Richtig lackieren

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Richtig lackieren: Grundwissen und Praxistipps für gute Lackflächen

Eine gute Lackoberfläche bekommt man selten aus reinem Zufall hin. Hier finden Sie Tipps zur Vorarbeit und zum richtigen Auftragen des Lacks für eine glatte, schöne und haltbare Lackoberfläche. Außerdem haben wir ein wenig Grundwissen zu verschiedenen Lackarten und Lackierwerkzeugen zusammengestellt, um Ihnen das Planen und Durchführen von Lackierarbeiten zu erleichtern.

Innentür lackieren © Heiko Küverling, stock.adobe.com
Innentür lackieren © Heiko Küverling, stock.adobe.com

Welcher Lack für welchen Zweck?

Selbst in kleinen Baumärkten gibt es eine schier unübersehbare Lackauswahl. Das liegt daran, dass die Märkte Farblacke, Klarlacke und Speziallacke verschiedener Hersteller anbieten – und dann noch in verschiedenen Gebindegrößen. Bei näherem Hinsehen fällt auf, dass es nur wenige Lacktypen sind, die sich die riesigen Lackregale teilen – jede Sorte in reicher Farbenvielfalt, für unterschiedliche Einsatzgebiete und in verschieden großen Eimern, Dosen und Sprühdosen.

Im Grunde brauchen Sie nur zwei Sorten Lack zu kennen, um schnell das richtige Produkt zu finden: Wasserverdünnbare Dispersionslacke (z. B. Acryllack auf Wasserbasis) und nicht wasserverdünnbare Kunstharzlacke (z. B. Alkydharzlacke mit Terpentin.)

Dispersionslack oder Kunstharzlack: Zwei Lackarten und viele Bezeichnungen
Dispersionslack oder Kunstharzlack: Zwei Lackarten und viele Bezeichnungen

Richtig lackieren: Acryllack oder Kunstharzlack?

Früher gab es für viele Anwendungen gar keine Alternative zum widerstandsfähigen, aber giftigen Kunstharz-, Nitro- oder Terpentinlack. Das ist heute anders: Egal, was Sie zu welchem Zweck, in welcher Farbe und mit welchem Glanzgrad lackieren wollen: Sie können dafür einen wasserverdünnbaren Lack verwenden oder einen auf Basis flüchtiger Lösemittel. Das gilt für Lackfarben ebenso wie für Klarlack, Schutzlack, Effektbeschichtungen, Sprühlack und Speziallacke wie Dachrinnen-, Küchen- oder Rostschutzlack.

Lackieren mit Acryllack

Die beliebtesten Wasserlacke sind Acryllacke. Es handelt sich dabei um Dispersionslacke auf Basis einer Kunststoffdispersion: Winzige Kunststoffteilchen wie Farbpigmente werden mit Hilfe verschiedener Zusatzstoffe im Wasser in der Schwebe gehalten. Es gibt auch mit Polyurethan verstärkte Varianten (PU-Acryllacke) für den Außenbereich oder stärker strapazierte Oberflächen.

Acryllacke sind beliebte, wasserverdünnbare Lacke
Acryllacke sind beliebte, wasserverdünnbare Lacke

Acryl-Wasserlack ist schadstoff- und geruchsarm, weil als Lösemittel (fast) nur Wasser enthalten ist. Er trocknet rasch und rein physikalisch durch Verdunstung des Wassers, dünstet also keine giftig riechenden, gesundheitsschädlichen Lösemittel aus. Allerdings dauert es ziemlich lange, bis der Lack wirklich überall durchgetrocknet und voll belastbar ist. Weil er von oben nach unten trocknet, ist er bereits berührungstrocken und überstreichbar, wenn die Gesamtschicht noch elastisch und empfindlich ist. Zum richtigen Lackieren mit Acryllack gehört also auch, ihm mehr Zeit zum Trocknen zu geben, als er zu brauchen scheint.

Metalldose mit Lack © Sebastian Duda, stock.adobe.com
Acryllack ist einfach zu verarbeiten, brauchst jedoch längere Zeit zum Trocknen © Sebastian Duda, stock.adobe.com

In jedem Baumarkt oder Farbengeschäft finden Sie wasserbasierte Klarlacke, Buntlacke und Speziallacke, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet oder laut EN 71 speichel- und schweißecht sind. Diese Lacke können Sie bedenkenlos auch in Innenräumen verwenden, etwa um Holzböden oder Küchenarbeitsplatten zu versiegeln, Möbel zu lackieren oder Spielzeug zu bemalen.

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Lackieren mit Kunstharzlack

Nicht wasserverdünnbare Kunstharzlacke enthalten ein flüchtiges Lösungsmittel, meistens Terpentin oder Testbenzin (Terpentinersatz). Der beste Kunstharzlack ist Alkydharzlack. Dieser Lacktyp hat sich für professionelle Lackierungen bestens bewährt und wird von Fachbetrieben auch heute noch sehr gern verwendet, da er besser fließt und besser haftet als die meisten Wasserlacke und sich damit besonders harte, glatte, schöne und strapazierfähige Oberflächen lackieren lassen. Damit schaffen Profis genau die perfekten Lackflächen, von denen Laien meist nur träumen.

Kunstharzlacke sind sehr robust und bei Profis beliebt
Kunstharzlacke sind sehr robust und bei Profis beliebt

Allerdings brauchen Alkydharzlacke länger zum Trocknen – anders als Wasserlacke trocknen sie von unten nach oben – und dünsten noch lange nach dem Verarbeiten Lösungsmittel aus. Zum Reinigen der Werkzeuge und Entfernen von Lackflecken brauchen Sie natürlich ebenfalls giftigen und brandgefährlichen Verdünner oder Terpentin – und wenn Sie alles richtig machen wollen, müssen Sie danach jeden Putzlappen zum Schadstoffmobil oder Recyclinghof bringen.

Aus diesen Gründen sind Kunstharzlacke bei vielen Hobby- und Heimwerkern recht unbeliebt geworden, vor allem für Lackierarbeiten im Innen- bzw. Wohnbereich. Mit den modernen Wasserlacken gibt es inzwischen ja auch sehr gute Alternativen zu den streng riechenden Klassikern. Und – was viele gar nicht wissen – es sind längst auch wasserverdünnbare Alkydharzlacke auf dem Markt. Denn auch die Kunstharzlacke werden ständig weiterentwickelt. Lösemittelhaltige Lacke sind ohnehin langfristig auf dem Rückzug, unter anderem wegen der strenger werdenden VOC-Verordnung der EU (VOC steht für leicht flüchtige, organische Verbindungen wie Löse- und Verdünnungsmittel).

Küchenfront lackieren © aetb, stock.adobe.com
Küchenfront lackieren © aetb, stock.adobe.com

Richtig lackieren geht nur auf einem gut vorbereiteten Untergrund

Nachdem Sie einen zum Untergrund und Einsatzzweck passenden Lack ausgewählt haben, muss der Untergrund richtig vorbereitet werden. Die Vorbereitung des Untergrunds ist enorm wichtig – einerseits, damit der Lack gut haftet, und andererseits für die Qualität der Oberfläche. Weil Lack auch bei mehrschichtigem Auftrag jede Unregelmäßigkeit des Untergrunds nachbildet, kann eine Lackfläche immer nur so glatt, eben und makellos sein wie der Untergrund.

Für ein professionelles Ergebnis, etwa Spiegelglanz auf lackierten Wandflächen oder perfekt lackierte Kotflügel oder Motorhauben, muss bereits der Untergrund durch Spachteln und Schleifen glänzend glatt gemacht werden. Das ist im Hobbybereich oft gar nicht nötig. Hier reicht es vielfach völlig aus, lose Teile (z. B. abblätternde alte Farbe) mit dem Spachtel oder der Ziehklinge zu entfernen, den Untergrund mit Wasser und einem alkalischen Reinigungsmittel (z. B. Seife, Spülmittel) gründlich von Schmutz und Fett zu befreien und dann noch ein wenig aufzurauen, etwa mit 80er oder 120er Schmirgelpapier, Schleifklotz, Schwingschleifer oder Schleifschwamm.

Lack entfernen © ded, stock.adobe.com
Eine gute Vorbereitung des Untergrundes ist für die Neulackierung unverzichtbar © ded, stock.adobe.com

Wollen oder brauchen Sie eine perfekt glatte, gleichmäßig reflektierende Lackfläche, auf der kein störender Schatten oder Makel die ebenmäßige Optik beeinträchtigt, kommt es also viel weniger auf das richtige Lackieren als auf die Untergrundvorbereitung an. Weil professionelles Spachteln und Schleifen gelernt und geübt sein wollen, brauchen Sie dafür einen erfahrenen Profi. Einen haft- und tragfähigen Untergrund, auf dem der Lack gut hält und lange schön aussieht, bekommen Sie aber auch als Laie hin. In vielen Fällen darf (oder soll) die Oberflächenstruktur, z. B. Holzmaserung, ohnehin sichtbar bleiben. Und zum Ausgleichen grober Unebenheiten können Sie sich im Baumarkt eine geeignete Spachtelmasse besorgen und die dann laut Herstellerangaben auftragen und nach dem Trocknen glattschleifen.

Wichtig: Entfernen Sie den Schleifstaub immer besonders gründlich, denn er ist einer der ärgsten Feinde der perfekten Lackfläche. Um für möglichst staubfreie Luft zu sorgen, können Sie vor dem Lackieren noch ein wenig Wasser in der Luft versprühen, um Schwebepartikel zu binden. Je feiner die Tröpfchen, desto mehr „Lackläuse“ bringen Sie damit zu Fall.
Clever: Staub in der Luft mit Wasser binden
Clever: Staub in der Luft mit Wasser binden

Neuer Lack auf alten streichen

Wollen Sie eine lackierte Fläche überlackieren, können Sie Oberflächenmängel wie Dellen, Löcher oder Kratzer vorher mit Lackspachtel ausgleichen. Bleiben Sie dabei im „Lösemittelsystem“, also Acrylspachtel zum Ausbessern alter Acrylanstriche verwenden und Kunstharz- bzw. Ölspachtel für Kunstharzanstriche. Mit Verdünner können Sie den Altanstrich testen: Pinsel oder Lappen in Terpentin oder Universalverdünnung tauchen und die Oberfläche kräftig damit bearbeiten. Passiert nichts, handelt es sich um Kunstharzlack. Acryllack wird sich dagegen an- oder ablösen.

Richtig lackieren: Diese Werkzeuge brauchen Sie

Struppige Borsten, im Lack klebende Pinselhaare oder tausend Bläschen auf der gerollten Fläche: Mit dem falschen Werkzeug geht beim Lackieren fast immer etwas schief. Mit ein wenig Hintergrundwissen über Pinsel und Walzen vermeiden Sie Ärger und unnötige Geldausgaben.

Bei der Wahl der Pinselform(en) – z. B. Rund- oder Flachpinsel – sind Sie frei und können nach Geschmack entscheiden. Die Art der Borsten ist aber wichtig, denn die Pinselborsten müssen zum Lacktyp passen.

Pinsel aus Kunsthaar und Pinsel aus Naturhaar
Pinsel aus Kunsthaar und Pinsel aus Naturhaar

Welcher Pinsel für Kunstharzlack?

Für Öllacke und Kunstharzlacke wie Alkydharzlack sind Pinsel mit Naturborsten („Chinaborsten“) am besten geeignet. Wählen Sie einen guten Naturborstenpinsel, der viel Farbe aufnehmen und sie gut halten und verteilen kann. Dazu muss er schön mit Borsten gefüllt sein und viele lange Borsten haben. Streichen Sie die Borsten mit dem Finger zur Seite, dann sehen Sie auch die verkürzten Borsten – davon wollen Sie möglichst wenige.

Welcher Pinsel für Acryllack?

Für Acryllacke und generell wasserverdünnbare Lacke brauchen Sie Pinsel mit Kunsthaar bzw. synthetischen Borsten, weil die durch das Wasser nicht aufquellen. Gute Kunsthaarpinsel erkennen Sie ebenfalls an der dichten Bestückung („Besatz“) und einem hohen Anteil langer Borsten („Tops“). Weitere Qualitätsmerkmale bei Pinseln sind Ringe und Zwingen aus stabilem Blech mit eingeprägter Pinselgröße sowie robuste, ergonomische Hartholz- oder Zweikomponentengriffe. Bei den Kunstfaserborsten gibt es etliche Neuentwicklungen, etwa „FillPro“-Pinsel, die wegen ihrer Form besonders viel Farbe aufnehmen können und sehr gut für Acryl- und Kunstharzlacke geeignet sind. Damit der Pinsel beim ersten Lackiereinsatz weder Borsten noch Staub verliert, sollte er vorher eingearbeitet werden.

Lackierrollen/Lackierwalzen

Lackierwalzen sind ideal zum schnellen Lackieren von Flächen. Mit den Billig-Schaumstoffwalzen bekommen Sie aber keine perfekte Lackoberfläche hin, denn der Schaumstoff ist zu grobporig und gibt beim Lackieren auch Luft ab. Dadurch entstehen die für Billiglackroller typischen, eingearbeiteten Luftbläschen. Bei schnelltrocknenden Lacken bleiben die Bläschen erhalten, bei langsamer trocknenden verlaufen sie zu „Orangenhaut“. Dasselbe Problem bekommen Sie übrigens, wenn Sie halb angetrockneten Lack mit feuchtem überlackieren, statt „nass in nass“ zu arbeiten.

Schaumstoff ist grundsätzlich ein gutes Material für Lackierwalzen. Nur müssen die Poren superfein sein. Noch besser sind kurzflorige Kunstfell-Walzen, deren Besatz gar keine Luft einschließen kann.

Speziell für Wasserlacke gibt es sogenannte Flockroller. Das sind Lackierwalzen aus Schaumstoff, deren Oberfläche mit Veloursfasern beflockt ist. Damit lässt sich der Lack schön sauber und gleichmäßig auftragen. Rollen mit abgerundeten Stirnseiten helfen beim Vermeiden von Kanten oder sichtbaren Übergängen zwischen den Bahnen.

Lackierwanne und -rolle © alho007, stock.adobe.com
Lackierwanne und -rolle © alho007, stock.adobe.com

Wenn Sie am liebsten ganz auf Pinsel und Rollen verzichten: Lack lässt sich auch sprühen bzw. im Spritzverfahren auftragen. Dazu ist ein geeignetes Sprühgerät erforderlich, und eventuell muss der Lack noch ein wenig verdünnt werden. Für kleinere Lackierarbeiten im Heim- und Hobbybereich können Sie auch Lack aus der Spraydose verwenden.

Richtig Lackieren mit der richtigen Technik

Hier sind ein paar Grundregeln und Tipps zum besseren Lackieren:

Bei größeren Flächen:

  • Fangen Sie in einer Ecke an und arbeiten Sie sich dann in Abschnitten vor.

Bei mehrfarbigen Anstrichen:

  • Fangen Sie mit den hellen Farben an.

Beim Lackieren mit Sprühlack:

  • Lack im Kreuzgang sprühen, also die Sprührichtung pro Auftrag um 90° ändern.

Bei profilierten Möbeln, Türen und Fenstern:

  • Lackieren Sie zuerst die tiefen Stellen und arbeiten Sie immer von der Mitte nach außen. Bei Kassettentüren also erst die tiefen, dann die oberen Flächen. Bei Sprossenfenstern zuerst die Sprossen, dann die Fensterflügel-Innenseiten und zuletzt die Fensterrahmen. Bei Möbeln mit Zierprofilen erst die Profile, dann die geraden Flächen.

Richtig verschlichten für ebenmäßige Oberflächen:

  • Verschlichten ist eine Technik, die zu den Voraussetzungen für professionelle Lackoberflächen gehört, und funktioniert so: Den Lack zuerst in eine Richtung auftragen (bei Holz in Maserungsrichtung), dann diagonal bis rechtwinklig dazu verteilen. Anschließend in der ersten Richtung (bei Holz also wieder mit der Maserung) ohne Druck in gleichmäßigen, langen Pinselbewegungen (oder mit der Walze) ausstreichen.
Richtig lackieren: Die richtige Technik führt zur perfekten Oberfläche
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