Außenputz-Arten

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Außenputz-Arten: mineralisch und organisch gebundener Putz im Vergleich

Zum Verputzen von Außenwänden und Fassaden gibt es verschiedene Putzarten. Eine der grundlegenden Unterscheidungen ist dabei die zwischen mineralisch gebundenen Außenputzen (Mineralputz) und organisch gebundenen Außenputzen. Dabei gilt: Namensgebend bei allen Putzarten ist das Bindemittel, etwa Kalk und Zement bei einem Kalk-Zement-Putz.

Allerdings tragen gerade die organischen Putze ihr Bindemittel oft nicht klar erkennbar im Namen. Bei einem Dispersionsputz oder Kunstharzputz können Sie auch ohne tiefere Kenntnisse aus der Bezeichnung herauslesen, dass es sich um eine organisch gebundene Variante handeln muss. Doch bei einem sogenannten Edelputz, Dekorputz oder Leichtputz – bei allen handelt es sich um Putze mit organischen Bindemitteln – gibt der Name stattdessen zuerst einen Hinweis auf Zweck bzw. Funktion des Produkts.

Außenwand verputzen © ronstik, stock.adobe.com
Putz eignet sich hervorragend, um damit auch Fassaden vor Witterungseinflüssen zu schützen und optisch aufzuwerten. © ronstik, stock.adobe.com

Außer dem Bindemittel, das dem Putz seine spezifischen Grundeigenschaften verleiht, können auch einzelne Eigenschaften wie Druckfestigkeit, optimale Schichtstärke, Wärmeleitfähigkeit, kapillare Wasseraufnahme, Trocknungszeit etc. von besonderer Bedeutung sein, etwa wenn Sie verschiedene Putze verwenden bzw. kombinieren. Gerade an Außenwänden gibt es fast immer ein Putzsystem (auch „Putzschale“ genannt), das zumindest aus zwei Schichten aufgebaut ist, nämlich dem Unter- oder Grundputz und dem Oberputz.

Im Zweifelsfall finden Sie alle Informationen zu den Inhaltsstoffen eines Verputzes in den Herstellerangaben auf der Verpackung oder im technischen Datenblatt. Dabei ist es hilfreich, wenn Ihnen einige technische Begriffe, die dazugehörigen Abkürzungen und die entsprechenden Normen geläufig sind.:

  • DIN 18550: mineralische Putze und Putzmörtel
  • DIN 18558: gebrauchsfertig angemischte Kunstharzputze
  • CS I – CS IV: Druckfestigkeit des Putzes; CS IV hält den höchsten Druck aus
  • W0, W1, W2: Fähigkeit zur kapillaren Wasseraufnahme, je höher der W-Wert (gemäß DIN EN 1062-3), desto mehr Wasser kann der Putz aufnehmen.
  • T1 oder T2: Wärmeleitfähigkeit des (trockenen) Putzes. Je höher der Wert, desto höher die Wärmeleitfähigkeit.

Je nachdem, welche Bau- oder Sanierungsmaßnahmen bei Ihnen gerade anstehen, suchen Sie vielleicht einen robusten Außenputz, um das nackte Mauerwerk zu verputzen, zwei gut zueinander passende Putzarten zum Aufbau einer neuen Putzschale oder einen guten Reparaturputz, um Schäden am Verputz auszubessern. Das Arbeiten mit verschiedenen Putzarten kann auch sinnvoll sein, um die Wetterseite optimal vor Nässe oder Schlagregen zu schützen oder die repräsentative Vorderfassade besonders schön herauszuputzen. Zudem gibt es Putze, die besonders gut für den unteren Teil der Außenwand bzw. den Sockel der Fassade geeignet sind. Diese Mischungen werden daher auch als Sockelputze angeboten.

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Mineralischer und organischer Außenputz im Vergleich

Mineralische Außenputze bestehen ausschließlich aus mineralischen bzw. anorganischen Bestandteilen. Als mineralische Bindemittel dienen Kalk, Zement oder Silikat; Gipsputze sind für den Außenbereich nicht geeignet. Neben dem Bindemittel bzw. der Bindemittelkombination enthält ein Mineralputz Sand und gegebenenfalls weitere mineralische Zuschläge, z. B. weiße oder farbige Gesteinsmehle oder Split.

Vorteile mineralisch gebundener Fassadenputze

  • Weil Mineralputze einen hohen pH-Wert aufweisen, also alkalisch sind, beugen sie dem Wachstum von Schimmelpilzen, Algen und Moos vor. Die Alkalität lässt jedoch im Lauf der Jahre nach. Außerdem ist es wichtig, die Fassade regelmäßig zu reinigen, um die günstigen Eigenschaften des Putzes zu erhalten.
  • Mineralputze sind in der Anschaffung deutlich günstiger als organische Putze.
  • Mineralputze sind diffusionsoffen (wasserdampfdurchlässig). Sie können also Feuchtigkeit aufnehmen und später durch die Putzporen wieder verdunsten lassen. Das verhindert, dass sich unter dem Putz Feuchtigkeitsansammlungen bilden, die zu schwerwiegenden Folgeschäden führen können.

Wer möglichst umweltfreundlich bauen und sanieren möchte, sollte sich beim Außenputz immer für eine rein mineralische Variante entscheiden. Denn Putzarten, die aus Erdöl hergestellte Kunstharze, Kunststoffdispersionen oder gar – wie manche Leicht- oder Dämmputze – Polystyrol enthalten, haben generell einen sehr viel größeren ökologischen Fußabdruck.

Nachteile von Mineralputz

  • Zum Auftragen von Mineralputzen brauchen Sie ein wenig mehr Geschick und Erfahrung, da diese im Vergleich zu Kunstharzputzen weniger cremig, geschmeidig oder „klebrig“ sind. Außerdem brauchen mineralische Putze länger zum Trocknen.
  • Bei eingefärbten Mineralputzen ist es sinnvoll, anschließend einen „Egalisationsanstrich“ aufzutragen, um Fleckenbildungen vorzubeugen und die Farbe zu schützen.

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Organische Putze – Zusammensetzung und Eigenschaften

Auch organisch gebundene Fassadenputze können Zement, Kalk oder Sand enthalten, doch als Bindemittel wird Kunstharz bzw. Kunststoff verwendet. Dadurch ist der Putz elastischer, weshalb organische Außenputze seltener Risse bekommen. Die Verarbeitung ist außerdem sehr unkompliziert, weil organische Putze sehr gut haften, sich gut verteilen lassen und schnell trocknen.

Allerdings hat organischer Putz auch Nachteile:

Im Gegensatz zum offenporigen Mineralputz kann (und soll) ein Kunstharzputz keine Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Wenn aufgrund von Putzschäden oder anderen Mängeln Wasser unter den Putz gelangt, bleibt es in der Wand eingesperrt, was die Gefahr von Feuchteschäden erhöht.

Organisch gebundene Außenputze wirken wasserabweisender als Mineralputze, doch dafür können sie mit Feuchtigkeit längst nicht so gut „umgehen“. Als Folge trocknet Wasser auf der Putzoberfläche langsamer ab, was Schimmelbefall und Bewuchs grundsätzlich begünstigt.

Um diesen Nachteil auszugleichen, enthalten manche Kunstharzputze für Fassaden Biozide, die die Ansiedlung von Schimmelpilzen, Moos und Algen verhindern sollen. Doch auch dieser „eingebaute Schimmelschutz“ verliert mit der Zeit seine Wirkung – allerdings nicht durch das ökologisch unbedenkliche Absinken des pH-Werts wie bei Mineralputz, sondern durch das stetige Ausdünsten der beigemischten Giftstoffe in die Außenluft.

Außenputz richtig verarbeiten

Beim Außenputz gilt die Faustregel „dünn auf dick und weich auf hart“. Der Grundputz sollte dicker sein als der Oberputz, außerdem braucht der Unterputz eine größere Druckfestigkeit. Wenn Sie diese einfache Regel berücksichtigen, verhindern Sie, dass der Putz früher als nötig wieder Risse bekommt oder Teile vom Oberputz abplatzen.

Wenn Sie Übergänge verputzen, kann eine Armierung an diesen kritischen Stellen Putzschäden vorbeugen. Armierungen empfehlen sich zum Beispiel, wenn Sie bei einer Fachwerkwand auch die Balken mitverputzen möchten, oder an Stellen, wo ihr Haus „von Natur aus“ zur Rissbildung neigt, etwa wegen sandigem Untergrund und Bauteilbewegungen.

Sowohl organische als auch mineralische Außenputz lassen sich unterschiedlich ausgestalten, zum Beispiel als Rauputz, Reibeputz, Strukturputz oder Rustikalputz. Wenn Sie sich eine bestimmte Struktur oder ein spezielles „Design“ der Putzoberfläche wünschen, fragen Sie nach, welcher Putz dafür geeignet ist. Beispielsweise brauchen Außenputze, die gröbere Strukturen ergeben sollen, eine gröbere Körnung.

Dekorputze müssen außerdem nicht unbedingt Kunststoffe enthalten. Es gibt auch sehr dekorative Mineralputze wie Buntsteinputz oder Mosaikputz. Solche Varianten enthalten z. B. farbige Gesteinsmehle für eine schöne, natürliche Tönung oder glitzernde Bestandteile wie Quarz oder Glimmer, die den Außenputz zu einem echten Hingucker machen.

Dekorputze an der Fassade © Butch, stock.adobe.com
Dekorputze können interessante optische Effekte auf die Fassade bringen und schützen gleichzeitig das darunterliegende Mauerwerk. © Butch, stock.adobe.com

Um eine besonders feuchtebelastete Außenwand abzudichten oder den Sockelputz zu erneuern, empfehlen sich mineralische Silikatputze oder Sockelputze auf Zementbasis. Zement kann im Dauernassbereich und sogar unter Wasser aushärten und ist daher auch für Sockel und Mauerwerk im Erdreich geeignet.

Zum Verputzen von Wärmedämmverbundsystemen, Porenbeton oder Leichtziegelwänden gibt es Leichtputze, zum Beispiel auf Basis von Reinacrylat. Wärmedämmputze, die sogenannte „Leichtzuschläge“ aus expandiertem Polystyrol und andere Dämmstoffe enthalten, können in besonders dicken Schichten aufgetragen werden – und die sind auch nötig, um die erwünschte Dämmwirkung zu erzielen.

Wand verputzen © kasto, fotolia.com
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