PVC, Vinyl oder Linoleum: Ein Vergleich

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PVC, Vinyl oder Linoleum: Ein Vergleich der beliebten Bodenbeläge

Wer sich auf die Suche nach einem Bodenbelag für den Wohnraum macht, wird über kurz oder lang auf die Materialien PVC, Vinyl oder Linoleum stoßen. Vor allem Linoleum und der Designerbelag Vinyl zählen mittlerweile zu den angesagten Bodenbelägen. Doch zwischen den Materialien gibt es wichtige Unterschiede, die Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Linoleum – natürlicher Bodenbelag mit großer Designvielfalt

Hätten Sie gewusst, dass Linoleum bereits 150 Jahre alt ist? Erfunden wurde der Belag schon 1860 von Frederick Walton – ein elastisches Material, das auch bei hoher Beanspruchung eine lange Lebensdauer hat.

Linoleum ist ein echter Oldtimer unter den Bodenbelägen
Linoleum ist ein echter Oldtimer unter den Bodenbelägen

Künstlich ist am Linoleum wirklich nichts und ein echtes Naturprodukt. Zu über 80 Prozent besteht Linoleum aus natürlichen Rohstoffen wie Naturharzen, Kork- oder Holzmehl, Jute und Leinöl. Seine Vielseitigkeit und zahlreiche Designs erhält der Bodenbelag durch Farbpigmente, die gesundheitlich völlig unschädlich sind.

Linoleum © lafishman64, fotolia.com
Linoleum ist in vielen Farben verfügbar © lafishman64, fotolia.com

Bei der Herstellung wird Linoleum als Masse auf eine Trägerbahn aus Jute gewalzt und getrocknet. Weil das biologisch abbaubare Material beim Kontakt mit Feuchtigkeit aufquellen kann, werden die Oberflächen heute für den privaten Gebrauch versiegelt, sodass sie gegenüber Schmutz und Wasser geschützt sind. Zwischen zwei und vier Millimeter ist das elastische Produkt Linoleum am Ende stark und sorgt dafür, dass Fußböden einen besonders flachen Aufbau haben – ein Vorteil vor allem in alten Bestandsgebäuden.

Herstellung von Linoleum
Herstellung von Linoleum

Lange vorbei sind auch die Zeiten, in denen Linoleumböden in altmodischen Farben und marmorierter Struktur angeboten wurden, die an Sporthallen und Krankenhäuser erinnerten. Heute ist Linoleum sowohl für gewerbliche wie private Wohnbereiche in wunderschönen Farben und solchen Strukturen erhältlich, die Holz, Marmor oder Stein täuschend ähneln. Sehr breite Bahnen zwischen 150 cm und 200 cm ermöglichen auf dem Fußboden eine beinahe fugenlose Optik, die Linoleum gerade für zeitgenössische Bauten interessant macht. Um einen Linoleumboden zu verlegen, muss der Untergrund komplett eben sein. Schon kleinste Unebenheiten im Boden, sind später durch das Material sichtbar. Der Boden wird verklebt, die Fugen lassen sich mit einem speziellen Klebstoff versiegeln. Alternativ lässt sich das Material in Form von Klick-Linoleum verlegen. Auf einer Trägerschicht wird eine Nutzschicht aus Linoleum aufgeklebt. Die Verlegung erfolgt in dem Fall meistens schwimmend.

Linoliumboden wischen © Ekaterina, fotolia.com
Linoliumboden ist einfach zu reinigen © Ekaterina, fotolia.com

Wir empfehlen, die Verlegung eines Linoleumbodens in die Hand eines Fachbetriebs zu geben.

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Vorteile auf einen Blick:

  • Naturprodukt
  • Antistatische und antibakterielle Eigenschaften
  • Für Böden und Treppen im privaten Wohnraum geeignet
  • Rutschhemmend
  • Für Fußbodenheizung geeignet
  • Einfache Reinigung
  • Vergleichsweise preiswert
  • Aufbauhöhe von maximal 5 mm
  • Wenige Fugen bei der Verlegung von Bahnen
  • Kaum Gehgeräusche
  • Im Vergleich teurer als Vinyl

Nachteile:

  • Möbel können Dellen verursachen
  • Komplett flacher Untergrund nötig
  • Aufwändige Verlegung durch einen Fachbetrieb
  • Lange Trocknungsphase
  • Zunächst starker Eigengeruch nach Verlegung
  • Farbabweichungen sind möglich
  • Reagiert empfindlich auf alkalische Reinigungsmittel
Lesetipp: Verschiedene Umweltsiegel für Bodenbeläge enthalten wichtige Hinweise zur jeweiligen Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit. Das ist vor allem für Haushalte mit Allergikern wichtig.

PVC und Vinyl: ein Material, zwei Bodenbeläge

Beim Vinyl handelt es sich um einen Kunststoff-Bodenbelag, der aus Polyvinylchlorid (PVC) besteht, und sich großer Beliebtheit erfreut. Dabei handelt es sich beim Vinylboden eigentlich um die moderne Version des ursprünglichen PVC-Bodens, der in den 60er Jahren vielfach verlegt wurde. Doch der kam wegen seiner gesundheitsschädlichen Wirkung durch Weichmacher, die sogenannten Phthalate, in Verruf und wurde in der jüngeren Zeit durch Vinylböden abgelöst.

PVC Fußboden verlegen © Ingo Bartussek, fotolia.com
PVC Fußboden verlegen © Ingo Bartussek, fotolia.com

Wer schon einmal einen Vinylbelag in der Hand gehalten hat, weiß, wie weich und elastisch dieser ist. Weil PVC zunächst ein hartes Material ist, wird es mit phthalatfreien Weichmachern angereichert, durch die der Belag formbar wird. So entsteht aus dem reinen PVC ein Vinylbelag. Sorge um eine gesundheitsschädliche Wirkung von Vinylböden brauchen Sie sich als Nutzer allerdings nicht zu machen. Auf gesundheitsschädliche Weichmacher oder andere bedenkliche Zusatzstoffe wird heute bei der Produktion verzichtet. Dafür sorgen zahlreiche EU-Richtlinien. Kaufen Sie Vinylböden dennoch am besten immer beim Fachbetrieb und informieren sich vorher über die darin enthaltenen Zusatzstoffe.

Vinylbodenbeläge gibt es in fast jeder Optik
Vinylbodenbeläge gibt es in fast jeder Optik

Ebenso wie beim Linoleum ist der Aufbau des Designerbodens Vinyl minimal. Deswegen eignet sich der Bodenbelag in solchen Wohnbereichen, wo kein großer Fußbodenaufbau möglich ist. Vinyl ist sowohl als Klick-System als auch als Rollenware erhältlich. Auch unterschiedliche Formen wie Fliesen, Planke oder Platten sind möglich. Viele Eigentümer, die ihre Fußböden im gewerblichen oder privaten Raum renovieren, schätzen die zahlreichen Designs, die Oberflächenstrukturen wie Naturstein, Beton oder Holz täuschend ähneln. Weil die Oberfläche von Vinyl besonders elastisch ist, lassen sich typische Oberflächenstrukturen, wie wir sie vom Holz kennen, tief in das Material einarbeiten.

Vinyl Bodenbelag wird verlegt © Kenny, fotolia.com
Vinyl Bodenbelag wird verlegt © Kenny, fotolia.com

TIPP

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Vinylböden sind pflegeleicht, können einfach verlegt werden und behaupten sich als resistent gegen Feuchtigkeit. Dazu ist der Bodenbelag fußwarm und hat eine rutschhemmende Oberfläche.

Vorteile auf einen Blick:

  • Für flache Bodenaufbauten geeignet
  • Täuschend echte Nachbildung verschiedener Bodenarten
  • Strapazierfähig und pflegeleicht
  • Recyclebar
  • Wenig Gehgeräusche

Nachteile:

  • Möbel können bei Bahnenware ohne Träger- und Unterschicht Dellen verursachen
  • Komplett flacher Untergrund nötig
  • Endgültige Entsorgung nur in Verbrennungsanlage möglich
  • Entfernung des verklebten Bodens ist vergleichsweise aufwändig
Tipp: Ein Designboden ist nicht automatisch ein Vinylboden. Weil der Begriff Designboden für viele Arten von Belägen genutzt wird und vor allem verdeutlichen soll, dass es sich um ein modernes Material handelt, sollten Sie beim Kauf genau darauf achten, aus welchem Material der Belag besteht!
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