Asbestsanierung

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Die Asbestsanierung – wie läuft sie ab und was kostet sie?

Ist bei einem Haus eine Asbestsanierung erforderlich, hängt der genaue Ablauf natürlich davon ab, welche Gebäudeteile betroffen sind, um welche Art Baustoffe es sich handelt und wie groß die Menge ist. Gewisse Punkte sind jedoch immer gleich. Im Folgenden deshalb ein kleiner Überblick, was bei einer Asbestsanierung auf Sie zukommt und mit welchen Kosten Sie in etwa rechnen müssen.

Mann säubert Gebäude von Asbest im blauen Schutzanzug mit gelben Handschuhen und Schutzmaske © Medienzunft Berlin, stock.adobe.com
Eine Asbestsanierung erfordert viele Schutzvorkehrungen © Medienzunft Berlin, stock.adobe.com
  1. Den richtigen Fachbetrieb finden
  2. Asbestsanierungen dürfen nur von Firmen durchgeführt werden, die eine entsprechende behördliche Zulassung besitzen. Sie müssen zudem die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 519 beachten. Achten Sie bei der Suche nach einem Betrieb deshalb auf eine entsprechende Zertifizierung. Der erste Kontakt zu einem Spezialisten für Asbestentsorgung kann aber auch schon früher stattfinden, denn die meisten Betriebe helfen Ihnen schon bei der Klärung der Frage, ob in Ihrem Haus asbesthaltige Materialien verbaut wurden. Dies lässt sich durch eine Untersuchung der Raumluft auf Asbestfasern und bei verdächtigen Baustoffen durch die Entnahme von Materialproben klären. Die Ergebnisse der Untersuchungen, die auch als Asbestinspektion bezeichnet werden, bilden die Basis für ein Sanierungskonzept.

    Ein Fachbetrieb für die Asbestsanierung erstellt Ihnen ein Angebot, das alle erforderlichen Maßnahmen umfasst. Er informiert sie außerdem über die ungefähre Gesamtdauer der Sanierung von der Einrichtung der Baustelle bis zur abschließenden Reinigung. Vor Beginn jeglicher Arbeit muss die geplante Sanierung jedoch der zuständigen Behörde, in der Regel dem Gewerbeaufsichtsamt, und der Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Diese Formalitäten übernimmt für gewöhnlich der Betrieb, bei dem Sie die Asbestsanierung in Auftrag geben.

  3. Die Nachbarn informieren
  4. Steht der Termin für die Asbestsanierung fest, sollten Sie Ihre Nachbarn informieren. Empfehlen Sie ihnen, zu ihrem eigenen Schutz die Fenster und Türen während der Arbeiten geschlossen zu halten. Auf diese Weise lässt sich verhindern, dass eventuell freigesetzte Asbestfasern in die Wohnräume Ihrer Nachbarn dringen.

    Nach den Gesprächen mit Ihren Nachbarn haben Sie Ihre Aufgaben schon erledigt. Alle weiteren Tätigkeiten führt der Spezialbetrieb aus.

  5. Die Einrichtung der Baustelle
  6. Vor Beginn einer Sanierung werden häufig Planen ausgelegt. Sie fangen alle Bruchstücke auf, die bei den anschließenden Arbeiten herunterfallen könnten.

    Befinden sich die asbesthaltigen Baustoffe im Inneren eines Gebäudes, wird das Zimmer oder auch das gesamte Haus hermetisch abgeriegelt . In diesem Fall erfolgt eine staubdichte Abdichtung sämtlicher Öffnungen wie der Türen, die Herstellung eines Unterdrucks im Sanierungsbereich und die Einrichtung von Schleusen. So lässt sich verhindern, dass Asbestfasern, die bei der Arbeit freigesetzt werden, in andere Räume oder in die Außenwelt gelangen.

    Eintritt in einen kontaminierten Bereich bei einer Asbestsanierungsmaßnahme © Stephen, stock.adobe.com
    Schleusen halten die Asbestfasern in den betroffenen Bereichen © Stephen, stock.adobe.com
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    • Einfache Probeentnahme
    • Keine Vorkenntnisse nötig
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  7. Die Demontage asbesthaltiger Baustoffe
  8. Die Handwerker von Fachbetrieben tragen bei Asbestsanierungen Schutzanzüge, Atemschutzmasken und Handschuhe. Sie demontieren die asbesthaltigen Baustoffe in der Regel von Hand. Dies macht es einfacher, vorsichtig zu arbeiten und nicht unnötigerweise Asbestfasern freizusetzen. Sie können sich schon bei einer kleinen Beschädigung aus dem Material lösen. Im Idealfall werden Baumaterialien wie asbesthaltige Platten auf dem Dach deshalb in Gänze entfernt und langsam auf den Boden befördert.

    alten Teppichboden mit Schutzanzug und Gasmaske entsorgen © Vivid Concepts, stock.adobe.com
    Eine gute Schutzausrüstung ist bei einer Asbestsanierung gesetzlich vorgeschrieben © Vivid Concepts, stock.adobe.com

    Einzelne Baustoffe können zusätzliche Maßnahmen erforderlich machen. So werden zum Beispiel unbeschichtete Asbestplatten auf dem Dach vor der Entfernung angefeuchtet, um den Staub zu binden. Auch der Staub, der an anderen Stellen entsteht, kann asbesthaltig sein. Er wird deshalb schon während der Arbeit mit einem entsprechenden Gerät abgesaugt.

    Asbest Daemmung © fototheobald, stock.adobe.com
    Werfen, brechen und andere radikale Methoden sind bei asbesthaltigen Baustoffen tabu © fototheobald, stock.adobe.com
  9. Die Entsorgung von Asbest
  10. Die Entsorgung asbesthaltiger Abfälle darf nur an einer Sonderdeponie erfolgen. Um eine Freisetzung von Asbestfasern während des Transports zur Deponie zu verhindern, verpackt man asbesthaltige Baustoffe in reißfeste, luft- und staubdichte Behältnisse. Hierbei handelt es sich oft um sogenannte Bigbags, also große und sehr stabile Säcke, die aus einem Kunststoffgewebe hergestellt werden. Abhängig von der Menge und Größe der Abfälle können jedoch auch andere Behälter zum Einsatz kommen.

    Entsorgung von Asbest in sicheren Säcken © Jan Schuler, stock.adobe.com
    Die großen Bigbags lassen sich sicher verschließen © Jan Schuler, stock.adobe.com

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  11. Die Reinigung des sanierten Bereichs
  12. Sind alle asbesthaltigen Baumaterialien entfernt, reinigen die Arbeiter des Fachbetriebs die Umgebung. Besonders wichtig ist die Säuberung von Materialien, die einen direkten Kontakt zu den asbesthaltigen Baustoffen hatten und beispielsweise als Unterkonstruktion dienten. Asbestfasern können jedoch selbst auf etwas weiter entfernte Bauteile gelangt sein. Nach einer Sanierung des Dachs werden deshalb auch die Dachrinnen gereinigt. Ebenso müssen alle verwendeten Werkzeuge und Hilfsmittel wie Gerüste sowie die Schutzausrüstungen der Arbeiter sorgfältig gesäubert werden.

  13. Die Endkontrolle
  14. Durch zahlreiche Maßnahmen wie Wischtests mit weißen Tüchern überprüfen die Arbeiter zum Schluss, ob sämtlicher Staub entfernt wurde. Fand die Sanierung im Inneren eines Gebäudes statt, lässt sich durch die Aufstellung eines Messgeräts klären, ob die Luft in den Räumen frei von Asbestfasern ist. Hierzu stellt man das Messgerät für einen längeren Zeitraum, oft über Nacht, auf. Es ist mit einem Filter bestückt, an dem die Asbestfasern – sofern vorhanden – haften bleiben. Der Filter wird deshalb im Anschluss in einem Labor untersucht.

Die Kosten einer Asbestsanierung

Die vielen Vorsichtsmaßnahmen und die strengen Vorschriften der TRGS 519 ziehen die Arbeiten in die Länge. Die Sanierung des Dachs eines Wohnhauses in herkömmlicher Größe nimmt daher oft drei bis vier Wochen in Anspruch. Sie kostet etwa 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter Dachfläche. An anderen Stellen können die Kosten durchaus 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter betragen. Eine Asbestsanierung ist jedoch stets eine individuelle Lösung. Genaue Angaben lassen sich daher nur auf Grundlage der erforderlichen Maßnahmen machen.

Zudem ist die Entsorgung von asbesthaltigem Abfall aus Privathaushalten in manchen Gemeinden kostenlos, während in anderen eine Gebühr anfällt. Betrachten Sie die genannten Preise deshalb nur als grobe Schätzung und vergessen Sie bei der nächsten Einkommensteuererklärung nicht, die Lohnkosten als Handwerkerleistung von der Steuer abzusetzen.

altes Wellplattendach aus Asbest © liliya, stock.adobe.com
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