Eternitplatten streichen

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Eternitplatten streichen: Kann ich den Anstrich als Heimwerker selbst vornehmen?

Eternitplatten sind Faserzementplatten. Allerdings hat sich der Name des bekanntesten Herstellers als Synonym für das Produkt durchgesetzt. Die Firma Eternit stellt Faserzementplatten schon seit vielen Jahrzehnten her, und um auf die Langlebigkeit des Baustoffs hinzuweisen, ähnelt der Name dem lateinischen Wort für Ewigkeit („Aeternitas“).

Grundsätzlich ist es kein Problem, Faserzement- bzw. Eternitplatten zu streichen. Wie andere raue und saugfähigen Untergründe müssen sie vorher gründlich gereinigt werden, um auch die Tiefen der Struktur von Staub, fettigen Ablagerungen oder Bewuchs (z. B. Algen, Moos, Schimmel) zu befreien. Am leichtesten geht die Reinigung mit einem Hochdruckreiniger; diese Methode hat auch den Vorteil, dass sie ganz ohne Chemie, lediglich mit Wasser und Druck, eine sehr gründliche Reinigung ermöglicht.

Asbest Schaeden an der Wand © focus finder, stock.adobe.com
Nicht jede Eternitverkleidung an der Fassade lässt sich alleine mit einem neuen Anstrich retten © focus finder, stock.adobe.com

Nachdem die sauberen Eternitplatten wieder vollständig getrocknet sind, empfiehlt sich eine Grundierung mit Tiefgrund, damit nicht zu viel Anstrichmittel im Untergrund „verschwindet“. Anschließend können Sie die Eternitplatten streichen, etwa mit einer Kunststoffdispersionsfarbe, die sich für Faserzementplatten und/oder den Außenbereich eignet. Gestrichen wird ganz normal mit Quast, Farbrolle oder Pinsel. Für ein optimales Ergebnis ist es empfehlenswert, mindestens zwei Farbschichten aufzutragen, je nach Beanspruchung (oder Herstellerangaben) auch mehr.

Achtung, Lebensgefahr: Ältere Eternitplatten können Asbest enthalten!

Wenn Sie Eternitplatten streichen möchten, ist das größte Problem nicht die Streichtechnik, sondern die Tatsache, dass Faserzementplatten bis zum Jahr 1989 noch mit Asbest hergestellt wurden. Ab 1990 durften in Deutschland nur noch asbestfreie Eternitplatten in den Handel gelangen. Bis sich dieses Asbestverbot (bzw. die Asbestreduzierung) jedoch in ganz Europa durchgesetzt hatte, vergingen noch etliche Jahre: Erst seit 2005 dürfen im gesamten europäischen Raum nur noch asbestfreie Faserzementplatten produziert werden. Folgerichtig sind auch der Import und die Montage sämtlicher Baustoffe, die Asbest enthalten, seither in Europa verboten.

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Woher weiß ich, ob meine Eternitplatten Asbest enthalten?

Asbestfreie Eternitplatten müssen laut der deutschen Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) mit „AF“ gekennzeichnet sein. Allerdings finden Sie diese Kennzeichnung nur dann direkt auf der Platte, wenn diese damals ohne Verpackung verkauft wurde. Viele asbesthaltige Eternitplatten wurden jedoch in Umverpackungen verkauft, und in diesem Fall reichte leider die Kennzeichnung auf der Verpackung, die es bei älteren Eternitplatten natürlich nicht mehr gibt.

Asbestfasern sind lebensgefährlich, wenn sie – zum Beispiel durch das Sägen, Anbohren oder auch nur intensive Reinigen der Platte (z. B. mit einem Hochdruckreiniger) – freigesetzt werden. Gelangen sie in die Atemwege, können Sie eine Asbestose oder sogar Lungenkrebs verursachen. Schon geringe Konzentrationen können also tödlich sein, daher sollten Sie auf keinen Fall Eternitplatten bearbeiten oder auch nur in die Nähe der offenliegenden Oberfläche kommen, wenn sie nicht 100-prozentig wissen, dass die Platten asbestfrei sind.

Entsorgung von Asbest © RioPatuca Images, stock.adobe.com
Asbesthaltige Eternitplatten stellen ein großes Risiko dar und müssen mit Schutzausrüstung demontiert und als Sondermüll entsorgt werden © RioPatuca Images, stock.adobe.com

Finden Sie das Kürzel AF auf der Platte, wissen Sie, dass der bei Ihnen verbaute Eternit ohne Asbest produziert wurde. Doch auch bei der Suche nach diesem Kürzel sollten Sie vorbeugend Schutzanzug und Atemschutz tragen und es vermeiden, z. B. an der Oberfläche der Platten zu kratzen. Wenn Sie wissen, dass das Eternit vor 1989 montiert wurde, tragen Sie unbedingt professionellen Augen- Haut- und Atemschutz (Ganzkörperanzug, FFP3-Atemschutzmaske).

Eternitplatten vor dem Streichen auf Asbest prüfen lassen

Am sichersten ist es, die Eternitplatten professionell prüfen zu lassen, bevor Sie an eine Bearbeitung auch nur denken. Egal, ob es sich um eine alte Eternitdecke, Bedachung oder Fassadenverkleidung handelt: Ist der Baustoff asbesthaltig, ist es besser, eine Asbestsanierung vom Fachbetrieb durchführen und die Platten sicher entsorgen zu lassen.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Eternitplatten auf Asbest prüfen zu lassen: Entweder Sie beauftragen eine Laboranalyse, die unter anderem vom TÜV Süd angeboten wird. Dafür bezahlen Sie 100-200 Euro und wissen danach genau, ob Sie die Eternitplatten gefahrlos streichen können oder lieber als äußerst gefährlichen Sondermüll entsorgen lassen sollten. Alternativ gibt es Schnelltests, die rund 50 Euro kosten und auch im Internet bestellt werden können.

Selbstverständlich können Sie sich auch beim TÜV oder einem regionalen Entsorgungsfachbetrieb beraten lassen, wenn Sie nicht wissen, ob Ihr Altbau oder Ihre Wohnung asbestfrei ist. Bei den entsprechenden Anlaufstellen können Sie sich rund um die Asbestsanierung informieren, erhalten aber auch Tipps zum gefahrlosen Durchführen eines Schnelltests oder zum richtigen Umgang mit Asbest, wenn sie die Platten nicht entsorgen lassen können oder wollen.

Tatsächlich entscheiden sich manche Sanierer oder Bauherren, die asbesthaltigen Eternitplatten weiterhin zu verwenden. Das ist jedoch nur dann gefahrlos möglich, wenn auf unbestimmte Zeit gewährleistet werden kann, dass die Platten unbeschädigt und am besten unerreichbar in der Bausubstanz eingeschlossen sind – tief genug, dass sie niemals aus Versehen angebohrt, zerbrochen oder bei späteren Renovierungsprojekten wieder freigelegt werden.

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Kann ich neuere Eternitplatten streichen, ohne Angst vor Asbest zu haben?

Wie bereits erwähnt, darf Eternit in Deutschland seit 1990 und in ganz Europa seit 2005 nur noch ohne Asbest produziert werden. Stattdessen werden Zuschlagstoffe wie Glasfasern, Kunststofffasern, Zellulose oder Kohlenstoff verwendet, um die gewünschten Eigenschaften (zum Beispiel hohe Festigkeit und lange Haltbarkeit) zu erreichen. Wenn Sie heute Eternitplatten kaufen, etwa die gewellte Variante für Gartenhaus- und Schuppendächer oder die klassischen flachen Platten zur Fassadenverkleidung, können Sie sicher sein, dass diese kein Asbest enthalten.

Kann ich asbesthaltige Eternitplatten selbst entsorgen?

Nein, auf keinen Fall! Ausschließlich zertifizierte Fachbetriebe dürfen in Deutschland Asbest entsorgen bzw. zur fachgerechten Entsorgung entgegennehmen. Für maximale Sicherheit rund um die Asbestsanierung sollten Sie auch das Entfernen asbesthaltige Baustoffe, zum Beispiel einer Dacheindeckung oder Eternitverkleidung, einem Fachbetrieb überlassen.

Damit sich nach der Demontage keine Asbestfasern in der Luft verteilen können, müssen die Eternitplatten bis zur Entsorgung feuchtgehalten werden. Für den Transport zu einem Asbestentsorgungsbetrieb oder dem zuständigen Wertstoffhof werden sie in spezielle Big Bags verpackt, außerdem ist für den Transport asbesthaltiger Materialien auch für Privatpersonen eine Transportgenehmigung vorgeschrieben.

Befeuchten der asbesthaltigen Eternitplatten © LianeM, stock.adobe.com
Schutzausrüstung ist absolut unverzichtbar, wenn Sie mit asbesthaltigen Werkstoffen hantieren © LianeM, stock.adobe.com

Sind Eternitplatten noch zeitgemäß?

Faserzementplatten sind nach wie vor gefragt, zum Beispiel Fassadenplatten oder welche Platten für Dacheindeckung. Sie sind allerdings ziemlich schwer (1 m² Eternit wiegt rund 15 Kilo) daher von Heimwerkern nicht unbedingt einfach zu transportieren und zu verarbeiten. Gerade bei Arbeiten auf dem Dach oder Fassadenarbeiten, bei denen ein Gerüst gestellt werden muss, ersparen sie sich oft viel Arbeit, vermeiden folgenschwere Fehler und haben schneller und sicherer ein gutes Ergebnis, denn sie einen Fachbetrieb beauftragen.

Gern können Sie unseren unverbindlichen und kostenfreien Angebotsservice nutzen, um Ihre Anfrage an mehrere Handwerksbetriebe (zum Beispiel Dachdecker (in ihrer Gegend zu richten und deren Preise und Leistungsumfang zu vergleichen. Um Eternitplatten streichen zu lassen, können Sie einfach einen Maler oder Stuckateur beauftragen.

Alte Eternitplatten entfernen © Lucaz80, stock.adobe.com
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