Linoleum

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Linoleum – natürlicher Fußbodenbelag aus Öl, Harz und Kork

Linoleum © lafishman64, fotolia.com
Linoleum © lafishman64, fotolia.com

Etwa seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte Linoleum zu den bevorzugten elastischen Bodenbelägen, verlor jedoch mit der Einführung von PVC in den 1960er Jahren an Bedeutung. Heute ist der natürliche Bodenbelag aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften wieder hochmodern und wird vor allem im Bereich des gesunden Wohnens als Bodenbelag bevorzugt.

Linoleum ist ein echter Oldtimer unter den Bodenbelägen
Linoleum ist ein echter Oldtimer unter den Bodenbelägen

Die Inhaltsstoffe von Linoleum

  • Ein Hauptbestandteil von Linoleum ist Leinöl mit einem Anteil von ca. 35 %. Das Öl wird in einem chemischen Verfahren oxidiert und polymerisiert.
  • Das Leinöl wird anschließend mit verschiedenen Naturharzen vermischt, dazu gehören Kolophonium, Copal, Dammar und verschiedene andere Harze.
  • Linoleum besteht zu 40 % aus Kork- oder Holzmehl, je nach Hersteller und Herstellungsweise variieren die Mengenanteile.
  • Kalksteinpulver, Titanoxid, Farbstoffe und gegebenenfalls Kautschukanteile dienen als anorganische Füllstoffe mit einem Anteil von ca. 20 %.
  • Als Trägermaterial für den Linoleumboden wird in den meisten Fällen ein Gewebe aus Jute eingesetzt.

Die Stoffe werden gemischt und zu Linoleumzement verarbeitet. Diese Masse wird durch eine Schneckenpresse zu einem Strang gepresst, der anschließend zugeschnitten wird und für eine definierte Zeit nachreifen muss.

Herstellung von Linoleum
Herstellung von Linoleum

Meterware oder Klicksystem?

Linoleum ist als Meterware oder im Fertig-Klick-System erhältlich. Die Bahnenbreite liegt zwischen 150 und 400 cm, als Standard gilt eine Breite von 200 cm. Ein großer Vorteil von Linoleum als Meterware bei der Verlegung ist der geringe Fugenanteil. Die Materialfugen werden nach der Verlegung verschweißt, um einen geschlossenen Belag herzustellen – Je weniger Fugen vorhanden sind, umso geringer sind Arbeitsaufwand und Schwachstellen, denn die Verschweißung der Fugen ist anspruchsvoll und aufwändig. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Aufbauhöhe von maximal 5 mm. Dies spielt insbesondere in der Altbausanierung eine wichtige Rolle.

Klick-Linoleum ist auch ohne Fachmann zu verlegen
Klick-Linoleum ist für geübte Heimwerker auch ohne Fachmann zu verlegen

Klick-Linoleum ist ebenso aufgebaut wie andere Klicksysteme und wird genauso verlegt. Auf einer Trägerschicht ist eine Nutzschicht aus Linoleum aufgeklebt, verlegt wird in der Regel schwimmend. Vorteil dieser Variante ist die einfache Verlegung, der Bodenbelag kann jederzeit ohne großen Aufwand wieder entfernt werden. Allerdings besitzt ein Linoleumboden aus Fertigelementen zahlreiche Fugen, die Nutzschicht ist sehr dünn und entsprechend weniger widerstandsfähig und haltbar als Linoleum als Meterware.

Tipp: Wird Linoleum als Meterware verlegt, ist dies eine Aufgabe für den Fachmann. Insbesondere das Verschweißen der Nähte ist anspruchsvoll und muss fachgerecht vorgenommen werden.
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Materialqualitäten und Design

Die Qualität von Linoleum wird zum einen durch die Inhaltsstoffe, zum anderen durch die Materialstärke bestimmt. Für den durchschnittlich belasteten Wohnbereich sind in der Regel Stärken von 2 bis 2,5 mm ausreichend, für stärker beanspruchte Bereiche sind Dicken von 3,2 mm empfehlenswert. Im Objektbereich mit hoher Belastung ist die stärkste Dicke mit 4 mm die beste Wahl.

Sonderbeschichtungen verbessern die Qualität des natürlichen Belags zusätzlich. So erhöhen Korkbeschichtungen auf der Unterseite Trittelastizität, Wärmedämmfähigkeit und den Laufkomfort auf dem Boden.

Tipp: Nicht empfehlenswert sind kunststoffbeschichtete Linoleumböden. Die Schicht versiegelt die Oberfläche und neutralisiert damit die positiven Eigenschaften der natürlichen Inhaltsstoffe, Weichmacher in der Beschichtung können die Raumluft belasten.

Hinsichtlich des Designs ist Linoleum heute in vielen verschiedenen Farben erhältlich. Die lebendige Farbgebung entsteht durch die Einmischung verschiedener Farbpigmente. Kennzeichnend für jeden Linoleumbelag ist die Marmorierung. Je besser die Durchmischung im Material erfolgt, umso hochwertiger ist das Farbergebnis. Die Farbpalette reicht von zart bis kräftig, mittlerweile ist im Handel auch Linoleum in Holz- oder Steinoptik verfügbar. Ein lebendiges Verlegebild entsteht durch die Kombination verschiedener Farben. Das erhöht zwar den Fugenanteil, sorgt aber auch für ein attraktives und auffälliges Fußbodendesign.

Durch unterschiedliche Walzrichtung ensteht die typische Musterung
Durch unterschiedliche Walzrichtung ensteht die typische Musterung

Linoleum richtig verlegen

Linolium als Meterware verlegen © auremar, fotolia.com
Linolium als Meterware verlegen © auremar, fotolia.com

Während an die Verlegung eines Linoleumfußbodens im Klick-System nur geringe Ansprüche gestellt werden, gestaltet sich die Verlegung von Meterware vergleichsweise aufwändig. Perfekte und langlebige Ergebnisse werden nur mit einer fachgerechten Verlegung erzielt, deshalb empfiehlt es sich, diese Arbeiten von einem Fachbetrieb mit Erfahrung in der Verlegung von Linoleum durchführen zu lassen.

  1. Untergrundvorbereitung

    Der Untergrund muss eben, sauber und tragfest sein. Risse und Unebenheiten zeigen sich sonst im fertigen Bodenbelag. Unebene Böden werden mit Ausgleichsmasse egalisiert oder glatt gespachtelt.

  2. Linoleum zuschneiden

    Vor dem Zuschnitt muss das Linoleum sich für etwa 24 Stunden ausgerollt im Raum akklimatisieren. Anschließend wird die Meterware ausgelegt und mit 5 bis 10 cm Überstand zugeschnitten. Wichtig beim Auslegen und Zuschneiden ist die Beachtung der Richtung für ein gleichmäßiges Belagsbild zu beachten. Die Bahnen sollten sich um ca. 2 cm überlappen.

  3. Linoleum verkleben

    Um eine Durchfeuchtung des Linoleums zu vermeiden, muss ein geeigneter, schnelltrocknender Kleber verwendet werden. Die Bahnen werden auf den mit Kleber eingestrichenen Boden gelegt, ausgerichtet und anschließend festgewalzt. Kleber auf der Oberfläche muss sofort gründlich entfernt werden. Die weiteren Bahnen werden mit Überstand am Stoß verklebt.

  4. Nähte verschweißen

    Anschließend werden die Überstände sauber abgeschnitten, die Nähte mit einer Walze festgedrückt. Nach der vollständigen Trocknung werden mit einer Fugenfräse die Nähte zwischen den Bahnen bis in eine Tiefe von 2,5 mm und einer Breite von ca. 3 mm ausgefräst. Anschließend wird spezieller und farblich passender Schmelzdraht eingelegt und mit einem Schweißgerät verschweißt. Die abgekühlten Schweißnähte werden anschließend nachgearbeitet.

Linoleumboden pflegen

Linoliumboden wischen © Ekaterina, fotolia.com
Linoliumboden wischen © Ekaterina, fotolia.com

Kunststoffversiegelter Linoleumboden ist sehr pflegeleicht und kann mit üblichen Bodenreinigungsmitteln nebelfeucht gewischt werden. Naturbelassener Linoleumbelag ist in der Pflege hinsichtlich der verwendeten Produkte wie auch des Aufwandes etwas anspruchsvoller:

  • Verwendet werden sollten speziell für Linoleum geeignete Reinigungsmittel. Diese enthalten einen Wachsanteil für die regelmäßige Pflege, die den Belag zum Glänzen bringt, die Leuchtkraft der Farben erhält und die schmutzabweisenden Eigenschaften erhöht.
  • Nach der Reinigung sollte der Boden von Zeit zu Zeit nachbehandelt werden. Dazu eignen sich Essig-Öl-Mischungen, Bohnerwachs und Wasser oder Leinöl. Auch hier gibt es im Handel fertige Pflegemittel.
Tipp: Kleinere Risse oder Kratzer können mit entsprechenden Reparatursets selbst ausgebessert werden, größere Schäden sollten vom Fachbetrieb behoben werden.

Vorzüge und Nachteile von Linoleum im Überblick

Vorteile von Linoleum Nachteile von Linoleum
  • Linoleum ist widerstandsfähig und behält auch unter jahrelanger starker Belastung seine Robustheit.
  • Das pflegeleichte Material ist unempfindlich gegenüber vielen Säuren und Lösungsmitteln wie Benzin, Öl oder Ethanol.
  • Linoleum ist antistatisch und deshalb auch für die Verlegung in Laboren und Reinräumen geeignet.
  • Das Material kann auf Fußbodenheizung verlegt werden und besitzt leicht fungizide und antibakterielle Eigenschaften.
  • Ein Bodenbelag aus Linoleum ist rutschhemmend, wärmedämmend, schwer entflammbar.
  • Linoleum reagiert empfindlich auf stark alkalische Mittel wie zum Beispiel Laugen.
  • Nach der Verlegung kommt es meist zu einem zwar gesundheitlich unbedenklich, aber dennoch ausgeprägtem Eigengeruch. Dieser verschwindet umso schneller, je besser der Raum belüftet ist.
  • Linoleum ist sehr feuchtempfindlich und quillt bei Nässe auf. Für Küchen, Bäder und andere Feuchträume ist das Material nicht geeignet.
  • Linoleum ist UV-empfindlich, je nach Lichteinfall kann es zu abweichenden Farbentwicklungen kommen.
  • Je nach Sonneneinstrahlung bildet die Oberfläche einen Reifeschleier mit farblichen Veränderungen aus. Dieser verschwindet, wenn das Linoleum der direkten Sonne ausgesetzt wird.

 

Kosten für die Verlegung von Linoleum

Linoleum ist vor allem als Meterware ein relativ teurer Bodenbelag. Die höhere Anfangsinvestition wird allerdings durch die lange Lebensdauer sowie die positiven Eigenschaften des natürlichen Materials wieder wettgemacht. Die Preisspanne liegt zwischen 20 und 60 Euro pro Quadratmeter, hinzu kommen die Kosten für die Verlegung. Entscheidend für den Preis ist die Dicke des Materials.

Kostenbeispiel für einen Raum mit 25 m² Fläche

Material und Arbeitsaufwand Meterware mit 10 % Verschnitt (in €) Linoleum im Klick-System (in €)
Linoleumbelag 380 bis 1.500 1.000 bis 1.500
Kleber 40 bis 60 entfällt
Verlegung durch Fachbetrieb 250 bis 350 250 bis 350
Fugen versiegeln 50 bis 150 entfällt
Gesamtkosten 720 bis 2.060 1.250 bis 1.850

 

Tipp: Bei besonders günstig angebotenem Linoleum sollte die Echtheit anhand eines Produktmusters geprüft werden. Echtes Linoleum ist am Eigengeruch sowie der im Vergleich zu Kunststoffböden matteren Oberfläche zu erkennen.
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