Den richtigen Lack wählen

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Den richtigen Lack wählen: Welcher Lack für welchen Anwendungsfall?

Für jedes Material und jeden Anwendungsfall gibt es auch einen passenden Lack. Zum Lackieren von Zäunen, Möbeln und anderem im Innen- und Außenbereich gibt es eine Vielzahl von Farb- und Klarlacken, wahlweise auf Terpentin- oder Wasserbasis. Dazu kommen Speziallacke für Materialien, die besondere Farben und Lacke benötigen.

Farbtöpfe © refresh(pix), stock.adobe.com
Den richtigen Lack wählen © refresh(pix), stock.adobe.com

Es gibt beim Lackieren klassische Problemfälle – Oberflächen, auf denen scheinbar kein Lack richtig halten oder haften will. Dazu gehören etwa Zink, Stahl, Eisen, Kunststoffe und Flächen, die heiß werden. Um ärgerliche Lackprobleme zu vermeiden, sollten Sie dafür nicht einfach irgendeinen Lack verwenden, sondern den richtigen Speziallack wählen, der sich mit der besonderen Oberfläche verbinden kann und richtig darauf hält.

Die folgende Übersicht listet Oberflächen und Materialien auf, die einen speziellen Lack erfordern, und nennt passende „Spezialisten“ für eine gelungene Lackierung.

Ventilack für Holzfenster

Holzfenster „arbeiten“ – nicht nur das Holz selbst, sondern die Fenster werden viel angefasst und bewegt. Zudem sind sie in hohem Maße der Witterung und damit Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen ausgesetzt. X-beliebiger Lack hält darum nicht gut auf Holzfenstern; er wird rasch rissig, blättert ab und verliert seine Schutzwirkung.

Ventilack für Holzfenster schützt auf intelligente Art
Ventilack für Holzfenster schützt auf intelligente Art

Als spezielle Fensterlacke für Holzfenster bieten sich sogenannte Ventilacke an. Sie lassen sich innen wie außen leicht verarbeiten und haben die ideale Konsistenz, um auch Fenster mit vielen Sprossen zügig deckend zu streichen. Der Lack ist elastisch, hoch witterungsbeständig und ventilierend, d. h. er lässt vorhandene Feuchtigkeit aus dem Holz entweichen und schützt die Holzfenster gleichzeitig davor, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen. Nach dem Durchtrocknen ist der Ventilack weicher als andere Alkydharzlacke. So kann er Holzbewegungen wie temperaturbedingte Dimensionsänderungen mitmachen, ohne zu reißen. Auch Varianten mit vorbeugendem Schutz vor Pilz- und Algenbefall sind erhältlich.

Holzfenster streichen, lackieren © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
Holzfenster lackieren © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

Zaponlack für Klarlackierungen auf Metall

Zaponlacke sind dünnflüssige Nitrolacke, die auch leicht flüchtige Lösungsmittel wie Acetat (bekannt aus Nagellacken) oder Ethanol enthalten. Die meisten Zaponlacke sind farblos bzw. transparent, es gibt aber auch Varianten mit Farbstoffen. Durch das Zaponieren, wie das Lackieren mit diesem Speziallack genannt wird, lassen sich viele Metalle vor dem Oxidieren (Anlaufen, Korrodieren) schützen. Zaponlack (auch als Zaponspray erhältlich) ist ein hervorragender Oxidationsschutz für Silber, Messing, Kupfer oder Bronze, etwa um die Schönheit, Farbe und den Glanz von (polierten) Metalloberflächen im Außenbereich zu erhalten. Als Rostschutzlack für Stahl oder Eisen ist er allerdings nicht geeignet; hier empfehlen sich Speziallacke mit rostschützender Wirkung.

Zaponlack kann auch zum Zaponieren von Glas, Holz oder Leder sowie als Firnis dienen. Im Kunst-, Hobby- und Bastelbereich wird Zaponspray unter anderem zum Fixieren von Kohle- und Kreidezeichnungen und zum Konservieren von getrockneten Blumen und Trockensträußen verwendet.

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Hammerschlaglack schützt Eisen und Stahl

Hammerschlaglacke heißen so, weil sie sich beim Trocknen auf besondere Art zusammenziehen. Dadurch entsteht die charakteristische Hammerschlag-Optik aus vielen kleinen, gleichmäßigen Dellen. Die sieht so gut aus, dass dieser Speziallack auch als Effektlack verwendet wird. Seine Hauptaufgabe und Kernkompetenz ist es jedoch, Eisenmetalle vor Rost und anderen Schäden zu schützen.

Hammerschlaglack kann direkt auf neues, blankes Eisen, Stahl oder andere Metalle aufgetragen werden. Direkt auf Rost lieber nicht, weil er dann schlechter haftet; außerdem ist er kein Rostumwandler. Altes Eisen sollte darum entrostet und entsprechend vorbehandelt werden, damit später weder Rost noch Feuchtigkeit unter dem Lack weiterarbeiten und das Ergebnis ruinieren.

Hammerschlaglack ist Rostschutz mit toller Optik
Hammerschlaglack ist Rostschutz mit toller Optik

Küchenlack für Küchenmöbel und Küchenfronten

Wer schon einmal versucht hat, die Küchenschränke oder Fronten einer Einbauküche mit normalem Buntlack zu verschönern, wird wahrscheinlich nicht zufrieden mit dem Ergebnis gewesen sein. Denn diese Oberflächen sind nicht nur extrem hart und glatt, sondern in den meisten Fällen zudem melaminharzbeschichtet. Darauf halten normale Lacke nicht; Küchenfronten erfordern eine Sonderbehandlung. Mit speziellem Küchenlack, kombiniert mit der passenden Grundierung, lösen Sie dieses Lackproblem.

Küchenfront lackieren © aetb, stock.adobe.com
Küchenfront lackieren © aetb, stock.adobe.com

Heizkörperlack verträgt mittlere Hitze und Temperaturschwankungen

Heizkoerper streichen, lackieren © NLPhotos, stock.adobe.com
Heizkoerper streichen, lackieren © NLPhotos, stock.adobe.com

Heizungen sind mal kalt, mal warm und manchmal ziemlich heiß. Weil normale Lacke durch Hitze und starke Temperaturschwankungen recht schnell vergilben, gibt es für Heizungsrohre und Heizkörper Speziallacke. Sie sind in klassischem Weiß, verschiedenen Farben und in Metalloptik bzw. mit Metalliceffekt erhältlich. Ein guter Heizkörperlack sollte kratz- und schlagfest sowie hitzebeständig bis 180 °C sein – das ist bereits um einiges heißer, als die Heizkörperoberfläche im normalen Betrieb werden kann.

Verwenden Sie für den Heizkörper Speziallacke
Verwenden Sie für den Heizkörper Speziallacke

Ofenlack verträgt auch starke Hitze und Feuer

Mit Ofenlack sind auch ganz heiße Eisen gut lackiert. Es gibt verschiedene Speziallacke für Heißes und Glühendheißes, etwa Öfen und Ofenrohre, (Gas-)Heizungen, Grills oder Heizlüfter. Aus den Bezeichnungen (z. B. Kaminlack, feuerfeste Ofenfarbe, Thermolack, Motorlack, Auspufflack) können Sie oft schon den vorgesehenen Anwendungsfall herauslesen. Der Lack wird nach dem Durchtrocknen kontrolliert erhitzt (eingebrannt) und dadurch sehr hart, haltbar und widerstandsfähig gegenüber Stößen, Kratzern, Rost und Witterungseinflüssen.

Ofenlack ist besonders hitze- und feuerfest
Ofenlack ist besonders hitze- und feuerfest

Achten Sie auf Qualität, etwa indem Sie Speziallack von einem renommierten Hersteller verwenden statt eines günstigen No-name-Produkts. Lesen Sie außerdem die Herstellerangaben genau durch, damit es nicht später trotz der hitzefesten Speziallackierung Probleme mit Blasenbildung oder brennendem Lack gibt. Manche der hitzefesten Lacke halten bis zu 200 °C aus, andere bis zu 1200 °C. Die Hersteller geben zudem an, wie die lackierte Fläche zu erhitzen und der Lack richtig einzubrennen ist. Wenn Sie nicht genau wissen, wie heiß das Teil, das Sie lackieren möchten, maximal werden kann, fragen Sie einen Fachmann.

Kaminofen © digitalstock, fotolia.com
Im Kaminofen sind Temperaturen bis 1200 °C normal; auch das Ofenrohr kann über 500 °C heiß werden © digitalstock, fotolia.com

Dachrinnenlack für Zink, Eisen und Kunststoffe

Dachrinnen aus Zink (Titanzink, Zinkblech), verzinktem Stahl oder Hart-PVC haben eine sehr glatte Oberfläche, auf der normale Lacke nicht haften oder nicht dauerhaft halten. Hier hilft Dachrinnenlack, der auch für Eisen und andere schwierige Untergründe wie Hartkunststoffe geeignet ist. Mit dem Speziallack lassen sich harte und langlebige Beschichtungen realisieren, die hoch witterungsbeständig sind und Nässe, Frost, UV-Strahlung und starke Temperaturschwankungen aushalten.

Zink-Lack zum Ausbessern von Zinkoberflächen

Dieser Speziallack ist explizit für Zinkteile und extrem glatte Zinkoberflächen entwickelt und eignet sich unter anderem zum Ausbessern von Regenrinnen. Mit Zink-Ausbesserungslack kann eine beschädigte (z. B. abgestoßene) Verzinkung ersetzt bzw. ergänzt werden. Idealerweise sollte zusätzlich eine spezielle Grundierung verwendet oder eine mehrmonatige Bewitterungsphase abgewartet werden. Um die Reparaturstelle zu kaschieren und zu schützen, empfiehlt sich zudem eine Decklackierung.

OSB-Lack zum Versiegeln von OSB-Platten (Grobspanplatten)

OSB-Platten Nahaufnahme © stockphoto-graf, stock.adobe.com
Zu schön zum Verstecken: OSB-Platten bestehen aus einem interessanten Durcheinander grober Holzspäne © stockphoto-graf, stock.adobe.com

OSB-Platten, ursprünglich ein Abfallprodukt der Holzindustrie, sind wegen ihrer interessanten, hübschen Holzspanoptik auch im Sichtbereich beliebt. Bei Trockenbauprojekten werden sie oft nicht verputzt oder unter Farbe versteckt, sondern mit einer Klarlackierung versehen. OSB-Lack ist ideal zum Versiegeln und Schützen der besonderen Holzoberfläche von OSB-Platten. In mehreren Schichten aufgetragen, glättet er die spröde, unebene Platte, verfüllt die Unebenheiten zwischen den verpressten Spänen und sorgt für eine schön glatte, feucht abwischbare und pflegeleichte Oberfläche. Der Speziallack ist sehr widerstandsfähig, unbedenklich im Wohnbereich und auch für belastete Flächen wie Fußböden oder Arbeitsplatten geeignet.

Speziallack für OSB-Platten
Speziallack für OSB-Platten

Markier-Lack für Markierungen im Außenbereich

Was ein wenig aussehen kann wie Graffiti im Wald, ist meist Markierlack. Damit werden etwa Bäume gekennzeichnet, die zur Fällung vorgesehen sind. Auch auf Straßen und Baustellen werden Markierlacke verwendet, im privaten Bereich häufig für Bauprojekte im Garten, etwa um die genaue Position der neuen Laube oder die Umrisse des geplanten Gartenteichs zu markieren. Meist handelt es sich um spezielle Acryllacke, die auf fast jeder Oberfläche sehr gut haften und nur im Freien verwendet werden dürfen. Die Sprühdosen sind mit besonders feinen Sprühköpfen versehen, um dünn und verschwendungsfrei zu markieren und das deutliche Schreiben von Buchstaben und Zahlen zu erleichtern.

Tafellack macht die lackierte Fläche beschreib- und abwischbar

Tafellack ist ein Klassiker – bekannt von Schultafeln und auch in den Zeiten allgegenwärtiger Bildschirms noch nützlich. Es handelt sich dabei um einen speziellen Alkydharzlack, der blendfrei und matt auftrocknet und nach dem Durchtrocknen mit Kreide beschrieben und mit einem Lappen oder Schwamm wieder (feucht) abgewischt werden kann. Dass die Kreide hält, liegt an der besonders rauen Lackoberfläche.

Tafellack: Optisch glatte aber so rau, damit Kreide gut haftet
Tafellack: Optisch glatte aber so rau, damit Kreide gut haftet

Tafellack hält am besten auf Holz und Metall, aber auch Putz kann damit gestrichen werden. Der Untergrund sollte möglichst glatt sein und möglichst wenig saugen. Um das zu erreichen, können Sie bei schwierigen Untergründen mit einer Schicht Glättspachtel oder einer geeigneten Grundierung nachhelfen.

Tafellack kann verwendet werden, um einen Teil der Wand (z. B. in der Küche oder im Büro) in eine Schreibtafel zu verwandeln oder Schubladenfronten beschreibbar zu machen. Auch Tischtennisplatten, Spielzeuge und Deko-Elemente lassen sich mit dem edlen, matten Speziallack schön gestalten und kreativ nutzen.

Wasserlack/PU-Lack für verträgliche und nachhaltigere Lackierungen

Wasserbasierende und wasserverdünnbare Acryllacke gelten als besonders gesundheitsverträglich und umweltschonend. Heute gibt es für alle Lackieranwendungen und Einsatzbereiche, auch für außen, geeignete Wasserlacke, die robuste und dauerhafte Oberflächen ergeben. Sie sind geruchsarm und dünsten beim Trocknen weniger Schadstoffe und Allergene aus. Sehr viele Produkte sind mit dem blauen Umweltengel gekennzeichnet.

Acryllacke sind beliebte, wasserverdünnbare Lacke
Acryllacke sind beliebte, wasserverdünnbare Lacke

Für stärker belastete Flächen gibt es wasserbasierte Acryllacke mit besonders hohem Polyurethan (PU)-Anteil, die als PU-Lacke, die manchmal auch als High-Solid (HS)-Lacke bezeichnet werden.

Nicht nur Acryllacke sind inzwischen auch als Wasserlacke oder Dispersionslacke erhältlich, sondern auch Alkydharzlacke. Allerdings gibt es nur sehr wenige, die als Lösungsmittel tatsächlich nur Wasser enthalten. Denn ein geringer Anteil anderer Lösemittel ist erlaubt; zudem sind es oft weniger die Lösemittel als die Lackzusätze (z. B. Konservierungsstoffe oder Weichmacher), von denen Gesundheits- und andere Risiken ausgehen. Wenn Sie genau wissen wollen, was im Lack ist, lesen Sie das technische Datenblatt und die Herstellerangaben auf der Verpackung genau durch oder lassen Sie sich von einem herstellerunabhängigen Fachmann beraten.

Lackieren mit Kunstharzlack

Nicht wasserverdünnbare Kunstharzlacke enthalten ein flüchtiges Lösungsmittel, meistens Terpentin oder Testbenzin (Terpentinersatz). Der beste Kunstharzlack ist Alkydharzlack. Dieser Lacktyp hat sich für professionelle Lackierungen bestens bewährt und wird von Fachbetrieben auch heute noch sehr gern verwendet, da er besser fließt und besser haftet als die meisten Wasserlacke und sich damit besonders harte, glatte, schöne und strapazierfähige Oberflächen lackieren lassen. Damit schaffen Profis genau die perfekten Lackflächen, von denen Laien meist nur träumen.

Kunstharzlacke sind sehr robust und bei Profis beliebt
Kunstharzlacke sind sehr robust und bei Profis beliebt

Allerdings brauchen Alkydharzlacke länger zum Trocknen – anders als Wasserlacke trocknen sie von unten nach oben – und dünsten noch lange nach dem Verarbeiten Lösungsmittel aus. Zum Reinigen der Werkzeuge und Entfernen von Lackflecken brauchen Sie natürlich ebenfalls giftigen und brandgefährlichen Verdünner oder Terpentin – und wenn Sie alles richtig machen wollen, müssen Sie danach jeden Putzlappen zum Schadstoffmobil oder Recyclinghof bringen.

Aus diesen Gründen sind Kunstharzlacke bei vielen Hobby- und Heimwerkern recht unbeliebt geworden, vor allem für Lackierarbeiten im Innen- bzw. Wohnbereich. Mit den modernen Wasserlacken gibt es inzwischen ja auch sehr gute Alternativen zu den streng riechenden Klassikern. Und – was viele gar nicht wissen – es sind längst auch wasserverdünnbare Alkydharzlacke auf dem Markt. Denn auch die Kunstharzlacke werden ständig weiterentwickelt. Lösemittelhaltige Lacke sind ohnehin langfristig auf dem Rückzug, unter anderem wegen der strenger werdenden VOC-Verordnung der EU (VOC steht für leicht flüchtige, organische Verbindungen wie Löse- und Verdünnungsmittel).

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