Heizestrich

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Der Heizestrich – nie mehr kalte Füße

Eine beliebte Alternative zu herkömmlichen Heizkörpern ist die Fußbodenheizung. Dabei verschwindet die Heizung im oder unter dem Estrich. Es kann sich dabei um Warmwasserrohre handeln, aber auch um Heizkabel bei der elektrischen Variante. Aber damit sind wir schon bei den Details. Hier kommen erst einmal alle Informationen im Überblick. Dabei kümmern wir uns weder um das Pro und Contra von Fußbodenheizung noch um die Frage, ob man besser direkt mit elektrischem Strom heizt oder mit Warmwasser. Hier geht es um den Estrich. Der in diesem Fall dann Heizestrich heißt.

Wärmeleiter und Wärmespeicher

Der Heizestrich dient bei der Fußbodenheizung sowohl zur Weiterleitung der Wärme von der Heizung in den Raum als auch als Wärmespeicher. Zuallererst ist zu unterscheiden zwischen drei Aufbauarten eines Heizestrichs. Entscheidendes Merkmal ist die Lage der Heizelemente, ob es sich nun um Rohre für Wasser oder Drähte für den Strom handelt. Alle drei Arten haben ihre speziellen Vor- und Nachteile.

Heizung im Estrich
Heizung im Estrich

Die häufigste Variante ist die Verlegung der Heizelemente im Estrich selbst. In diesem Fall wird der Estrich um die vorverlegten Rohre gegossen und verteilt sich über, unter und zwischen den Rohren. Es liegt auf der Hand, dass dies den engsten Verbund zwischen den Heizungselementen und dem Estrich darstellt und der Wärmeübertragung den geringsten Widerstand entgegen setzt. Eine Dämmschicht unter dem Estrich ist bei dieser wie auch bei den anderen Varianten unverzichtbar – die Fußbodenheizung soll die Wärme ja nur nach oben abgeben, nicht nach unten.

Aufbau einer Fußbodenheizung © sveta, stock.adobe.com
So ist der schamtische Aufbau eines Estrichs mit Heizungsrohren und Fliesen als Fußbodenbelag © sveta, stock.adobe.com
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Estrich über der Heizung

Möglich ist es auch die Heizelemente in der Dämmung zu verlegen – aber so, dass sie oben eine ebene Fläche mit der Dämmung bilden. Die Heizelemente dürfen, das liegt auf der Hand, nicht vollständig von der Dämmung umschlossen sein. Der Vorteil dieser Variante ist ein Estrich, der überall gleich dick ist. Damit kann er insgesamt dünner ausfallen, ohne dass die Mindeststärke unterschritten wird. Und das wiederum kann wichtig sein, etwa wenn das Gewicht von Bedeutung ist.

Estrich über Heizung
Estrich über Heizung

Dieses Verfahren bietet sich auch für Trockenestrich an. Ein Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass eventuell notwenige Bewegungsfugen keine Rücksicht auf die Lage der Heizelemente nehmen müssen – eben weil es sich um unterschiedliche Ebenen handelt. Allerdings muss dafür gesorgt werden, dass die Heizelemente die Wärme gut an den Estrich abgeben, dafür gibt es spezielle Leitbleche.

Fussbodenheizung im Trockensystem © skatzenberger, stock.adobe.com
Fußbodenheizung nachrüsten: Das Trockensystem: Randdämmstreifen (blau), Systemplatten, Wärmeleitbleche und die darin liegenden wasserführende Rohrleitung der Fußbodenheizung. Darauf werden die Trockenestrichplatten verlegt, auf die schlussendlich der Fußbodenbelag kommt © skatzenberger, stock.adobe.com © skatzenberger, stock.adobe.com

Eingesetzt wird die Art des Heizestrichs vor allem mit elektrischen Heizmatten. Diese haben den Vorteil einer flächigen Verbindung zwischen den Heizelementen und dem Estrich. Generell können aber auch Heizungsrohre mit Warmwasser auf diese Weise direkt unter den Estrich gelegt werden.

Die dritte Variante ist die einer separaten Estrichlage unter einer Estrichoberfläche; man spricht von einem sogenannten Ausgleichsestrich. Dieser muss 20 Millimeter stärker sein als der Durchmesser der Heizelemente. Dies bringt einen vergleichsweise dünnen oberen Estrichbelag mit Heizungsrohren, die eben weder im Lastverteilungsestrich noch im Dämmstoff liegen.

Ausgleichsestrich
Ausgleichsestrich

Besonders gut als Heizestrich eignet sich übrigens Calciumsulfatestrich, auch als Anhydritestrich bezeichnet. Denn dieses Material hat gute Eigenschaften, was die Speicherung und Weiterleitung von Wärme betrifft. Allerdings kann er in Räumen, in denen viel Feuchtigkeit auftritt, nur eingesetzt werden, wenn es eine zusätzliche Abdichtung in Form flüssigen Kunststoffes gibt. Und gerade im Badezimmer gilt eine Fußbodenheizung ja als besonders angenehme Angelegenheit.

Wie dick muss es sein?

Eine im Wortsinne gewichtige Frage ist die nach der Stabilität, die auch beim Heizestrich gegeben sein muss, dient der Estrich dort vor allem der Lastverteilung. Liegen die Heizelemente unter dem Estrich so muss dieser Estrich mindestens genau so dick sein wie ein Estrich ohne Heizungsrohre darunter. Liegen die Heizelemente in einer zweiten Estrichlage, dann muss die obere Lage die gleiche Stärke haben wie ein Estrich auf Dämmung. Das ist statisch-physikalisch unmittelbar einleuchtend.

Liegen die Heizelemente im eigentlichen Estrich, dann muss darüber noch eine Mindeststärke von 45 Millimetern erreicht werden. Beim Fließestrich reichen 40 Millimeter aus. Generell ist Fließestrich zu bevorzugen, da er nicht verdichtet werden muss. Das Verdichten nämlich birgt die Gefahr, die Heizungsrohre zu beschädigen.

Fließestrich wird über einer Fußbodenheizung verlegt © schulzfoto, stock.adobe.com
Fließestrich ist beim Heizestrich zumeist erste Wahl © schulzfoto, stock.adobe.com

Eine geringere Stärke als 40 Millimeter, nämlich 30 Millimeter, ist nur nach Eignungsprüfung am Einbauort erlaubt – und dadurch eindeutig ein Fall für die Fachleute. Überhaupt sind dies nur grobe Richtwerte, die genauen Zahlen hängen auch noch von der Härteklasse der Estriche ab. Dazu muss man sich schon bei der Planung anhand einschlägiger Tabellen und den Angaben für das vorgesehene Material informieren.

Fugen sind wichtig

Auch wichtig: Bewegungsfugen dürfen nicht von Heizelementen gekreuzt werden – diese nämlich könnten sonst beschädigt werden. Ebenfalls um Schäden durch ein „Arbeiten“ des Untergrundes zu vermeiden, müssen die Randstreifen Bewegungen von 5 Millimetern zulassen. Auch der Heizestrich selbst dehnt sich ja aus, je wärmer er wird. Das bedeutet, dass ein Heizestrich immer als schwimmender Estrich eingebaut wird.

Heizestrich: Fugen planen und einbauen
Heizestrich: Fugen planen und einbauen

Vorsicht geboten ist schließlich bei der Inbetriebnahme der Fußbodenheizung. Wer zu früh heizt und zu hohe Temperaturen erreicht, riskiert Schäden im Estrich. Wer sie vermeiden will, beginnt bei einer Vorlauftemperatur von 25 Grad und steigert sie Tag für Tag ein wenig. Dieses Verfahren wird anhand spezieller Formulare protokolliert.

Auf eine besondere Variante des Heizestrichs soll abschließend noch hingewiesen werden. Der dünnschichtige Heizestrich wird in der Regel im Verbund mit dem Untergrund eingebaut, zeichnet sich daher durch eine geringe Aufbauhöhe aus und kommt bevorzugt in Sanierungsprojekten mit geringen Raumhöhen zum Einsatz. Dabei wird ein Folienelement mit dem Untergrund verklebt, um anschließend in Rillen des Folienelementes die Heizrohre einzubringen. Die Estrichlage darauf ist deutlich dünner als ein herkömmlicher Estrich.

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