Schäden am Innenputz ausbessern

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Schäden am Innenputz ausbessern – Praxistipps für Heimwerker

Kleinere Schäden am Innenputz können Sie auch als Heimwerker ausbessern. Zum Beispiel wenn Sie aus einer gemieteten Wohnung ausziehen und kleine Risse, Dellen oder Löcher, die Sie durch Nägel oder Schrauben verursacht haben, schnell flicken und optisch kaschieren möchten. Dazu brauchen Sie nur einen Spachtel – notfalls tut es auch eine Teigkarte oder ein Teigschaber – und Reparaturspachtelmasse. Die bekommen Sie in jedem Baumarkt, entweder in der Tube oder – wenn Sie mehr davon brauchen – als Trockenmischung zum Anrühren mit Wasser.

Kleine Schäden lassen sich schnell beheben © andrey gonchar, stock.adobe.com
Kleine Schäden lassen sich schnell beheben © andrey gonchar, stock.adobe.com

Hier ist eine kurze Anleitung, wie Sie Dübellöcher, Risse und andere gängige Gebrauchsspuren am Innenputz ausbessern:

  1. Gebrauchsfertige Spachtelmasse in der Tube ein wenig durchkneten bzw. Trockenmischung laut Herstellerangaben (Reihenfolge und Mischverhältnis) anrühren. Rühren Sie bei Trockenmischungen immer nur so viel an, wie Sie benötigen, um kein Material zu verschwenden.
  2. Tragen Sie ein wenig Füllstoff mit dem Spachtel auf die betroffene Stelle auf, streichen ihn ggf. von mehreren Richtungen in das Loch und glätten Sie ihn anschließend mit Ihrem Spachtel. Damit das Werkzeug beim Abziehen besser gleitet und die Oberfläche schön gleichmäßig wird, können Sie den Spachtel ein wenig anfeuchten. Und achten Sie darauf, dass er sauber bleibt, indem Sie vor jeder neuen kleinen Baustelle alle Rückstände mit Wasser oder einem feuchten Lappen entfernen.
  3. Kleine Putzschäden werden einfach zugespachtelt, bei größeren Löchern oder Rissen wird vorher armiert © sima, stock.adobe.com
    Kleine Putzschäden werden einfach zugespachtelt, bei größeren Löchern oder Rissen wird vorher armiert © sima, stock.adobe.com
  4. Soll die Reparaturstelle aussehen wie glatter Putz oder wie Raufasertapete? Nachdem die Spachtelmasse ein wenig angetrocknet ist (bei kleinen Schäden reichen 3 Minuten), können Sie sie durch Betupfen mit einem feuchten Pinsel, Wattestäbchen o. Ä. an strukturierte Untergründe angleichen. Raufaser können Sie auch imitieren, indem Sie ein angefeuchtetes Stückchen Küchen- oder Toilettenpapier auf die noch feuchte Spachteloberfläche legen und vorsichtig andrücken.
  5. Um die Stelle noch glatter zu machen oder Spachtelspuren verschwinden zu lassen, warten Sie ab, bis der Füllstoff richtig hart ist, und schleifen ihn dann mit 120er oder 180er Schleifpapier glatt.
Hinweis:
Viele Reparaturspachtelmassen sind nach dem Trocknen weiß, aber es gibt sie auch in anderen Farbtönen (z. B. Grau und Beige). Passt der Farbton der Reparaturstelle nicht, gleichen Sie ihn nach dem Trocknen mit Farbe an. Bei farbigen Wänden brauchen Sie dafür keine Dispersionsfarbe zu mischen, sondern können auch Wasserfarben oder Bastelfarben verwenden.
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Größere Schäden am Innenputz ausbessern

Spachtelmasse und Spachtel reichen auch, um großflächige Schäden am Innenputz auszubessern, sofern der Schaden nicht tiefer reicht. Um eine ebene Fläche zu bekommen, muss Ihr Spachtel nur breit genug sein, um beim Abziehen auf beiden Seiten der Schadstelle aufzuliegen. Geben Sie vor dem Abziehen einen großzügigen Klecks Füllstoff auf die Stelle, dann legen Sie den Spachtel im flachen Winkel an und ziehen ihn in einer gleichmäßigen Bewegung über die Stelle.

Wenn das Ergebnis nicht perfekt ist, lassen Sie es in Ruhe antrocknen. Dann Überstände mit Schleifpapier glätten und Luftblasen mit weiterer Spachtelmasse füllen. Nach dem Trocknen können Sie die Stelle mit Farbe oder Tapete überdecken.

Wichtige Werkzeuge und Hilfsmittel für die Reparatur
Wichtige Werkzeuge und Hilfsmittel für die Reparatur

Was tun bei tiefen Löchern, großen Rissen oder bröckelndem Putz?

Größere Putzschäden, deren Ursache Sie nicht kennen, z. B. Risse, feuchte Stellen oder abbröckelnder Putz, können ein Hinweis auf strukturelle Probleme der Bausubstanz, Feuchte- oder Wasserschäden sein, die zuerst repariert bzw. saniert werden müssen, bevor der Innenputz ausgebessert werden kann. Haben Sie dagegen selbst den Putz beschädigt bzw. wissen, dass wirklich nur der Putz kaputt ist und nicht auch die Mauer darunter, können Sie auch tiefe Löcher und Putzrisse ausbessern. Der Trick dabei ist, mit einer Armierung und gegebenenfalls in mehreren Schichten zu arbeiten. So stellen Sie sicher, dass die Füllmasse richtig hält und sich beim Trocknen keine neuen Risse bilden.

So bessert man kleine Risse aus
So bessert man kleine Risse aus

So können Sie mit einer Armierung größere Schäden am Innenputz ausbessern:

  1. Besorgen Sie sich im Baumarkt Armierungsmörtel („Klebemörtel“) plus Armierungsband oder Armierungsgewebe zum Zuschneiden.
  2. Stellen Sie sicher, dass der beschädigte Bereich sauber und trocken Entfernen Sie losen Putz, Dreck etc. mit Spachtel, Bürste oder Pinsel. Schneiden Sie Risse mit einem alten Messer, dem Cutter oder einer scharfen Spachtelkante zu einer möglichst gleichmäßigen V-Form aus und entfernen Sie die losen Teile.
  3. Schneiden Sie ein Stück Armierung auf die Größe/Form des beschädigten Bereichs zu. Armierungsgewebe kann eingelegt und/oder zum Überbrücken von Schadstellen verwendet werden.
  4. Größere Schäden bearbeiten
    Größere Schäden bearbeiten
  5. Damit der Kleber optimal haftet, feuchten Sie die Reparaturstelle mit einem Pinsel oder Quast gut an. Dann tragen Sie den Klebemörtel auf, legen die Armierung darauf und drücken Sie mit dem Spachtel ein wenig in den Mörtel. So gut wie möglich glätten und Luftblasen entfernen.
  6. Wenn der Klebstoff trocken ist, tragen Sie Putz oder Reparaturspachtelmasse auf die Armierung auf, um die Reparaturstelle anzugleichen.
  7. Ist alles vollständig getrocknet, können Sie bei Bedarf noch nachschleifen, die Stelle streichen oder Tapete darüber kleben.
Hinweis:
Anspruchsvoller als das Füllen von Rissen oder Löchern ist das Reparieren ausgeschlagener Ecken oder Kanten im Putz, etwa an Fensterlaibungen. Um eine gerade Kante oder Kehle mit akkuratem Wand- oder Deckenanschluss zu modellieren, brauchen Sie eine Glättkelle und sollten schon ein wenig Erfahrung im Verputzen haben. Mit einer passenden Putzschiene können Sie sich die Arbeit erleichtern.
Mit Putzschienen lassen sich Putzschäden an Ecken, Kanten und schwierigen Stellen professionell reparieren © sima, stock.adobe.com
Mit Putzschienen lassen sich Putzschäden an Ecken, Kanten und schwierigen Stellen professionell reparieren © sima, stock.adobe.com

Was hilft, wenn der Innenputz überall kaputt ist?

Ist der Innenputz richtig ruiniert, so dass sich die Reparatur einzelner Stellen schon vom Aufwand her nicht mehr lohnen würde, haben Sie die Wahl: Sie können selber einen neuen Putz aufziehen, z. B. einen schnellen, heimwerkerfreundlichen Rauputz, einen Stuckateur beauftragen oder die Wand verkleiden (lassen), anstatt sie neu zu verputzen. Eine Art der Wandverkleidung, die keine Fachkenntnisse erfordert, ist das Ankleben von Gipskartonplatten.

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Innenputz reparieren mit Zement

Vor allem in älteren Wohnungen ist der Innenputz um Anschlüsse herum (z. B. Wasseranschluss, Heizungsrohr) ausgebrochen. Das stört vor allem, wenn es durch das Loch zieht, wenn sich dort Staub und Dreck ansammeln oder wenn der Anschluss wackelig ist. Ein wenig „Spiel“ bedeutet bei korrekt verlöteten oder verpressten Rohrleitungen zwar nicht unbedingt eine Gefahr, doch wenn z. B. das Eckventil unter der Spüle nicht festsitzt, besteht bei jedem Neuanschluss das Risiko, die Verschraubung nicht richtig dicht zu bekommen oder den Wackelkandidaten beim Festziehen abzudrehen oder abzureißen.

Normaler Innenputz ist nicht stabil genug, um Anschlüsse richtig festzuhalten. Wollen Sie hier Abhilfe schaffen, geht das mit einem Säckchen Zement oder Blitzzement (gibt es auch in kleinen Eimern). Laut Herstellerangaben anrühren, um den Anschluss herum in das Loch drücken und aushärten lassen. Außerdem Handschuhe nicht vergessen, denn Zement ist sehr aggressiv zur Haut.

Hinweis:
Mit dieser Reparaturmethode kaschieren Sie einen Fehler, den einer Ihrer „Vorgänger“ gemacht hat, denn eigentlich sollten die Rohrleitungen schon in der Wand so befestigt sein, dass die Anschlüsse nicht wackeln. Um nicht nur die Symptome abzustellen, müssten Sie (bzw. ein Sanitärfachbetrieb) das Loch im Putz erst noch weiter vergrößern und an einer geeigneten Stelle eine Rohrschelle o. Ä. setzen. Wackelt nichts mehr, reichen auch Anschlussgips, Armierungsmörtel oder normaler Putz, um das Loch dauerhaft zu schließen.
Wand verputzen © kasto, fotolia.com
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