Holzboden abschleifen und neu versiegeln

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Holzboden abschleifen und neu versiegeln: So werden alte Dielen und Parkett in wenigen Schritten wieder schön

Alte Dielen- und Parkettböden sind oft in einem traurigen Zustand: abgenutzt, schmutzig, vergraut, krummgetreten, splitterig und insgesamt unansehnlich. Oft sind auf der Holzoberfläche Reste verschiedener Beschichtungen, etwa Wachs, Bodenfarbe oder Lack. Wurde der Holzboden zwischenzeitlich überklebt, z. B. mit Linoleum oder Teppichboden, sind außerdem Kleberreste zu entfernen. Die sind umso hartnäckiger, je abgenutzter der Boden vorher schon war – denn auf einer rohen, rauen und rissigen Holzoberfläche haftet Klebstoff natürlich besonders gut.

Zum Glück ist das Renovieren eines alten Holzbodens viel einfacher und geht auch viel schneller, als viele denken. Mit den richtigen Maschinen, Werkzeugen und Materialien ist es kein Problem. Hier sagen wir Ihnen, wie Sie das alte Holz in wenigen Schritten wieder schön bekommen. Gehen Sie planvoll vor, dann macht die Arbeit viel Freude, und das Ergebnis wird Sie glücklich machen.

Das Abschleifen von Parkett und Dielen hängt auch von der Dicke der Nutzschicht ab
Das Abschleifen von Parkett und Dielen hängt auch von der Dicke der Nutzschicht ab
Hinweis: Sollen in dem Raum auch Wände und/oder Decken renoviert werden, erledigen Sie das zuerst. Dann brauchen Sie sich dabei nicht (oder nur minimal) um den Schutz des Bodens zu kümmern.

Dielen oder Parkett sanieren: Diese Maschinen, Werkzeuge und Materialien brauchen Sie

Auch bei kleinen Räumen lohnt es sich unbedingt, eine professionelle Schleifmaschine zu verwenden. Die können Sie sich entweder im Baumarkt ausleihen oder von einem Handwerksbetrieb in Ihrer Nähe. Machen Sie ruhig im Vorfeld ein paar Telefonate, um das beste Angebot zu finden: Viele Betriebe sind gern bereit, Ihnen die große Parkettschleifmaschine und ein kleineres Gerät für die Ränder zu einem sehr günstigen Preis übers Wochenende zu überlassen. Und mit ein wenig Glück und Verhandlungsgeschick bekommen Sie noch ein paar weitere nützliche Dinge dazu, etwa einen Schwung angebrauchter Schleifbänder oder Schleifscheiben für den Grundschliff.

Parkett abschleifen © VRD, fotolia.com
Parkett abschleifen mit einem Bandschleifgeräten (Parkettmaschinen) © VRD, fotolia.com

Am besten klappt die Arbeit mit den großen, schweren Bandschleifgeräten (Parkettmaschinen). Damit gehen Sie einfach über den Boden, ohne sich beim Arbeiten bücken zu müssen. In den Baumärkten werden oft Maschinen mit Schleiftellern (für große Schleifscheiben oder Schleifgitter) angeboten, die ebenfalls gut funktionieren, aber weniger sicher und komfortabel zu führen sind.

Parkett abschleifen © VRD, fotolia.com
Parkett abschleifen mit Parkett-Schleifteller Maschine © VRD, fotolia.com

Lassen Sie sich die Maschine jedenfalls gut erklären bzw. vorführen, bevor Sie sie mit auf die Baustelle nehmen: Wie wird sie zusammengebaut, wie werden die Bänder/Scheiben eingelegt und gewechselt, wie wird der Sack für das abgesaugte Sägemehl befestigt, wo sitzen welche Justierungs- und Bedienelemente, wie sieht die korrekte Arbeitshaltung aus? Handwerksmeister, denen ihre Maschine am Herzen liegt, gehen hier oft besser ins Detail und erklären freudiger und anschaulicher als das Personal im Baumarkt oder Leihmaschinenpark.

Holzboden schleifen: Lassen Sie sich die Maschiene gut erklären
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Schleifmaterial und Schleiffolge für Dielen und Parkett

Wie viele Schleifbänder oder ‑scheiben Sie brauchen und in welchen Körnungen, hängt davon ab, wie schlimm Ihr Boden aussieht. Durch Wachs- oder Farbreste setzt sich das Schleifmaterial rasch zu und muss öfter gewechselt werden. Trockene und/oder splittrige Lackreste gehen viel einfacher ab, und bei rohem Holz kann ein großes Band für den gesamten Boden ausreichen. Allerdings sollten Sie immer drei Körnungen für den Grund-, Mittel- und Feinschliff verwenden, bei extrem strapazierten, unebenen oder dick beschichteten Böden auch noch mehr.

Parkett abschleifen © VRD, fotolia.com
Eine professionelle Schleifmaschine bei der Arbeit © VRD, fotolia.com

Beim Grobschliff wird das Holz gründlich gesäubert und die Oberfläche geebnet. Dabei brauchen Sie sich um die Maserung des Holzes noch keine Gedanken zu machen – das kommt erst beim Zwischenschliff und Feinschliff. Parkettböden sind meistens aus hartem, kurzfaserigem Holz (z. B. Eiche oder Buche), Dielen dagegen oft aus Nadelholz (z. B. Tanne, Kiefer). Bei Dielen können Sie alles mit dem Bandschleifer erledigen; lediglich für Winkel, Nischen oder Randbereiche brauchen Sie eventuell ein kleineres Gerät (Band- oder Scheibenschleifer). Bei Parkettböden mit mehreren Maserungsrichtungen (z. B. Fischgrät- oder Mosaikparkett) bevorzugen manche Profis den Scheibenschleifer, doch auch solche Böden bekommen Sie mit der Bandschleifmaschine sehr gut hin, wenn Sie keine Körnung überspringen und sorgfältig von Grob zu Fein arbeiten.

Schleiffolge für Dielenböden

Schliff Körnung Schleifrichtung
Grobschliff zum Ebnen und Säubern bei stark verschmutztem, ausgetretenem oder geworfenem (welligem) Holz

16 oder 24

Quer oder diagonal zur Holzmaserung/Dielenrichtung
Grobschliff zum Entfernen von Schmutz und Beschichtungen bei weniger geworfenen Böden

24, 36 oder 40

Möglichst in Richtung der Holzmaserung
Mittel-/Zwischenschliff

50, 60 oder 80

In Maserrichtung
Feinschliff

120, 150 oder (ganz fein) 240

In Maserrichtung

Schleiffolge für Parkettböden

Schliff Körnung Schleifrichtung
Grobschliff zum Ebnen und Säubern bei stark verschmutztem, ausgetretenem oder geworfenem Holz

36

Diagonal oder gerade über die lange Spur
Mittelschliff

50-60

Diagonal über Kreuz oder (bei geradem Parkett/Parallelverband) in Richtung der Maserung
Feinschliff

120-240

Diagonal über Kreuz oder in Maserungsrichtung
Hinweis: Je unebener und tiefer verschmutzt/beschädigt der Boden, desto mehr Schleifgänge sind erforderlich. Wenn Sie die Schleifmaschine ausleihen, lassen Sie sich auch zur Schleifrichtung und Schleiffolge beraten. Fragen Sie den Handwerker bzw. Fachmann, welche Vorgehensweise er für Ihren Boden, z. B. das Parkettmuster und die Holzart, empfiehlt und warum.

Außerdem brauchen Sie:

  • Bodensiegel/Bodenlack (hier sind wasserlösliche Produkte wegen der Wohngesundheit empfehlenswert)
  • Lackierwerkzeug (Lackwanne, Boden-Lackierrolle, Pinsel)
  • feinkörniges Handschleifpapier (K 120, 150 oder 240) für den Zwischenschliff nach dem ersten Versiegeln
  • Hauswerkzeug, z. B. für Vorbereitungen: Hammer, Zange, Nagelversenker, Schraubendreher, Spachtel
  • Schutzhandschuhe, Schutzbrille, Atemschutz, ggf. Gehörschutz
  • ggf. Elektroschaber oder Fräse zum Entfernen besonders harter oder dicker Kleberreste, Zementplacken o. Ä.
  • ggf. Parkettkleber oder Montagekleber

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Vorbereitungsarbeiten: Das müssen Sie vor dem Abschleifen erledigen

  1. Schritt 1:

    Räumen Sie das Zimmer komplett aus, montieren Sie Fuß- und Sockelleisten ab und fegen Sie einmal gründlich durch. Sie brauchen den Boden nicht zu putzen: sämtlicher alter Schmutz wird beim Schleifen mit der obersten Holzschicht abgetragen. Zum Schutz vor Staub reicht es, die Türen zu schließen oder die Türöffnungen zu verhängen.

  2. Schritt 2: Befestigungen prüfen und nacharbeiten

    Prüfen Sie den Boden zentimetergenau auf Nägel und Schrauben. Die müssen Sie gut versenken, sonst sprühen beim Schleifen die Funken. Hochstehende Nägel und Schrauben können Schleifmaterial und Maschine beschädigen und Menschen verletzen. Und wenn Sie einen Nagelkopf abschleifen, hält der Stift das Holz nicht mehr fest, so dass es sich mit der Zeit nach oben herausarbeiten kann. Nägel und Schrauben, die sich nicht versenken lassen, krumm oder kaputt sind, holen Sie ganz heraus und ersetzen sie später durch neue.

    Holzboden schleifen: Achten Sie auf  Nägel und Schrauben
    Holzboden schleifen: Achten Sie auf Nägel und Schrauben

    Bei geklebten (Parkett-)Böden muss der Kleber intakt sein: Kleben Sie lose oder herausnehmbare Elemente neu fest, damit Ihnen beim Schleifen nichts um die Ohren fliegt. Bei extrem musikalischen oder wackligen Böden können Sie nach dem Schleifen durch zusätzliche Nägel oder Schrauben für mehr Ruhe sorgen.

  3. Hinweis: Gut gedreht ist halb saniert: Einzelne Dielen oder Parkettelemente, die besonders stark beschädigt sind, können Sie oft mit wenig Aufwand aus dem Verbund lösen und mit der intakten Seite nach oben wieder einbauen. So müssen Sie etwa deren „Nachbarn“ nicht auf dieselbe Höhe herunterschleifen und können mehr Holzsubstanz erhalten.
    Alternative zum Holzboden schleifen: Boden umdrehen
    Alternative zum Holzboden schleifen: Boden umdrehen
  4. Schritt 3: Grobe Rückstände entfernen

    Farb-, Wachs- oder Lackreste können Sie abschleifen. Dicke Kleberreste oder harte Placken spachteln Sie vorher von Hand oder mit dem Elektroschaber ab.

    Klebereste können mit einem Elektroschaber entfernt werden
    Klebereste können mit einem Elektroschaber entfernt werden

    Arbeiten Sie so flach und vorsichtig wie möglich, um keine Späne oder größeren Holzstücke herauszureißen. Bei wasserlöslichen Klebern probieren Sie beide Methoden (nass abschrubben und trocken abschaben) an einer Stelle aus und entscheiden sich dann für die, die weniger Arbeit und Sauerei macht. Anschließend fegen Sie den Raum nochmal gut durch.

  5. Schritt 4: Boden abschleifen

    Machen Sie die Schleifmaschine einsatzbereit: Schleifband für Grobschliff einlegen, Walzendruck einstellen, bei angehobener (hochgestellter) Schleifwalze Motor kurz laufen lassen und korrekten Lauf des Bandes prüfen, Motor ausmachen, Walzendeckel schließen.

    Als nächstes fahren Sie bei ausgeschaltetem Motor und abgesenktem Schleifwerk mit der Maschine durch den Raum. Lassen Sie dabei die Hand am Walzenablasshebel oder beobachten Sie seine Auf- und Abwärtsbewegungen, die den Unebenheiten des Bodens folgen. So bekommen Sie ein noch besseres Gefühl für den Untergrund und machen sich mit dem Rollverhalten der Schleifmaschine vertraut.

    Parkett abschleifen
    Parkett abschleifen

    Beginnen Sie am Rand mit dem Schleifen und setzen Sie die Maschine so herum an, dass Sie mit dem Schleifband möglichst nah an die Wand herankommen. Achten Sie darauf, dass das Schleifwerk beim Einschalten angehoben ist; erst in der Gehbewegung senken Sie es langsam ab. Die Maschine zieht nach vorne; Sie müssen also nicht schieben, sondern nur ziehen oder gegenhalten. Mit festem Griff und kleinen, gleichmäßigen Schritten sorgen Sie für eine konstante Geschwindigkeit. Je langsamer Sie gehen, desto mehr Holz schleifen Sie ab.

    Sie dürfen bei abgesenktem Schleifwerk nicht stehenbleiben oder die Maschine loslassen. Am Ende der Bahn heben Sie die Walze in der Bewegung wieder an, setzen die Maschine daneben neu an und ziehen sie dann ebenso zurück. So arbeiten Sie die geplante Schleiffolge ab – mit Pausen zum Verschnaufen und Wechseln des Schleifmaterials. Mit jeder Körnung bearbeiten Sie zuerst die Hauptfläche und dann die Randbereiche und Ecken. Nach dem letzten Feinschliff räumen Sie die Baustelle auf und reinigen Wände und Boden mit Besen und Staubsauger. Dann warten Sie eine Nacht ab, damit sich noch mehr Staub senken kann, und saugen am nächsten Tag vor dem Lackieren noch einmal gründlich durch.

  6. Schritt 5: Holzboden versiegeln

    Rühren oder schütteln Sie das Bodensiegel durch und tragen Sie es laut Herstelleranweisung auf. Bei vielen Böden genügt eine Rolle, für knifflige Bereiche nehmen Sie den Pinsel. Nachdem die erste Schicht eingezogen und getrocknet ist (empfohlene Trocknungszeiten unbedingt einhalten), führen Sie von Hand einen Zwischenschliff durch. Dabei nehmen Sie mit dem Schleifpapier (Körnung wie der letzte Feinschliff oder feiner) die winzigen Holzfasern ab, die sich aufgerichtet und den Boden wieder rau gemacht haben. Das geht schnell und einfach – mehr Wischen als Schleifen. Anschließend Staub entfernen und die nächste Schicht auftragen.

    Das wiederholen Sie so lange, bis die gewünschte Oberflächenbeschaffenheit (z. B. Glätte, Glanz, Versiegelungsgrad) erreicht ist. Zwischenschliffe sind nur nötig, so lange sich beim Trocknen noch weitere Holzfasern aufrichten. Die letzte Schicht wird nicht geschliffen, damit sie einen schönen, seidenmatten oder hochglänzenden Spiegel ergibt.

    Schützen Sie den Boden während des Trocknens gut vor Staub, direkter Sonneneinstrahlung, Spritzwasser, hereinfliegenden Insekten etc. Bei wasserlöslichen und natürlichen Produkten, die keine Lösemittel ausdünsten, kaum riechen oder sogar einen angenehmen Geruch haben, können Sie auch bedenkenlos die Fenster verhängen, schließen oder die Rollläden herunterlassen, während das Siegel trocknet.

Parkett versiegeln © VRD, fotolia.com
Damit die Versiegelung lange hält, muss sie mehrfach aufgetragen und zwischendurch abgeschliffen werden © VRD, fotolia.com
Hinweis: Wenn Sie auch die Sockelleisten lackieren wollen, machen Sie das, bevor Sie sie wieder anbringen.
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