Asbest: Häufige Fragen

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Asbest-Ratgeber: Hintergründe, Vorkommen, Sanierung und Gefahren

Asbest ist ein wahres Multitalent unter den Baustoffen: Denn Asbest ist chemisch sehr beständig, nicht brennbar, hitzebeständig bis über 500 Grad Celsius, verrottet und verfault nicht, weist hervorragende Bindefähigkeiten auf, ist sehr flexibel und dabei reißfest und ist auch noch preiswert. Aufgrund dieser Eigenschaften wurde Asbest in großen Mengen verwendet: Es gab zeitweise mehr als 3.000 Anwendungen auf Asbestbasis. Besonders relevant für Heimwerker ist, dass Asbest im Hausbau in vielen Bereichen eingesetzt wurde.

Asbest © farbled_01, fotolia.com
Asbest © farbled_01, fotolia.com

Denn bei allen Vorteilen, die dieser Baustoff aufweist, so hat er doch einen gravierenden Nachteil: Asbest ist krebserregend. Aufgrund dieser Tatsache wurde der Einsatz von Asbest in Deutschland immer weiter beschränkt, bis dass 2005 ein komplettes Verbot in Kraft trat. Allerdings befindet sich in Bestandsimmobilien auch heute noch in vielen Bauteilen Asbest. Daher sollten Heimwerker sich vor der Sanierung eines Hauses, insbesondere solcher, die vor den 1990-iger Jahren erbaut oder saniert wurden, umfassend über das Thema Asbest informieren. Daher haben wir nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Asbest und Sanierung von mit Asbest belasteten Immobilien zusammengetragen.

Inhaltsverzeichnis

Worum handelt es sich bei Asbest?

Asbest bezeichnet natürlich vorkommende, faserartige silikatische Mineralien mit einem sehr geringen Faserdurchmesser. Die Fasern können eine Minimalgröße von fünf Mikrometern Länge und weniger als drei Mikrometern Durchmesser haben. Damit sind die Fasern so klein, dass sie dass sie nicht einmal im Lichtmikroskop sichtbar gemacht werden können.

Man unterscheidet zwei Gruppen von Asbest-Arten: Serpentin (Chrysotil) und Amphibole. Das Chrysotil, auch Weißasbest genannt, macht beim Asbestverbrauch mit 90 % den weitaus größten Anteil aus.

Zudem unterscheidet man zwischen schwach gebundenen Asbestfasern sowie fest gebundenen Asbestfasern. Bei dieser Unterscheidung geht es darum, wie leicht sich die Asbestfasern aus dem Baustoff lösen und in die Atemluft gelangen können.

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Was machte Asbest zu einem so begehrten Baustoff?

Asbest hat eine Vielzahl positiver Eigenschaften, die es zu einem idealen Baustoff machen:

  • Hohe Beständigkeit:
  • nicht brennbar
  • hitzebeständig bis 500 Grad Celsius (Schmelzpunkt bei über 1500 Grad Celsius)
  • chemisch stabil
  • verrottet und verfault nicht
  • hervorragende technische Eigenschaften:
  • hohe Bindungsfähigkeit mit anderen Stoffen
  • sehr spinnfähig
  • thermische und elektrische Isolierfähigkeit
  • hohe Flexibilität bei starker Reißfestigkeit
  • preisgünstig

In welchen Produkten wurde Asbest verwendet?

In seiner Hochzeit fand sich Asbest in über 3.000 Anwendungen. Der Asbestverbrauch in den Jahren zwischen 1950 und 1985 betrug allein in Deutschland 4,4 Millionen Tonnen. Damit wurde Asbest hierzulande in so großen Mengen verbraucht, wie kaum ein anderer Werkstoff. Hierzu zählen insbesondere folgende Bauteile, die im Hausbau verwendet wurden:

Fest gebundene Asbestfasern

  • Asbestzement:
    • Dachplatten und Bauteile zur Dachkonstruktion innen
    • Fassadenelemente
    • Brandschutztüren (Verkleidung)
    • Bodenbelagsplatten
  • Serpentinit:
    • Fassadenverkleidung
    • Bodenplatten
Wellplatten mit Asbest © Patrick J., fotolia.com
Wellplatten mit Asbest © Patrick J., fotolia.com

Schwach gebundene Asbestfasern

  • Spritzbeläge:
    • in Fassadenelementen
    • auf Trägern, Stützen etc. aus Stahl und Beton
    • in Verschalungen, Zwischenböden und abgehängten Decken
    • in Brandschutztüren (als Füllung)
  • Gewerbe:
    • Dichtungen (Türen, Klappen etc.)
    • In Heizungen, Kaminen, Öfen etc.
    • Füllmaterial (in Kabel- und Rohrdurchführungen)
  • Fliesenkleber, Spachtelmasse, Putze, Gipse
  • Baukonstruktionen/Leichtbauplatten:
    • Brandschutz: Verkleidungen, Türen
    • Verkleidungen von Heizkörpernischen und Fensterbrett-Unterseiten
    • Bei abgehängten Decken, Leichtbau-Ständerwänden, Treppenuntersichten
  • Wand- und Bodenbeläge:
    • PVC-Bodenbelagsbahnen
    • Wandbeläge aus Cushion-Vinyl
  • Installationen/Betriebstechnik:
Asbest in der Innenwand zur Wärmedämmung © animaflora, fotolia.com
Asbest in der Innenwand zur Wärmedämmung © animaflora, fotolia.com

Was versteht man unter schwach gebundenem und fest gebundenem Asbest?

Asbest hat, je nachdem welche Ausgangsfasern verwendet und wie diese verarbeitet wurden, unterschiedliche Eigenschaften. Die Unterscheidung zwischen schwach und fest gebundenem Asbest ist insbesondere für die Beurteilung der von dem Asbest-Produkt ausgehenden Gesundheitsgefahr relevant.

Asbest: Verschiedene Arten der Verarbeitung
Asbest: Verschiedene Arten der Verarbeitung

Die Unterscheidung zwischen schwach gebundenem und fest gebundenem Asbest erfolgt anhand des Asbestgehaltes sowie der Einbindung der Asbestfasern in den jeweiligen Werkstoff:

  • Fest gebundener Asbest: niedriger Asbestanteil (10 – 15 %) und hoher Anteil an Bindemittel (85 – 90 %)
  • Schwach gebundener Asbest: hoher Asbestanteil (mehr als 60 %) und geringer Anteil an Bindemittel (weniger als 40 %)

Schwach gebundener Asbest

Von schwach gebundenem Asbest spricht man bei Bauteilen, die mindestens 60 % Asbest beinhalten, oftmals sogar deutlich mehr. Aufgrund des geringen Anteils an Bindemitteln können die Asbestfasern bei diesen Werkstoffen sehr leicht freigesetzt werden. Dies kann insbesondere geschehen durch:

  • Natürliche Abnutzungsprozesse
  • Bauarbeiten
  • Erschütterungen

Neben zahlreichen anderen Anwendungsgebieten wurde schwach gebundener Asbest gerade auch im Hausbau (auch in Einfamilienhäusern) verwendet. Besonders häufig ist schwach gebundener Asbest in Gebäuden an folgenden Stellen zu finden:

  • Brandschutzvorrichtung
  • Heizungsinstallationen
  • Rohrleitungsverbindungen
  • Leichtbauplatten
  • Asbesthaltige Spritzbeläge und Paletten

Fest gebundener Asbest

Fest gebundener Asbest zeichnet sich durch einen recht geringen Asbestanteil von maximal 15 % und einem entsprechend hohen Anteil von Bindemitteln (über 85 %) aus. Aus diesem Grund können sich die Asbestfasern nur sehr viel schwerer und später lösen. Dementsprechend geringer ist die Gesundheitsgefahr, die von Werkstoffen aus fest gebundenem Asbest ausgeht. In der Regel lösen sich die Fasern nur in folgenden Fällen in größerem Umfang:

  • Wenn der Werkstoff der Witterung ausgesetzt ist
  • Durch thermische oder mechanische Einwirkungen

Folgende Werkstoffe, die im Hausbau verwendet wurden, enthalten oftmals fest gebundenen Asbest:

  • Dachplatten, Fassadenelemente und Wandverkleidungen
  • Bodenbeläge
  • Wasserleitungen
  • Schutzanstriche und Kitte

Für den Laien ist es oftmals nicht oder kaum ersichtlich, ob es sich bei den verwendeten Werkstoffen um solche mit Asbest-Belastung handelt. Ein gutes Beispiel hierfür sind Kleber/Kitte, mit denen Bodenplatten in älteren Häusern verklebt sind. Hierbei kann es sich um asbesthaltige Kitte handeln – allerdings ist dies nichts zwangsläufig der Fall.

Asbest in einer alten Fassadenverkleidung © Alexandersw, fotolia.com
Asbest in einer alten Fassadenverkleidung © Alexandersw, fotolia.com

Warum wurde Asbest verboten? Was macht Asbest so gefährlich?

Asbest ist eindeutig als krebserregender Stoff einzustufen. Der Grund dafür liegt insbesondere in seiner charakteristische Eigenschaft , sich in kleinste Fasern zerteilen zu können. Dadurch können sie einfach eingeatmet werden, ohne dass es zu Abwehrreaktionen des Körpers kommt. In den Lungen verbleiben die Asbestfasern dann langfristig, das es eben nicht zu einem Hustenreiz oder ähnlichem kommt. Dort reizen die Fasern das Gewebe langfristig und die Asbestose, also eine Lungenverhärtung aufgrund von Narbengewebe, entsteht. Zudem können die Asbestfasern bis zum Brust- und Bauchfell weiterwandern und dort ebenfalls zur Entstehung von Tumoren führen. Dabei ist die so genannte Latenzzeit, also die Zweit zwischen dem Einatmen der Asbestfasern und dem Ausbruch der Erkrankung sehr lang und kann bis zu 30 Jahre betragen.

Eingeatmete Asbestfasern können Lungenkrebs auslösen
Eingeatmete Asbestfasern können Lungenkrebs auslösen

Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass nicht jede Asbestform gleich schädlich ist: Die so genannten schwach gebundenen Asbestfasern sind weit gefährlicher als die fest gebundenen Asbestfasern: Bei den erstgenannten Asbest-Produkten lösen sich die Fasern einfach im Laufe der Zeit. Bei den fest gebundenen Asbest-Produkten lösen sich die schädlichen Fasern in der Regel nur bei Beschädigung oder Verarbeitung.

Neben der direkten Gesundheitsgefahr für den Menschen gehen von Asbest auch Gefahren für die Umwelt aus, das Asbest nicht verrottet.

Asbest Dachsanierung © Björn Wylezich, fotolia.com
Asbest Dachsanierung © Björn Wylezich, fotolia.com

Sind nach dem Verbot von Asbest hergestellte Werkstoffe sicher asbestfrei?

Asbest ist in Deutschland seit 1993 verboten, 2005 folgte ein umfassendes Verbot für die gesamte EU. Inzwischen haben sich diesem Verbot zahlreiche weitere Länder angeschlossen. Daher sind in Deutschland nicht nur die Herstellung, sondern auch der Vertrieb und sogar der Verschenken von Asbest verboten.

Allerdings gibt es noch immer zahlreiche Länder auf der Welt, vorrangig Entwicklungs- und Schwellenländer, aber auch Länder wie Russland, in denen Asbest nicht verboten ist. Daher sollte beim Kauf von Bauwerkstoffen über das Internet hier besondere Sorgfalt verwendet werden.

Achtung: Asbest wird ggf. außerhalb der EU weiter verwendet
Achtung: Asbest wird ggf. außerhalb der EU weiter verwendet

Wie gefährlich ist Asbest wirklich? Oder: Betrifft diese Gefahr nur Menschen, die regelmäßig mit Asbest in Berührung kommen/kamen oder reicht auch eine einmalige/kurzfristige Kontamination?

Studien belegen, dass Menschen, die an asbestbelasteten Arbeitsplätzen tätig sind, ein signifikant erhöhtes Risiko haben, an Tumoren an der Lunge, am Brust- oder Bauchfell sowie an den Eierstöcken zu erkranken. Im Mittel beträgt die Zeit bis zum Ausbruch der Erkrankung 30 Jahre, die Spannbreite liegt jedoch zwischen 10 und 60 Jahren. Weltweit sind laut WHO (2017) 125 Millionen Menschen am Arbeitsplatz Asbest ausgesetzt, gut 100.000 Menschen versterben jedes Jahr an den Folgen. In Deutschland wird die Zahl der asbestbedingten Todesfälle auf 1.500 Menschen im Jahr geschätzt, so die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, 2016).

Grundsätzlich gilt zwar, dass das Risiko zu erkranken um so höher ist, je stärker die Belastung mit Asbest war/ist. Allerdings gibt es keine „unbedenkliche Dosis“, da im Prinzip jede einzelne Asbestfaser Krebs auslösen kann. So gibt es Belege dafür, dass nicht nur Asbest-Arbeiter selbst, sondern auch den Folgen der Asbestbelastung erkranken können. Ein konkretes Beispiel zeigt: Der Vater, Asbest-Arbeiter, erkrankte an Asbestose. Die Ehefrau, die die Arbeitskleidung des Mannes reinigte, verstarb an einem Pleuramesotheliom. Und der Sohn, der den Vater auf der Arbeit besuchte, verstarb ebenfalls an einem Pleuramesotheliom.

Wichtig: Das Risiko an einem asbestbedingten Tumor zu versterben ist jedoch trotzdem im Vergleich zu anderen Todesursachen (z.B. Brand, Unfälle zu Hause, Autounfall) deutlich geringer. Ein wichtiger Faktor ist das Thema Rauchen, da dies nach einer Asbestbelastung das Erkrankungs- und Sterberisiko massiv erhöht.

Was ist in dem Fall zu tun, wenn ein Kontakt mit Asbest stattgefunden hat?

Wenn Privatleute mit Asbest in Berührung kommen, hat dies in der Regel einen der folgenden Gründe:

  • Asbest wird von verbauten Produkten durch Abnutzung freigesetzt
  • Asbest wird im Rahmen von Renovierungsarbeiten freigesetzt
  • Asbest wird durch besondere Beanspruchung freigesetzt
  • Asbest wird durch Bearbeitung des Asbest-Werkstoffs (z.B. Loch bohren, Wand abschleifen) freigesetzt

Wenn der Verdacht besteht, dass Kontakt zu Asbestfasern bestanden hat, sollte dieser durch einen vom Fachmann durchgeführten Asbest-Test überprüft werden. Denn nur so kann dafür gesorgt werden, dass keine weitere Belastung mit Asbestfasern stattfinden kann, sondern eine fachgerechte Entsorgung der Asbest-Werkstoffe vorgenommen wird.

Zudem sollten sich Betroffene an ihren Hausarzt wenden, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wichtig ist zu wissen, dass die gesundheitlichen Folgen nicht sofort bemerkbar sind, sondern erst viele Jahre, meist sogar Jahrzehnte, später auftreten. Zudem sollte das Risiko realistisch abgeschätzt werden: Im privaten Umfeld kommt es nur sehr selten zu einer Belastung mit Asbestfasern in einem nachhaltig belastenden Umfang. Anders sieht dies für Menschen aus, die im beruflichen Umfeld einer asbest-Belastung ausgesetzt sind.

Der Hausarzt wird in der Regel wie folgt vorgehen:

  • Eventuelle Überweisung an einen Lungenfacharzt oder Spezialisten für Arbeitsmedizin
  • Risikoabwägung von lebenslangen Vorsorgeuntersuchungen (die auch regelmäßige Röntgenuntersuchungen umfassen) gegenüber dem Risiko einer Erkrankung

Wie erkennt man Asbest-Werkstoffe an Haus? (Ersteinschätzung)

Werkstoffe aus Asbest sind für den Laien nur schwer erkennbar. Denn Asbest hat keinen spezifischen Geruch, es geht keine Strahlung von dem Material aus und auch das Aussehen gibt keinen Hinweis, da Asbest in so vielen unterschiedlichen Formen zum Einsatz kommt. Aufgrund der hohen Gesundheitsgefahr ist es trotzdem wichtig, dass Heimwerker Asbest als solches erkennen. Anhand folgender Hinweise kann Asbest erkannt werden oder zumindest eine Einschätzung vorgenommen werden, ob es sich um Asbest handeln könnte:

Das Baujahr/Sanierungsjahr

Da Asbest in den Jahren ab 1960 bis zu seinem Verbot 1993 sehr stark als Werkstoff im Hausbau verbreitet war, stellt das Baujahr oder Sanierungsjahr einen ersten deutlichen Hinweis dar. Minimiert wird das Risiko, dass sich im Dachbereich, in Dämmungen, Bodenplatten etc. Asbest befindet wird nur dann minimiert, wenn die Immobilie nach 1993 umfassend saniert wurde.

Nachtspeicheröfen: Das Baujahr ist ein Hinweis auf mögliche Schadstoffe
Nachtspeicheröfen: Das Baujahr ist ein Hinweis auf Abest
Faserzement, Eternitplatten: und Asbest: Baujahr beachten
Faserzement, Eternitplatten: und Asbest: Baujahr beachten

Das Aussehen

Wie eingangs erwähnt, ist Asbest anhand der Optik für Laien nur schwer zu erkennen. Dies gilt um so mehr, da Asbest in oftmals in fest verbundener Form mit anderen Baustoffen verwendet wird. Allerdings gibt es einige Merkmale, anhand derer Asbest erkannt werden kann:

  • Asbest hat eine graue oder grünlich-graue Farbe
  • Asbest hat eine faserige Struktur, die allerdings erst erkennbar ist, wenn der Werkstoff beschädigt ist. Wichtig: In diesem Fall treten bereits Asbestfasern aus, so dass Vorsicht geboten ist.

Die Verwendung

Aufgrund der materialspezifischen Eigenschaften (Hitzebeständigkeit, Isolierfähigkeit) gibt es klassische Anwendungsgebiete für Asbest-Produkte. Diese sind insbesondere:

  • Baustoffe für das Dach
  • Bodenbeläge inkl. Kitte
  • Rohre
  • Wandverkleidungen
  • Nachtspeicheröfen
  • Wandputz und Wandverkleidungen

Asbestverdacht überprüfen: Wie lässt sich Asbest nachweisen?

Sollte aufgrund der drei oben genannten Aspekte der Verdacht bestehen, dass in einem Haus Asbest verbaut wurde, so muss dieser Verdacht im nächsten Schritt abgeklärt werden. Dies erfolgt über einen entsprechenden Sachverständigen. Umwelt- und Verbraucherschutzverbände können diese spezialisierten Fach-Sachverständigen in der jeweiligen Region benennen. Ein solcher Sachverständiger geht folgendermaßen vor:

  • Sichtkontrolle des Hauses und Einschätzung, ob Asbest verbaut wurde, aufgrund der Fachexpertise
  • Entnahme von Materialproben und deren eingehende Untersuchung
  • Untersuchung der Materialproben durch ein spezialisiertes Labor

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Testverfahren: den Raumlufttest und den Materialtest:

Raumlufttest

Mit dem mitgelieferten Röhrchen wird eine Staubprobe aus dem entsprechenden Raum (der potentiell mit Asbest belastet ist) entnommen. Zusätzlich muss der beigefügte Erfassungsbogen ausgefüllt werden. Im Labor wird die Probe im Labor im Rasterelektronenlabor und/oder mittels der energiedispersiven Röntgenmikroanalyse untersucht. So kann festgestellt werden, ob die Probe Asbestfasern enthält.

Materialprobe

Hier muss zunächst eine Materialprobe von dem potentiell mit Asbest belasteten Werkstoff entnommen werden. Hierzu wird zum Beispiel ein Stück abgesägt, wodurch (wenn sich der Asbest-Verdacht bestätigt) sich Asbestfasern lösen. Die Probe wird wiederum in das belieferte Röhrchen gefüllt, der beiliegende Erfassungsbogen ausgefüllt und beides an das Labor zurück geschickt, wo diese auf das Vorhandensein von Asbestfasern hin untersucht wird.

Test auf Asbest © Tsuboya, fotolia.com
Test auf Asbest © Tsuboya, fotolia.com

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Kann ein Laie den Asbesttest selbst durchführen?

Theoretisch kann ein Asbest-Test von einem Heimwerker durchgeführt werden, denn die Probenentnahme ist nicht kompliziert. Trotzdem ist dringend davon abzuraten, diesen Test als Laie selbst durchzuführen, und zwar aus gleich zwei Gründen:

  1. Bei der Probenentnahme werden Asbestfasern freigesetzt, was zu einer signifikanten Gesundheitsgefährdung für den Probennehmer führt. Daher sollten nur solche Personen (potentielle) Asbestproben entnehmen, die hierfür fachlich qualifiziert sind und über entsprechende Schutzkleidung verfügen.
  2. Ein Sachverständiger erkennt weit mehr potentielle Asbest-Werkstoffe als ein Laie. Bei einer Probenentnahme durch einen Laien, ohne die Einschaltung eines Sachverständigen, ist daher die Gefahr groß, dass Asbest im Haus übersehen wird. Dadurch kann eine langfristige Gefahr für die künftigen Hausbewohner entstehen.

Wer trotzdem einen Asbest-Test selbst durchführen möchte, sollte folgendes Beachten:

  • Vor Testdurchführung: Umfassende Informationen einholen, welche Gefahren von Asbest ausgehen
  • Anschaffung entsprechender Schutzkleidung/Durchführung von Schutzmaßnahmen
  • Staubtests sind ungefährlicher als Materialtests – aber dafür auch ungenauer
  • Es gibt strenge Regeln zur Asbest-Entsorgung
Asbest Sanierung © ecology, fotolia.com
Asbest Sanierung durch einen Fachbetrieb © ecology, fotolia.com

Wie wird Asbest fachgerecht beseitigt?

Asbestplatten, die als Dacheindeckungen oder an Fassaden verbaut wurden, setzen bei Beschädigung und zum Teil sogar bei Erschütterungen Asbestfasern frei. So geraten Asbestfasern in die Luft und können von, wenn sie eingeatmet werden, zu fatalen Folgen führen. Daher ist bei der Sanierung von Häusern mit Asbest-Werkstoffen größte Vorsicht geboten.

Während der Entfernung und der Vorbereitung für die Entsorgung müssen spezifische Schutzvorkehrungen getroffen werden. Dies betrifft insbesondere auch das Tragen von Schutzanzügen und Atemschutz.

Entsprechend der unterschiedlich hohen Gefahr, die von den Asbest-Werkstoffen ausgeht, unterschiedet man auch bei der Entsorgung zwischen einem Verfahren für Abfälle mit schwach gebundenen oder ungebundenen Asbestfasern und einem für Produkte mit fest gebundenem Asbest.

Entsorgung von Werkstoffen mit schwach oder ungebundenen Asbestfasern

Um die schwach gebundenen oder ungebundenen Asbestfasern fest einzubinden, müssen betreffende Werkstoffe vor der Ablagerung und Entsorgung in Zement eingegossen werden. Der Zement muss dabei eine bestimmte Konsistenz haben, die zwischen „weich“ (Ausbreitmaßklasse F3) und „plastisch“ (Ausbreitmaßklasse F2) liegt.

Für kleinere Mengen an Asbest-Werkstoffen mit schwach gebundenem oder ungebundenem Asbest kann die Fass.in-Fass-Methode verwendet werden: Hierbei werden die Abfälle in einem Fass verstaut, welches dann erneut in größere Fass eingebracht wird. Es gibt spezielle Anforderungen an die verwendeten Fässer zu beachten.

Entsorgung von Werkstoffen mit fest gebundenem Asbest

Diese Werkstoffe müssen beim Abbau und bei der Entsorgung befeuchtet oder mit einem staub- und faserbindenden Mittel besprüht werden. Zur Entsorgung werden die Werkstoffe in reißfesten Polyethylen-Säcken verpackt.

Entsorgung in Säcken © Stanislav, fotolia.com
Entsorgung in Säcken © Stanislav, fotolia.com
Wichtig: Alle Asbest-Abfälle sind Sondermüll, die bei spezialisierten Deponien abgeliefert werden müssen.
Asbest entsorgen: Darauf muss geachtet werden
Asbest entsorgen: Darauf muss geachtet werden

Kann die Asbestentsorgung durch einen Laien erfolgen?

Bei der Entsorgung können Asbestfasern freigesetzt werden, die dann sowohl bei dem Heimwerker als auch bei Menschen im Umfeld das Risiko an Krebs zu erkranken, signifikant erhöht. Daher ist bei der Entfernung von Asbest-Werkstoffen sowie bei deren Entsorgung höchste Vorsitz geboten. Die Entfernung von Dachplatten (mit Asbest) und die Schadstoffentsorgung darf in Deutschland nur von Spezialunternehmen durchgeführt werden.

Zu den Gründen:

  • Asbest-Abfälle gelten seit 2001 als gefährlich. Bei der Entfernung durch Privatpersonen besteht ein zu großes Risiko, dass Fasern freigesetzt werden.
  • Für die Entsorgung gelten spezielle Vorsichtsmaßnahmen, die eingehalten werden müssen: Tragen von spezieller Schutzkleidung, Vorliegen von Transportgenehmigung, Begleitschein, Entsorgungsnachweis)
  • Die Kosten für die Asbest-Entsorgung durch ein Fachunternehmen können steuerlich als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden.

Wichtig: Fachbetriebe und Co. finden

  • Gutachter/Sachverständigen: IHK-Sachverständigenverzeichnis, Verbraucherschutzzentrale
  • Labore: Speziallabore im Umweltbereich
  • Fachbetriebe für die Sanierung: Gewerbeaufsichtsamt, IHK, DEKRA, TÜV
  • Entsorgung/Deponie: Abfallberatung der regionalen Abfallwirtschaftsbetriebe

Wichtig: Mehr Informationen rund um das Thema

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