Schadstoffe im Kinderzimmer

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Sicher und unbeschwert im Kinderzimmer

In einem Punkt sind sich wohl alle Eltern zu Hundert Prozent einig: Die eigenen Kinder liegen einem außerordentlich am Herzen. Deswegen haben wir von Tag Eins an auch ein besonderes Augenmerk darauf, dass es ihnen gut geht und sie stets sicher und beschützt sind. Das gilt natürlich in erster Linie für das häusliche Umfeld. Deswegen ist es wichtig, vor allem beim Kinderzimmer Wert auf eine (weitestgehend) schadstofffreie Einrichtung und ein gesundes Wohnklima zu legen. Wir zeigen Ihnen, wie das geht und worauf Sie dabei achten sollten.

Kinder im Kinderzimmer malen auf dem Boden © JenkoAtaman, stock.adobe.com
Unbeschwertes Spielen im Kinderzimmer © JenkoAtaman, stock.adobe.com

Schadstoffe können überall lauern

Diese Schadstoffe können in Möbeln, Dekorationsartikeln, in den Wand- und Bodenbelägen, in Farben und Lacken enthalten sein. Sogar Spielzeug ist oft in hohem Maße belastet. Und die Palette ist umfangreich: Unter anderem finden sich leider nachweislich schädliche Stoffe wie Formaldehyd, PVC, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Lösungsmittel, Weichmacher (Phthalate) oder Mikroplastik in unserem Alltag. Und sie sind mittlerweile so verbreitet, dass es eigentlich kaum möglich ist, Kontakt mit diesen Stoffen gänzlich zu vermeiden. Was Sie als Eltern allerdings tun können, ist, die Schadstoffbelastung so gering wie möglich zu halten und auf einen nachhaltigeren Lebensstil zu setzen. Und das natürlich in erster Linie an dem Ort, an dem unsere lieben Kleinen so viel Zeit verbringen: im Kinderzimmer.

Hier ist es besonders wichtig, da das Immunsystem von Babys und Kleinkindern noch nicht richtig ausgereift ist. Das bedeutet, sie reagieren auf Schadstoffe im Kinderzimmer noch viel sensibler als Erwachsene. Das Risiko zum Beispiel an Allergien oder Asthma zu erkranken, ist demzufolge ungleich höher. Es gibt immer wieder Studien und Veröffentlichungen, dass einige Stoffe, wie Weichmacher beispielsweise, Krebs verursachen und darüber hinaus sogar unsere Gene oder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen können.

Schadstoffquellen und Risiken
Schadstoffquellen und Risiken

Die vorhandenen Vorschriften reichen oft nicht aus

Es gibt bei uns in Deutschland zwar zahlreiche Vorgaben und Richtlinien, was die Grenzwerte der Schadstoffbelastung von Produkten, Artikeln und Waren anbelangt. Und dennoch stellen sich die meisten Eltern die Frage, ob Kindermöbel, Textilien und Spielzeugartikel tatsächlich bedenkenfrei im Kinderzimmer Einzug halten können. Denn immer wieder neue Meldungen über ein hohes Maß an Schadstoffen reißen nicht ab. Gerade Babys verbringen viel Zeit in ihren Bettchen, Kleinkinder nehmen alles in den Mund, sie kuscheln mit ihren Fell-Lieblingen – umso wichtiger, dass hier nur wenig belastete, besser noch schadstofffreie, qualitativ hochwertige und nachhaltige Artikel zum Einsatz kommen.

Das Wichtigste in Kürze zusammengefasst:

  • Babys und Kleinkinder erkunden ihre Umwelt mit allen Sinnen und stecken alles in den Mund
  • sie atmen schneller (also auch häufiger) als Erwachsene, nehmen also mehr eventuell belastete Umgebungsluft auf 
  • ihr Immunsystem ist noch nicht so ausgeprägt und stark, sie können schneller erkranken
  • ihre Haut ist noch sehr empfindlich und kann eher allergisch reagieren
  • sie können in der Regel noch nicht sprechen und daher auch nicht mitteilen, dass sie beispielsweise unter Kopfschmerzen, Atemnot oder Übelkeit leiden (aufgrund giftiger Ausdünstungen oder Beschichtungen)
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Kind malt auf Boden © polkadot, stock.adobe.com
Kleinkinder nutzen den Fussboden auch als Spielwiese zum Krabbeln, Bolzen, Bauen oder Malen © polkadot, stock.adobe.com

Auf was Sie beim Einrichten und Renovieren im Kinderzimmer immer achten sollten

Auf den richtigen Bodenbelag kommt es an

Der Fußboden ist der ideale Spielplatz für Kinder, nicht nur im Winter. Deswegen ist es hier besonders wichtig, beim Bodenbelag weitestgehend auf Schadstofffreiheit bzw. auf eine möglichst geringe Belastung zu achten. Allerdings enthalten vor allem PVC-Beläge oder auch Laminat vielfach hochgiftiges Formaldehyd, dessen Ausdünstungen dann über lange Zeit in die Raumluft abgegeben und eingeatmet werden. Wählen Sie hier eher schadstofffreie Naturmaterialien, wie Holz oder Kork. Aber Achtung: Vergewissern Sie sich, dass Holz nicht beispielsweise mit bedenklichen Lacken versiegelt ist und vermeiden Sie beim Verlegen von Laminat schadstoffbelastete Kleber. Das gleiche gilt natürlich auch für Teppiche und Teppichböden. Achten Sie zudem unbedingt immer auf Prüf- und Qualitätssiegel.

An diesen Siegeln können Sie sich orientieren:

  • Der Blaue Engel
  • eco-INSTITUT Label
  • natureplus®
  • GuT
  • Kork-Logo®
  • das rote „t“-Siegel des „Carpet Quality Clubs“
Holzboden Auswahl © Maksym Yemelyanov, fotolia.com
Umweltsiegel für Bodenbeläge

Umweltsiegel für Bodenbeläge Zum gesunden Wohnen gehört auch eine ökologisch unbedenkliche Innenausstattung. Die verschiedenen Bodenbeläge wie Teppiche, Laminat, PVC-Böden oder… weiterlesen

Tipp: Wussten Sie, dass zum Beispiel Teppiche aus Naturmaterialien wie Schurwolle vom Schaf oder Bio-Baumwolle nicht nur bedenkenlos im Kinderzimmer verlegt werden können, sondern dass sie sogar selbstreinigende Eigenschaften aufweisen? Lassen Sie sich im Fachhandel beraten.
Achten Sie auf diese Qualitätssiegel
Achten Sie auf diese Qualitätssiegel

Gesundes Raumklima dank Wandfarbe ohne Schadstoffe

Herkömmliche und häufig auch günstige Wandfarben weisen oft eine hohe Konzentration an Schadstoffen wie auch unerwünschten (Konservierungs-) Stoffen auf, die dann an der Wand anhaften und relativ lang nach dem Renovieren an die Umgebungsluft abgegeben werden. Die Personen, die sich in dem Raum aufhalten, atmen diese ein – das kann schnell zu Atemwegsproblemen führen. Lassen Sie sich auf jeden Fall beraten und informieren sich vor dem Kauf. Es gibt zum Beispiel eine Reihe an Öko-Wandfarben. Dazu zählen unter anderem Lehmfarbe, die aus einer Mischung von Tonmehlen, Pflanzenstärke und natürlicher Zellulose oder Eiweiß besteht. Sie muss zwar mit Wasser angerührt werden, ist dafür aber frei von Konservierungsstoffen.

Lehmfarbe zeichnet sich durch Atmungsaktivität aus und ist feuchtigkeitsregulierend. Des weiteren gibt es Kalkfarbe, die ebenfalls über atmungsaktive, feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften verfügt und für ein wohltuendes Raumklima sorgt. Sie beugt auch eventueller Schimmelbildung vor. Genauso wie die lang haltende Mineral-Silikatfarbe. Hier wird auf Konservierungsmittel, mögliche schadstoffbelastete Ausdünstungen, Weichmacher oder Lösungsmittel verzichtet. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die Echtheit, denn im Handel wird auch die so genannte Dispersions-Silikatfarbe angeboten, die allerdings mit Erdöl-Kunststoffteilchen versetzt sein kann. Achten Sie auch bei Tapeten oder Putz auf Naturmaterialien und Öko-Produkte.

An diesen Siegeln können Sie sich orientieren:

  • Der Blaue Engel
  • Eco-INSTITUT Label
  • natureplus®
  • Zusätzlich gilt auch der Hinweis für „Allergiker geeignet“ als Anhaltspunkt.

Kind spielt mit Bauklötzen © akira_photo, stock.adobe.com
Auf sicheres Spielzeug ohne Schadstoffe ist zu achten © akira_photo, stock.adobe.com

Spielzeug und Möbel- Qualität zahlt sich aus

Leider verstecken sich in Kinderzimmermöbeln und Spielzeug häufig Stoffe, die darin eigentlich nichts zu suchen haben und die in hohem Maße gesundheitsschädlich sind. Das gilt in den meisten Fällen für Plastikartikel (z.B. Weichmacher), leider aber auch für Holz. Obwohl man natürlich getrost sagen kann, Holz ist immer empfehlenswerter als Plastik.

Aber aufgepasst: Nicht überall wo Holz drauf steht, ist auch wirklich nur Holz drin. Gerade viele Möbel-Discounter verwenden für ihre Produkte formaldehydhaltige und damit giftige Spanplatten oder auch gesundheitsschädliche Farben und Lacke.

An diesen Siegeln können Sie sich orientieren:

  • TÜV- und GS-Zeichen
  • CE-Zeichen (gilt aber nur eingeschränkt)
  • VDE-Zeichen
  • Der Blaue Engel
Holz: Bitte heimisch!
Holz: Bitte heimisch!
Tipp: Wir empfehlen zwar Holz, raten aber von tropischen Hölzern ab. Diese stammen vorwiegend aus den Urwäldern, unter anderem in Südamerika, für deren Gewinnung die Wälder großflächig und klimaschädlich gerodet werden. Zudem ist der Transportweg lang und ebenfalls nicht klimaneutral. Wählen Sie am besten Produkte aus heimischen, regionalen Hölzern wie zum Beispiel Buche, Ahorn oder Eiche. Achten sollten Sie darauf, dass das Holz auch wirklich in Deutschland oder zumindest den unmittelbar angrenzenden Nachbarländern angebaut wird und aus nachhaltiger Produktion stammt. Aufschluss gibt hier zum Beispiel das FSC-Siegel („Forest Stewardship Council“), eine Forstwirtschafts-Zertifizierung, die unter anderem für strenge Auflagen, Sozialverträglichkeit, ökologische Bedingungen und Umweltfreundlichkeit steht.

Bei Dekorationsartikeln & Co. auf Qualität und Nachhaltigkeit achten

Was Schadstoffe anbelangt, sind natürlich auch bei Haushaltswaren, wie Bettwäsche, Matratzen, Kissen, Decken oder Polstermöbeln beziehungsweise bei Dekoartikeln wie Lampen, Vorhängen etc. gleich hohe Maßstäbe anzusetzen wie im übrigen Haus. Denn in Polstermöbeln oder auch Heimtextilien finden sich häufig chemische Substanzen, wie zum Beispiel Flammschutz oder Imprägnierschutz bei Vorhängen. Darauf sollten Sie gerade im Kinderzimmer aber verzichten.

An diesen Siegeln können Sie sich orientieren:

  • Global Organic Textile Standard (GOTS)
  • Naturtextil IVN zertifiziert BEST
  • Oeko-Tex® Standard 100
  • Insbesondere bei Textilien ist noch das Label „Textiles Vertrauen“ anzuführen, bei dem allerdings lediglich auf einige wenige Schadstoffe getestet wird.

Mädchen spielt auf Teppich © stefanfister, stock.adobe.com
Für Kinder muss der Teppich im Kinderzimmer schadstofffrei sein! © stefanfister, stock.adobe.com

TIPP

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Da es bei der Vermeidung von Schadstoffen im gesamten Haus und insbesondere im Kinderzimmer so gut wie keine Nachteile gibt – außer vielleicht beim Kostenfaktor, da ökologisch und nachhaltig produzierte Waren meist teurer sind – konzentrieren wir uns hier auf die Vorteile:

  • gesundes Wohnen
  • gesundes, angenehmes Raumklima
  • keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen, vor allem bei Kindern
  • umweltfreundlich, nachhaltig, ökologisch und klimaneutral
  • ein Zuhause, in dem sich Ihre ganze Familie sicher und wohl fühlen kann

Weiterführende Tipps für ein gesundes Zuhause

Sorgen Sie für gute Durchlüftung

Wenn Sie nicht gerade im Altbau mit nicht „ganz dichten“ Fenstern wohnen, sind Wohnungen (gerade neuerer Bauart) heutzutage mit gut isolierten und dicht schließenden Fenstern ausgestattet. Das ist zwar gut für die Heizkosten, aber es macht einen möglichen Luftaustausch unmöglich. So können sich schnell Feuchtigkeit und Schimmel bilden und Schadstoffe halten sich wesentlich länger in den Innenräumen.

Deswegen ist regelmäßiges, kurzes Stoßlüften über den Tag verteilt und abends vor dem Schlafengehen bei weit geöffneten Fenstern unerlässlich. Bei allen Renovierungstätigkeiten sollten Sie auf jeden Fall häufiger lüften, so dass alle eventuellen Ausdünstungen gut abziehen können.

Tipps: Gesundes Zuhause
Tipps: Gesundes Zuhause

Sorgen Sie für eine staubfreie Umgebung

Es gibt einige Schadstoffe, zum Beispiel schwer flüchtige Stoffe wie spezielle Weichmacher oder auch Flamm- oder Holzschutz, die werden nicht nur über Ausdünstungen in die Raumluft abgegeben. Diesen Stoffen ist gemein, dass sie sich vorwiegend im Hausstaub absetzen. Laut einer Studie des Umweltbundesamts, in der Staubproben aus 600 Haushalten mit Kindern analysiert wurden, fanden die Forscher noch kritische Stoffe, obwohl diese schon länger verboten sind.

Zwar waren die Konzentrationen in den meisten Fällen nicht gravierend, doch in älteren Gebäuden ungleich höher. Zum Beispiel finden sich gewisse Holzschutzmittel, die früher angewendet wurden, auch nach Jahren noch im Hausstaub. Wenn das im Kinderzimmer der Fall ist, kommen Babys und Kleinkinder damit besonders stark in Kontakt. Deswegen sollten Böden, Teppiche, Polstermöbel und Flächen regelmäßig entstaubt, feucht gewischt oder abgesaugt werden.

Tipp: In unserer Artikelserie gesund sanieren finden Sie viele weitere Information zum Thema Schadstoffe und Wohngesundheit
Teppichboden zuschneiden © Africa Studio, fotolia.com
Bodenbelag und versteckten Gesundheitsrisiken

Bei Entscheidung für den optimalen Bodenbelag nicht nur auf Optik setzen: Verborgene Risiken für die eigene Gesundheit erkennen und ausschließen… weiterlesen

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