Farbe und Lacke richtig entsorgen

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Lack und Farbe entsorgen – der richtige Umgang mit Farb- und Lösemittelresten

Das beste Entsorgungs- und Recyclingkonzept ist das Vermeiden von Abfällen. Damit nach dem Streichen, Lackieren oder Renovieren möglichst wenig Müll zu entsorgen ist, rechnen Sie vor der Materialbeschaffung aus, wie viele Quadratmeter Sie wie oft streichen und wie viel Farbe Sie dazu voraussichtlich benötigen werden. Dabei helfen Ihnen auch die Herstellerangaben auf den Eimern bzw. Gebinden.

Allerdings kann es auch bei sorgfältiger Planung vorkommen, dass Farbeimer, Lack- oder Sprühdosen nicht ganz leer werden. Wenn Sie die Reste nicht aufbewahren möchten, um sie später zu verwenden, müssen Sie sich um die fachgerechte Entsorgung kümmern. Denn Farben und Lacke – auch solche auf Wasserbasis – enthalten in aller Regel Lösemittel, die weder in die Kanalisation gelangen noch einfach über den Hausmüll entsorgt werden dürfen. Sie gelten als problematische Abfälle und in vielen Fällen als Sondermüll – also niemals einfach in den Abfluss oder ins Klo kippen.

Alte Farben und Lacke © animaflora, fotolia.com
Alte Farben und Lacke richtig entsorgen © animaflora, fotolia.com

Farbe entsorgen: Sind die Reste fest oder flüssig?

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für das sichere Entsorgen von Farben ist, dass die Reste bereits eingetrocknet bzw. fest geworden sind. Denn dann haben sich die Lösungsmittel bereits verflüchtigt, und der Rest kann in vielen Fällen ohne Bedenken über den Hausmüll entsorgt werden. Das gilt auch für Pinsel und Rollen, die Sie nicht mehr verwenden werden, sowie für alle anderen Abfälle, die mit Farbe verschmiert oder getränkt sind, z. B. Lappen und Schwämme, Reste vom Abklebeband oder Packdecken und Abdeckfolien von Ihrer Baustelle.

Alte Farbe und Lacke richtig entsorgung
Alte Farbe und Lacke richtig entsorgung

Auch wenn zahlreiche Gemeinden es erlauben oder sogar empfehlen, eingetrocknete Farbreste oder Streichwerkzeuge in den Restmüll zu geben, ist das Entsorgen als Sondermüll grundsätzlich die umweltverträglichste Lösung. Denn Sonderabfälle werden zu speziellen Deponien gebracht und die Dämpfe beim Verbrennen gefiltert, damit möglichst keine Schadstoffe in die Atmosphäre gelangen können. So gehen Sie auf Nummer sicher, wenn Sie nicht genau wissen, welche Schadstoffe in der Farbe oder dem Lack enthalten sind.

Hinweis: Dispersionsfarben, die nur geringe Anteile Schadstoffe wie Lösemittel oder Formaldehyd enthalten, erkennen Sie am Blauen Umweltengel auf dem Gebinde und der Bezeichnung „RAL-ZU 102“. Leere Farbeimer und eingetrocknete Farbreste, die diese Herstellerhinweise tagen, dürfen im Gelben Sack oder in der grünen Tonne entsorgt werden.

Um das Eintrocknen der Farbreste zu beschleunigen, lassen Sie das Gebinde offen und lagern Sie es dort, wo der Geruch weder Sie noch die Nachbarn stört. Am besten ist ein vor Regen geschützter Außenbereich, aber Standard-Wandfarben (Dispersionsfarben) und wasserlösliche Lacke können Sie auch im Keller eintrocknen lassen. Noch schneller geht es, wenn Sie ein wenig Sand in den Farbrest mischen. Lässt sich der trockene Farbrest später vollständig aus dem Eimer lösen, entsorgen Sie diesen über den Restmüll oder Sondermüll (er landet in der Müllverbrennungsanlage) und den recyclingfähigen PCV-Eimer über Gelben Sack bzw. Grüne Tonne.

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Wohin mit flüssigen Farbresten und Lösungsmitteln?

Schwieriger wird es, wenn Sie größere Farbreste zu entsorgen haben, die zum Durchtrocknen sehr lange brauchen würden, oder wenn das übriggebliebene Material (z. B. Pinselreiniger, Verdünner, Terpentin) überhaupt nicht zum Trocknen und Aushärten vorgesehen ist. Solche flüssigen, schadstoffhaltigen Reste sind Sondermüll und müssen über die zuständige Sammelstelle entsorgt werden. Das kann die zentrale Anlaufstelle Ihrer Gemeinde sein (z. B. der Recyclinghof bzw. Wertstoffhof), das regionale Schadstoffmobil oder der Händler, bei dem Sie die Farbe eingekauft haben.

Hinweis: Viele Fachhändler und Baumärkte nehmen übriggebliebene Farbreste von Ihren Kunden kostenlos zurück und führen sie der fachgerechten Entsorgung zu. Fragen Sie schon beim Kauf nach, ob ein solcher Service angeboten wird, und heben Sie, um ihn nutzen zu können, sicherheitshalber immer den Kaufbeleg auf.

Welcher Wertstoffhof für Ihre Adresse zuständig ist und welche Abfälle Sie wann dort abgeben können, erfahren Sie ganz einfach im Internet oder durch einen Anruf bei der Gemeinde, z. B. beim Bürgertelefon oder örtlichen Abfallentsorger. Wenn Sie sehr viele Farbreste oder Sonderabfälle zu entsorgen haben (z. B. bei einer Kellerentrümpelung) können Sie in der Regel auch einen Abholtermin vereinbaren. Bei den Gebühren unterscheiden viele Wertstoffhöfe zwischen privaten und gewerblichen Entsorgungen. Bei gewerblichen Abfällen fallen eher Gebühren an.

Streichwerkzeuge entsorgen oder reinigen?

Bei Pinseln lohnt es sich, billige Einweg- und Fusselkandidaten grundsätzlich links liegen zu lassen und ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen. Einen guten Pinsel können Sie bei sachgemäßer Behandlung immer wieder verwenden und dabei perfekt auf Ihren Streichstil einarbeiten.

Malerwerkzeug © visivasnc, fotolia.com

Bei Rollen gibt es auch gute Billigmodelle, die den gängigen Ansprüchen völlig genügen. Doch gerade bei günstigen Farbrollen oder Lackierwalzen kann es durchaus wirtschaftlicher und umweltverträglicher sein, sie nach Gebrauch zu entsorgen, statt sie aufwendig zu reinigen und danach das schadstoffhaltige Waschwasser (Sondermüll!) loswerden zu müssen.

Hinweis: Billige Farb- oder Lackierrollen lohnen die Reinigung nicht, da sie meist schon nach dem ersten Einsatz so abgenutzt sind, dass sie beim zweiten nichts mehr taugen. Richtig gute Farbrollen, z. B. aus Lammfell, sind zwar teuer (ab ca. 40 Euro), können dafür aber jahrelang gut bleiben. Wie hochwertige Pinsel müssen Sie dafür jedoch sachgemäß gereinigt, gepflegt und gelagert werden.

Verwenden Sie zum Reinigen Ihrer Malerwerkzeuge immer nur so viel Lösemittel wie unbedingt nötig, etwa indem Sie die Werkzeuge nicht unter fließendem Wasser, sondern in einem Eimer oder einer Wanne reinigen und dann mit einem Lappen trocknen. Pinselreiniger, Terpentin und Co. können Sie mehrmals verwenden und in einem geschlossenen Einmachglas aufbewahren. Gute Pinsel nie auf den Borsten stehend lagern, sondern entweder hängend (z. B. in pflegendem Halböl) oder liegend, damit sie sich nicht verformen.

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Farben entsorgen oder aufbewahren?

Bei richtiger Lagerung können Farben und Lacke mehrere Jahre lang halten, auch wenn das Gebinde bereits geöffnet war. Oft ist es sogar gewollt, nicht alles zu verbrauchen, sondern einen Teil für später (z. B. für Ergänzungs- oder Ausbesserungsarbeiten) zurückzubehalten. Sinnvoll ist das vor allem bei Farbtönen, die Sie extra für Ihr Projekt selbst angemischt haben. Denn anders als Mischfarben, die im Baumarkt oder Farbhandel individuell für Sie hergestellt wurden, können selbstgemischte Nuancen später nicht einfach anhand der Farbtabelle oder -nummer exakt „nachgebaut“ werden.

Farbe und Lacke: Die richtige Lagerung
Farbe und Lacke: Die richtige Lagerung

Lagern Sie angebrochene Farbeimer und Lackdosen stets an einem trockenen und kühlen, aber sicher frostfreien Ort (sie sollte nicht kälter werden als 5 °C) und achten Sie darauf, dass der Deckel luftdicht verschlossen ist. Wenn Sie die Farbe später erneut benötigen, rühren Sie sie vorher gründlich auf. Ist die Farbe noch in Ordnung, aber durch längere Lagerung eingedickt, bringen Sie sie je nach Art mit ein wenig Wasser oder passendem Lösungsmittel (Verdünner) zur gewünschten Konsistenz zurück.

Hinweis: Ob die Farbe noch gut ist, erkennen Sie an der Konsistenz und am Geruch. Dispersionsfarben, die beim Rühren nicht mehr homogen werden, sondern klumpen oder bröckeln, sollten Sie nicht mehr verwenden. Dasselbe gilt, wenn die Farbe schlecht riecht (z. B. sauer, muffig oder faulig) oder wenn sich verdächtige Ablagerungen (Algen, Schimmel) gebildet haben.
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