baumarkt oder dem Bild in der Zeitschrift. Vor allem erscheinen die Farben dann heller – selbst auf einem Strukturputz, der Farbtöne wegen der vielen kleinen Schatten insgesamt stets ein wenig dunkler wirken lässt. Um die Farbwirkung realistisch einschätzen zu können, streichen Sie im Vorfeld mindestens einen, besser 3-4 Quadratmeter Fassade mit Ihrem Wunschfarbton und lassen Sie die Fläche auch aus größerer Entfernung und bei verschiedenen Lichtverhältnissen auf sich wirken.

  2. Farbe wirkt nicht nur optisch

    Berücksichtigen Sie den sog. Hellbezugswert: Dunkle Farben können weniger Licht reflektieren und mehr Wärme aufnehmen als helle. Die Temperaturunterschiede können zu thermischen Veränderungen der Länge bzw. Ausdehnung der Putz- und Armierungsschicht führen, also zu Spannungen und im schlimmsten Fall zu Schäden. Wenn Sie die Fassade dunkel streichen wollen, fragen Sie einen Maler, ob das bei Ihrem Haus problematisch sein könnte.

  3. Nicht jede Farbe ist auf jeder Fassade machbar

    Berücksichtigen Sie nicht nur die Abtönmöglichkeiten der gewünschten Farbart, sondern auch alle vorhandenen Untergrundmaterialien (z. B. Putz, Holz, Beton, Mauerwerk, Verkleidungsplatten oder Klinkerfassade). Wichtig sind auch der Baustil (z. B. Alt- oder Neubau, Haus- und Dachform, Fachwerk, evtl. Fensterumrandungen oder Zierelemente) und die Nutzung des Gebäudes, z. B. als (Familien-)Wohnhaus, Ladengeschäft, Arztpraxis oder Kanzlei.

  4. Farben planvoll wählen und sensibel kombinieren

    Einfarbige Fassaden sollten weder zu hell noch zu gesättigt gestrichen werden, damit die Farbe harmonisch wirkt und den Betrachter weder blendet noch optisch erschlägt. Bei mehrfarbigen Gestaltungen gilt: Alle Farbharmonien brauchen auch Kontraste, also Farbdifferenzen, etwa einen Warm-Kalt-Kontrast oder Ton-in-Ton-Kontrast. Laien sind mit den unzähligen Möglichkeiten oft überfordert und profitieren daher von einer professionellen Farbberatung, z. B. durch einen Maler oder Architekten direkt vor Ort.

Fassadengestaltung Ton in Ton
Fassadengestaltung Ton in Ton
Fassadengestaltung mit einfarbigem Anstrich
Fassadengestaltung mit einfarbigem Anstrich
Fassadengestaltung mit Akzenten
Fassadengestaltung mit Akzenten

Die Lichtverhältnisse an der Fassade sind ebenfalls wichtig. Scheint die Sonne vor allem morgens aufs Haus, enthält das Licht einen größeren Blauanteil, der Gelb-, Rot-, Orange- und helle Brauntöne besonders schön wirken lässt. Bekommt die Fassade dagegen vor allem am Nachmittag und Abend viel Sonne ab, wirken in diesem rötlichen Licht helle und kühle Blau-, Violett-, Türkis- und Grautöne harmonischer als Grün und Rot.

Haus aus der Gründerzeit um 1920 © bluedesign, fotolia.com
Schön gestaltete Fassaden aus der Gründerzeit © bluedesign, fotolia.com

Eine sensible Farbwahl zeichnet sich generell dadurch aus, dass Architektur, Materialien und Umgebung des Gebäudes mit einbezogen werden. Bei Häusern in historischen Ortskernen oder gewachsenen Siedlungsstrukturen kann es sinnvoll sein, mit einem entsprechenden Farbleitplan zu arbeiten, um ein möglichst stimmiges Gesamtbild zu erreichen bzw. das vorhandene nicht zu stören. Außerdem fördert es die gute Nachbarschaft und einen freundlichen Ortsgeist, wenn jeder Hausbesitzer bei der Farbplanung seiner Fassade ganzheitlich denkt.

Farbgestaltung von Fassaden bei Doppel- und Reihenhäusern

Fassaden von Doppelhäusern wirken unharmonisch, wenn sie ohne Bezug zueinander gestrichen sind. Sollen die Hälften nicht gleich aussehen, aber trotzdem schön zueinander passen, kann man z. B. bei einer Haushälfte die Fassade grau und die Fenster weiß streichen und bei der anderen umgekehrt. Auch andere Farben und Kombinationen lassen sich auf einer Doppelhausfassade sehr schön invertieren oder spiegeln.

Hausfassaden © DanBu.Berlin, fotolia.com
Hausfassaden © DanBu.Berlin, fotolia.com

Historische Fassaden und Schmuckfassaden streichen

Hierbei muss das architektonische Gesamtkonzept erfasst und farblich hervorgehoben bzw. akzentuiert werden. Farbkontraste bringen schöne Details wie gemauerte Umrandungen, schmuckvolle Fensterlaibungen oder Fachwerk optimal zur Geltung. Vorsicht nur bei Denkmalschutz: Immer alles vorher ganz genau abstimmen und (schriftlich) absegnen lassen!
Graffiti, Wandbilder und moderne Fassadenkunst

Fachwerkhaus unter Denkmalschutz © Bauherren-Schutzbund e.V.
Fachwerkhaus unter Denkmalschutz © Bauherren-Schutzbund e.V.

Ein großes Graffito kann die Fassade zum Kunstwerk erheben oder das Haus ganz anders wirken lassen. Durch künstlerische Tricks kann die Perspektive verändert oder die Struktur optisch aufgebrochen und umgeformt werden, etwa indem Schatten, Kanten, Bögen, Türen oder Fenster aufgemalt werden, wo gar keine sind. Wenn das Bauamt ein solches Vorhaben an Ihrer Fassade genehmigt – gerade in Städten sind die Chancen dafür nicht schlecht – können Sie sich einen Entwurf und Kostenvoranschlag von einem Graffiti Artist oder Fassadenkünstler erstellen und umsetzen lassen. Gefällt Ihnen ein Graffito oder Fassadenbild in Ihrer Nähe besonders, können Sie mit ein wenig Glück den Künstler ermitteln, der es geschaffen hat, und ihn oder sie vielleicht auch mit dem Verschönern Ihres Hauses beauftragen.

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