Beanspruchungsklassen von Bodenbelägen

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Nutzungsklassen und Beanspruchungsklassen von Bodenbelägen

Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche – normalerweise halten wir uns über den Tag verteilt verschieden lange in diesen Räumen auf und belasten den dortigen Bodenbelag entsprechend unterschiedlich stark. So muss der Boden in Flur und Küche beispielsweise weitaus höheren Belastungen und Beanspruchungen standhalten als in Schlafräumen oder Gästezimmern. Doch was muss ein Bodenbelag aushalten können, damit er über mehrere Jahre hinweg hält?

Wahl des Bodenbelags © contrastwerkstatt, fotolia.com
Wahl des Bodenbelags © contrastwerkstatt, fotolia.com

Aufschluss hierüber kann ein europaweit einheitliches Klassifizierungssystem bieten. Mit der Norm DIN ESN ISO 10874 wurde ein System zur Einteilung von elastischen und textilen Bodenbelägen sowie Laminat eingeführt. Die verschiedenen Bodenbeläge werden hinsichtlich ihrer Nutzungsklasse bzw. Beanspruchungsklasse eingestuft. Die beiden Begriffe werden synonym benutzt und geben Auskunft darüber, für welche Art von Räumlichkeiten und welche Art von Belastungsintensität der jeweilige Bodenbelag geeignet ist.

Privat, gewerblich oder industriell genutzter Bodenbelag

Wenn es um die Nutzungsklassen von Bodenbelägen geht, werden drei grundsätzliche Kategorien unterschieden:

  • in privaten Räumen genutzte Bodenbeläge
  • in gewerblichen Räumen genutzte Bodenbeläge
  • in industriellen Räumen genutzte Bodenbeläge

Der Unterteilung in diese drei Kategorien liegt die Überlegung zugrunde, dass die Belastungsintensität in diesen Bereichen unterschiedlich ist. In Privaträumen herrscht im Vergleich zu gewerblichen Räumen meist eine niedrigere Belastungsintensität vor, während die Beanspruchung in industriellen Hallen und Räumlichkeiten am höchsten ist. Das liegt unter anderem daran, dass dort häufig mit schweren Maschinen gearbeitet wird oder aggressive Reinigungsmittel und/oder andere Chemikalien zum Einsatz kommen. Die Unterscheidung lässt sich anhand der Kennziffer erkennen, mit denen die verschiedenen Bodenbeläge nach ihren Nutzungsklassen eingeteilt werden. Entscheidend ist hierbei die erste der beiden Ziffern:

  • 2 = private Nutzung
  • 3 = gewerbliche Nutzung
  • 4 = industrielle Nutzung
Vinyl Bodenbelag wird verlegt © Kenny, fotolia.com
Moderner Vinyl Bodenbelag wird verlegt © Kenny, fotolia.com

Theoretisch ist es möglich auch für private Räume einen Bodenbelag zu wählen, dessen Nutzungsklasse ihn eigentlich für die gewerbliche Nutzung vorsieht. Unter Umständen können diese Bodenbeläge aber mit einem höheren Preis einhergehen.

Tipp: Günstigste Bodenleger-Fachbetriebe finden, Angebote vergleichen und sparen.

Was besagen die Nutzungsklassen zur Nutzungsintensität?

Wenn es um die Nutzungsklassen bzw. die Beanspruchungsklassen von Bodenbelägen geht, lässt sich anhand der Kennziffer nicht nur erkennen, wo die Bodenbeläge vorzugsweise eingesetzt werden sollten. Die Nutzungsklasse gibt zudem Auskunft darüber, wie resistent der Belag gegenüber der Nutzungsintensität ist. Dies wird durch die zweite Ziffer in der Kennung angegeben:

  • 1 = mäßige Nutzung
  • 2 = mittlere Nutzung
  • 3 = starke Nutzung
  • 4 = sehr starke Nutzung

Bei den Nutzungsklassen für den privaten Gebrauch sind eigentlich nur drei Kennziffern vorgesehen: 21, 22 und 23. Bei Bodenbelägen für den gewerblichen Bereich gibt es die Nutzungsklassen 31, 32, 33 und 34. Die Beanspruchungsklasse 34 ist für gewerbliche Räume mit sehr großem Publikumsverkehr vorgesehen. Hierzu gehören beispielsweise Kaufhäuser oder Schalterhallen und Flughäfen. Bei der industriellen Nutzung sind die Klassen 41, 42 und 43 vorgegeben.

Welche Beanspruchungsklasse sollte ich in welchem Raum beachten?

Sie möchten für Ihr privates Zuhause gern einen Vinyl- oder Laminatboden auswählen? In diesem Fall sollten Sie die Unterschiede der einzelnen Nutzungsklassen kennen. Mit ihrer Hilfe können Sie einen Bodenbelag auswählen, der dank seiner Beanspruchungsklasse viele Jahre lang hält.

Holzboden Auswahl © Maksym Yemelyanov, fotolia.com
Holz- und Laminatboden: Für das Schlafzimmer geeignet © Maksym Yemelyanov, fotolia.com

In wenig genutzten Räumen wie etwa im Schlafzimmer ist in der Regel ein Bodenbelag mit der Nutzungsklasse 21 ausreichend. Etwas stärkere Beanspruchungen treten hingegen zum Beispiel im Arbeits- oder Wohnzimmer auf. Dort empfiehlt sich in vielen Fällen eine Mindest-Beanspruchungsklasse von 22 zu wählen. Dort, wo Sie den Bodenbelag wirklich viel beanspruchen, sollten Sie dagegen die Nutzungsklasse 23 wählen. Experten raten dies etwa im Kinderzimmer oder in der Küche einzuplanen.

Info: Damit die Nutzungsklasse auch wirklich hält, was sie verspricht, ist es wichtig, dass der Bodenbelag professionell verlegt wird. Bei einer nicht fachgemäßen Verlegung kann sich die Langlebigkeit des Belags unabhängig von der ausgewiesenen Nutzungsklasse deutlich reduzieren.

Was bedeutet die Abriebklasse beim Bodenbelag?

Bei vielen Laminat-Bodenbelägen ist zusätzlich zur Nutzungsklasse noch eine sogenannte Abriebklasse ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um eine Kennzeichnung, die Aussagen darüber erlaubt, wie beanspruchungsresistent die Oberfläche des Bodenbelags ist. Auch hierfür gibt es eine europaweit gültige Normenregelung: DIN EN 13329:2006. In einem Testverfahren wird die Abriebklasse des Bodenbelags ermittelt: Hierfür wird mit einer Maschine in exakt definierter Stärke und Geschwindigkeit über den Bodenbelag geschliffen.

Je länger der Belag dieser Beanspruchung standhält, ohne dass seine oberste Schicht nachhaltig beschädigt wird, umso höher die Abriebklasse. Die Unterteilung erfolgt in Abstufungen von AC1 bis AC5, wobei AC5 die höchste Abriebklasse repräsentiert. Normalerweise lassen sich Abriebklasse und Nutzungsklasse zueinander in Beziehung setzen: je höher die Nutzungsklasse, umso höher auch die Abriebklasse.

Tipp: Wenn Sie in punkto Nutzungsklasse und Abriebklasse kein Risiko eingehen wollen, setzen Sie auf die Empfehlungen von Fachexperten. Mit einem Angebotsvergleich von Bodenleger-Fachbetrieben können Sie nicht nur beim Verlegen selbst, sondern auch dank der richtigen Beratung deutlich an Kosten sparen.

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