Betonversiegelung

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Betonversiegelung: Wann ist sie sinnvoll, und welche Methoden zum Versiegeln von Beton gibt es?

Beton ist ein natürlicher Baustoff, der aus Kies und Sand, Zement und Wasser hergestellt wird. Weil Beton leicht porös ist, können Wasser und Schadstoffe in seine Oberfläche eindringen und das Material nach und nach von innen angreifen. Zwar bleiben Schäden am Beton meist viele Jahre lang unsichtbar, dennoch ist es grundsätzlich sinnvoll, poröse Betonoberflächen zu versiegeln, um sie widerstandsfähiger gegenüber Feuchtigkeit, UV-Strahlung, Chemikalien, mechanischer Beanspruchung und Korrosion zu machen.

Beton, vor allem im Außenbereich ist zahlreichen Einflüssen ausgesetzt
Beton, vor allem im Außenbereich ist zahlreichen Einflüssen ausgesetzt

Betonversiegelungen und Imprägnierungen schützen zudem vor Verunreinigungen und machen die Betonoberfläche leichter zu reinigen. So kann etwa verhindert werden, dass Flecken von bestimmten Reinigungsmitteln, Fetten und Ölen den Beton verfärben oder sich nicht mehr entfernen lassen.

Es gibt viele Einsatzbereiche, in denen eine Betonversiegelung sinnvoll ist. Industriell genutzte Betonböden, Garagen- und Werkstattböden werden durch Versiegelung resistent gegenüber Benzin, Säuren, Laugen und mechanischer Beanspruchung. Aber auch für Kellerböden, Wohn- und Hobbyräume, in denen Zement- oder Betonböden stark beansprucht werden, kann die Betonversiegelung sinnvoll sein.

Flüssige Dichtstoff wird aufgetragen © plysuikvv, stock.adobe.com
Eine Versiegelung macht Beton widerstandsfähiger und resistent gegen Umwelteinflüsse © plysuikvv, stock.adobe.com

Eine Betonversiegelung in der Garage verhindert außerdem, dass die in Auto- und Fahrradreifen enthaltenen Weichmacher im Lauf der Zeit den Betonboden schädigen. Diese Gefahr besteht übrigens auch umgekehrt, denn ein Garagenboden aus Beton kann aufgrund seiner chemischen Beschaffenheit Gummireifen angreifen und spröde werden lassen.

Wann ist eine Betonversiegelung im Innenbereich sinnvoll?

Betonböden können in Wohnräumen sehr edel aussehen. In der Regel werden Betonoberflächen in Innenräumen ohnehin behandelt oder beschichtet, um sie vor Flecken zu schützen, die Reinigung- und Pflegeeigenschaften zu verbessern oder die Optik und Haptik des Bodens insgesamt aufzuwerten. Durch Oberflächenschutz oder ‑beschichtung wird außerdem verhindert, dass der feine Staub, der durch natürliche Abnutzung des Betons entsteht, in die Raumluft gelangt.

Für Wohn- und Innenbereiche ist eine Betonversiegelung empfehlenswert, die möglichst schadstoffarm und pflegeleicht ist, schön aussieht und sich gut anfühlt. Das kann eine gute Betonfarbe sein oder ein transparenter Überzug. Für Wohnböden aus Beton gibt es lösemittelfreie, wasserbasierte Produkte, die mit dem blauen Umweltengel gekennzeichnet sind. Um die Betonfläche in einem Arbeitsschritt zu schützen und farblich zu gestalten, können Sie eine hochwertige Betonfarbe oder eine pigmentierte Betonversiegelung verwenden. Auch die kunststofffreie Oberflächenversieglung mit Wasserglas ist möglich.

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Unterschiedliche Methoden und Produkte zum Schutz von Betonböden

Es gibt drei Möglichkeiten, Betonoberflächen zu schützen:

  1. Hydrophobierung: Sie sorgt dafür, dass Wasser weniger tief in den Beton eindringen kann. Der Schutzeffekt ist dabei vergleichsweise gering und sollte auch regelmäßig erneuert werden.
  2. Imprägnierung: Sie ist von der Wirkung her ähnlich wie die Hydrophobierung, dringt dafür jedoch tiefer in die Betonoberfläche ein.
  3. Versiegelung: Dabei legt sich das Versiegelungsmittel als durchgängiger, dichter Schutzfilm über die Betonoberfläche. Bei einer gut gemachten, intakten Betonversiegelung können Schadstoffe, Flecken und aggressive Substanzen also gar nicht bis an den Beton herankommen und lassen sich im Idealfall von der Versiegelungsschicht leicht entfernen.
Drei Möglichkeiten, Betonoberflächen zu schützen
Drei Möglichkeiten, Betonoberflächen zu schützen

Produkte zur Hydrophobierung und Imprägnierung von Beton

Die meisten Mittel zur Betonhydrophobierung basieren auf Silaten bzw. siliziumorganischen Verbindungen. Das Hydrophobierungsmittel wird auf die gereinigte Betonoberfläche aufgetragen und gelangt dann durch den Kapillareffekt in die besonders gefährdeten Randbereiche. Stößt es dabei auf Feuchtigkeit, die bereits in die Betonporen eingedrungen ist, treibt das Mittel dieses Wasser wieder aus dem Beton heraus. Schließlich bildet sich durch chemische Reaktion eine Silikonharzschicht, die sich fest mit dem Beton verbindet und diesen wasserabweisend macht.

Hydrophobierungsmittel und Imprägnierungen für Beton, die oft auch für andere Baustoffe wie Stein, Putz, Holz oder Metall verwendet werden können, gibt es in verschiedenen Eindringtiefen. Für ein optimales Ergebnis ist es wichtig, das richtige Produkt zu wählen und die Betonoberfläche, die versiegelt oder instandgesetzt werden soll, vorher zu analysieren und richtig vorzubereiten.

Die Bauteil- oder Baustoffanalyse ist eine Aufgabe für Profis. Um einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe zu finden, den sie mit den Vorbereitungsarbeiten, der Analyse oder der kompletten Betonversiegelung beauftragen können, steht Ihnen unser kostenloser und unverbindlicher Angebotsservice zur Verfügung. Damit können Sie auch rasch herausfinden, was es kosten würde, die Betonversiegelung vom Profi durchführen zu lassen, und die Preise mehrerer Handwerksbetriebe bequem miteinander vergleichen.

Betonböden versiegeln mit Epoxidharz, Kunstharzdispersion oder Flüssigkunststoff

Wenn Sie sich im Baumarkt Produkte zur Betonversiegelung ansehen, werden Sie feststellen, dass die meisten auf Kunstharzdispersionen, oft verstärkt mit Polyurethan (PU), oder Epoxidharz basieren. Zur Versiegelung von Garagenböden eignen sich die zweikomponentigen Betonversiegelungen auf Epoxidharzbasis besonders gut, denn sie schützen zuverlässig vor eindringender Feuchtigkeit und halten Schmutz, Öl und Benzin vom Betonboden fern. Außerdem verhindert eine Epoxidharzversiegelung, dass zwischen dem Beton und den Fahrzeugreifen unerwünschte chemische Reaktionen ablaufen. Das können die Versiegelungen auf Basis von Kunstharzdispersionen oder PU-verstärktem Dispersionsharz nicht so gut leisten, weil sie weniger beständig sind und eher zur Rissbildung und zum Abplatzen neigen.

Sowohl Epoxidharz-Betonversiegelungen als auch solche aus PU-verstärkten Kunstharzdispersionen enthalten flüchtige Lösemittel und andere gesundheitsschädliche und gefährliche Inhaltsstoffe. Achten Sie daher bei der Verarbeitung stets auf gute Belüftung und tragen Sie Schutzkleidung und Atemschutz gemäß den Herstellerangaben.

Sicherheitsausrüstung auf der Baustelle © New Afica, stock.adobe.com
Um Risiken bei der Verarbeitung von Betonversiegelungen zu vermeiden, sollten Sie Schutzkleidung und Atemschutz anlegen und sich genau an die Herstellervorgaben halten © New Afica, stock.adobe.com

Von großer Bedeutung ist auch die gewissenhafte Vorbereitung des Untergrunds, also die gründliche Reinigung (etwa mit einem Hochdruckreiniger) und das Entfernen sämtlicher alten Fett- und Ölflecken – notfalls mit einem hochwirksamen, aggressiven Lösemittel wie Nitroverdünnung.

Hat der Betonboden bereits Risse, müssen diese besonders sorgfältig gereinigt und vorbereitet werden. Vergessen Sie dabei ein bisschen Fett, das ganz unten im Riss sitzt, besteht die Gefahr, dass sich die Betonversiegelung an dieser Stelle schon bald wieder ablöst. Und wenn sie erst einmal angefangen hat, sich zu lösen, setzt sich der Prozess in der Regel bald fort, und die ganze Arbeit war umsonst.

Einen Betonboden mit Verdünnung zu schrubben, ist eine wirklich unangenehme, anstrengende und auch gefährliche Arbeit. Achten Sie bitte unbedingt auf guten Haut- Augen- und Atemschutz, viel frische Luft und genug Pausen, um sich vor einer Vergiftung zu schützen.

Betonversiegelung auftragen

2K-Produkte müssen vorher angemischt, Konzentrate korrekt verdünnt werden. Halten Sie sich dabei exakt an die Angaben auf dem Gebinde oder im technischen Datenblatt. Um die Betonversiegelung möglichst zügig großflächig und gleichmäßig aufzutragen, eignen sich große, breite Pinsel, Bürsten oder Rollen, idealerweise mit passenden Teleskopverlängerungen, damit Sie nicht auf den Knien arbeiten müssen. Sie können auch für das Material geeignete große Abzieher verwenden.

Beim Auftragen der Versiegelung gilt ebenfalls: Gut lüften und nach Möglichkeit jeden Hautkontakt und das Einatmen der Dämpfe vermeiden. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie auch vorher die Eindringtiefe und das Haftverhalten Ihres Versiegelungsmittels an einer unauffälligen Stelle testen.

Ist der Betonboden uneben, achten Sie darauf, dass sich keine Pfützen bilden. Nur eine gleichmäßig dicke Schicht kann auch gleichmäßig und spannungsfrei auftrocknen und aushärten. Bei stark beanspruchten Böden ist es grundsätzlich sinnvoll, die Betonversiegelung mindestens zweimal aufzutragen. Halten Sie zwischen den einzelnen Aufträgen unbedingt die vom Hersteller angegebene Trocknungszeit ein und lassen Sie die fertige Betonversiegelung den Angaben entsprechend komplett aushärten, bevor Sie sie begehen oder belasten.

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