Dachsanierung: Asbest erkennen und beseitigen

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Einst galt er als Baustoff der Wahl und wurde insbesondere für zahlreiche Dächer verwendet – heute setzen private wie öffentliche Immobilieneigentümer alles daran, ihre Gebäude über Sanierungen von diesem Baustoff zu säubern. Die Rede ist von Asbest. Denn auch, wenn Asbest fraglos sehr viele praktische Merkmale besitzt, so weiß man heute um dessen krebserregende Eigenschaft. Daher stehen Immobilieneigentümer vor der Frage: Wann muss ein Asbest-Dach saniert werden und wie ist hier vorzugehen?

Asbest Dachsanierung © Björn Wylezich, fotolia.com
Asbest Dachsanierung © Björn Wylezich, fotolia.com

Asbest – ein Baustoff mit vielen Eigenschaften

Zwischen 1930 und 1973 wurde Asbest in großen Mengen als Baustoff verwendet – und zwar keinesfalls nur in der Bauindustrie. Asbest fand sich in rund 3.000 unterschiedlichen Produkten, die im Hausbau, Fahrzeugbau und weiteren Bereichen eingesetzt wurde. Dies liegt insbesondere an den zahlreichen positiven Eigenschaften, die Asbest zweifelsfrei besitzt: Bei Asbest handelt es sich um mineralische Silikatfasern, die chemisch sehr beständig, hitzunempfindlich und nicht brennbar sind. Zudem besitzt das Material eine hohe Elastizität und Zugfestigkeit und kann sich aufgrund der hohen Bindefähigkeit leicht mit anderen Materialien verbinden.

Asbest © farbled_01, fotolia.com
Asbest © farbled_01, fotolia.com

Auf der anderen Seite ist Asbest eindeutig krebserregend. Ursächlich hierfür ist die Eigenschaft des Stoffes, dass er sich in kleinste Fasern zerlegen lässt. Diese können so klein sein, dass sie einfach eingeatmet werden und dann das Lungengewebe reizen. Auf diese Weise entsteht die so genannte Asbestose, die zu Lungenkrebs und Tumoren im Lungen- und Bauchfell führen kann. Die Latenzzeit, also die Zeit bis zum Auftreten einer Lungenerkrankung, kann viele Jahre oder Jahrzehnte betragen.

Eingeatmete Asbestfasern können Lungenkrebs auslösen
Eingeatmete Asbestfasern können Lungenkrebs auslösen

Asbesthaltige Materialien sind jedoch nicht alle gleichermaßen gesundheitsschädlich. Man unterscheidet zwischen den schwach- und den festgebundenen Faserprodukten. Die schwachgebundenen Asbestprodukte können durch Alterung und Erschütterung Asbestfasern freisetzen. Anders sieht es bei den festgebundenen Asbestprodukten, wie Dach- und Wellplatten, aus. Sind diese intakt, geht von ihnen keine Gesundheitsgefährdung aus.

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Entscheidungskriterien für oder gegen eine Dachsanierung wegen Asbestbelastung

Auch wenn Asbest seit 1993 in Deutschland verboten ist, so bezieht sich dies nur auf die Herstellung, das Inverkehrbringen sowie die Verwendung des Materials. Es besteht keine grundsätzliche Pflicht zur Sanierung von Bauten, die mit Asbest-Produkten gebaut sind. Asbest ist nicht gleich Asbest, wie der oben stehen Absatz gezeigt hat. Daher ist es nicht immer notwendig, ein Asbestdach zu sanieren. Vielmehr muss unterschieden werden, welche Art von Asbest-Produkten verbaut wurde: Dach- oder Wellplatten aus Asbest stellen, solange sie intakt sind, keine Gefahr für die Bewohner dar. Anders sieht es aus, wenn asbesthaltige Dämmstoffe verwendet wurden, die aus schwachgebundenen Faserprodukten bestehen oder wenn Dach- oder Wellplatten gebrochen sind oder andere Beschädigungen aufweisen. Zudem ist die Gefahr einer Belastung der Bewohner durch die Asbest-Produkte deutlich höher, wenn der Dachboden bewohnt ist, als wenn dieser ungenutzt ist.

Wellplatten mit Asbest © Patrick J., fotolia.com
Dach- oder Wellplatten aus Asbest stellen, solange sie intakt sind, keine Gefahr für die Bewohner dar © Patrick J., fotolia.com


Checkliste: Davon hängt es ab, ob ein Asbest-Dach saniert werden muss:

  • Welche Art von Asbest wurde verwendet?
  • In welchem Zustand befinden sich die Asbest-Produkte?
  • Wie wird der Dachboden genutzt? (Wohnraum/Stauraum)
  • Soll das Haus verkauft werden? Steht grundsätzliche ein neues Dach/eine neue Dämmung an?

Neben den gesundheitlichen Gründen gibt es finanzielle Aspekte, die für eine Sanierung eines Asbest-Daches sprechen: Ein Immobilie, die ein Asbest-Dach besitzt, wird einen deutlich niedrigeren Kaufpreis erzielen, als eine vergleichbare, asbest-sanierte Immobilie. Soll eine Immobilie also verkauft werden, lohnt sich eine Dachsanierung in der Regel. Zudem kann eine Asbestsanierung in den meisten Fällen anteilig als außergewöhnliche Belastung bei der Steuer abgesetzt werden. Zudem sollte ein Asbest-Dach immer dann erneuert werden, wenn eine Dämmung des Daches geplant ist. Denn auf lange Sicht ist es finanziell sinnvoll, das Dach in einem Angang komplett zu sanieren, statt dies in mehreren Schritten zu vollziehen.

Tipp: Lesen Sie auch unseren Ratgeber Asbest: Häufige Fragen

Asbest-Sanierung – immer eine Sache für den Fachbetrieb

Viele Hauseigentümer wissen heute nicht einmal mehr mit Sicherheit, ob ihr Dach mit Asbest-Produkten gebaut ist. Handelt es sich um eine Immobilie aus den 1950-iger bis 19-70iger Jahren, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Asbest zur Eindeckung oder Dämmung des Daches verwendet wurde. Liegen keine Unterlagen aus der Zeit des Baus vor, muss vor einer Dachsanierung im Zweifelsfall ein Fachbetrieb prüfen, ob es sich um ein Asbest-Dach handelt. Hierfür wird eine Probe genommen und in ein Speziallabor geschickt.

Asbest Sanierung © ecology, fotolia.com
Asbest Sanierung durch Fachbetrieb © ecology, fotolia.com

Wichtig: Die Probennahme darf nur durch eine Fachkraft erfolgen, da durch die Probennahme im Zweifelsfall Asbestfasern freigesetzt werden können. Werden die entsprechenden Schutzmaßnahmen nicht eingehalten, kann dies zum Einatmen der Fasern führen.

Was für eine Probennahme gilt, gilt selbstverständlich erst recht für die eigentliche Sanierung eines Asbest-Daches: Die Entsorgung eines Asbest-Daches gehört in die Hände von geschultem Fachpersonal. Eine Fachfirma muss über den Sachkundenachweis TRGS 519 verfügen. Welche Fachbetriebe hierfür in Frage kommen, lässt sich unter anderem bei folgenden Stellen erfragen:

  • Bauamt
  • Gewerbeaufsichtsamt
  • Architektenkammer
  • Industrie-und Handelskammer

Sanierung eines Asbest-Daches: Extrakosten kalkulieren

Die Sanierung eines Asbest-Daches ist deutliche aufwändiger als eine klassische Dachsanierung. Denn bei der Durchführung der Arbeiten müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. So müssen spezielle Schutzanzüge so Atemschutz getragen werden, damit Asbestfasern weder bei der Arbeit noch später über verunreinigte Kleidungsstücke eingeatmet werden.

Kosten und Preise © eyetronic, fotolia.com
Sanierung eines Asbest-Daches: Extrakosten mit einkalkulieren © eyetronic, fotolia.com

Zudem müssen die asbestbelasteten Baustoffe in speziellen, reißfesten Plastiksäcken verpackt werden. Diese wiederum dürfen auf keinen Fall einfach entsorgt werden, sondern gelten als Sondermüll. Ein Verstoß gegen diese gesetzlich geregelten Vorschriften wird bestraft. Daher ist es für den Bauherren wichtig, sich den Sachkundenachweis der Fachfirma vorlegen zu lassen, um im Zweifelsfall aus der Haftung entlassen zu werden.

Demzufolge ist die Sanierung eines Asbest-Daches mit Mehrkosten gegenüber einer herkömmlichen Dachsanierung verbunden. Es ist folglich sinnvoll, mehrere Kostenvoranschläge einzuholen und diese zu vergleichen. Die Kostenvoranschläge müssen insbesondere folgende Punkte beinhalten:

  • Anfahrtskosten
  • Kosten für Gerüstmiete
  • Preis pro Arbeitsstunde oder pro Quadratmeter
  • Kosten für Verpackungsmaterial (Spezialsäcke)
  • Kosten für Entsorgung des Asbests
  • Kosten für Dach-Noteindeckung (bevor die neue Dacheindeckung erfolgt)
Wichtig: Die Kosten für die Neueindeckung eines Dache variieren stark, je nachdem, welche Materialien gewählt werden. Zudem hängen diese Kosten selbstverständlich auch von der Größe des Daches ab.
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