Bodenbeläge und Fußbodenheizung

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Viele der modernen Bodenbeläge sind auch für den Einsatz auf einer Fußbodenheizung geeignet. Besonders wichtige Faktoren sind die Belagsdicke sowie die Wärmeleitfähigkeit. Der daraus resultierende Wärmedurchlasswiderstand spielt bereits für die Dimensionierung der Flächenheizung eine wichtige Rolle.

Fussbodenheizung © Michel Angelo, fotolia.com
Fussbodenheizung © Michel Angelo, fotolia.com

Der Wärmedurchlasswiderstand

Damit eine Fußbodenheizung tadellos funktioniert, muss der verlegte Belag die Wärme auch durchleiten. In welchem Maße dies jeweils stattfindet, drückt der Wärmedurchlasswiderstand (R) aus. Dazu wird die Wärmeleitfähigkeit (λ) durch die Materialdicke (d) dividiert und das für alle Schichten des Belages. Die beiden Werte bedingen sich gegenseitig, denn je dicker der Belag, umso geringer ist auch die Wärmeleitfähigkeit. Damit die Fußbodenheizung energieeffizient arbeitet, darf der Gesamtwert 0,15 m²K/W nicht überschreiten.

In der Regel sind die relevanten Werte der einzelnen Baustoffe in den Herstellerangaben zu finden und können verwendet werden, um den gesamten Wärmedurchlasswiderstand zu berechnen. Die frühzeitige Auswahl des Bodenbelags hilft bei der Bemessung der Heizungsanlage. Soll zum Beispiel Parkett mit seinem vergleichsweise hohen R-Wert von 0,10 bis 0,15 verlegt werden, sollte auch die Anlage entsprechend dimensioniert werden.

Fussbodenheizung: Wärmedurchlasswiderstand erklärt
Fussbodenheizung: Wärmedurchlasswiderstand erklärt

Bei der Berechnung des Wärmedurchlasswiderstandes fällt eine eventuelle Trittschalldämmung ebenso mit ins Gewicht. Problematisch kann ein späterer Belagswechsel sein: Ist dessen Wärmedurchlasswiderstand sehr hoch, dann wird mehr Energie erforderlich, um die gleiche Raumwärme zu erreichen als mit dem ursprünglichen Belag.

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Keramische Beläge und Steinbeläge und Fußbodenheizung

 Fliesen eignen sich für Fußbodenheizung © cnikola, fotolia.com
Fliesen eignen sich für Fußbodenheizung © cnikola, fotolia.com

Der Wärmedurchlasswiderstand von Fliesen oder Naturstein ist ausgesprochen gering, deshalb eignen sich diese Materialien bestens für die Verlegung auf der Fußbodenheizung. Sie speichern gleichzeitig die Wärme und geben sie dauerhaft über die Fläche ab. Feinsteinzeugfliesen, aber auch Sandstein, Marmor oder Travertin kommen aufgrund der guten Eignung besonders häufig zum Einsatz. Der Untergrund für den Fliesenbelag kann als Anhydritestrich wie auch als Zementestrich ausgeführt sein, weiterhin sind sämtliche Systeme gut geeignet, um von Grund auf zu wärmen.

Wichtig ist, dass die Verlegung erst nach Prüfung der Belegreife erfolgt, sonst kann es zu Spannungen und Rissen kommen. Um im Fliesenbelag die Reaktion des Estrichs auf die Temperaturveränderungen abzufangen, sind vorschriftsmäßig angeordnete und dimensionierte Bewegungsfugen erforderlich. Die Verlegung der Fliesen erfolgt gemäß der DIN 18 157 „Ausführung keramischer Bekleidungen im Dünnbettverfahren“ mit geeigneten C2-Klebern. Für Naturstein ist schnell abbindender Mörtel mit kristallinem Wasserbindevermögen ideal, Verfärbungen des Steins werden so verhindert.

Tipp: Beim nachträglichen Einbau von Fußbodenheizungen im Rahmen einer Sanierung verhindern Randstreifen vor der Verlegung der Fliesen Abrisse und Schallbrücken.
Eignung von verschiedenen Bodenbelägen für die Fußbodenheizung
Eignung von verschiedenen Bodenbelägen für die Fußbodenheizung

Holzfußboden und Fußbodenheizung

Holzfußböden lassen sich mit Fußbodenheizung kombinieren © stockphoto-graf, fotolia.com
Holzfußböden lassen sich mit Fußbodenheizung kombinieren © stockphoto-graf, fotolia.com

Holzfußböden lassen sich sehr gut mit Niedertemperatur-Fußbodenheizungen kombinieren. Da das lebendige Material auf Temperatur- und Feuchteschwankungen reagiert, sollte die Oberflächentemperatur nicht über 29 Grad ansteigen. Bei Holz besonders wichtig ist ein zuverlässiger Feuchteschutz. So muss der Bodenbelag gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Estrich, aber auch aus darunterliegenden Feuchträumen geschützt werden. Eine Dampfsperre bietet die notwendige Absperrung. Statt eines Estrichbodens können auch Spanplatten als Basis für den Holzbelag dienen. Wird Estrich eingesetzt, müssen folgende Werte in Bezug auf die Restfeuchte eingehalten werden:

  • Zementestriche maximal 1,8 %
  • Anhydritestrich maximal 0,3 %

Holzdielen lassen sich ebenso wie Parkett gut mit der Fußbodenheizung kombinieren, weniger gut geeignet sind Hirnholzparkett oder Schiffsböden. Ideal für die Verlegung ist eine Holzfeuchte von 7 bis 9 % bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 50 %. Die maximale Stärke des Holzes darf 24 mm nicht überschreiten, ein Teppich kann aufgrund des vergleichsweise hohen Wärmedurchlasswiderstandes von 0,15 m²K/W nicht zusätzlich auf dem Holzboden verlegt werden.

Holzboden auf der Fußbodenheizung: Richtige Einstellung wählen
Holzboden auf der Fußbodenheizung: Richtige Heizungs-Einstellung wählen
Tipp: Bei der Auswahl des Holzes sollten Rotbuche und andere stark quellende und schwindende Sorten außen vor bleiben, da es leicht zu Rissen und Aufwerfungen im Material kommen kann.
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Laminat und Fußbodenheizung

Bodenbelag verlegen: Laminat © Alexander Raths, fotolia.com
Bodenbelag Laminat: Kombination mit Fußbodenheizung prüfen © Alexander Raths, fotolia.com

Wird Laminat als Bodenbelag auf einer Fußbodenheizung eingesetzt, ist vorab zu prüfen, ob das Produkt für die Anwendung geeignet ist. Auch hier ist der Wärmedurchlasswiderstand entscheidend. Um Aufwölbungen oder Quellungen in den Fugen zu vermeiden, sollte die Oberflächentemperatur nach der Verlegung nicht mehr als maximal 26 Grad betragen. Grundsätzlich gelten die für Laminat üblichen Verlegeregeln. Als Untergrund sind Heizestriche geeignet.

Elastische Beläge und Fußbodenheizung

Kork- und Holzboden © visochin_o, fotolia.com
elastischen Bodenbeläge: Wärmedurchlasswiderstand prüfen © visochin_o, fotolia.com

Die Gruppe der elastischen Bodenbeläge zeigt verschiedene Besonderheiten, die je nach Material variieren. So hängt der Wärmedurchlasswiderstand von Kork stark davon ab, ob er verklebt oder schwimmend verlegt wird. Korkfliesen mit einer Stärke von 4 mm besitzen einen günstigen R-Wert, der etwa bei 0,05 m²K/W liegt, schwimmend verlegtes Kork-Fertigparkett lässt die Wärme mit 0,15 m²K/W deutlich schlechter durch. Verlegt werden kann Kork auf Zementestrich oder Calciumsulfatestrich.

Wird Linoleum vollständig verklebt, spricht nichts gegen die Kombination mit einer Fußbodenheizung. Eine Tragschicht aus Stoff oder Filz verschlechtert den Wärmedurchlasswert. Für eine gute Leitfähigkeit wird der Belag vollflächig mit einem für Fußbodenheizungen geeigneten Kleber verklebt. Auch PVC kann verwendet werden, hier ist vorab die Eignung zu prüfen. Durch den guten R-Wert lässt der Belag die Wärme der Flächenheizung ausreichend an die Raumluft durch.

Werden Kautschukbeläge auf einer Fußbodenheizung verklebt, dann darf die Bodentemperatur während und einige Zeit nach den Arbeiten nicht unter 18 Grad liegen.

Textile Bodenbeläge und Fußbodenheizung

Teppichboden Auswahl © luckeyman, fotolia.com
Teppichboden und Fußbodenheizung: Vorab Material prüfen © luckeyman, fotolia.com

Teppich besitzt einen für Fußbodenheizungen noch akzeptablen Wärmedurchlasswiderstand. So liegt der Wert für ein synthetisches Nadelvlies mit einer Dicke von 4,5 mm bei ca. 0,12 m²K/W. Soll Teppich auf einer Fußbodenheizung bzw. einem Heizestrich verlegt werden, ist eine vollflächige Verklebung ideal, der Kleber muss dabei für den spezifischen Einsatz geeignet sein. Eine Verspannung ist nicht zulässig, da sich Lufteinschlüsse bilden können. Lose verlegbare Teppiche sind herstellerabhängig erhältlich. Ob ein Teppich für die Verlegung auf der Flächenheizung grundsätzlich geeignet ist, lässt sich an verschiedenen Gütesiegeln erkennen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Das rote „t“ der Europäischen Teppichgemeinschaft e.V. für schadstoff- und emissionsarme Teppiche aus umweltfreundlicher Herstellung mit zusätzlichen Angaben zu Beanspruchungsgrad und Eignung
  • Das TÜV Umweltsiegel
  • Das GuT-Siegel von der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppiche e.V.
  • Natureplus
Tipp: Die Schadstoffarmut im Teppich ist vor allem für empfindliche Menschen und Allergiker wichtig, gesundheitsschädliche Stoffe können durch die Wärme aus der Heizung verstärkt ausdünsten.

Achtung Belegreife!

Der Begriff Belegreife bedeutet, dass ein Estrich seine Nennfestigkeit erreicht hat und auf die Gleichgewichtsfeuchte heruntergetrocknet ist. Die Umgebungsbedingungen wie auch die Estrichart und -dicke beeinflussen die Dauer bis zum Erreichen der Reife. Beim Heizestrich ist zum Erreichen der Belegreife eine sogenannte Estrichaufheizung möglich, diese beschleunigt den Trocknungsvorgang. Welche Werte erreicht werden müssen, um eine Belegreife zu bescheinigen, ist im Merkblatt „Schnittstellen von beheizten Fußbodenkonstruktionen“ vom Bundesverband Flächenheizungen nachzulesen. Anhand der Restfeuchte im Estrich wird die Belegreife festgestellt. Diese Prüfung fällt in den Aufgabenbereich des Bodenlegers. Die Feuchtigkeit kann auf dreierlei Arten gemessen werden:

  • Bei der CM-Methode wird eine feuchte Estrichprobe mit Calciumcarbid vermischt, bei der Reaktion entsteht Azethylengas. Dessen Druckanstieg wird mit dem Manometer gemessen, anhand einer Tabelle kann daraus auf die Feuchtigkeit geschlossen werden.
Die Belegreife von Estrich kann mit unterschiedlichen Verfahren ermittelt werden
Die Belegreife von Estrich kann mit unterschiedlichen Verfahren ermittelt werden
  • Mit der Widerstandsmessung oder kapazitativen Methode wird die Leichtfähigkeit im Estrich gemessen. Diese ist umso höher, je mehr Feuchtigkeit vorhanden ist.
  • Im Labor wird über die Darrmethode ermittelt, ob die zulässige Feuchte erreicht ist. Dazu werden Proben im Trockenschrank getrocknet, aus dem Gewichtsunterschied zwischen feuchter und getrockneter Probe wird der Feuchtigkeitsgehalt ermittelt.

Da die Messmethoden in ihrer Genauigkeit variieren, gehört zur Angabe der Messergebnisse stets auch das verwendete Verfahren dazu.

Tipp: In der DIN 18 560 „Estriche im Bauwesen“ sind Mindest-Erhärtungszeiten angegeben. Die Einhaltung dieser Zeiten bedeutet jedoch nicht, dass der Estrich anschließend seine Belegreife erreicht hat.
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