Holzdecken streichen oder lasieren

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Holzdecken streichen oder lasieren: Anstriche für Nut-und-Feder-Bretter bzw. Rauspund

Holzdecken bestehen meist aus Nut-und-Feder-Brettern (Rauspund) oder Paneelen. Die Oberfläche ist also nicht eben, sondern besteht aus vielen Flächen mit mehr oder weniger breiten Fugen dazwischen. Das Schwierigste bzw. Zeitaufwendigste beim Anstreichen einer Holzdecke ist, die Farbe (Holzlack oder Lasur) gleichmäßig überall aufzutragen. Damit die Arbeit nicht zu lange dauert und das Ergebnis trotzdem schön wird, empfiehlt es sich, die Bretter (Flächen) mit der Rolle und die Holzfugen mit dem Pinsel zu streichen.

Badezimmer mit Holzdecke © Marina Lohrbach, fotolia.com
Badezimmer mit Holzdecke © Marina Lohrbach, fotolia.com

Zu den Vorbereitungsarbeiten gehören die richtige Vorbehandlung des Untergrunds und das sorgfältige Abkleben bzw. Abdecken von Anschlüssen und Übergängen.

Diese Werkzeuge und Materialien benötigen Sie, um eine Holzdecke zu streichen:

  • Holzlack (z. B. wasserlöslicher Acryllack) oder Holzlasur
  • Ggf. Grundierung oder Malervorlack zum Vorstreichen
  • Lack- oder Lasurpinsel
  • Lackierrolle und Lackierwanne (gibt es sehr günstig im Set)
  • Für Lasuren: Lappen zum Abnehmen des überschüssigen Materials
  • Abklebeband (z. B. Tapetenband oder Malerkrepp)
  • Abdeckfolie, Bauplane oder Packdecken zum Schutz von Wänden, Fußboden und Möbeln
  • Schwingschleifer oder Schleifklotz/Schleiflatte
  • Schleifpapier (240er-Körnung)
  • Schleifvlies für Fugen, Kanten und Ecken
  • Anlauger zum Reinigen
  • Schutzbrille, Mund- und Nasenschutz, Schutzhandschuhe

Außerdem brauchen Sie eine Leiter, die möglichst leicht und einfach zu bewegen ist. Denn während der Arbeit werden Sie sie sehr oft verrücken, hinauf- und hinuntersteigen.

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Vorbereitungen zum Streichen der Holzdecke

Schützen Sie den Boden und alle Möbel, die Sie nicht aus dem Zimmer räumen können, mit Abdeckfolie, Malervlies oder Packdecken. Um schnell die kompletten Wände abzudecken, hängen Sie sie mit dünner Folie ab. Diese befestigen Sie entlang der Deckenkante mit nicht zu schmalem Malerband oder Tapetenband (besonders gut ablösbar von empfindlichen Tapeten). Wenn Sie nur die Ränder abkleben, müssen Sie beim Streichen viel mehr aufpassen.

Vor dem Streichen: Bessern Sie alle Fehlstellen aus
Vor dem Streichen: Bessern Sie alle Fehlstellen aus

Nicht alle Holzdecken sind sauber gearbeitet, darum kann auch das saubere Abkleben der Anschlüsse eine gewisse Virtuosität erfordern. Am meisten geschlampt wird hier traditionell beim Kürzen bzw. Zusägen der Anstöße – und natürlich bei schrägen oder winkligen Verläufen.

Hinweis: Das Versäubern schlampiger Anschlüsse wirkt Wunder beim Aufhübschen alter Holzdecken. Mit überstreichbarem, elastischem Dicht- und Füllmaterial (z. B. Maler- oder Bau-Acryl) kaschieren Sie Verarbeitungsfehler und Gestaltungssünden Ihrer Vorgänger – und die neue, klare Kante erleichtert Ihnen später das Anstreichen.

Vorbehandlung der Holzdecke

Welche Vorarbeiten Sie erledigen müssen, hängt von der Holzart, dem Zustand und der Beschichtung der Holzdecke ab. Der Untergrund muss sauber, fett- und staubfrei sein, außerdem rau genug, damit die Farbe gut haftet. Bei neuem, unbehandeltem Holz können Sie direkt mit dem Grundieren bzw. Streichen beginnen.

  1. Reinigung

    Sowohl unbehandeltes (rohes) als auch lackiertes Holz können Sie sehr gut mit Anlauger, Lappen und einer weichen Bürste reinigen. Dasselbe gilt für eventuelle Kunststoffträger oder andere Kunststoffelemente, wie sie in manchen Holzdecken verbaut sind. Alles gründlich abwaschen und danach gut trocknen lassen – so ist die Holzdecke für den nächsten Arbeitsschritt perfekt vorbereitet.

  2. Hinweis: Astlöcher, Schadstellen und Risse im Holz können Sie nach dem Reinigen mit Spezialspachtel (z. B. Polyesterfeinspachtel, Holzspachtel) ausbessern.
  3. Anschleifen

    Lackierte oder kunststoffbeschichtete Holzdecken schleifen Sie mit 240er-Schleifpapier an. In den Fugen verwenden Sie Schleifvlies. Das Schleifen über Kopf ist mühsam – erleichtern Sie sich die Arbeit, indem Sie für die Flächen einen Schwingschleifer verwenden und immer so hoch wie möglich auf der Leiter stehen. Dann müssen Sie den Kopf nicht so weit in den Nacken legen, und es rieselt Ihnen auch weniger Schleifstaub ins Gesicht. Wenn alles gleichmäßig matt aussieht, ist diese Arbeit erledigt, und Sie können die Holzdecke gründlich abstauben.

    Holzdecke richtig abschleifen
    Holzdecke richtig anschleifen
  4. Hinweis: Fest haftende Altlackierungen/Beschichtungen sind ein hervorragender Untergrund für Neuanstriche. Schleifen Sie sie daher immer nur leicht an und nicht komplett ab.
  5. Grundieren

    Grundieren Sie das Holz mit Malervorlack und eventuelle Kunststoffteile mit Allzweckgrundierung (Allgrund). Bei alten, aber intakten Lackierungen ist eine Grundierung nicht zwingend erforderlich, allerdings wird das Ergebnis schöner und gleichmäßiger, wenn Sie auch hier mit Malervorlack vorstreichen. Lassen Sie die grundierte Holzdecke über Nacht trocknen.

  6. Zwischenanstrich und Endanstrich

    Streichen Sie die Fugen zwischen den Paneelen/Brettern mit dem Pinsel vor. Anschließend verwenden Sie die Lackierrolle, um jedes einzelne Brett oder Paneel zügig in Richtung der Holzmaserung zu streichen. Streichen Sie ein Brett nach dem anderen und jedes immer über die gesamte Länge, auch wenn das sehr viel Leitersteigen und Leiterschieben bedeutet. So arbeiten Sie gleichmäßiger und vermeiden sichtbare Farbansätze.

    Holz streichen: Zwischen und Endanstrich
    Holz streichen: Zwischen und Endanstrich
    Hinweis: Rollen hinterlassen eine andere Struktur als Pinsel. Möchten Sie überall die gleiche Optik, streichen Sie direkt nach dem Rollen einer Fläche noch einmal ohne Druck mit einem breiten Lackierpinsel über den feuchten Lack.

    Diesen Arbeitsschritt können Sie entweder als Zwischenanstrich oder Endanstrich ausführen – je nach Deckung bzw. Ansprüchen. Wenn Sie die Holzdecke weiß streichen, können Sie für den Zwischenanstrich noch einmal den Vorlack verwenden. Planen Sie einen bunten Anstrich, verbessern Sie die Farbwirkung durch einen Zwischenanstrich mit dem farbigen Holzlack. Viele kräftige Farben, vor allem Rot, decken erst beim zweiten Anstrich richtig gut.

    Ein weiterer Vorteil des Zwischenanstrichs ist, dass Sie die Oberfläche nach dem Trocknen noch einmal schleifen können, um z. B. Fusseln, Staubeinschlüsse und kleine Unregelmäßigkeiten zu beseitigen. Hierzu reicht es, mit dem feinem Schleifpapier oder Schleifvlies noch einmal großzügig über die Flächen zu wischen – sofort fühlt sich alles glatt und seidig an.

    Vor dem Schlussanstrich entfernen Sie den Staub vom Zwischenschliff und wiederholen den gesamten Vorgang mit Fugenpinsel und Flächenrolle. Danach die Holzdecke wieder über Nacht trocknen lassen – und bei Tageslicht das Ergebnis bewundern.

Streichen: Oberflächenstruktur angleichen
Für die perfekte Oberflächenstruktur (Nicht zwingend notwendig)

Holzdecken lasieren

Lasuren sollen in aller Regel nicht komplett deckend sein, darum wirken sie am besten auf unbehandeltem oder bereits lasiertem Holz. Auf alten Lackierungen sind sie nur bedingt empfehlenswert; zumindest muss der alte Lack vorher sehr gründlich an- oder ganz abgeschliffen werden.

Beim Lasieren arbeiten Sie am besten überall mit dem Pinsel. Nach dem zügigen Auftragen der Lasur nehmen Sie mit einem Lappen oder Schwamm das überschüssige Material von der Holzoberfläche ab. Grundieren müssen Sie nicht unbedingt – allerdings gibt es auch Grundierungen für Lasuren, die z. B. deren Hafteigenschaften verbessern oder verhindern sollen, das Harz und andere färbende Stoffe den Anstrich durchwandern bzw. aus tieferen Holzschichten an die Oberfläche kommen.

Welcher Anstrich und welche Farbe fürs Holz?

Alte Holzdecken und Holzwände aus Paneelen können sehr edel, aber (je nach Ausführung und Geschmack) auch ausgesprochen bieder wirken. Da Holz von Natur aus in Würde altert und durch Abnutzung oft sogar schöner wird, ist es oft vor allem die Farbe der Paneele, die nicht gefällt oder nicht zum Wohnstil passt. Durch das Streichen der Holzverkleidung können Sie deren Wirkung drastisch verändern – vor allem, wenn Sie bei Kassetten, Profilen etc. mit verschiedenen Farbtönen arbeiten.

Dunkle Holzdecken lassen Räume kleiner und Decken niedriger erscheinen. Mit einem weißen bzw. hellen Anstrich verlieren Sie diesen drückenden Effekt: Das Zimmer wirkt weiter und freundlicher.

Wenn das Holz nicht deckend gestrichen, sondern lasiert wird, ist die Maserung danach noch zu erkennen, was die Oberfläche optisch auflockert und zarter erscheinen lässt. Lasuren sind u. a. für den Landhausstil oder die angesagte Shabby-Chic-Optik beliebt.

Holz in Shabby-Chic-Optik © jeepbabes, fotolia.com
Holz in Shabby-Chic-Optik © jeepbabes, fotolia.com

Wandverkleidungen und Holzdecken aus Nut-und-Feder-Brettern sind ein Kapitel für sich. In vielen älteren Häusern oder Wohnungen gibt es Nut-und-Feder-Verkleidungen, die irgendwann schnell mal an die Decke oder Wand geschraubt wurden – zum Beispiel in Dach- und Kellerräumen, für deren Ausbau, Dämmung oder Verschönerung wenig Geld zur Verfügung stand. Die Holzdecken und Bretterwände bestehen meist aus einfachem, hellem Nadelholz, das je nach Raumklima und -nutzung mit der Zeit vergilbt, nachdunkelt oder unter einer Staub- und Schmutzschicht verschwindet.

Eine Frage vor dem Streichen: Wie sieht es unter der Holzdecke aus?

Vor dem Streichen alter Holzdecken genau hinsehen
Vor dem Streichen alter Holzdecken genau hinsehen

Wenn Sie als neuer Hausbesitzer, Sanierer oder Renovierer eine Nut-und-Feder-Verkleidung an einer Außenwand, im Keller oder unterm Dach vorfinden, sollten Sie sie nicht einfach überstreichen, sondern zuerst genau prüfen. Um herauszufinden, ob sich darunter (hoffentlich) nur ein ästhetisches oder (hoffentlich nicht) ein Feuchtigkeitsproblem versteckt, schauen Sie unter das Holz – besonders, wenn Sie verdächtige Flecken, aufgequollene Stellen o. Ä. entdecken. Vielleicht wollen Sie die Holzdecke danach gar nicht mehr überstreichen, sondern lieber herausreißen und den Untergrund sanieren.

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