Raufasertapete streichen

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Raufaser streichen: Darauf kommt es an

Raufaser zählt zu den Klassikern unter den Tapeten. Sie liegt seit Jahren im Trend, weil sie so günstig ist, sich einfach tapezieren lässt und problemlos auch mehrfach überstrichen werden kann. Die körnige, raue Struktur entsteht durch Holzfasern bzw. kleine Holzstückchen („Woodchips“), die zwischen den 2 oder 3 Papierschichten der Tapete fest eingearbeitet sind.

Raufasertapete Herstellung
Raufasertapete Herstellung

Bei ungestrichener, dünner Raufaser ist die Farbe der Holzstückchen oft durch das Papier hindurch erkennbar. Bei den einfachsten und billigsten Varianten lugen manchmal sogar Teile der Holzspäne aus dem Papier hervor, so dass Sie sich beim Darüberfahren mit der Hand Spreißel einfangen können – dann ist es besonders wichtig, die Raufaser zu streichen. Durch die Farbschicht(en) wird die Oberfläche weicher, und der Farbfilm deckt zu raue oder kantige Stellen ab.

Raufasertapete rot gestrichen © Reikara, stock.adobe.com
Raufasertapete rot gestrichen: Die Struktur der Raufasertapete verträgt problemlos auch viele Anstriche © Reikara, stock.adobe.com

Mit welcher Farbe lässt sich Raufasertapete streichen?

Moderne Raufaser gibt es wie früher als Papiertapete, mittlerweile aber auch als Vliestapete, also mit Vliesbasis. Beim Streichen macht das keinen Unterschied: Beide Varianten können mit jeder handelsüblichen Wandfarbe gestrichen werden. Meist wird zum Raufaser-Streichen Dispersionsfarbe verwendet – entweder weiße oder bunte Kunststoffdispersion oder die etwas hochwertigere Silikatdispersion. Auch Kalkfarben, Lehmfarben oder Latexfarben halten auf Raufasertapete gut, allerdings ist es auch hier empfehlenswert, möglichst „im System“ zu bleiben und nicht verschiedene Farbarten wild zu mischen.

Wenn Sie eine bereits gestrichene Raufasertapete überstreichen wollen, sind Sie mit einer Dispersionsfarbe ebenfalls in aller Regel gut beraten. Nur wenn die Tapete mit echter Latexfarbe (Gummifarbe) gestrichen ist, kann es Probleme mit der Haftung geben. Allerdings enthalten moderne Latexfarben keinen Gummibaumsaft mehr, sondern basieren ebenfalls auf einer Kunststoffdispersion und sind daher auch leichter überstreichbar.

Raufasertapete © luther2k, stock.adobe.com
Raufasertapete © luther2k, stock.adobe.com

Ist der Altanstrich glänzend, glatt und wasserabweisend, probieren Sie erst an einer unauffälligen Stelle aus, ob die neue Farbe richtig darauf hält. Einfach auftragen, durchtrocknen lassen und dann kontrollieren. Ist die neue Schicht ohne Risse oder Blasen aufgetrocknet und sitzt fest, vertragen sich die Farben. Andernfalls können Sie entweder vor dem Streichen einen Haftgrund bzw. Haftvermittler auftragen oder eine andere Farbe verwenden – am besten die gleiche Sorte wie Ihr Vorgänger. Um zu erfahren, womit die Tapete gestrichen wurde, können Sie einen Maler auf Ihre Baustelle bitten oder ein Stückchen Raufaser herausschneiden und dem Fachpersonal im Baumarkt oder Farbengeschäft zeigen.

Das Streichen der Raufaser mit schimmelresistenten, alkalischen Mineralfarben (z. B. Kalkfarbe) für besseren Schimmelschutz ist übrigens nur dann sinnvoll, wenn die Tapete entweder noch ungestrichen oder bereits mit einer solchen Farbe beschichtet ist. Außerdem muss die Farbe dann auch später frei von Staub oder Schmutz gehalten werden, sonst findet der Schimmel Nahrung in den Ablagerungen, und die schimmelhemmende Wirkung der Beschichtung geht verloren.

Zu raue Strukturen kann man durch Überstreichen schrittweise abmindern
Zu raue Strukturen kann man durch Überstreichen schrittweise abmindern

Wenn es auf oder unter der Tapete bereits schimmelt, sollten Sie vor einem Neuanstrich immer zuerst die Schimmelursache ermitteln. Handelt es sich um eine undichte Stelle, muss diese repariert und die Wand oder Decke gegebenenfalls saniert werden. Bei Oberflächenschimmel durch Kondenswasser säubern und desinfizieren Sie die befallenen Stellen gründlich mit hochprozentigem Reinigungsalkohol oder Brennspiritus. Bei Wänden mit stärkerer Feuchtebelastung oder häufigem Schimmelbefall ist es oftmals besser, die Raufaser komplett zu entfernen und den Unterputz mit Kalkfarbe zu streichen.

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Raufaser streichen – diese Materialien brauchen Sie dafür

Zum Streichen von Raufasertapete benötigen Sie nur wenige Materialien und Werkzeuge:

  • Farbe
  • Holzleiste oder Rührquirl zum Durchrühren
  • Pinsel zum Vorstreichen der Ecken und Kanten
  • Farbroller (z. B. Lammfellwalze) für die Flächen
  • Teleskopstange
  • Abtropf-/Abstreichgitter
  • Abdeckfolie und Malerkrepp/Abklebeband

Achten Sie bei der Farbe auf gute Deckkraft und (Nass-)Abriebfestigkeit. Beide Eigenschaften sind in Klassen eingeteilt, von denen 1 jeweils die beste ist. Je besser die Klasse, desto höher ist der Anteil an Pigmenten (Deckkraft) bzw. Bindemittel (Abriebbeständigkeit). Wenn Sie die billigste Farbe kaufen, rechnen Sie damit, mindestens zweimal streichen zu müssen, damit die Farbe überall gut deckt. Eine gute Nassabriebbeständigkeit ist vor allem bei stärker belasteten Wänden wichtig, die Sie zwischendurch auch mal feucht abwischen, nass reinigen oder sogar scheuern wollen.

Wandtapete streichen © Florian Kunde, stock.adobe.com
Raufasertapete streichen © Florian Kunde, stock.adobe.com

Das Abtropfgitter wird in den Farbeimer gestellt und dient dazu, die Farbmenge auf der Rolle zu dosieren. Tauchen Sie nie die ganze Rolle in die Farbe ein, sondern benetzen Sie sie rundum, indem Sie sie mehrmals über das Gitter in die Farbe rollen. Sie soll großzügig benetzt sein, aber nicht tropfen. Wenn Sie Raufaser streichen, vermeiden Sie generell einen zu dicken Farbauftrag. Denn die meisten Probleme beim Tapetenstreichen – z. B. Blasen oder Wellen – entstehen, weil zu viel nasse Farbe auf einmal aufgetragen wird.

Die Teleskopstange muss zur Rolle passen, damit das Werkzeug sicher in der Verlängerung hält. Nutzen Sie Teleskopstange für alle großen Flächen – Sie arbeiten damit viel leichter und besser, weil Sie Kraft und Druck mit beiden Händen dosieren, Schwung und Hebelwirkung nutzen und immer im optimalen Winkel streichen können.

Wand streichen mit Teleskopstange © Heiko Küverling, stock.adobe.com
Vorher abkleben und mit Teleskopstange streichen: So geht die Arbeit viel leichter von der Hand © Heiko Küverling, stock.adobe.com

Pinsel und Rolle sollten von guter Qualität sein, damit Sie sich beim Streichen nicht über ausgefallene Pinselhaare oder klumpigen Walzenflor ärgern müssen. Am besten klappt das Vorstreichen mit mittelgroßen Flachpinseln. Sie können je nach Bestand und persönlicher Vorliebe einen kurz- oder langstieligen, geraden oder abgewinkelten Pinsel verwenden.

Bevor Sie eine frisch tapezierte Raufaser streichen, lassen Sie Papier und Kleister auf jeden Fall genug Zeit zum Trocknen – mindestens 24 Stunden, besser noch bis zu drei Tage.

Ältere Raufasertapeten haben oft Mängel, z. B. Risse, Löcher oder Stellen, an denen sich die Tapete löst. Nehmen Sie sich vor dem Streichen ein wenig Zeit, um zumindest die gröberen Mängel zu beseitigen. Für Raufasertapete gibt es spezielle Spachtelmasse, die Holzfasern enthält und so die Struktur gut nachbildet.

Löcher und Kratzer in Raufasertapeten kann man gut ausbessern
Löcher und Kratzer in Raufasertapeten kann man gut ausbessern

Für größere lose Stellen eignen sich Tapetenkleister oder Alleskleber. Eine leicht aufgehende Naht lässt sich auch mit frischer Farbe reparieren: Dispersionsfarbe ist klebrig genug, um bei kleinen Tapetenfehlern als Kleisterersatz dienen zu können.

Raufaser streichen – Vorbereitungsarbeiten

Mit Abdeckfolie, großen Kartonstücken oder Packdecken schützen Sie den Fußboden und die Möbel, die Sie vor dem Streichen nicht aus dem Zimmer räumen wollen oder können. Tür- und Fensterrahmen, fest montierte Abdeckungen etc. kleben Sie mit Malerkrepp ab. Wollen Sie die Decke nicht mitstreichen, versehen Sie sie ebenfalls mit einem breiten Streifen Klebeband – damit sparen Sie beim Vorstreichen mehr Zeit, als das Abkleben dauert.

Abkleben vor dem streichen © Michael Eichler, fotolia.com
Abkleben vor dem streichen © Michael Eichler, fotolia.com
Abkleben vor dem streichen © Sergej Toporkov, stock.adobe.com
Abkleben vor dem streichen © Sergej Toporkov, stock.adobe.com

Montieren Sie möglichst alle Sockel- und Fußleisten, Steckdosen- und Lichtschalterrahmen ab – das erspart Ihnen nicht nur viel Fummelei, sondern Sie können die Leisten, Abdeckungen etc. dann auch bequem reinigen und später im frischen Glanz neu montieren. Markieren Sie die abgebauten Leisten, dann wissen Sie nachher sofort, was wo hingehört, und können die alten Schraubenlöcher wiederverwenden. Vor dem Abmontieren von Elektroabdeckungen, Wand- oder Deckenleuchten schalten Sie die entsprechenden Sicherungen aus. Und achten Sie darauf, die kleinen Schräubchen nicht zu verlieren.

Zum Vorbereiten des Raumes gehört auch, für das richtige Raumklima und gute Beleuchtung zu sorgen. Auf dem Farbeimer steht immer auch die ideale Verarbeitungstemperatur. Nicht zu stark heizen und starken Durchzug ebenfalls vermeiden, da die Farbe sonst zu schnell antrocknet. Das kann selbst bei zügigem Arbeiten sichtbare Übergänge zur Folge haben.

Falls Sie die Lampen demontiert haben oder bei ausgeschalteten Sicherungen arbeiten und das Tageslicht nicht ausreicht, besorgen Sie sich einen Baustrahler – die kann man in vielen Baumärkten auch ausleihen. Oder Sie bringen eine helle Leuchte aus einem anderen Raum und schließen sie mit Verlängerungskabel an.

Raufaser streichen – die richtige Reihenfolge

  1. Materialien und Werkzeuge besorgen.
  2. Raum vorbereiten.
  3. Farbeimer öffnen und Farbe gut durchrühren.
  4. Vorstreichen: Auch beim Streichen von Raufasertapete fangen Sie immer mit dem Pinsel an. Zuerst alle Ecken, Kanten und schwierigen Stellen vorstreichen, dann …
  5. … das Abtropfgitter in den Eimer stellen und die Flächen rollern. Arbeiten Sie nass in nass und rollen Sie mit gleichmäßigen W- oder M-Bewegungen, um die Raufaserstruktur mit all ihren Vertiefungen und Unregelmäßigkeiten schön zu bedecken.
  6. Farbe ein wenig antrocknen lassen und dann das Abklebeband entfernen. Die Farbe dabei nicht mehr nass sein, sonst können die Kanten verschmieren. Ist sie jedoch schon ganz trocken, platzt sie gern beim Abziehen des Kreppbandes an den Rändern ab.
  7. Richtiges Abziehen des Abklebebands
    Richtiges Abziehen des Abklebebands: Die Farbe darf nicht zu trocken und nicht zu nass sein
  8. Anstrich durchtrocknen lassen (Herstellerangaben zur Trockenzeit berücksichtigen) und Ergebnis begutachten.
  9. Bei unzureichender Deckung noch mal streichen – entweder alles oder nur die entsprechenden Stellen.
  10. Deckt alles und sieht gut aus, können Sie die Arbeit finalisieren: Fußleisten, Abdeckungen etc. wieder montieren, Farbreste fachgerecht entsorgen oder sicher einlagern.
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