Fassade streichen

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Fassade streichen: Vorbereitungen und Praxistipps für einen schönen, langlebigen Anstrich

Hausfassaden müssen einiges aushalten: Sonne, Regen und Frost, Luftverschmutzung und natürlich den Zahn der Zeit, der allem Materiellen auf die Pelle rückt. Außerdem muss die Fassade dabei auch noch gut aussehen, denn immerhin stellt sie das Gesicht und den Schutzschild des Hauses dar. Selbst der beste Fassadenanstrich muss darum von Zeit zu Zeit – und wenn es erst nach 30 Jahren ist – erneuert werden.

Vorbereitungen für den Fassadenanstrich

Bevor Sie die Fassade streichen können, müssen Sie sie genau prüfen. Eventuelle Untergrundmängel wie Putzschäden müssen erkannt und gegebenenfalls beseitigt werden, damit die neue Fassadenfarbe gut und lange halten kann. In einigen Baumärkten gibt es Fassaden-Prüfkits, die üblicherweise zwischen 10 und 20 Euro kosten. Sie enthalten verschiedene Utensilien, mit denen Sie den Zustand der Fassade prüfen, erforderliche Vorbereitungsmaßnahmen identifizieren und leichter die passende Fassadenfarbe finden können. Ein solches Kit ist allerdings nur sinnvoll, wenn der Putz schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Neue Putze müssen lediglich richtig durchgetrocknet und ausgehärtet sein.

Eine unumgängliche Vorbereitung ist das gründliche Reinigen der Fassade, am besten mit einem Hochdruckreiniger. Stellen Sie den Druck des Wasserstrahls dabei so sanft wie möglich, aber so stark wie nötig ein. Schmutz und Bewuchs (zum Beispiel Moos und Algen) sollten sich lösen, doch wenn der alte Anstrich oder Putz bereits sichtbare Schäden aufweist oder sich ablöst, sollten Sie an diesen Stellen vorsichtiger sein, um die Schäden nicht unnötig zu vergrößern.

Fassade reinigen mit Hochdruckreiniger © coco, fotolia.com
Mit einem Hochdruckreiniger können Sie die Fassade schnell von Schmutz, Moos und Pollenresten befreien © coco, fotolia.com

Nachdem die Fassade sauber und wieder richtig trocken ist, können Sie den Untergrund prüfen und Putzmängel fachgerecht beseitigen. Lose Putzstellen können Sie durch Abklopfen lokalisieren und alles entfernen, was nicht mehr von selber hält. Wenn der Putzgrund beim Darüberstreichen stark sandet oder Ihnen aus Rissen und anderen Schadstellen der Sand entgegenrieselt, wissen Sie jetzt schon, dass Sie die Fassade vor dem Streichen grundieren sollten. Blättert der alte Anstrich, erkennen Sie durch Kratzen mit einer Drahtbürste oder dem Spachtel, wo die Farbe noch festsitzt. Stellt sich heraus, dass der alte Anstrich großflächig nicht mehr intakt ist oder nicht mehr auf dem Putz haftet, sollten Sie die Fassade vor dem neuen Anstrich großzügig abbürsten (Drahtbürste) oder abschleifen (mit dem Schwingschleifer oder per Hand).

Viele Putzschäden lassen sich einfach mit Reparaturspachtelmasse oder Flächenspachtel reparieren. Dabei gilt: Dellen oder Löcher, die durch mechanische Beschädigung entstanden sind, können Sie einfach mit Spachtelmasse verfüllen, dann glätten und trocknen lassen. Längere Risse, die häufig durch natürliche Bewegungen des Hauses und des Untergrunds entstehen, sollten vor dem Verfüllen etwas verbreitert und vor dem Verspachteln armiert werden, damit sie auch wirklich geschlossen bleiben. Alternativ können Sie sie auch mit Außenacryl verfüllen. Das kann – ebenso wie Spachtelmasse – nach dem Trocknen geschliffen und mit den meisten Fassadenfarben überstrichen werden.

Hinweis:
Selbst bei größeren Putzmängeln lohnt es sich grundsätzlich, den Putz zu reparieren, statt ihn komplett zu erneuern. Denn eine Putzerneuerung ist eine EnEV-relevante Maßnahme, was bedeutet, dass Sie im ungünstigsten Fall gleichzeitig das Gebäude dämmen müssten. Nicht EnEV-relevant ist dagegen das Aufbringen eines neuen Oberputzes auf einen bereits vorhandenen Unterputz, etwa um kleine Risse und Putzmängel zu kaschieren. Auch das Auftragen eines neuen Kunstharzputzes ist nicht EnEV-relevant.
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Arbeiten in der Höhe: Reicht eine Leiter, oder brauche ich ein Gerüst?

Schon beim Reinigen und erst recht beim Reparieren und Anstreichen müssen Sie auch den oberen Teil der Fassade sicher erreichen können. Grundsätzlich ist das mit einer langen Leiter möglich, doch weil sie diese häufig umstellen müssen und sich darauf mit Werkzeug und Material nicht optimal bewegen können, ist das nicht die komfortabelste Lösung. Anlehnleitern können außerdem den Putz oder den neuen Anstrich beschädigen.

Auf Nummer sicher gehen Sie mit einem klassischen Rohrgerüst. Das können Sie sich von einer Gerüstbaufirma in Ihrer Nähe liefern und über die komplette Fassade aufstellen lassen. Ist bei Ihnen am Ort keine Gerüstbaufirma ansässig, können Sie Ihr Glück auch bei einem Handwerksbetrieb versuchen, etwa beim Dachdecker, Maler oder Stuckateur. Fragen Sie vorher nach, was das Stellen und spätere Wiederabbauen des Gerüstes kosten würde – dazu können Sie auch unseren kostenlosen Angebotsservice nutzen. Manche Firmen verlangen Pauschalpreise, andere vermieten tageweise. Brauchen Sie das Gerüst für eine längere Zeit, kann das mehrere tausend Euro kosten, doch dafür haben sie eine sichere und komfortable Baustelle.

Eine brauchbare Alternative kann ein Leitergerüst aus dem Baumarkt sein. Das sind modulare Gerüste; Sie kaufen also ein Grundmodul und können dieses dann nach Bedarf mit weiteren Teilen erhöhen oder verbreitern. Die Basismodelle kosten zwischen ca. 300 und 1.000 Euro. Beim Streichen der Fassade arbeiten Sie sicher und bequem auf dem Gerüst, müssen es allerdings regelmäßig nachrücken. Damit das auch alleine einfach zu bewerkstelligen ist, haben fast alle Heimwerkergerüste an einer Seite Rollen.

Fassade streichen: Sicherheit geht vor
Fassade streichen: Sicherheit geht vor

Kommt ein Gerüst nicht in Frage und trauen Sie sich zu, die Fassade nur mit der langen Stehleiter zu streichen, stützen Sie die Leiter wenigstens auf beiden Seiten ab und schützen Sie sich mit einer Absturzsicherung (Leibgurte). Absturzsicherungen können Sie ebenfalls ausleihen, etwa vom Fachhandel oder von einem Dachdecker, Baumpfleger oder Industriekletterer in Ihrer Nähe. Arbeiten Sie jedoch oft in der Höhe und sind dabei am liebsten sportlich mit der Leiter unterwegs, sollten Sie eine persönliche Absturzsicherung besitzen und wissen, wie Sie korrekt angewendet wird.

Maler auf einem Gerüst © stock.adobe.com
Um sicher zu arbeiten, sollten Sie nicht auf ein Leitergerüst oder eine abgesicherte Stehleiter verzichten © Andie_Alpion, stock.adobe.com

Die passende Fassadenfarbe auswählen

Egal, wie sie ihre Fassade streichen wollen, ein- oder zweifarbig, weiß, in Pastelltönen oder kräftigen Farben: Versichern Sie sich vor Arbeitsbeginn rechtzeitig, dass Ihre Pläne auch den Vorschriften Ihrer Gemeinde und Ihres Bundeslandes entsprechen. Laut Baugesetzbuch (BauGB) muss jeder Immobilienbesitzer bei der Gestaltung seiner Fassade das Ortsbild mitberücksichtigen. Um herauszufinden, ob ihr Wunschanstrich ins Ortsbild passt, reicht in der Regel ein kurzer Anruf bei der zuständigen Baubehörde, etwa beim Bauamt.

Neben Millionen möglicher Farbtöne gibt es auch unterschiedliche Farbarten, mit denen Sie ihre Fassade streichen können. Für mineralische Untergründe hat sich Silikatfarbe bewährt, die sich unlösbar mit dem Untergrund verbindet, äußerst langlebig und dabei umweltfreundlich und diffusionsoffen ist.

Silikatfarben: Eigenschaften der beliebten Fassadenfarbe
Silikatfarben: Eigenschaften der beliebten Fassadenfarbe

In Gebieten mit starker Luftverschmutzung kann es sinnvoll sein, eine sogenannte Lotos-Farbe aufzutragen, von der Schmutz und Feuchtigkeit einfach abperlen, sodass sich die Fassade gewissermaßen selbst reinigt.

Lotusfarben: Fassadenfarben mit Lotuseffekt
Lotusfarben: Fassadenfarben mit Lotuseffekt

Doch auch Dispersionsfarben für außen und moderne Varianten wie Polymerisatharzfarben sind für Fassaden gut geeignet, ebenso traditionelle Anstrichmittel wie Kalk- oder Kaseinfarbe.

Um mehr Details über Fassadenfarben zu erfahren, empfehlen wir Ihnen unseren ausführlichen Artikel über Fassadenfarben und ihre Eigenschaften.

Fassade streichen: Werkzeuge und Materialien

Zum Streichen der großen Fassadenflächen können Sie eine Malerbürste (Quast) oder Farbwalze/Farbrolle verwenden. Für Ränder, Kanten, Ecken und schwierige Stellen brauchen Sie außerdem immer zumindest einen mittelgroßen, flachen Pinsel, außerdem Abdeck- und Abklebematerial (zum Beispiel Malerkrepp, Bauplane, Packdecken), um alles zu schützen, was Sie nicht mitstreichen wollen. Zum Reparieren von Putzmängeln sind Hammer und Drahtbürste, Spachtelmasse, Armierung und (Glätt-)Kelle erforderlich.

Egal, mit welchem Werkzeug Sie am liebsten arbeiten: Achten Sie stets auf gute Qualität, um sich nicht über ausgefallene Pinselhaare, verklumpte Walzen und andere Missstände ärgern zu müssen. Immer empfehlenswert ist eine gute Lammfellrolle, mit der Sie auch schwere und zähflüssige Anstrichmittel auf raue oder strukturierte Untergründe auftragen können. Dagegen sind Farbwalzen mit Kunststoffflor oder Kunstfell eher für dünnflüssige Farben geeignet.

Fassade streichen: Die richtigen Werkzeuge und Materialien
Fassade streichen: Die richtigen Werkzeuge und Materialien

Die richtige Technik, um die Fassade zu streichen

Nachdem die Fassade schön vorbereitet und alles wieder richtig trocken ist, können Sie mit dem Streichen beginnen. Damit Ihnen ein gleichmäßig deckender Anstrich ohne sichtbare Farbansätze, Übergänge oder Streifen gelingt, berücksichtigen Sie die folgenden Punkte:

  1. Kaufen Sie genug Farbe ein
    Auf jedem Farbeimer steht, wie viel Quadratmeter Sie damit streichen können. Diese Angaben treffen aber nur in den wenigsten Fällen zu, weil die Hersteller von idealen Bedingungen ausgehen. Es ist also grundsätzlich kein Fehler, 20 Prozent mehr Farbe einzukaufen, besonders für Rau- oder Strukturputze. Nicht angebrochene Gebinde können Sie später problemlos zurückgeben.
  2. Warten Sie das richtige Wetter ab
    Viele Heimwerker suchen sich für Fassadenarbeiten sonnige, heiße Tage aus. Das ist jedoch riskant, denn wenn Sie bei Hitze oder in der Sonne die Fassade streichen, können Ihnen Beschichtungen auf Wasserbasis oder frisch reparierte Putzstellen „verbrennen“. Denn durch die hohen Temperaturen wird dem Material die Feuchtigkeit, die es zum Aushärten braucht, zu schnell entzogen – mit der Folge, dass die Farbe nicht hält oder der Anstrich regelrecht kaputtgeht.

    Allerdings sind auch Regentage und zu kaltes Wetter problematisch für den Fassadenanstrich. Denn zu viel Feuchtigkeit in der Luft kann dazu führen, dass sich in der Farbe Risse bilden. Sie brauchen also ein Mittelding: Bewölkte Tage, an denen die Temperatur zwischen 12 °C und 25 °C liegt, sind ideal für Arbeiten an der Außenfassade.

  3. Streichen Sie nass in nass
    Bei großen Flächen müssen Sie zügig arbeiten und die Farbe nass in nass auftragen. So verhindern Sie, dass später Farbansätze oder Streifen zu sehen sind.
  4. Tragen Sie mehrere Lagen Farbe auf
    Manche Farbenhersteller werben damit, dass bei ihrer Fassadenfarbe ein Farbauftrag reicht. Das kann stimmen, aber üblicherweise ist es besser, mindestens zweimal zu streichen. Gerade wenn Sie einen hellen Farbton auf einen dunklen Untergrund streichen oder Reparaturstellen an der Fassade haben, die sich vom Grundton unterscheiden, sollten Sie davon ausgehen, dass ein Auftrag nicht reicht.
    Davon abgesehen lohnt es sich bei einer aufwendigen Arbeit wie einem neuen Fassadenanstrich immer, mindestens zwei Farbschichten aufzutragen. Denn der Anstrich soll ja lange halten und nicht in fünf oder zehn Jahren schon wieder erneuert werden müssen. Außerdem hält jede Farbe besser, wenn sie in mehreren dünnen Schichten aufgetragen wird, als wenn Sie sie zu dick auf die Wand streichen.
  5. Halten Sie die Trocknungszeiten ein
    Das wichtigste bei mehreren Farbaufträgen ist: Tragen Sie die nächste Schicht immer erst auf, wenn die darunterliegende komplett durchgetrocknet ist. Wer ungeduldig ist und die Trocknungszeit nicht abwartet, wird später bestraft – zum Beispiel mit hässlichen Runzeln in der Farbe oder mangelnder Haftung. Auch bei anderen Materialien wie Grundierung oder
    Spachtelmasse sind die Trocknungszeiten wichtig für gute Ergebnisse. Hier sind die Herstellerangaben eine echte Hilfe: Auf dem Gebinde oder im technischen Datenblatt des Produkts finden Sie immer genaue Angaben zu den Trocknungszeiten, die Sie auch unbedingt einhalten sollten.
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