Leimfarbe

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Leimfarbe: Eigenschaften und Anwendungsbereiche

Das Bindemittel von Leimfarben ist Leim. Leime sind organische, wasserlösliche Bindemittel, die sowohl aus pflanzlichen als auch aus tierischen oder synthetischen Stoffen hergestellt werden können. Zu den Leimen aus tierischen Rohstoffen zählen Knochenleim, Fischleim, Haut- und Lederleime sowie Gelatine und Kasein. Cellulose- und Stärkeleime bzw. ‑kleister sind pflanzlicher Herkunft. Zur synthetischen Herstellung leimartiger Bindemittel können ebenfalls verschiedene Rohstoffe verwendet werden, darunter Polyvinylacetat, das Bindemittel vieler gängiger Holzleime.

Leimfarbe kann aus verschiedenen Rohstoffen zusammengesetzt werden
Leimfarbe kann aus verschiedenen Rohstoffen zusammengesetzt werden
Hinweis: Professionelle Maler verwenden zum Anrühren von Leimfarbe in aller Regel (Methyl‑)Celluloseleim, da dieser im Vergleich zu Stärkeleim elastischer und resistenter gegenüber Schimmel und Fäulnis ist.

Das Lösemittel in Leimfarben ist Wasser. Weil echte Leimfarben reversibel sind, also auch nach dem Trocknen wasserlöslich bleiben, sind sie nur für Innenräume geeignet. Aus demselben Grund sind Leimfarbanstriche nicht feucht abwischbar, waschbar oder scheuerfest. Sie können auch nicht mit anderen Farben (z. B. Dispersions- oder Silikatfarbe), sondern nur mit Leimfarbe überstrichen werden. Auch das Überkleben mit Tapete ist riskant – es kann passieren, dass die Tapete auf der Leimfarbe nicht richtig hält. Deshalb sollten alte Leimfarbanstriche vor dem Tapezieren (oder einem Neuanstrich mit Dispersionsfarbe) mit warmem Wasser und einer Bürste entfernt werden.

Leimfarbe verarbeiten: Das müssen Sie beachten
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Leimfarbe kaufen – darauf sollten Sie achten

Leimfarben werden üblicherweise in Pulverform angeboten und müssen vor der Verwendung mit Wasser angerührt werden. Das Pulver enthält neben dem Bindemittel Füllstoffe, etwa Kalksteinmehl, Kreide oder Lithopone. Das ist ein ungiftiger synthetischer Stoff, der wie Kalk und Kreide gleichzeitig als Weißpigment dient und für eine ausreichende Deckkraft der Leimfarbe sorgt. Für farbige Leimanstriche können passende Buntpigmente (ebenfalls in Pulverform erhältlich) mit eingerührt werden.

Beim Herstellen von Leimfarben ist das richtige Mischungsverhältnis zu beachten. Genaue Zahlen finden Sie entweder in den Herstellerangaben auf der Verpackung oder im technischen Datenblatt des Produkts. Ein gängiges Verhältnis beim Anmischen von Leimfarben ist 1: 25, also ein Teil Leimfarbpulver auf 25 Teile Wasser.

Maler Utensilien © grafikplusfoto, stock.adobe.com
Achten Sie beim Anmischen von Leimfarbe immer auf das richtige Mischungsverhältnis, um ein optimales Ergebnis zu erzielen © grafikplusfoto, stock.adobe.com

Im Handel gibt es auch bereits vorgemischte, streichfertige Leimfarben. Diese Produkte enthalten jedoch häufig einen gewissen Anteil Dispersionsbinder, also Kunstharz. Dadurch verändern sich die Eigenschaften der Farbe, etwa im Hinblick auf die Reversibilität: Leimfarbe mit Kunstharzanteil kann nicht wie „pure“ Leimfarbe mit warmem Wasser von der Wand entfernt werden und ähnelt auch sonst eher einer Standard-Dispersionsfarbe.

Möchten Sie eine echte Leimfarbe verstreichen, wählen Sie ein Produkt zum Selbstanrühren und achten Sie auf die Inhaltsstoffe. Oder fragen Sie einen Maler, der sich mit Leimfarben auskennt – er kann Ihnen Ihre Wunschfarbe(n) anmischen, den Untergrund richtig vorbereiten und den Anstrich sach- und fachkundig auftragen. Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice, um qualifizierte Betriebe in Ihrer Nähe zu finden und deren Preise für einen schönen Leimfarbanstrich unverbindlich zu vergleichen.

Leimfarbe anmischen: Darauf sollten Sie achten
Leimfarbe anmischen: Darauf sollten Sie achten

Anwendungsbereiche und Vorteile von Leimfarben

Leimfarben ohne Kunstharzanteil werden heute vor allem wegen ihrer Umweltfreundlichkeit und positiven Auswirkungen auf das Raumklima und die Wohngesundheit geschätzt. Nachdem sie für eine Weile ganz aus der Mode gekommen waren – vom Markt verdrängt durch moderne Wohnraumfarben (z. B. Silikonharzfarben) und Dispersionen – erleben sie seit einigen Jahren ein Comeback im ökologischen Bauen, Sanieren und Renovieren. Weil sie keine Kunstharze enthalten, sind sie für Allergiker sehr gut geeignet. Darüber hinaus sind Leimfarben im Vergleich zu den ebenfalls gesundheitsfreundlichen und umweltverträglichen Mineralfarben (z. B. Kalkfarbe oder Wasserglas- bzw. Silikatfarbe) in aller Regel deutlich preisgünstiger.

Ein weiterer Vorteil der Leimfarbe ist ihre nahezu unbegrenzte Renovierbarkeit. Die Farbe kann immer wieder mit neuer Leimfarbe überstrichen werden, ohne dass die Wand oder das Mauerwerk dadurch abgesperrt werden. Die Diffusionsoffenheit (Dampfdurchlässigkeit, „Atmungsaktivität“) bleibt erhalten. Auch die günstigen Auswirkungen auf das Raumklima gehen nicht verloren, egal wie viele Farbschichten Sie auftragen. Wichtig ist nur, dass keine der verwendeten Leimfarben Kunstharze enthält. Für eine optimale Verträglichkeit der Leimfarben untereinander verwenden Sie zum Überstreichen Farben mit derselben Basis (z. B. immer Celluloseleimfarben).

Das sind die wichtigsten Vorteile von Leimfarben
Das sind die wichtigsten Vorteile von Leimfarben

Für Renovierungen in denkmalgeschützten Bauten bieten sich Leimfarben ebenfalls an. So erzielen Sie damit ein authentisches und schönes Ergebnis, wenn Sie etwa einen Innenanstrich aus der Gründerzeit oder dem Biedermeier restaurieren möchten. Die Ästhetik der Leimfarbe ist unaufdringlich, aber edel: Die Farben überzeugen durch eine hohe Leucht- und Deckkraft, wirken jedoch gleichzeitig dezent und ruhig. Weil die Pigmente in den Leim eingebunden sind, sehen auch starke Farben harmonisch und wohltemperiert aus.

Leimfarben in Feuchträumen – geht das?

Wie bereits erwähnt, bleibt Leimfarbe auch nach dem Trocknen wasserlöslich. Sie darf daher nicht nass abgerieben oder abgewaschen werden und ist nichts für Außenbereiche. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Anstrich keine Feuchtigkeit verträgt. Im Gegenteil: Leimfarbe ist sehr gut für Küche, Bad oder Keller geeignet. Sowohl der Leim als auch die enthaltenen Füllstoffe können problemlos sehr viel Wasserdampf aus der Luft aufnehmen und die Feuchtigkeit zu gegebener Zeit wieder an die Raumluft abgeben. So kann die Leimfarbe nutzungsbedingte Feuchtigkeitsspitzen (etwa nach dem Baden oder Duschen) ausgleichen und das Raumklima regulieren. Und das wiederum hilft beim Vorbeugen von Schimmel und Fäulnis, denn Schimmelpilze und Fäulnisbakterien können sich nur auf Oberflächen ansiedeln, die dauerhaft oder zu lange feucht bleiben.

Küche wird renoviert © galaxy67, stock.adobe.com
Leimfarben können auch in Feuchträumen oder der Küche eingesetzt werden, da sie Feuchtigkeit gut aufnehmen und wieder abgeben © galaxy67, stock.adobe.com

Aufbau eines Leimfarbanstrichs

Vor dem Auftragen von Leimfarbe müssen eventuelle Putzmängel beseitigt werden. Fehlstellen wie Risse oder Löcher werden ausgekratzt, vorgeleimt und mit Gipsspachtel repariert. Das Vorleimen verringert die Saugfähigkeit des Untergrundes und kann so das Grundieren ersetzen. Danach sollte der vorgeleimte Putz mit einem hochpigmentierten Zwischenanstrich versehen werden, damit die Farbe perfekt deckt. Der Endanstrich erhöht die Abriebfestigkeit der Leimfarbe und kann mit einem geringeren Pigmentanteil ausgeführt werden.

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