Gipskartonplatten in der Übersicht

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Als Gipskartonplatten oder Gipskarton-Bauplatten (GKB) werden Gipsplatten bezeichnet, die beidseitig mit Karton bezogen bzw. mit einer umlaufenden Ummantelung aus Karton versehen sind. Durch den Kartonagenbezug wird die Gipskartonplatte so stabil, dass sie sich sogar biegen lässt – ohne die Ummantelung wäre die Biegesteife der Gipsplatte weit geringer.

Decke mit Gipskartonplatten © Ingo Bartussek, stock.adobe.com
Gipskartonplatten sind vielseitig einsetzbar und einfach zu verarbeiten © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Gipskartonplatten werden für Konstruktionen im Trocken- und Akustikbau verwendet, etwa zum Verkleiden von Dachschrägen, für Raumteiler, Schallschutzwände und Vorwandinstallationen. Es gibt zahlreiche Varianten, die sie in jedem Baumarkt kaufen können; die meisten stammen dabei von den drei bekanntesten Herstellern Rigips, Fermacell und Knauf. Der Baustoff ist optimal für die Errichtung von nichttragenden Innenwänden, für die eine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall von beiden Seiten einfach oder doppelt beplankt (mit Gipskartonplatten verkleidet) wird.

Verwendungszwecke für Gipskartonplatten
Verwendungszwecke für Gipskartonplatten

Ebenso können Gipskartonplatten auch direkt auf die Massivwand geklebt oder zum Verkleiden von Leitungen, Sanitärinstallationen und anderer Technik verwendet werden. Auch Deckenverkleidungen, abgehängte Decken oder Brandschutzwände lassen sich mit Gipskartonplatten realisieren. Nach dem Beplanken und Verspachteln kann die Gipskartonwand gestrichen, tapeziert, verputzt oder mit Fliesen belegt werden. Ein weiterer Vorteil von Trockenbauwänden ist, dass sie sich in aller Regel auch einfach wieder zurückbauen lassen, etwa wenn der Raum später anders genutzt werden soll.

Gipskartonplatten sind nicht zu verwechseln mit Gipsfaserplatten, die nicht mit Karton ummantelt sind, oder mit den aus Stuckgips gefertigten Gipswandbauplatten.

Hinweis: Die bekannten Hersteller Rigips und Fermacell stellen jeweils Gipsfaser- als auch Gipskartonplatten her. Umgangssprachlich werden jedoch fast ausschließlich Gipskartonplatten als „Rigipsplatten“ bezeichnet, während „Fermacell“ meistens als Synonym für Gipsfaserplatten verwendet wird.

Trockenbauplatten, vor allem Gipskartonplatten, haben den Innenausbau revolutioniert. Durch die standardisierten Größen und Stärken finden Sie für jedes Projekt passende Varianten und passendes Zubehör, zum Beispiel Profile für die Unterkonstruktion, das sogenannte Ständerwerk. Weil alle Hersteller dieselben Größen fertigen, ist es ohne weiteres möglich, Produkte verschiedener Hersteller zu mischen. Zu den gängigsten Zusatzstoffen und Materialien für Arbeiten mit Gipskarton gehören etwa Schnellbauschrauben, Fugenspachtel zum Verspachteln der Oberfläche, Dichtbänder und Dichtstoffe für elastische Trockenbaufugen, Befestigungsklammern, Armierungsmaterialien und vieles mehr.

Standardgrößen von Gipskartonplatten

Im Baumarkt und Fachhandel werden Gipskartonplatten für verschiedene Anwendungsfälle angeboten, die sich in Größe und Dicke/Stärke unterscheiden. Während die Größe vor allem darüber entscheidet, wie viele Platten Sie zum Verkleiden einer Fläche benötigen werden, wird durch die Dicke der Platten die Tragfähigkeit der Wand bestimmt.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der gängigsten Größen von Gipskartonplatten:

Plattenart Dicke [mm] Breite [mm] Länge [mm]
Renovierboard 6,0 – 6,5 900 / 1200 1250 – 3000
Trockenputzplatte 9,5 600 / 1200 2000 – 3000
Ausbauplatte 12,5 – 18 600 / 900 / 1250 2000 – 3000
Massivbauplatte 20 / 25 625 2000 – 2600

Renovierboards und Trockenputzplatten sind aufgrund der geringen Materialstärke vor allem zum optischen Verkleiden von Wänden geeignet. Mit einer Lage Ausbauplatten und einer Dicke von mindestens 12,5 mm wird eine Belastbarkeit erzielt, die bei etwa 40 kg pro laufendem Wandmeter liegt. Bei doppelter Beplankung steigt auch die Belastbarkeit.

Um schwere Lasten, etwa ein Waschbecken oder ein an der Wand befestigtes WC sicher zu montieren, reichen Gipskartonplatten alleine nicht aus. Für eine ausreichend stabile Montage ist eine Unterkonstruktion aus Kanthölzern oder Metall-Trockenbauprofilen erforderlich, die durch die Gipskartonverkleidung fest mit dem schweren Objekt verbunden wird.

Ausführungen von Gipskartonplatten

Ausführungen von Gipskartonplatten
Ausführungen von Gipskartonplatten

Neben der weißen Standardversion gibt es Gipskartonplatten in verschiedene Varianten, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen:

Imprägnierte Gipskartonplatten (Feuchtraumplatte, GKBI)

Weder Gips noch Karton sind witterungsbeständig, daher werden Gipskartonplatten für trockene bzw. normal feuchte Innenbereiche empfohlen. Für besonders feuchtebelastete Räume wie Küche oder Bad gibt es imprägniert Gipskartonplatten (GKBI), die an ihrer grünen Farbe zu erkennen sind.

Person mit Handschuhen nimmt eine Spanplatte vom Stapel © contrastwerkstatt, stock.adobe.com
Imprägnierte Gipskartonplatten sind leicht an ihrer grünen Farbe zu erkennen und können genauso wie Standardplatten verarbeitet werden © contrastwerkstatt, stock.adobe.com

Die grünen Gipskartonplatten zählen neben den Standardplatten zu den am häufigsten verbauten Varianten, da sie aufgrund der Imprägnierung widerstandsfähiger gegenüber eindringender Feuchtigkeit und Schimmel sind. Bei Feuchtraumplatten werden sowohl der Gipskern als auch der Karton imprägniert, in der Regel mit speziellen Silikonverbindungen. Die Imprägnierung hat keinerlei Auswirkungen auf die Verarbeitbarkeit der Platten; sie können also ebenso wie weiße Standardplatten verbaut werden.

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Feuerschutzplatten

Gips ist ein nicht brennbarer Baustoff. Im Brandfall kann er die Wand sogar für eine gewisse Zeit kühlen, da unter Hitzeeinwirkung das im Gipskern eingelagerte Wasser verdampft und so die Oberfläche abkühlt. Vor allem die Temperatur auf der brandabgewandten Seite steigt dadurch nicht so schnell an, was die Ausbreitung von Bränden verzögert.

Feuerschutzplatten erhöhen den Brandwiderstand, da der Gipskern mit Glasfasern armiert ist, was die Feuerschutzplatte bei Hitzeeinwirkung zusätzlich stabilisiert. Zu erkennen sind Feuerschutzplatten am weiß-grauen Karton mit einer roten Beschriftung. Spezielle Feuerschutzplatten aus Gipskarton (GK-11) erreichen hohe Feuerwiderstandsklassen und schützen nicht nur sich selbst, sondern auch die darunterliegende Konstruktion. In der DIN-Norm 4.1.2002-4 sind auch die maximalen Befestigungsabstände für verschiedene Brandschutzanforderungen definiert. So dürfen die Schrauben etwa an der Wand maximal 25 cm und an der Decke maximal 17 cm auseinanderliegen. Ausführliche Informationen finden Sie in diesem Artikel über Brandschutz im Trockenbau.

Schallschutzplatten

Generell bieten Standard-Gipskartonplatten nur dann einen guten Schallschutz, wenn zwischen den Gipsplattenlagen im Ständerwerk eine federnde Dämmschicht (z. B. Dämmmatten aus Steinwolle, Stopfdichtung) möglichst fugenlos eingebracht wird. Für höhere Schallschutzanforderungen sind im Fachhandel auch sogenannte Schallschutzplatten erhältlich, die ein höheres Flächengewicht und einen etwas weicheren Gipskern haben. In Verbindung mit speziellen Unterkonstruktionen aus Metall und einer Doppelbeplankung der Unterkonstruktion lassen sich im günstigsten Fall bis zu 70 dB an Schallreduktion erreichen. Mehr Details finden Sie in diesem Artikel über Schallschutz im Trockenbau.

Hauswanddämmung. Bauarbeiter installiert Glaswolle in den Metallprofilrahmen im Innenbereich © ronstik, stock.adobe.com
Mit einer ausreichend dicken Dämmschicht wird auch der Schallschutz von Trockenbaukonstruktionen erheblich verbessert © ronstik, stock.adobe.com

Strahlenschutzplatten

Strahlenschutzplatten, wurden lange Zeit ausschließlich in Arztpraxen, Krankenhäusern, Laboren und ähnlichen Einrichtungen verbaut, um vor Röntgen- und ggf. anderer Strahlung zu schützen. Die Schutzwirkung wurde durch eine dünne Bleischicht erreicht, mit der die Gipskartonplattenoberfläche kaschiert wurde. Allerdings ist das Schwermetall Blei hochgiftig und als Baustoff problematisch; außerdem ist auch von privaten Verwendern eine steigende Nachfrage nach Strahlenschutzplatten zu verzeichnen. Darum haben die Hersteller mittlerweile auch beim Gipskarton bleifreie Alternativen entwickelt.

Moderne Strahlenschutzplatten enthalten Graphit, der Elektrosmog absorbieren bzw. elektromagnetische Wellen reflektieren soll. Aufgrund der guten Wärmeleitfähigkeit werden Gipskartonplatten mit Graphitkern auch zum Beplanken von Deckenheizungen eingesetzt, um die Wärmeabgabe in die Raumluft zu verbessern und so den Wirkungsgrad solcher Heizsysteme zu erhöhen.

Hohlraumdübel © wabeno, stock.adobe.com
Belastbarkeit von Gipskartonwänden

Die Belastbarkeit von Rigipswänden und Befestigungsmaterialien für Gipskarton An einer massiven Wand können Sie mithilfe von Dübeln und Schrauben fast… weiterlesen

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