Holz lackieren

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Holz lackieren mit dem richtigen Werkzeug und der richtigen Technik

Stuhl lackieren © pauchi, fotolia.com
Stuhl lackieren © pauchi, fotolia.com

Auch Holz in Innenräumen braucht Schutz. Mit einer Lackierung versiegeln Sie die Oberfläche und schützen sie vor eindringender Feuchtigkeit, Verschmutzung und UV-Strahlung, die zum Vergrauen, ungleichmäßigen Nachdunkeln, Sprödewerden oder Reißen des Holzes führen kann. Gut durchgetrocknetes, lackiertes Holz ist besser geschützt vor Kratzern und Dellen, Schimmel und Schädlingen (z. B. Holzwürmern). Außerdem kann man sich an einer geschlossenen, glatten Lackoberfläche keine Spreißel holen.

Holz lackieren: Vorteile
Holz lackieren: Vorteile

Holz zum Lackieren vorbereiten

Holz zu lackieren ist nicht schwer, wenn Sie ein paar Regeln beachten. Die richtige Vorbehandlung ist wesentlich, damit der Lack gut hält und die Oberfläche schön wird. Unbehandeltes Holz muss lediglich gewässert und geglättet werden, um optimal auf den Lack vorbereitet zu sein. Bei bereits geschliffenem, sauber gehobeltem oder durch langen Gebrauch glatt gewordenem Holz reicht es in aller Regel aus, das Holz mit Wasser oder milder Seifenlauge, Bürste und Lappen gründlich zu reinigen, gut trocknen zu lassen und anschließend die Holzfasern abzuschleifen, die sich durch das Wasser aufgerichtet haben und wie Härchen aus der Oberfläche herausstehen. Das klappt am besten von Hand mit Schleifpapier oder dem Schleifklotz (120er, 180er oder 240er Körnung). Arbeiten Sie mit möglichst wenig Druck und in Richtung der Maserung – nicht heftig schmirgeln, sondern nur sanft nachwischen.

Tisch wird vor dem Lackieren abgeschliegen  © Kzenon, fotolia.com
Tisch wird vor dem Lackieren abgeschliefen © Kzenon, fotolia.com
Hinweis: Alte, aber noch gut haftende und tragfähige Farb- oder Lackschichten müssen Sie nur dann vollständig entfernen, wenn Sie einen Klarlack auftragen möchten. Planen Sie einen deckenden Weiß- oder Buntlackanstrich, genügt es, den Altanstrich gründlich zu reinigen und durch Anschleifen aufzurauen.
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Wie bekomme ich alten Lack vom Holz ab?

Optionen der Farbentfernung
Optionen der Entfernung von alten lack

Alter Lack lässt sich am besten mit dem Heißluftfön oder durch Abbeizen entfernen. Auch bei verwinkelten Oberflächen (Rundungen, Zierleisten, Übergänge etc.) kommen Sie mit diesen Methoden überall hin, müssen sich weniger anstrengen als beim Schleifen und haben keine Probleme mit umherwirbelndem Schleifstaub. Nur bei sehr großen Flächen (z. B. Böden) lohnt sich das Abschleifen des Altanstrichs. Allerdings brauchen Sie dazu auch geeignete Geräte, etwa eine Parkettschleifmaschine, und ausreichend Ersatzschleifbänder oder -scheiben, da diese sich beim Lackabschleifen sehr rasch zusetzen und häufig gewechselt werden müssen.

Parkett abschleifen © VRD, fotolia.com
Eine Parkettschleifmaschine bereitet alte Holzböden optimal auf einen Neuanstrich vor © VRD, fotolia.com

Heißluftpistolen erzeugen bis zu 600 °C heiße Luft, die den Lack aufweicht, so dass Sie die Schicht einfach abheben oder abziehen können. Und moderne Abbeizlösungen kommen ohne Methylchloride oder Chlorkohlenwasserstoffe aus und sind weit weniger giftig als die Produkte, die noch vor zwanzig Jahren verwendet wurden. Für Ölfarben und Kunstharzlacke gibt es Abbeizpulver zum Anrühren mit Wasser, mit denen Sie bis zu zehn Lackschichten gleichzeitig entfernen können. Für Dispersionsfarben, Acryl- und Nitrolacke sowie furnierte Hölzer eignen sich gebrauchsfertige Fluids. Sie werden mit Pinsel, Bürste oder (Lammfell-)Rolle aufgetragen und mittels Spachtel samt der Farbe abgenommen, sobald diese sich löst bzw. blasig wird. Die Einwirkzeit hängt unter anderem von der Raumtemperatur und der Art des Altanstichs ab – auch hier erfahren Sie alles Wichtige aus den Herstellerangaben.

Lack entfernen mit Heißluftpistole © Aleksandr Volunkov, fotolia.com
Lack entfernen mit Heißluftpistole © Aleksandr Volunkov, fotolia.com

Nach dem Entfernen der Altbeschichtung wässern, reinigen und glätten Sie das Holz wie oben beschrieben. Achten Sie darauf, es überall gleichmäßig anzufeuchten und vor dem Nachschleifen vollständig trocknen zu lassen. Nach dem Schleifen entfernen Sie den Staub durch Absaugen, Fegen oder Abbürsten der Fläche.

Hinweis: Halten Sie beim Umgang mit Lacken, Beizen u. Ä. immer die vom Hersteller angegebenen Verarbeitungs- und Sicherheitsregeln ein: Tragen Sie Gummihandschuhe und gegebenenfalls Augen- und Atemschutz, sorgen Sie für gute Belüftung oder arbeiten Sie im Freien, wenn das möglich ist. Hinweise zu den Inhaltsstoffen und empfohlenen Schutzmaßnahmen finden Sie auf der Verpackung oder im technischen Datenblatt.
Farbe abbeizen: Achten Sie auf ausreichenden Schutz
Farbe abbeizen: Achten Sie auf ausreichenden Schutz

Diese Werkzeuge und Materialien brauchen Sie zum Holzlackieren

Verwenden Sie hochwertige Lackierpinsel und Lackierrollen, um besser und schneller zu arbeiten und sich nicht über ausfallende Borsten u. Ä. ärgern zu müssen. Für Acryllacke nutzen Sie Flockwalzen, für Kunstharzlacke Schaumstoffwalzen. Naturborstenpinsel mit Schweins-. Oder Chinaborsten sind für lösemittelhaltige Lacke und Farben geeignet, Kunsthaarpinsel für Acryllacke auf Wasserbasis.

Pinsel zum Lackieren © Pixelmixel, fotolia.com
Eine solche Auswahl Lackierpinsel sollte jeder Heimwerker sich zulegen © Pixelmixel, fotolia.com

Vor dem Auftragen rühren Sie den Lack mit einem Rührstab, einer Holzleiste oder einem alten Kochlöffel gut durch. Wenn Sie (auch) mit der Rolle lackieren, brauchen Sie außerdem eine Farb- bzw. Lackierwanne. Die gibt es für wenig Geld in verschiedenen Größen und auch mit Wechseleinsätzen.

Bei wasserlöslichen Lacken reicht Wasser auch zum Reinigen der Werkzeuge und Entfernen von Flecken. Für andere benötigen Sie einen Pinselreiniger, Terpentin oder Universalverdünnung. Waschen Sie auch neue Pinsel einmal gründlich aus, bevor Sie damit lackieren. So entfernen Sie lose Borsten und Stäube, die es herstellungsbedingt auch bei guten Pinseln geben kann.

Um verschiedenfarbige Flächen sauber voneinander abzusetzen oder die Umgebung vor Lackspritzern und Flecken zu schützen, verwenden Sie Abklebeband (Malerkrepp) und/oder Abdeckfolie.

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Holz lackieren in mehreren Schichten

Wenn Sie den Lack in mehreren Schichten (Voranstrich, Zwischenanstrich und Schlussanstrich) auftragen, erzielen Sie ein besonders schönes und haltbares Ergebnis. Dabei streichen Sie immer zuerst mit dem Pinsel die Kanten, Winkel und Ecken und sofort danach – damit es keine sichtbaren Ansätze gibt – mit der Rolle die Flächen in Maserungsrichtung.

Hinweis: Wenn Sie ausschließlich mit dem Pinsel arbeiten, empfiehlt es sich, jeweils nur einige Bahnen aufzustreichen und diese dann zu „verschlichten“ oder zu „vertreiben“. Dazu streichen Sie, ohne neuen Lack aufzunehmen, zunächst quer und dann längs zur Maserung darüber, um den Lack schön gleichmäßig zu verteilen.
Holz lackieren: Der richtige Umgang mit dem Pinsel
Holz lackieren: Der richtige Umgang mit dem Pinsel

Lassen Sie jede Lackschicht richtig durchtrocknen (Trocknungszeiten auf dem Gebinde beachten), bevor Sie die nächste auftragen. Sollten sich nach dem ersten Anstrich erneut aufgerichtete Holzfasern zeigen (oder erfühlen lassen), nehmen Sie diese nach dem Trocknen ohne Druck mit Ihrem feinsten Schleifpapier ab.

Möchten Sie mehrere Farben kombinieren, tragen Sie als Grundanstrich zunächst die hellste Farbe bzw. Grundfarbe auf, lassen sie trocknen und kleben dann die geplanten Begrenzungen ab. Um besonders akkurat zu arbeiten und selbst kleinste Unregelmäßigkeiten an den Übergängen sauber zu versiegeln, tragen Sie auf die „umklebte“ Fläche noch einmal die Grundfarbe auf und dann erst die Deckfarbe in einer oder zwei Schichten.

Gartenmöbel bunt lackiert © Gwenael, stock.adobe.com
Gartenmöbel bunt lackiert © Gwenael, stock.adobe.com

Ziehen Sie das Klebeband ab, sobald der Lack berührungs- oder handtrocken, aber noch nicht völlig durchgetrocknet ist. So vermeiden Sie, dass beim Abziehen flüssiger Lack verschmiert bzw. verläuft oder bereits hart gewordener an den Kanten absplittert.

Brauche ich vor dem Lackieren eine Grundierung?

Holz in Innenräumen muss vor dem Lackieren nicht unbedingt grundiert werden. Es gibt jedoch Ausnahmen:

  • MDF (mitteldichte Faserplatten) brauchen vor allem an den Kanten eine Grundierung, die auch als Füllstoff dient und Unregelmäßigkeiten ausgleicht.
  • Hölzer, die viel Harz oder Gerbsäuren enthalten (z. B. Kiefer, Tanne, Eiche) können mit einem lösemittelhaltigen Sperrgrund vorbehandelt werden, um sicherzustellen, dass der Lack gleichmäßig haftet und sich auch später nicht durch eine Reaktion mit den Holzinhaltsstoffen verfärbt.
Diese Hölzer sollten vor dem lackieren grundiert werden
Diese Hölzer sollten vor dem lackieren grundiert werden

Verschiedene Arten von Holzlacken und ihre Eigenschaften

Holz kann mit Naturharz-, Kunstharz- und Acryllacken lackiert werden. Die wasserverdünnbaren und lösemittelarmen Acryllacke sind geruchsarm und punkten zudem durch rasche, unkomplizierte Verarbeitung. Naturharzlacke enthalten tierische oder pflanzliche Rohstoffe als Bindemittel, und Kunstharzlacke sind besonders robust gegenüber Belastungen und bestens geeignet zum Lackieren von Möbeloberflächen, die optimal vor Kratzern, Abrieb und Verschmutzung geschützt werden sollen.

Holzlacke für Innenräume sollen möglichst unschädlich für die Gesundheit und das Raumklima sein. Gefährlich sind vor allem flüchtige Substanzen, die verdunsten und auf diese Art in die Raumluft gelangen. Doch auch hier sind mögliche Gesundheitsgefahren heute weit geringer als bei Lacken früherer Generationen.

Holz lackieren: Lacktypen im Vergleich
Holz lackieren: Lacktypen im Vergleich
Hinweis: Die EU-Richtlinie VOC 2010 regelt, wieviel Lösemittel in Farben und Lacken, die in Europa verkauft werden, enthalten sein darf. Die Grenzwerte wurden hier deutlich abgesenkt, um Lacke sicherer zu machen. Allerdings bedeutet das auch, dass moderne Lacke schneller trocknen, vor allem bei Verarbeitungstemperaturen über 22 °C. Um wegen der raschen Trocknung nicht in Hektik zu geraten, arbeiten Sie immer mit dem breitesten Pinsel bzw. der breitesten Rolle, die sich für die jeweilige Stelle oder Fläche eignet.
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