Die neu entdeckte Farbe YInMn-Blau

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Wunderschön und blau wie noch nie: Die neu entdeckte Farbe „YInMn-Blau“ ist jetzt im Handel erhältlich

Im Jahr 2009 entdeckten Chemiker an der Oregon State University durch Zufall einen Farbton, den es bisher nicht gab – ein leuchtendes, sehr intensives Blau. Bei weiteren Experimenten fanden sie heraus, dass die neue Farbe nicht nur wunderschön ist, sondern auch viele praktische Eigenschaften hat, die sie für Künstler und Restauratoren ebenso interessant macht wie für Bauherren, Sanierer und die Industrie.

YInMn-Blau © Mas Subramanian, Wikipedia
YInMn-Blau © Mas Subramanian, Wikipedia

Das Pigment ist ungiftig und einfach herzustellen, verblasst nicht und kann unter anderem als Ölfarbe, Wasserfarbe, Dispersion, Lack und Färbemittel für Kunststoffe verwendet werden. Weil das neue Blau aufgrund seiner besonderen Kristallstruktur außerdem sehr viel infrarotes Licht reflektiert, kann es als Hitzeschutzanstrich (z. B. auf Dächern oder Fassaden) Häuser und Räume kühl halten. Das spart Klimatisierungskosten und sorgt in heißen Zeiten auch in Gebäuden ohne Klimaanlage für angenehme Wohn- und Arbeitstemperaturen.

YInMn-Blau reflektiert Wärmestrahlungen relativ gut
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Wie das neue Blau zu seinem Namen kam

Die Entdecker nannten die neue Farbe „YInMn Blue“ (ausgesprochen „Yin-Min“). Für diesen Namen reihten sie einfach die Kürzel der chemischen Elemente, aus denen das Pigment besteht, aneinander: Y (Yttrium), In (Indium) und Mn (Mangan). Mit ihnen hatten der Chemiker Mas Subramanian und sein Team experimentiert – eigentlich, um die elektrischen und magnetischen Eigenschaften von schwarzem Manganoxid zu testen.

Durch puren Zufall wurde aus Grau ein intensives Blau
Durch puren Zufall wurde aus Grau ein intensives Blau

Yinmin klingt zwar gut, doch als das Farbpigment die Marktreife erlangte und in den Handel kommen sollte, mussten neue Namen gefunden werden. Künstler aus Oregon hatten das brillante Blau bereits in Gemälden und Zeichnungen ausprobiert, und mehrere Unternehmen interessierten sich für die Vermarktungsrechte.

Wo kann ich YInMn-Blau kaufen, und wie heißt die Farbe im Handel?

Im Jahr 2015 trafen Subramanian und die Oregon State University ein exklusives Lizenzabkommen mit der Shepherd Color Company, die das neue Blau seit 2017 unter dem Namen Blue 10G513 als Pigmentpulver anbietet. Im selben Jahr nahm auch Crayola, ein renommierter Hersteller von Buntstiften, Kreiden und anderem Künstler- und Bürobedarf, den Blauton in ihr Farbsortiment auf.

Buntstifte  © John Young, fotolia.com
Der neue, intensive Farbton YInMn Blue ist inzwischen auch als Buntstift erhältlich © John Young, fotolia.com

Zuvor hatte das Unternehmen alle Interessierten dazu aufgerufen, sich an der Namensfindung zu beteiligen und Vorschläge einzureichen. Außerdem wurde ein anderer Farbton (Dandelion Yellow) aus dem Programm genommen, um Platz für das innovative, neue Produkt zu schaffen. Der neue Wachsmalstift (Crayon), dessen Farbe auf YInMn-Blau basiert, ist unter dem Namen „Bluetiful“ bei Crayola erhältlich.

YInMn-Blau ist im Fachhandel unter Blue 10G513 erhältlich
YInMn-Blau ist im Fachhandel unter Blue 10G513 erhältlich

Was Sie schon immer über Blau wissen wollten

Die Entdeckung eines bisher unbekannten Farbtons ist schon allein deshalb interessant, weil das sehr selten vorkommt. YInMn Blue ist das erste neu entdeckte Pigment seit rund 200 Jahren. Dass die Farbe sich einfach so verwenden lässt und sogar jede Menge Nutzwert mitbringt, ist ebenfalls ein glücklicher Zufall. Sie hätte ja auch giftig, flüchtig oder radioaktiv sein können. Oder stinken und bei Luftkontakt explodieren wie ein missglücktes Experiment mit dem Chemiebaukasten. Stattdessen ist sie ein Fest für die Augen, bereichert das Farbspektrum und lässt sich als Bau- und Werkstoff sehr vielseitig kommerzialisieren.

Faszinierend an der Farbe Blau ist auch, dass es dafür sehr lange kein Wort gab. Obwohl die Menschheit seit Jahrtausenden fleißig spricht und schreibt, hielt sie es bis vor ein paar Jahrhunderten offenbar nicht für nötig, diese Farbe zu benennen. Die einzige frühe Hochkultur, die ein Extrawort für Blau kannte, waren die alten Ägypter. Und das hängt höchstwahrscheinlich damit zusammen, dass sie auch als erste (und lange Zeit einzige) Kultur ein sattes, leuchtendes Blau herstellen und als Färbemittel verwenden konnten.

Blaue Einrichtung © Photographee.eu, fotolia.com
Einrichtung im blauen Farbton © Photographee.eu, fotolia.com

Das wirft interessante Fragen auf: Hat Blau früher anders ausgesehen? Haben die Menschen es anders wahrgenommen? Welche Rolle spielt dabei die handwerkliche und künstlerische Nutzung? Und lässt sich das „eigentliche Aussehen“ einer Farbe überhaupt definieren? Was bleibt übrig, wenn man alle Variablen wie subjektive (Farb-)Wahrnehmung, Aufbau des Sehorgans, Lichtverhältnisse etc. abzieht?

Der Philologe L. Geiger untersuchte die Entstehung und Entwicklung von Farbbegriffen und fand heraus, dass es in allen Sprachen der Welt zuerst Wörter für hell und dunkel bzw. Schwarz und Weiß gab. Als nächstes hinzugefügt wurde ein Wort für Rot, dann folgten Gelb und Grün. Was wir heute sofort und von Herzen als blau bezeichnen, wurde mit anderen Farbwörtern beschrieben.

Der altgriechische Dichter Homer, der gern und ausführlich über Farben und andere Details schrieb, nannte das Meer in seiner berühmten „Odyssee“ unter anderem „weindunkel“. Und Leonardo da Vinci, zu dessen Zeit Blau bereits einen Namen hatte, bezeichnete diese Farbe trotzdem als immateriell – etwas Metaphysisches, das sich ergibt, wenn sich das Licht der Sonne mit der Schwärze der Weltfinsternis mischt.

Generell braucht das „Blausehen“ wohl einfach mehr Training als etwa das Erkennen der Signalfarbe Rot. Angeboren oder ererbt ist es offenbar nicht – es kann also gut sein, dass wir den Himmel nur deshalb für blau halten, weil uns das schon in der Kindheit erzählt und anerzogen wurde.

Zwar ist es schwer bzw. unmöglich, hier seine eigene Vergleichsgruppe zu sein und sich vorzustellen, wie er andernfalls aussehen würde. Doch bis heute gibt es Völker, die kein Wort für Blau kennen und auch keins brauchen, etwa die afrikanischen OvoHimba, die dafür unter anderem weit mehr Grüntöne unterscheiden und benennen können. Und das ist nur eins von vielen Beispielen dafür, dass die Farbwahrnehmung nicht nur individuell verschieden, sondern – ganz besonders beim Blau – stark von der Erziehung, den (gesellschaftlichen) Gewohnheiten und dem Sprachgebrauch abhängig ist.

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