Asbest in Fassaden – diese Baustoffe können betroffen sein

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Bei der Errichtung, Verkleidung und Sanierung von Gebäudefassaden kamen bis zum Verbot von Asbest im Jahr 1993 oft asbesthaltige Baustoffe zum Einsatz. Wurde Ihr Haus erst später erbaut oder die Fassade nach 1993 umfassend saniert, können Sie daher relativ sicher sein, dass die verwendeten Materialien asbestfrei sind. Als Besitzer eines älteren Gebäudes sollten Sie dagegen die folgenden Abschnitte lesen.

Professionelle Reinigung von Asbest einer alten Hausfassade © Ricochet64, stock.adobe.com
Asbest macht die Sanierung einer Fassade aufwändig © Ricochet64, stock.adobe.com

Verkleidungen aus Faserzement

Eine Verkleidung aus Faserzementplatten schützt die dahinter liegenden Wände vor Witterungseinflüssen und benötigt keinerlei Wartung. Gleichzeitig ist sie eine gute Möglichkeit, die Hausfassade ganz nach Geschmack zu gestalten, denn das Material lässt sich nach Belieben einfärben, strukturieren und formen. Faserzementplatten sind daher eine attraktive und langlebige Lösung. Sie kommen schon seit langer Zeit und auch heute noch im Wohnungsbau zum Einsatz. Eine Fassadenverkleidung aus Faserzement kann daher schon alt oder noch relativ neu sein.

Fassadenverkleidung / Wärmedämmung an einem Wohnhaus © U. J. Alexander, stock.adobe.com
Mit Faserzementplatten werden bis heute Fassaden verkleidet © U. J. Alexander, stock.adobe.com

Der Hauptbestandteil von Faserzement ist Zement. Ihm werden Fasern beigefügt, um die Festigkeit und Elastizität der Platten zu erhöhen. Hierbei handelte es sich in früheren Zeiten in den meisten Fällen um Asbest. Er wurde wegen des Asbest-Verbots ab 1993 durch andere Fasern wie zum Beispiel Glas- oder Kohlenstofffasern ersetzt. Ob eine Verkleidung aus Faserzementplatten Asbest enthält, ergibt sich daher vor allem durch das Baujahr des Gebäudes beziehungsweise das Jahr, in dem die Fassade verkleidet wurde.

Stammt Ihre Fassadenverkleidung aus der Zeit vor 1993, müssen Sie nicht unbedingt sofort aktiv werden. Sofern sie noch intakt ist und keine Risse in den Oberflächen oder andere Beschädigungen aufweist, ist das Asbest fest in den Platten gebunden. Dann stellt es für die Gesundheit der Hausbewohner und deren Besucher keine Gefahr dar. Durch Risse oder Löcher können dagegen krebserregende Asbestfasern freigesetzt werden. Das gleiche Risiko besteht, wenn die Verkleidung stark verwittert ist. In diesen Fällen ist es daher ratsam, die Fassadenverkleidung von einem Betrieb mit einer Zulassung für die Asbestentsorgung entfernen zu lassen.

Zerbrochene Asbestfassade mit herunterhängender, beschädigter Platte. Giftiges Material an der Außenseite eines Gebäudes © 1take1shot, stock.adobe.com
Bei beschädigten Fassadenverkleidungen besteht Handlungsbedarf © 1take1shot, stock.adobe.com

Fugenmasse und Mörtel

Alte Fugenmassen, mit denen die Fugen zwischen Platten gefüllt wurden, können ebenfalls Asbest enthalten. In der ehemaligen DDR wurde zum Beispiel bei der Errichtung von Plattenbauten oft die asbesthaltige Fugenmasse Merinol verwendet. Sie kam auch oft bei den Fenster- und Türanschlüssen zum Einsatz. Merinol besteht zu bis zu 40 Prozent aus Asbest, der fest gebunden ist. Dieser Fugenkitt wurde ab 1963 bis etwa 1984 hergestellt.

In den alten Bundesländern nutzte man nur selten asbesthaltige Fugenmassen. Selbst Mörtel können jedoch Asbest enthalten. Dies ist allerdings eher selten der Fall.

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Putz

Bei asbesthaltigen Putzen ist der Asbest ebenfalls fest gebunden. Von Produkten, bei denen eine feste Bindung zwischen dem Asbest und anderen Inhaltsstoffen besteht, geht grundsätzlich eine geringere Gefahr aus als von Baustoffen mit schwach gebundenem Asbest. Das gesundheitliche Risiko erhöht sich in der Regel erst durch großflächige Bearbeitungen wie Schleifen, Fräsen oder Abstemmen. Haben Sie unwissentlich ein Loch in einen asbesthaltigen Putz gebohrt, brauchen Sie sich dagegen keine Sorgen zu machen. Ist Ihnen bekannt, dass der Außenputz Ihres Hauses Asbest enthält, sollten Sie aber natürlich auch das Bohren unterlassen.

Alle ab den 1950er Jahren bis Anfang der 1990er Jahre aufgebrachten Außenputze können Asbest enthalten. Asbesthaltige und asbestfreie Außenputze lassen sich allerdings optisch nicht voneinander unterscheiden. Bei der Klärung dieser Frage hilft daher nur die Entnahme einer Probe mit anschließender Untersuchung in einem Labor.

Kitt

Dem klassischen Ölkitt oder Glaserkitt zum Abdichten von Fenstern wurden bis 1990 Asbestfasern beigemengt. Bei diesem Kitt aus Schlämmkreide und Leinöl oder Leinölfirnis betrug der Anteil Asbestfasern 1-10 Prozent. Er ist bis heute in einer asbestfreien Ausführung im Handel. Auch bei diesem Produkt gilt es daher zu klären, wann es verarbeitet wurde.

Glasurkitt entfernen von Hand mit einem Meißel © isalukic, stock.adobe.com
Auch alter Glaserkitt kann Asbest enthalten © isalukic, stock.adobe.com
Beschädigte Wandverkleidung aus Asbest © focus finder, stock.adobe.com
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