Innentüren und Zargen lackieren oder streichen

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Innentüren und Zargen lackieren und/oder streichen: Darauf sollten Sie achten

Der fest verbaute und unbewegliche Teil der Tür wird als Türrahmen oder Türzarge bezeichnet. Anders als der bewegliche Türflügel bzw. das Türblatt kann der Rahmen nicht einfach ausgetauscht werden, wenn er unansehnlich geworden ist. Er muss also von Zeit zu Zeit renoviert werden – entweder zusammen mit der alten Tür oder damit er zur neuen passt. Allerdings werden Türrahmen und Zargen bei Wohnungsrenovierungen oft stiefmütterlich behandelt, und zwar aus folgenden Gründen:

  • Türrahmen sind in aller Regel lackiert. Zum Überstreichen müsste also ebenfalls Lack gekauft werden, der deutlich teurer ist als Dispersionsfarbe für die Wände. Wird für nichts anderes Lack benötigt, sparen sich viele das Geld lieber ganz.
  • Alte Rahmen und Zargen sind oft mit mehreren Lackschichten versehen. Und beim Überstreichen wurden die alten Oberflächenfehler (z. B. Farbnasen, Macken u. Ä.) einfach mit überstrichen, statt sie zu reparieren. Um wieder eine schöne, glatte Oberfläche zu erhalten, muss der alte Anstrich an- oder abgeschliffen werden – ebenfalls eine Arbeit, auf die viele gern verzichten.
  • Ein unrenovierter Türrahmen ist vergleichsweise unauffällig: Die Oberflächen sind vor allem bei geschlossener Tür kaum zu sehen, die Schatten in den Ecken und Winkeln kaschieren Schäden, und wer achtet in einem Zimmer schon besonders auf den Türrahmen?
  • Wer als Mieter renoviert, muss die Arbeiten nicht perfekt ausführen oder einen Fachbetrieb beauftragen. Ein mittelmäßig ausgeführter Neuanstrich – also selbstgebohrte Löcher zuspachteln und ein bisschen frische Farbe drüber – reicht aus. Allerdings dürfen Türen und Türrahmen nicht mit Wand- bzw. Dispersion gestrichen, sondern müssen lackiert werden.
Innentür lackieren © Heiko Küverling, stock.adobe.com
Innentür lackieren © Heiko Küverling, stock.adobe.com

Wann müssen Türzargen und Innentüren renoviert werden?

Eine Tür ist ein Funktionsteil. Wenn sie durch Oberflächenschäden nicht mehr richtig schließt oder schwergängig wird, sollte sie repariert werden. Zu viele Farbschichten oder unfachmännisch ausgeführte Altanstriche können dazu führen, dass der Spalt zwischen Türblatt und Türrahmen vollständig mit Farbe gefüllt ist. Bei Türen, die im Türfalz direkt aufliegen, sollte der alte Anstrich daher wenigstens in diesem Bereich ein wenig abgetragen oder entfernt werden, bevor Sie frischen Lack auftragen.

Manche Türrahmen sind mit einer Dichtung versehen, die entweder auf den Lack geklebt oder in eine eigens dafür vorgesehene Nut eingelegt ist. Leider werden diese Dichtungen ebenfalls oft mitgestrichen. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern das Material verliert dadurch an Elastizität und kann seinen Zweck nicht mehr erfüllen. Die einzige Lösung ist dann, die Dichtung komplett zu entfernen und nach dem Lackieren eine neue anzubringen.

Innentüren mit glattem Türblatt gehen selten kaputt; meist sehen sie mit der Zeit nur immer verwohnter und abgenutzter aus. Türen mit Kassetten oder Füllungen (z. B. Einsätzen aus Holz oder einer Glasscheibe) können dagegen an viel mehr Stellen auf unterschiedlichste Weise Schaden nehmen – von abgestoßenen Ecken oder herausstehenden Holzspänen bis hin zu Sprüngen im Glas oder herausgebrochenen Einsätzen. Bei Verletzungsgefahr besteht grundsätzlich Handlungsbedarf. Und auch, wenn die Löcher und Spalten so groß sind, dass Zugluft, Schall, Küchendünste oder Ähnliches ungehindert durch die geschlossene Tür dringen können.

Hinweis: In vielen Mietverträgen ist das Streichen der Innentüren und Türrahmen als Schönheitsreparatur und Pflicht des Mieters aufgeführt. Allerdings sind viele gängige Renovierungsklauseln heute rechtlich ungültig oder strittig. Unzulässig sind etwa starre Renovierungsfristen (z. B. „alle zwei Jahre“) oder Farbvorgaben (z. B. „Türen nur weiß oder cremefarben“). Auch viele Endrenovierungsklauseln sind ungültig. So muss der Mieter allenfalls das ausbessern, was er selbst abgenutzt hat. Und wer in eine unrenovierte Wohnung eingezogen ist, muss auch beim Auszug nicht renovieren.
Innenausbau © Matthias Bühner, stock.adobe.com
Das Lackieren von Türzargen und -rahmen stellt besonders hohe Anforderungen an den Heimwerker und sollte daher im Zweifelsfall einem Fachbetrieb überlassen werden © Matthias Bühner, stock.adobe.com
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Türzargen und Türrahmen fachmännisch streichen: So gehen Sie vor

Die meisten Türzargen sind aus Holz, und zwar entweder aus Echtholz (Massivholz) oder aus Holzwerkstoffen wie Spanplatte, Leimholz oder Furnier. Türrahmen aus Metall oder Kunststoff sind seltener und eher in neueren Bauten zu finden. Das Untergrundmaterial zu kennen, ist immer gut. Wissen Sie nicht genau, woraus die Zarge ist, kratzen Sie an einer unauffälligen Stelle den Lack ab oder machen Sie eine kleine Probebohrung. Metallrahmen erkennen Sie mit Hilfe eines Magneten – Türzargen aus Aluminium sind in Wohnungen eine seltene Ausnahme.

Türzargen streichen – Vorbereitungen

Ist auf dem Türrahmen und im Falz noch Platz für einen weiteren Farbauftrag, reicht es, den alten Anstrich mit Wasser und Seife, Schwamm und Bürste gründlich zu reinigen und mit feinem Schmirgelpapier (120er- oder 240er Körnung) ein wenig aufzurauen. Sitzt nur im Falz zu viel Altlack, tragen Sie das überschüssige Material mit der Ziehklinge oder einem scharfen Stechbeitel ein wenig ab. Mit dieser Methode können Sie auch alte Farbnasen oder Lacktropfen einebnen. Und damit der neue Lack gut hält, egal, welche Art Sie verwenden, können Sie eine geeignete Grundierung als Haftvermittler vorstreichen.

Alten Lack vom Türrahmen entfernen

Wenn Sie bei Ihren Türrahmen wieder das Echtholz sehen möchten, muss der alte Lack komplett entfernt werden. Welche Optionen Sie dabei haben, können Sie hier detailliert nachlesen.

Lack entfernen © ded, stock.adobe.com
Lack entfernen © ded, stock.adobe.com

Ins Tauchbad geben können Sie Ihren Türrahmen natürlich nicht. Abbeizen von Hand ist eine mühsame und riskante Arbeit: Abbeizmittel sind giftig und können die Holzoberfläche angreifen und verfärben. Beim Türrahmen müssen Sie zudem auch über Kopf arbeiten, um alle Flächen zu erreichen. Das ist immer unpraktisch, aber beim Abbeizen wegen der Tropf- und Spritzgefahr noch mehr als beim Schleifen.

Weil ohnehin meist nicht bekannt ist, welche Lackarten auf einem mehrfach gestrichenen Türrahmen schon verwendet wurden, sind mechanische Entfernungsmethoden hier grundsätzlich besser als chemische. Das Entlacken mit dem Heißluftfön ist ebenfalls keine sichere Sache, denn es klappt nicht bei jeder Lacksorte. Und auch dabei entstehen giftige Dämpfe, vor denen Sie sich nicht so einfach schützen können wie vor Schleifstaub.

Lack entfernen: Maschinelles Abschleifen sollte behutsam erfolgen
Lack entfernen: Maschinelles Abschleifen sollte behutsam erfolgen
Hinweis: Viele Heimwerker vernachlässigen den Atemschutz und binden sich bestenfalls ein Tuch vors Gesicht. So sieht der vorgeschriebene Atemschutz der Profis aus:
Eine Feinstaubmaske (Typ FFP1, FFP2 oder FFP3) schützt beim (Ab-)Schleifen von Farben und Lacken. Zum Schutz vor Lösemitteldämpfen beim Abbeizen oder Erhitzen muss eine Halbmaske mit A-Filter/ABEK-Filter oder eine Vollmaske mit A- oder AX-Filter getragen werden.
Lösungsmitteldämpfe erfordern Profimasken
Lösungsmitteldämpfe erfordern Profimasken

Türrahmen/Zargen abschleifen

Mit der Ziehklinge (fürs Allergröbste) und gutem Schleifgerät (z. B. Winkel-, Band-, Schwing- oder Deltaschleifer) bekommen Sie jeden Lack ab. Sie müssen lediglich sich und die Umgebung vor dem Lackstaub schützen – also Schutzkleidung und Atemschutz tragen, auf gute Belüftung achten und möglichst Schleifgeräte mit Absaugung verwenden. Und natürlich brauchen Sie Geduld und Feingefühl bei den Ecken und Kanten: Die müssen für die Türpassung erhalten bleiben. Grobes Drüberbügeln und kreatives Abrunden sind unprofessionell.

Beginnen Sie bei dicken Lackschichten mit der Ziehklinge oder gröberem Schleifpapier, z. B. 40er oder 60er Körnung. Arbeiten Sie ohne Hast, mit wenig Druck und niedriger Drehzahl, um den Lack nicht mehr als nötig zu erhitzen und zu verkleben. Wechseln Sie häufig das Schleifpapier – also ausreichend Vorrat in verschiedenen Körnungen kaufen. Je mehr Holz Sie sehen, desto vorsichtiger und feinkörniger gehen Sie zu Werk. Den letzten Rest können Sie von Hand mit dem Schleifklotz, der Schleiflatte oder feinem Schmirgelpapier (120er-240er Körnung) entfernen. Anschließend können Sie die glatte Holzoberfläche ganz nach Wunsch mit einem Holzöl oder Wachs behandeln, klar lackieren oder lasieren.

Hinweis: Für ein perfektes Ergebnis renovieren Sie auch die Scharniere mit. Dazu bauen Sie sie vor dem Schleifen ab, entfernen mechanisch oder mit Abbeizer die alte Farbe und versehen das Metallteil vor dem Wiedereinbau mit einer klaren oder farbigen Schutzlackierung. Vor dem Lackieren der Türzarge kleben Sie die Scharnieröffnung ab oder füllen sie mit einem Klebeband- oder Papierstopfen, damit kein Lack hineingerät. Und vor allem in Altbauten die Scharniere immer kennzeichnen: Wenn jedes Teil später wieder an seiner alten Stelle sitzt, passt auch alles wieder zusammen wie vorher.
Türscharniere sollten sorgfältig behandelt werden
Türscharniere sollten sorgfältig behandelt werden

Schäden an Innentüren und Türrahmen ausbessern

Vor dem Lackieren reparieren Sie störende Untergrundmängel mit Spachtelmasse. Reparaturspachtel gibt es für alle Materialien, auch für Holz in verschiedenen Farbtönen und Texturen. Damit können Sie Löcher verfüllen, Kratzer ausbessern und kleine Fehlstellen kaschieren. Bei größeren Schäden, etwa aus- oder abgebrochenen Ecken, alten Kabeldurchführungen u. Ä., kann es sinnvoll sein, eine kleine Armierung einzubauen. Oder gleich den nächsten Schreiner anzurufen, damit er die Holzschäden professionell mit neuem Holz flickt. Auch bei kaputten Türfüllungen gilt: Lieber einen Handwerker holen, als mit Sperrholz, GFK oder Bauschaum herumzuschummeln. Denken Sie daran: An den Kanten zeigt sich der Meister.

Innentüren und Türrahmen neu lackieren

Nach dem letzten Schliff und dem Entstauben der Oberfläche können Sie mit dem Lackieren beginnen. Die ausgehängte Tür legen Sie dazu am besten waagrecht auf zwei Böcke oder einen Tisch.

Den Lack gut durchrühren, dann zuerst die Falze und Ecken zügig mit dem Flachpinsel streichen. Arbeiten Sie nass in nass und setzen Sie den Pinsel möglichst selten ab. Das bedeutet, die Farbe gut zu dosieren: Immer so viel auf dem Pinsel wie möglich, aber tropfen darf es nicht.

Lackieren: Nutzen Sie die Nass-in-nass Technik
Lackieren: Nutzen Sie die Nass-in-nass Technik

Die größeren Flächen können Sie mit Lackierrollen streichen. Für glatte Türblätter nehmen Sie eine breite, für schmale Türrahmenflächen, Kassettenflächen, Rückseite etc. gibt es mittelgroße und kleine Rollen. Um gut damit arbeiten zu können, brauchen Sie eine Lackierwanne – die gibt es auch günstig im Set mit den Rollen.

Lackierwanne und -rolle © alho007, stock.adobe.com
Mit Lackierwanne und -rolle erreichen Sie ein optimales Ergebnis und können auch größere Flächen mit einem neuen Farbanstrich versehen © alho007, stock.adobe.com

Lassen Sie den Erstanstrich gründlich durchtrocknen (Herstellerangaben zur Trocknungszeit beachten) und tragen Sie dann eine zweite Schicht Lack auf. Das kann entweder der gleiche sein oder – falls der erste Anstrich schon richtig deckt – ein Klarlack als Oberlack. Der schützt die Oberfläche zusätzlich und verleiht der Farbe optisch mehr Tiefe. Bevor Sie die Tür wieder einhängen, warten Sie nach dem letzten Anstrich mindestens 24 Stunden ab, besser noch zwei bis drei Tage. Dann können Sie sicher sein, dass alles komplett ausgehärtet ist und sich nichts mehr verklebt oder abschabt, wenn Sie die Tür öffnen und schließen.

Was kostet es, Türen und Türrahmen lackieren zu lassen?

Das Streichen von Türzargen und Innentüren ist anspruchsvoller als das Streichen der Wände. Um die vergleichsweise kleine Oberfläche gut und schön zu lackieren, brauchen Sie einiges an Übung, Technik und Zeit. Fehlt es daran, ist ein professioneller Handwerker die beste Alternative.

Kosten und Preise © eyetronic, fotolia.com
Was kostet es, Türen und Türrahmen lackieren zu lassen? © eyetronic, fotolia.com

Der Preis für das Lackieren einer Innentür samt Rahmen/Türzarge hängt vor allem von deren Form und Zustand ab. Die Größe der Tür ist unerheblich – in Innenräumen gibt es hier ohnehin nur geringe Unterschiede. Wenn Sie eine gefüllte Tür oder Kassettentür streichen lassen, ist das natürlich aufwendiger und teurer als bei einer glatten Tür. Dasselbe gilt, wenn der Maler oder Lackierer vorher noch einen Altanstrich entfernen und/oder Schäden an der Substanz oder Oberfläche reparieren muss.

Die folgende Tabelle bietet Ihnen einen Überblick über die Preise fürs Türlackieren und deren Zusammensetzung. Es handelt sich jedoch lediglich um Orientierungswerte. Um einen individuellen, verbindlichen Kostenvoranschlag zu bekommen, wenden Sie sich direkt an einen Handwerksbetrieb in Ihrer Nähe. Um schnell herauszufinden, welche regionalen Betriebe in Frage kommen, können Sie auch unseren kostenlosen Angebotsservice nutzen. Sie stellen einfach Ihre Anfrage, und innerhalb der nächsten Tage erhalten Sie verschiedene Angebote und können die Preise und Leistungen in aller Ruhe vergleichen. Verpflichtungen entstehen Ihnen dadurch nicht.

Glattes Türblatt, keine Schäden Glattes Türblatt, Schäden Gefüllte Tür, keine Schäden Gefüllte Tür,
Schäden
Material 15-20 Euro (Lack) 25-35 Euro
(Spachtel, Grundierung, Lack)
15-20 Euro (Lack) 25-35 Euro
(Spachtel, Grundierung, Lack)
Anschleifen und Lackieren 50-80 Euro 60-120 Euro 50-80 Euro 60-120 Euro
Spachteln, Schleifen, Grundieren Nicht nötig 70-100 Euro Nicht nötig 90-120 Euro
Demontage, Montage, ggf. Transport 50-60 Euro 50-60 Euro 50-60 Euro 50-60 Euro
Gesamtkosten 115-160 Euro 205-315 Euro 115-160 Euro 225-335 Euro
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