Gipsputz

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Gipsputz – Eigenschaften, Verarbeitung, Verwendung

Gipsputze gehören zu den beliebtesten Putzen für Innenwände und Wohnräume. Wie Lehm- und Kalkputze helfen sie durch ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und später wieder abzugeben, beim Regulieren der Raumfeuchtigkeit und tragen so zu einem gesunden und angenehmen Wohnklima bei.

Wand mit Gipsputz verputzen © simone_n , stock.adobe.com
Gipsputze sind günstig, verarbeitungsfreundlich und sehr vielseitig verwendbar © simone_n , stock.adobe.com

Wohngesund und schimmelabweisend

Weil Gipsputze keine schädlichen Emissionen ausdünsten und diffusionsoffen sind, zählen sie zu den wohngesunden Putzen. Und weil Gips nicht schimmeln kann, gilt Gipsputz zudem als schimmelabweisend. Sofern die Putzoberfläche sauber und frei von organischen Anlagerungen (z. B. im Staub, Badezimmer- oder Küchendunst) ist, findet der Schimmelpilz darauf keine Nährstoffe.

Grundsätzlich kann ein Gipsputz mit allen gängigen Innenfarben gestrichen werden. Damit die natürliche Schimmelhemmung und die anderen günstigen Eigenschaften jedoch auch nach dem Streichen oder Tapezieren erhalten bleiben, empfiehlt es sich, zur Weitergestaltung der Putzoberfläche Mineralfarben oder diffusionsoffene Papier- oder Vliestapeten (z. B. Raufaser) zu verwenden. Filmbildende Dispersionsfarben und wasserdichte Tapeten beeinträchtigen dagegen die günstigen Putzeigenschaften oder machen sie wirkungslos.

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Weitere Vorteile von Gipsputz

Gipsputz lässt sich schnell und unkompliziert auftragen, auch von geschickten Laien, und ist daher ideal für „Putzeinsteiger“. Der Putz trocknet schnell, bindet jedoch nicht so rasch ab, dass Sie sich als Anfänger beeilen müssen oder sogar in Hektik geraten. Außerdem ist es fast immer ausreichend, nur eine Putzschicht bzw. Lage aufzutragen. Im Durchschnitt wird Gipsputz mit einer Schichtstärke von ca. 1 cm aufgebracht. Bei der Einschätzung der Trocknungszeit hilft neben den Herstellerangaben diese Faustregel: Bis ein Gipsputz vollständig durchgetrocknet ist, dauert es bei normaler Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit pro Millimeter Putzdicke einen Tag.

Als nicht brennbarer Baustoff gehört Gips laut DIN 4102 zur Baustoffklasse A1. Durch eine besondere Eigenschaft wirkt diese Putzart darüber hinaus sogar brandeindämmend, denn in Gips ist Kristallwasser gebunden, das bei starker Hitze freigesetzt wird und beim Austreten die Putzoberfläche abkühlt.

Eigenschaften von Gipsputz
Eigenschaften von Gipsputz

Gipsputz – Verarbeitung und geeignete Untergründe

Gipsputz kann sowohl von Hand als auch mit der Maschine verarbeitet werden. Für große Flächen sind spezielle Maschinenputze erhältlich. Weil Gips wegen seiner porösen Beschaffenheit leicht sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen kann und durch zu viel oder dauernde Nässe zerstört wird, sind Gipsputze für Außenwände und Außenbereiche, die der Witterung ausgesetzt sind, generell ungeeignet. In der Küche oder im Badezimmer können Sie sie jedoch bedenkenlos verwenden, denn Spritzwasser und eine vorübergehend höhere Luftfeuchtigkeit machen dem Gips nichts aus. Sofern der Putz danach wieder vollständig trocknen kann, verliert er weder seine Festigkeit noch seine günstigen Eigenschaften.

Gipsputze halten gut auf allen gängigen Untergründen, zum Beispiel Ziegel- oder Kalksteinmauern, Beton oder Trockenbauplatten aus Gipsfaser oder Gipskarton. Bei sehr porösen und stark saugenden Untergründen (zum Beispiel Porenbeton) ist es allerdings empfehlenswert, vor dem Verputzen eine Grundierung aufzutragen.

Gipsputz kann in feuchtem und angetrocknetem Zustand gefilzt und dadurch geglättet werden, etwa zum Übertapezieren. Wichtig ist dabei, während des gesamten Arbeitsprozesses das Filzbrett feucht zu halten. Es ist auch möglich, den Putz immer wieder zu befeuchten und dann mit dem Filzbrett darüberzustreichen.

Mit einer Richtlatte oder einem glatten Brett lässt sich der Putz über die Putzleisten hinweg glatt abziehen; das ist ebenfalls eine sehr gute Methode, um ihn glatt zu bekommen. Hat der Putz dann leicht angezogen, reiben Sie mit einem Filz- oder Schwammbrett in kreisenden Bewegungen darüber und verdichten ihn, dann ggf. noch mit der (angefeuchteten) Glättkelle glätten.

Alternativ können Sie Gipsputze auch strukturieren, etwa als Kratz-, Reibe- oder Rauputz.

Hinweis: Wenn Normalbeton mit Gipsputz verputzt werden soll, darf die Restfeuchte im Beton maximal 3 % der Masse ausmachen, sonst kommt es durch die Sulfate im Gips zu chemischen Reaktionen, die den Beton dauerhaft beschädigen können.

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Verschiedene Arten von Gipsputz

Reiner Gipsputz besteht laut DIN EN 13279 mindestens zur Hälfte aus dem aktiven Hauptbindemittel Gips. Außerdem ist in aller Regel ein kleiner Anteil Baukalk beigemischt – laut DIN-Norm maximal 5 %. Gipshaltige Putz-Trockenmörtel dürfen ebenfalls bis zu 5 % Baukalk enthalten, jedoch kann ihr Gipsbinder-Anteil auch unter 50 % liegen. Enthält der Mörtel mehr als 5 % Baukalk, wird er üblicherweise als Gips-Kalk-Trockenmörtel verkauft.

Ein besonders anfängerfreundlicher, aber auch bei Profis sehr beliebter Gipsputz ist der Haftputzgips. Er besteht aus Gipsputz, dem spezielle Zuschlagstoffe beigemischt sind, die die Verarbeitungs- und Hafteigenschaften noch weiter verbessern. Gerade die Haftfähigkeit ist bei diesem Material unübertroffen; damit können Sie praktisch alles verputzen, selbst Holz, Glas oder Kunststoffoberflächen.

Wand verputzen © kasto, fotolia.com
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