OSB-Platten

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OSB-Platten – universell einsetzbare Bauplatten für Trockenbau und Raumgestaltung

Die OSB-Platte oder Grobspanplatte gehört zu den vielseitigsten Bauplatten. Im Vergleich zu anderen Holzwerkstoffplatten, z. B. der Sperrholzplatte oder Spanplatte, punktet die OSB-Platte mit einer größeren Belastbarkeit; außerdem sind hochwertig ausgeführte Grobspanplatten äußerst robust gegenüber Feuchtigkeit. Sogar wasserfeste OSB-Platten sind im Handel erhältlich.

OSB-Platten Nahaufnahme © stockphoto-graf, stock.adobe.com
OSB-Platten Nahaufnahme © stockphoto-graf, stock.adobe.com

Verschiedene Arten von OSB-Platten und ihre Eigenschaften

OSB-Platten werden in vier Qualitätsstufen angeboten, von denen OSB 1 die niedrigste und OSB 4 die höchste ist. Die Klasseneinteilung erfolgt anhand der Belastbarkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit der Platten und ist in der Euronorm EN 300 definiert. In Deutschland werden OSB 1-Platten überhaupt nicht angeboten; auch die Klasse 2 ist seit 2014 im hiesigen Handel nicht mehr üblich. Im Baumarkt oder Baustoffhandel sind in aller Regel nur Verlegeplatten der Klassen OSB 3 und OSB 4 erhältlich.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Klassen zeigen sich vor allem bei den im Folgenden aufgelisteten Parametern:

  1. Statische Werte, Stabilität:

    Bei einer OSB 4-Platte liegen E-Modul (Elastizitätsmodul, Zugmodul) und die Biegefestigkeit um knapp 40 % höher als bei einer geringeren Qualitätsklasse. Das bedeutet, dass die Platte deutlich steifer, druck- und zugfester ist.

  2. Rohdichte:

    Diese beträgt bei der OSB 2-Platte mindestens 590 kg/m3, bei einer OSB 3-Platte 600 kg/m3 und bei OSB 4-Platten 610 kg/m3. Bei Baustoffe gilt generell: je höher die Rohdichte, desto besser der Schallschutz, desto geringer jedoch die Wärmedämmung.

  3. Dickenquellung:

    Dieser Wert wird durch 24-stündiges Einlegen der Platte in Wasser ermittelt; entsprechende Anforderungen sind in DIN 68 763 definiert. Je hochwertiger eine OSB-Platte ist, desto weniger quillt sie auf, und desto niedriger ist der entsprechende Wert. Die Dickenquellung bei OSB 2-Platten beträgt rund 20 %, bei guten OSB 4-Platten liegt sie bei höchstens 12 %. Mit der Dickenquellung verbunden ist auch die Längenänderung: Diese beträgt bei einer Holzfeuchteänderung von 1 % rund 0,03 % bei OSB 2- und OSB 3-Platten. Bei OSB 4-Platten ist sie mit rund 0,015 % nur halb so groß.

OSB-Platten © Dmitriy, stock.adobe.com
OSB-Platten © Dmitriy, stock.adobe.com

Einsatzgebiete verschiedener OSB-Platten

  • OSB 1: Diese OSB-Platten sind für den Möbelbau und die Verwendung im trockenen Innenbereich (z. B. Ausbau, Verkleidung, Verpackung) geeignet. Die Holzfeuchte von Platten der Nutzungsklasse 1 entspricht einer Temperatur von 20° C und einer relativen Feuchte der Umgebungsluft, die nur wenige Wochen pro Jahr höher steigt als 65 %.
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  • OSB 2: Eignung und Verwendung wie bei OSB 1, nur dass diese Platten auch für tragende Bereiche genutzt werden können.

    Die Holzfeuchte von Platten der Nutzungsklasse 2 entspricht einer Temperatur von 20° C und einer relativen Feuchte der Umgebungsluft, die nur wenige Wochen pro Jahr höher steigt als 85 %.

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  • OSB 3: Verlegeplatten dieser Qualitätsklasse weisen eine relative Feuchtebeständigkeit auf, sind also auch für Feuchtbereiche und Räume mit erhöhtem Feuchteaufkommen (z. B. Küche oder normal genutztes Bad) geeignet. Nutzungsklasse 3 ist auch für Klimabedingungen geeignet, die zu höheren als den bei Nutzungsklasse 1 und 2 angegebenen Holzfeuchten führen. Zudem sind sie dafür entwickelt worden, auch größere Lasten tragen zu können. Für die meisten Heimwerkerarbeiten und Ausbauten im privaten Bereich werden OSB-Platten der Klasse 3 verwendet, z. B. für:
    • Verkleidungen von Dachschrägen und Wänden
    • Aufbau von Fußböden, als Fußbodenbelag
    • Reparatur, Sanierung und Verkleidung bestehender Fußböden
    • Beplankung von Trockenbau-Trennwänden und Zwischenwänden
    • Verschalungen (z. B. Betonschalung)
    • Möbelbau (Möbelgestelle)
    • Dekorationszwecke
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  • OSB 4: OSB 4-Platten sind hoch belastbar in tragenden Bereichen und sehr resistent gegenüber Feuchtigkeit. Damit sind sie z. B. ideal zur Verwendung in Feuchträumen geeignet und im Innenausbau und Trockenbau nahezu universell einsetzbar, unter anderem für:
    • Deckenverkleidung, Abhangdecken, Deckenbeplankung
    • Industriebau, Gewerbebau
    • Laden-, Messe- und Bühnenbau,
    • Holzrahmen- und Ingenieurholzbau
    • Möbelbau
    • Dachbeplankung (z. B. bei Tragsystemen mit größerem Binderabstand)
    • Nagelplattenkonstruktionen (hoch belastbare Verbindungen für Wand- und Dachbereiche
Konstruktionen mit OSB-Platten © savoieleysse, stock.adobe.com
OSB-Platten sind stabil, vielseitig verwendbar und schön anzusehen © savoieleysse, stock.adobe.com
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Woraus ergibt sich die Qualität einer OSB-Platte?

OSB ist die Abkürzung für „Oriented Strand Board“ oder „Oriented Structural Board“, was so viel bedeutet wie „Platte aus ausgerichteten Spänen bzw. Strukturen“. OSB-Platten bestehen aus verpressten und verleimten Holzspänen (Strands). Vor allem aus deren Abmessungen ergeben sich die unterschiedlichen Qualitätsklassen. Bei den höheren Stufen OSB 3 und OSB 4 sind die Späne rund 150 mm lang, rund 15 mm breit und rund 0,8 mm dick. Das sorgt für eine höhere Rohdichte, denn je größer und exakter ausgerichtet die Späne, desto mehr Holz enthält die Platte. Auch die Statik der Platten, z. B. ihre Zug- und Biegefestigkeit, verbessert sich dadurch.

Wie OSB-Platten hergestellt werden
Wie OSB-Platten hergestellt werden

Wie viel Leim eine OSB-Platte enthält, ist für die Qualität nicht so wichtig, wie manche denken. Allerdings muss bei der Herstellung wasserfester OSB-Platten auch eine wasserfeste Leimsorte verwendet; sie enthalten also einen anderen Leim als die nicht oder nur relativ feuchtebeständigen Varianten.

Die Oberfläche von OSB-Platten wird gepresst, aber nicht geschliffen. Bei der Herstellung der Verlegeplatten entscheidet auch die Voreinstellung der Presse über die Qualität und Dichte mit. Je besser die Späne und die Verpressung, desto glatter fühlt sich die Platte an. Wird mit OSB-Platten z. B. ein Fußboden gelegt, muss dieser vom Anwender nicht mehr geschliffen werden. Allerdings empfiehlt es sich, die Grobspanplatten durch eine entsprechende Behandlung oder Beschichtung, z. B. mit Holzlack (Holzsiegel), Lasur, Holzwachs oder Öl, zu schützen und pflegeleichter zu machen.

Generell empfinden die meisten Menschen die Haptik von OSB-Platten als angenehm, und bei den handelsüblichen guten Platten besteht auch keine Spreißelgefahr. Die Optik mit dem reizvollen, abwechslungsreichen Muster aus verschiedenfarbigen Holzspänen ist ebenfalls sehr beliebt, weshalb die Oberfläche der OSB-Platten vielfach sichtbar bleiben soll und daher allenfalls gewachst oder mit Klarlack versiegelt wird. Natürlich ist es aber auch möglich, die Platten farbig zu lasieren oder mit einem deckenden Weiß- oder Buntlack zu streichen. Vor dem Lackieren sollte die Oberfläche leicht angeschliffen werden, um sie aufzurauen; dafür genügt es, einmal überall mit dem Schleifklotz oder Schwingschleifer und Schleifpapier in 120er-240er Körnung darüberzufahren.

OSB-Platten als Standardplatten oder Verlegeplatten

OSB-Verlegeplatten mit Nut und Feder sind zum flächenbündigen Verlegen, z. B. als Trockenestrich oder auf einer Holzbalkendecke als tragender Unterboden, besonders gut geeignet. Das komplett umlaufende Nut-und-Feder-Profil erlaubt das Verlegen und Verbinden in jeder Richtung und sorgt für minimalen Verschnitt. Es gibt auch OSB-Platten mit zwei unterschiedlichen Kantenformen an derselben Platte: an den Längsseiten ist ein stufiger Falz, der die Montage vereinfacht, und an den kürzeren Stirnseiten eine Nut- und Federverbindung, mit der auch eine Endlosverlegung ohne dahinterliegendes Ständerprofil möglich ist.

Für den Holztafelbau, den Möbelbau und verschiedene andere Projekte im Trockenbau und Innenausbau sind dagegen Platten mit stumpfen Kanten ideal.

Gängige Materialstärken von OSB-Platten und deren Eignung

In der folgenden Tabelle sind die handelsüblichen Stärken von OSB Platten mit Verwendungsmöglichkeiten übersichtlich aufgelistet.

Plattenstärke Anwendungsbereiche

6-12 mm

Kisten und Verpackungen, Ablagen, Abdeckungen, Möbelbau

12 mm

Innenbeplankungen, luftdichte und diffusionshemmende Verkleidungen

15 mm

Innenbeplankungen von Dächern und Wänden mit Brandschutzanforderung laut DIN 4102-4, Konstruktionen bzw. Beplankungen mit OSB- und Gipsplatten (Hybridkonstruktionen)

18 mm

Tragende Beplankungen, z. B. im Deckenbereich

20-22 mm

Aussteifende bzw. tragende Konstruktionen und Beplankungen, z. B. im Deckenbereich oder bei Dächern

25 mm

Dach- und Deckenbeplankungen bei höherer Beanspruchung

28-30 mm

30 mm häufig für Beplankungen mit Brandwiderstand F30 bei Nachweis einer DIN EN 1995-1-2 entsprechenden Abbrandrate

40 mm

Sonderanwendungen, z. B. bei hohen Anforderungen an den Brandschutz oder für hoch belastete bzw. hoch beanspruchte Konstruktionen und Beplankungen

Werden noch dickere Platten, größere Wandstärken etc. benötigt, können dafür mehrere OSB-Platten flächig miteinander verleimt werden.

Was ist eine ESB-Platte?

Die Abkürzung „ESB“ steht für Elka Strong Board. ESB-Platten sind eine Entwicklung der Holzwerke GmbH in Morbach (Rheinland-Pfalz) und seit dem Jahr 2009 auf dem Markt. Die einschichtigen Platten bestehen aus harzarmem Frischholz, und zwar fast ausschließlich Fichtenholz, das aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Die im Vergleich zur OSB-Platte etwas helleren Späne werden durch feuchtebeständiges und recyclingfähiges MUF-Harz – Melamin-Urea (Harnstoff)-Formaldehyd-Harz – zusammengehalten.

ESB-Holzwerkstoffplatten wurden für den konstruktiven Holzbau entwickelt und sind daher sehr stabil, zug- und biegefest. Sie sind geruchsneutral, emissionsarm und tragen so zu einem guten und gesunden Wohn- und Raumklima bei. ESB-Platten tragen das CE-Zeichen und sind mit PEFC- und FSC®- Zertifikat erhältlich. Die Premiumvariante ESB Plus ist außerdem mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ des Umweltbundesamts als schadstoffarm und wohngesund gekennzeichnet.

Wie OSB 4-Platten können auch ESB-Platten für stark beanspruchte und hoch belastete Konstruktionen eingesetzt werden. Sie haben eine bauaufsichtliche Zulassung laut EN 13986 und erfüllen selbst höchste (bau)technische Anforderungen. So eignen sich ESB-Platten u. a. auch zur Verwendung als tragende Bauteile in P5-Feuchtbereichen (DIN EN 312). Sie werden im Rohbau, Trockenbau, Ingenieurholzbau und bei der Innenraumgestaltung eingesetzt, im Fahrzeugbau, für Möbel, Kulissen und Beplankungen aller Art. Darüber hinaus werden sie auch vielfach zu Verpackungen verarbeitet, denn sie erfüllen den IPPC-Standard für Holzverpackungen sowie die HPE-Verpackungsrichtlinie (Herstellung von Verpackungen für Kurztransporte innerhalb Europas).

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