Farben für das Badezimmer

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Farben für das Badezimmer

Nasszellen verlangen Wandfarben einiges ab: Die Farben müssen zum einen chemische Voraussetzungen mitbringen, um optimal zu funktionieren, zum anderen optisch sowohl zum Badezimmer als auch zur eigenen Person passen.

Bad mit Aufsatz-Waschbecken und buntem Spiegel © photosbysabkapl, stock.adobe.com
Bäder können mehr als Weiß: Bringen Sie Farbe ins Bad-Leben und spüren Sie, welche Effekte die richtige Farbe haben kann! © photosbysabkapl, stock.adobe.com

Die richtige Farbwahl für das Bad ist also gar nicht so einfach. In unserem Beitrag möchten wir Ihnen zunächst die unterschiedlichen Farbarten vorstellen, die für ein Badezimmer geeignet sind. Danach erfahren Sie, wie Farben in einem Bad überhaupt wirken und welche Farbtöne aktuell im Trend liegen.

Über diese Eigenschaften müssen Farben im Badezimmer verfügen

  • atmungsaktiv und diffusionsoffen
  • antibakteriell und schimmeltötend/-vermeidend
  • resistent gegen Temperaturschwankungen
  • scheuerfest

Die beste Farbe für das Badezimmer: Silikatfarbe

Silikatfarbe ist ein Farbtyp, der aufgrund seiner chemischen Eigenschaften gut für Bäder und Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit geeignet ist. Bei Silikatfarbe handelt es sich um ein überwiegend mineralisches Farbgemisch, das auf der Basis von Kaliwasserglas und Farbpulver angerührt wird. Generell gilt Silikatfarbe als schadstofffrei und ist damit eine umweltfreundliche Alternative zu gewöhnlicher Wandfarbe. Im Gegensatz zu herkömmlicher Dispersionsfarbe sind Silikatfarben sehr strapazierfähig und vergleichsweise leicht zu reinigen.

Reine Silikatfarben sind nach DIN genormt
Reine Silikatfarben sind nach DIN genormt

Silikatfarben sind für ein Bad optimal

Silikatfarben verkieseln. Das heißt, sie gehen mit mineralischen Untergründen (z. B. Putz, Beton oder Ziegelstein) eine chemische Verbindung ein. Dadurch gelten sie als diffusionsoffen: Wasserdampf kann so von der Wand optimal aufgenommen werden. Kondenswasser lagert sich kaum an der Wand ab. Die Wand kann störungsfrei atmen.

Silikatfarben verbinden sich mit dem Untergrund
Silikatfarben verbinden sich mit dem Untergrund

Des Weiteren sind Silikatfarben hochalkalisch. Sie töten Schimmel ab und wirken antibakteriell – perfekt für Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit und stark schwankenden Temperaturen.

Badezimmer farbig gestrichen © denisismagilov, stock.adobe.com
Das Badezimmer lässt durchaus viele Freiheiten für die farbliche Gestaltung zu. Doch auch funktionell sollte die Farbe sein – Silikatfarbe ist meist die beste Wahl © denisismagilov, stock.adobe.com

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Sie mit Silikatfarbe arbeiten: der hohe pH-Wert von 11 hat zur Folge, dass feuchte Silikatfarbe bei Haut- und Augenkontakt ätzend wirkt. Tragen Sie daher unbedingt Schutzkleidung wie Handschuhe, Schutzbrille und Malerkleidung. Decken Sie auch Keramik, Fliesen und Glas ab.

Silikatfarbe gibt es in unterschiedlichen Varianten

Silikatfarbe wird üblicherweise in drei unterschiedlichen Gemischen angeboten, wobei Rein-Silikatfarbe (Kaliwasserglas und Farbpulver) sehr schwer erhältlich und nicht handelsüblich ist. Die zwei weiteren Silikatfarbtypen sind:

  • Dispersions-Silikatfarbe

    Sie ist der häufigste Typ der Silikatfarben: Dispersions-Silikatfarbe ist eine Art Hybrid von Wandfarbe und Silikatfarbe. Ein besonderer Vorteil ist, dass sie sowohl auf mineralischen als auch organischen Untergründen aufgetragen werden kann. So können Sie zum Beispiel einen alten Bad-Anstrich mit Dispersions-Silikatfarbe problemlos überstreichen, sofern eine vorherige Grundierung erfolgte. Diese Farben erhalten Sie bereits fix und fertig im Baumarkt. Rein-Silikatfarbe müssen Sie in aller Regel selbst mischen.

  • Sol-Silikatfarbe

    Bei Sol-Silikatfarbe wird ein Anteil Kieselsol beigemengt. Dies ermöglicht, dass die Farbe auf einem gemischten Untergründen haften bleibt. Vorteilhaft hierbei ist, dass auf organischen Untergründen keine Grundierung erfolgen muss. Die Sol-Silikatfarbe ist eine Weiterentwicklung der Rein-Silikatfarbe und dementsprechend preisintensiv.

Das Badezimmer mit Wandfarbe (Dispersionsfarbe) streichen

Ganz sicher haben Sie längst schon selbst mit Dispersionsfarbe zu tun gehabt. Darunter versteht man handelsübliche Wandfarbe – der gängigste, in Baumärkten erhältliche Farbtyp. Dispersionsfarbe ist mäßig atmungsaktiv und in ihrem Grundtyp nicht für Badezimmer geeignet. Da die Farbe selbst auf Wasserbasis angemischt wird, kann sie kaum Wasser aufnehmen und an die Wand weitergeben. Das hat zur Folge, dass Wasserdampf an der Wand kondensiert und sich absetzt. Wird die benetzte Wand nicht gereinigt oder getrocknet, kann sich schnell Schimmel bilden.

Es gibt jedoch als Alternative Feuchtraumfarbe, die in Nasszellen eingesetzt werden kann. Im Vergleich zu Silikatfarben ist die Feuchtraum-Dispersionsfarbe wesentlich günstiger.

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Farbgestaltung im Badezimmer

Durften in den 60er, 70er und 80er Jahren Badezimmer noch in poppigen und knalligen Farben strahlen, setzte sich in den darauffolgenden Jahren mehr und mehr ein klinisches Weiß durch – weiße Fliesen, weiße Sanitärkeramik, weiße Wände, weiße Decken. Natürlich setzten Deko, Badezimmerpflanzen und Accessoires wie Handtücher und Badläufer farbige Akzente, doch so wirklich charmant und wohlig wirkte das Bad selten. Funktion schlug Design.

Der Trend der letzten Jahre zeigt aber eindeutig in eine andere Richtung: das Bad verändert sich. Es wird zur Wellness-Oase und zu einem privaten Rückzugsort. Dort tanken wir Energie, kommen zur Ruhe und erfrischen uns. Genau deshalb ist die richtige Farbwahl absolut essentiell!

Modernes Badezimmer © onzon, stock.adobe.com
Sand- und Brauntöne liegen ganz klar im Trend: auch im Bad heißt es zurück zur Natur © onzon, stock.adobe.com

Harmonische Farben, aber kein Ton-in-Ton-Einerlei

Im Badezimmer gilt eine einfache Farb-Faustregel: Weiß + 2 oder 3 Farben.

Wichtig dabei ist, dass die Farben aus einer Farbfamilie stammen. Kombinieren Sie unterschiedliche Blau- oder Grautöne miteinander, um ein kühles, luftiges und ruhiges Badezimmer zu kreieren. Vor allem liegen Braun- und Sandtöne im Trend.Gedeckte und erdige Töne in Kombination mit schwarzen Marmorfliesen und weißer Keramik wirken elegant, natürlich und wohlig.

Harmonie bedeutet nicht, dass das gesamte Badezimmer Ton-in-Ton gehalten werden sollte. Harmonie ist ein Resultat der Wechselwirkung zwischen Spannung und Entspannung.

Tipp: Lernen Sie, mit welchen Farben Sie sich wohlfühlen. Was sind Ihre Bedürfnisse? Sehen Sie das Badezimmer nur als funktionalen Ort für die tägliche Hygiene? Dann wählen Sie vielleicht energische Rottöne. Verbringen Sie gern viel Zeit beim Baden oder Duschen? Dann nutzen Sie das Bad vermutlich mehr als Ort der Entspannung und Erholung – wählen Sie dann ruhige Farbkombinationen aus Sand-, Blau- oder Grüntönen.

Warm oder kalt?

Damit ist nicht nur die Wassertemperatur beim Duschen gemeint. Auch Farben können warm oder kalt wirken: Vergleichen Sie einmal Feuerrot (warm) mit Malve (kalt), oder Blattgrün (warm) mit Salbei (kalt).

Badezimmer mit moderner Beleuchtung © Mihalis A., stock.adobe.com
Lindgrün ist ein kühler Farbton, der im Bad ruhig und hell wirkt. Halten Sie den unteren Teil des Raumes dunkler und werden Sie nach oben hin heller © Mihalis A., stock.adobe.com

Warme Farben kommen auf Sie zu, was bedeutet, das Badezimmer kleiner wirken. Anders ist es bei kalten Farbtönen. Verleihen Sie Ihrem Badezimmer einen gelben Limonen-Anstrich (kalt) erscheint es größer.

Die Langzeitwirkung von Farben im Badezimmer

Farben sind ambivalent. Sie wirken auf verschiedene Menschen unterschiedlich. Erscheint ein Rot für einige Menschen sehr aggressiv, kann es andere wiederum anregen, begeistern und mitreißen.

Richten Sie sich nach Ihren Bedürfnissen und nach Ihrem Farbtyp. Unterschätzen Sie nicht die Langzeitwirkung von Farben – vor allem im Badezimmer. Es ist ein Ort der Wohnung, den Sie häufig direkt nach dem Aufstehen oder kurz vor dem Zubettgehen nutzen.

Nehmen Sie sich viel Zeit, um die richtige Farbe auszuwählen. Beachten Sie zudem, dass sich auch Lichteinfall, Beleuchtung, Fliesen und die Sanitärkeramik auf das Bad auswirken. Alle Faktoren sollten sich ergänzen und stimmig miteinander harmonieren.

Bad mit rosa freistehender Badewanne © denisismagilov, stock.adobe.com
Starke Kontraste sind ein sehr mutiger Ansatz im Bad. Gehen Sie damit vorsichtig um. Wichtig ist, dass das Bad ausreichend von Tageslicht geflutet wird © denisismagilov, stock.adobe.com
Tipp: Vermeiden Sie es, in Extreme zu verfallen. Im Bad ist dies kein guter Ratgeber. Weder sollte es zu dunkel, zu hell, zu steril oder zu lebendig wirken.

Fazit

  • Dispersions-Silikatfarbe ist die ideale Farbe für das Bad. Handelsübliche Dispersionsfarbe (Wandfarbe) kann als günstigere, aber weniger diffusionsoffene Alternative bei ausreichender Pflege berücksichtigt werden.
  • Kühle Farbtöne sind vor allem in kleineren Badezimmern vorteilhaft, da sie den Raum optisch vergrößern.
  • Die Farbtonwahl hängt vor allem davon ab, mit welchen Farben Sie sich am wohlsten fühlen. Prinzipiell sind alle Farben im Bad erlaubt, solange sie aus einer Farbfamilie stammen.
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